Maulbeere (Morus)
Strauch und Baum, hängend und zwergwüchsig — Anbau und Pflege
Mittelhohe, laubabwerfende Bäume mit Milchsaft und essbaren Früchten
- Standort: offene, sonnige Lagen; keine besonderen Ansprüche an den Boden
- Höhe: 10–15 m
- Blütezeit: Mai
- Vermehrung: meist durch Aussaat, wenige Gartenformen durch Veredelung
Die Gattung Maulbeere (Morus) aus der Familie der Maulbeergewächse (Moraceae) ist mit 12 Arten in der nördlichen gemäßigten bis subtropischen Zone verbreitet. Alle Arten führen in Trieben und Blättern Milchsaft. Sie haben wechselständige, ungeteilte oder gelappte Blätter und einhäusige oder zweihäusige Blüten in gestielten, hängenden Trauben. Die Blüten sind grünlich und wenig auffällig. Zahlreiche kleine Steinfrüchtchen, von fleischigem Fruchtgewebe umhüllt, bilden essbare, brombeerähnliche Fruchtstände.

Maulbeeren werden in ihrer ostasiatischen Heimat schon seit Jahrtausenden angebaut; ihre Blätter dienen den Raupen des Seidenspinners als Nahrung, der in China seit jeher für die Seidengewinnung gehalten wird. Nach Europa gelangten Maulbeeren bereits im 11. Jahrhundert. Auch in Südeuropa wurde der Seidenspinner bis zur Erfindung der Kunstseide gehalten; Maulbeerbäume waren deshalb weit verbreitet. Noch heute sieht man in südlichen Ländern oft alte, knorrige Exemplare oder Maulbeerbäume mit flacher, breiter Krone als Laube. Mancherorts dienen Maulbeerbäume auch als Windschutz.
Maulbeerbaum-Arten
Weiße Maulbeere (Morus alba)
Bis zu 15 m hoher Baum mit wenig verzweigter, rundlicher Krone und längs gefurchter Borke.
- Die Blätter sind breit eiförmig oder dreilappig, 8–20 cm lang, am Grund herzförmig, am Rand grob gesägt, oberseits glatt oder nur spärlich behaart, unterseits nur auf den Adern behaart.
- Die Fruchtstände sind 1,5–2,5 cm lang, weiß oder rosa und schmecken süß, aber fade.
- Die Blätter dienen dem Seidenspinner als Nahrung.
- Der Baum ist auch in Mitteleuropa recht winterhart und gedeiht sogar auf armen Sandböden.
Schwarze Maulbeere (Morus nigra)
Mittelhoher Baum mit dichter, rundlicher Krone.
- Die Blätter sind breit eiförmig oder zwei- bis fünflappig, 6–20 cm lang, oberseits sehr rau und glänzend dunkelgrün, unterseits heller und behaart.
- Die Fruchtstände sind 2–2,5 cm lang, dunkelrot bis schwarzrot, süß und von angenehmem Geschmack.
- Sie stammt aus Westasien und wird seit alters her auch in Ostasien und Europa angebaut.
- Früher wurden die Früchte als Obst genutzt; in den Ländern Südostasiens werden sie bis heute häufig angeboten.
- In Mitteleuropa ist sie nur in Weinbaugebieten ausreichend frosthart.


Rote Maulbeere (Morus rubra)
Bis zu 20 m hoher Baum mit tief ansetzender, breit rundlicher Krone und brauner, schuppiger Borke.
- Die Blätter sind breit eiförmig bis rundlich, teils zwei- bis dreilappig, 8–13 cm lang und am Rand scharf gesägt.
- Die Fruchtstände sind 2–3 cm lang, anfangs rot, später dunkel purpurfarben; sie schmecken süß.
- Die Rote Maulbeere stammt aus dem Osten Nordamerikas und ist in Mitteleuropa ausreichend frosthart.
Mehr Informationen zum richtigen Pflanzen, Schneiden und zur Pflege finden Sie im separaten Artikel über den Anbau der Maulbeere.
Häufige Fragen: Maulbeere
Ist die Maulbeere ein Strauch oder ein Baum?
Von Natur aus ist sie ein laubabwerfender Baum, der 10 bis 15 Meter hoch wird. In Gärten werden aber auch veredelte Formen kultiviert — niedrige Zwergsorten und hängende Maulbeeren, die sich als Strauch erziehen lassen.
Was ist der Unterschied zwischen der Weißen und der Schwarzen Maulbeere?
Die Weiße Maulbeere (Morus alba) ist ein bis zu fünfzehn Meter hoher Baum mit weißen oder rosa Fruchtständen von süßem, aber fadem Geschmack; mit ihren Blättern wird der Seidenspinner gefüttert. Die Schwarze Maulbeere (Morus nigra) bleibt niedriger, hat eine dichte, rundliche Krone und schmackhaftere dunkle Früchte.
Sind die Früchte der Maulbeere essbar?
Ja. Die aus kleinen Steinfrüchtchen gebildeten Fruchtstände erinnern an Brombeeren und sind süß — sie eignen sich zum Frischverzehr ebenso wie für Marmeladen und Sirup.
Wann blüht und fruchtet die Maulbeere?
Sie blüht im Mai mit unscheinbaren, grünlichen Blüten in gestielten Trauben. Die Fruchtstände reifen je nach Art und Witterung im Laufe des Sommers.
Welche Ansprüche stellt die Maulbeere?
Sie ist anspruchslos — offene, sonnige Lagen sagen ihr zu, und an den Boden stellt sie keine besonderen Ansprüche. Die Weiße Maulbeere gedeiht auch auf armen Sandböden und ist in Mitteleuropa ausreichend winterhart.
Womit sollte man die Maulbeere düngen?
Eine Düngergabe im Frühjahr vor dem Austrieb genügt. Ein langsam wirkender natürlicher Dünger fördert Wachstum und Fruchtansatz, ohne den Baum zu üppigen Trieben anzuregen.
Maulbeere — Fotos unserer Gärtner
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