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Salix - Weide
Laubabwerfende Bäume oder Sträucher für Garten und Landschaft
Standort: frische bis feuchte Böden
Höhe: von 10 cm bis zu 20 m
Blütezeit: März–Mai
Vermehrung: durch Aussaat, Holz- oder Krautstecklinge
In der gemäßigten und nördlichen Kältezone sind etwa 500 Weidenarten aus der Familie der Weidengewächse (Salicaceae) verbreitet. Es handelt sich überwiegend um Sträucher oder Bäume, teilweise auch um kriechende Spalierstraücher, die vor allem in Hochgebirgs- oder Polarlandschaften vorkommen. Die wechselständigen Blätter sind meist kurz gestielt, ungeteilt und lanzettlich, linealisch, eiförmig oder elliptisch und stets mit Nebenblättern versehen. Die Blüten der zweihäusigen Pflanzen, die in sogenannten Kätzchen zusammengefasst sind, erscheinen häufig lange vor den Blättern. Die einzelnen Blüten mit Nektarien sitzen in den Achseln meist ganzrandiger Deckblätter und haben keine Blütenhülle. Die männlichen Blüten besitzen in der Regel 2, selten 3–5 (bis 12) Staubblätter, die weiblichen einen zweiblättrigen, einfächerigen Fruchtknoten. Die Frucht ist eine Kapsel, die zahlreichen Samen tragen einen haarigen Schopf.
Weiden begleiten menschliche Siedlungen bereits seit Jahrtausenden; sie lieferten Material für die Herstellung von Körben, Fischreusen und anderen Flechtarbeiten. Auch heute ist die Weide eher eine Nutzpflanze als ein auffällig blühender Strauch, obwohl ihre Blütenkätzchen geradezu als Symbol des Frühlings gelten. Weiden werden häufig als Pionierpflanzen gepflanzt, sie erschließen unentwickelte Böden, befestigen Ufer und liefern Material zur Herstellung von Faschinen. Bei allen Weiden sind die männlichen Blüten mit gelben Staubbeuteln meist weitaus dekorativer als die wenig auffälligen weiblichen Blüten.
Neben einigen Arten mit begrenzter Bedeutung als blühende Sträucher ist vor allem die hängende Trauerweide ein geschätzter Parkbaum. Einige Zwergweiden sind schmückende kleine Sträucher für Steingärten oder Trogbeete. Weiden sind ausgesprochen lichtliebend und vertragen keine schattigen Standorte. An den Boden stellen sie keine besonderen Ansprüche, solange er ausreichend feucht ist.
Salix acutifolia 'Pendulina' - Spitzblättrige Weide
Bis zu 6 m hoher und ebenso breiter Strauch oder Baum mit schlanken, dunkel rotbraunen, blau bereiften Ästen, die in großen Bögen hängen. Die Blätter sind lanzettlich, 10–16 cm lang und hängen fast immer senkrecht herab. Sie ist nur als männliche Form bekannt und trägt 4–6 cm lange Kätzchen, die sich sehr früh öffnen. Sie gilt als eine der schönsten Weiden mit hübschen Kätzchen.
Salix alba - Silberweide
Schnell wachsender, bis zu 20 m hoher Baum, im Alter mit tief längsrissiger Borke. Die Blätter sind lanzettlich, 6–10 cm lang, anfangs auf beiden Seiten seidig behaart, später oberseits matt grün, unterseits bläulich und behaart. Kätzchen 4–6 cm lang. Kommt in Europa, West- und Nordasien häufig in Auwäldern und feuchten Tälern vor; eine der wichtigsten Nutzweiden.
Neben einigen schnell wachsenden Selektionen gehören zu S. alba auch häufig kultivierte Sorten für Garten und Park:
‚Dart’s Snake‘: schnell wachsender Baum mit breiter Krone, Blätter auffallend gedreht.
‚Chermesina‘: Zweige besonders im Winter leuchtend rot oder orange.
‚Tristis‘: Trauerweide, bis zu 20 m hoher Baum mit dünnen, gelben, lang herabhängenden Zweigen. Dieser schöne Parkbaum ist jedoch für die meisten Gärten zu groß.
Die Silberweide Salix alba bevorzugt feuchte Standorte
Salix arenaria (Sandweide)
Bis etwa 50 cm hoher, kriechender Zwergstrauch mit kurzen aufrechten Zweigen. Die Triebe sind kräftig und behaart, die Blätter verkehrt-eiförmig, auf beiden Seiten dicht und lang seidig behaart, zur Zeit des Austriebs auffallend kreideweißt. Heimisch an den atlantischen Küsten Europas, vor allem auf Dünen. Im Garten lässt er sich als Zwergstrauch in Heidegärten und auf Steingärten verwenden.
Salix aurita (Ohrweide)
Bis zu 2 m hoher, breit wachsender Strauch. Die Blätter sind verkehrt-eiförmig und verkehrt-lanzettlich, oberseits dunkelgrün und stark runzelig, unterseits bläulich grün und grau filzig behaart, mit großen nierenförmigen Nebenblättern. Die Kätzchen sind bis zu 2,5 cm lang. Verbreitet von Europa bis zum Nordpolarmeer und auch in Asien. Bienenweide und häufig verwendete Pionierpflanze.
Salix x boydii - Boyds Weide
Ein kleiner, steif aufrechter, sehr langsam wachsender, 50–70 cm hoher Zwergstrauch mit kurzen, abstehenden Zweigen. Die Blätter sind fast kreisrund, 1–1,3 cm lang, zunächst auf beiden Seiten weiß behaart, später oberseits dunkelgrün und runzelig, unterseits kurz weißwollig. 1,5–2 cm lange Kätzchen mit seidig behaarten Schuppen und goldgelben Staubblättern erscheinen im Mai. Eine der attraktivsten Weiden für Tröge und Steingärten.
Die Zwergweide Salix x boydii eignet sich gut für Tröge und Kübel
Salix caprea (Salweide)
Ein schnell wachsender, 3–7 m hoher Strauch oder kleiner Baum. Die breit elliptischen Blätter sind bis zu 10 cm lang, oberseits runzelig und matt grün, unterseits graugrün. Die Kätzchen erscheinen von März bis Mai, die männlichen sind auffallend silbrig, später goldgelb und duftend. Sie kommt fast in ganz Europa vor. Seit alters her in Kultur, ist sie als Bienenweide und vielseitig verwendbares Pioniergehölz von Bedeutung. Im zeitigen Frühjahr werden Zweige als Vasenschmuck geschnitten. ‚Mas‘ ist eine männliche Form mit schönen Kätzchen. ‚Pendula‘ wird meist auf einen Stamm veredelt, die Zweige hängen dann senkrecht herab. ‚Silberglanz‘ blüht bei mildem Wetter bereits im November.
Salix daphnoides (Reifweide)
Sie ist ein schnell wachsender, bis zu 10 m hoher großer Strauch mit roten, blau bereiften Ästen. Die Blätter sind länglich lanzettlich, 5–10 cm lang, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits blaugrün. Die männlichen Kätzchen sind auffallend groß und silbrig, später goldgelb. Sie ist von Europa bis nach Zentralasien und im Himalaya heimisch. Sie wird wegen ihrer Kätzchen geschätzt; Zweige werden häufig zum Palmsonntag geschnitten.
Salix x daphnoides, die Reifweide, liefert Kätzchen für den Palmsonntag
Salix eleagnos (Lavendelweide)
2–6 m hoher Strauch mit vielen Trieben oder kleiner Baum mit schlanken Ästchen. Die Blätter sind linealisch bis schmal lanzettlich, 6–15 cm lang, am Rand umgerollt, zunächst auf beiden Seiten grau behaart, später oberseits dunkelgrün und kahl, unterseits weiß filzig, im Herbst goldgelb gefärbt. Die blassgelben männlichen Kätzchen erscheinen im April bis Mai. Sie wächst in den Bergen Süd- und Mitteleuropas sowie Kleinasiens. Ein wichtiges Pioniergehölz für kalkhaltige, kiesig-sandige Flächen. Aufgrund ihrer langen und schmalen Blätter gilt sie als eine der elegantesten Strauchweiden.
Salix x erythroflexuosa - Rotkorkenzieherweide
An diesem interessanten Zierhybriden lassen sich Merkmale beider Elternteile erkennen: Es handelt sich um einen kleinen Baum mit abstehenden und weit bogenförmig überhängenden Ästen und Ästchen, die Ästchen sind hin und her gebogen und locker korkenzieherartig gedreht, die Rinde ist goldgelb bis orangegelb. Die Blätter sind länglich lanzettlich, meist gekräuselt und gerollt.
Salix hastata 'Wehrhahnii' - Spießweide
Bis zu 1,5 m hoher Strauch mit dicken Ästen und eiförmig-rundlichen, 3–6 cm langen Blättern, die zunächst beidseitig dicht behaart, später oberseits dunkelgrün sind. Die nur in männlicher Form bekannte Sorte trägt sehr dicht angeordnete, zunächst silbrige, später hellgelbe, 3–5 cm lange Kätzchen. Im Alter kann sie etwas spärlich werden, dann ist ein kräftiger Rückschnitt erforderlich. Sie gehört zu den schönst blühenden kleinen Sträuchern der Gattung.
Salix helvetica - Schweizer Weide
Bis zu 1 m hoher Strauch mit dicken, krummen Ästen und zunächst dicht weißfilzigen, später kahlen und etwas glänzenden Trieben. Die Blätter sind verkehrt-eiförmig bis eher lanzettlich, 4 cm lang, oberseits dunkel graugrün, unterseits weißfilzig. Die Kätzchen sind groß und dick, dicht behaart, 3–5 cm lang. Die Heimat liegt in den Alpen und in der Tatra. Wegen des grauen Laubes gilt sie als eine der schönsten Zwergweiden.
Die Schweizer Weide (Salix helvetica) ist ein dicht gedrängter Strauch
Salix herbacea - Kraut-Weide
Ein niederliegender, langsam wachsender, weniger als 10 cm hoher Strauch mit fadenförmigen Ästen, die sich auch unterirdisch ausbreiten. Die Blätter sind nahezu kreisrund, 8–20 mm breit, beidseitig glänzend. Kätzchen von 0,5–1,5 cm Länge trägt sie im Juni und August. Sie ist ursprünglich in den Hochgebirgen Europas und Nordasiens sowie im arktischen Nordamerika heimisch. Eine schöne Zwergweide für das Alpinum.
Salix integra 'Hakuro Nishiki' - Japanische Weide
Ein schwach wachsender, nicht sehr hoher Strauch mit meist gegenständigen, dünnen, schmal verlängerten Blättern, die eine graugrüne Grundfarbe haben, aber dicht mit weißen oder rosafarbenen Punkten und Flecken bedeckt sind. Es ist eine Weide für Liebhaber buntlaubiger Formen. Sie wird häufig auf einen Stamm veredelt und sollte regelmäßig zurückgeschnitten werden, da die Blätter an langen Trieben besonders schön gefärbt sind.
Salix lanata - Woll-Weide
ist ein niedriger, zwergiger Strauch mit kräftigen, knotigen Ästen, die ebenso wie die Winterknospen mit weißen, wolligen Haaren bewachsen sind. Die Blätter sind elliptisch-rundlich, 3–7 cm lang, steif, in der Jugend auf beiden Seiten dicht mit langen, seidigen Haaren bedeckt, später oberseits matt grün, unterseits eher bläulich. Mit den Blättern erscheinen bis zu 5 cm lange, dicht seidig behaarte Kätzchen. Die Heimat liegt in Nordeuropa und Nordasien. Eine der schönsten Weiden mit großen, grauen Blättern.
Die Wollweide (Salix lanata) hat seidige Kätzchen
Salix magnifica
Bis zu 2 m hoher, wenig verzweigter Strauch mit steifen und dicken, aufrechten, anfangs purpurfarbenen Ästen. Die Blätter sind elliptisch, steif und auffallend groß. Die Blüten erscheinen nach den Blättern im Mai in aufrechten, schlanken, bis zu 15 cm langen Kätzchen. Er stammt aus China. Mit seinen großen Blättern und langen Kätzchen zur Blütezeit ist er eine außergewöhnliche Erscheinung.
Salix matsudana 'Tortuosa'
Im Alter bis zu 10 m hoher Baum mit korkenzieherartig gedrehten, graubraunen Ästen und schmal lanzettlichen, 5–10 cm langen, ebenfalls korkenzieherartig gedrehten Blättern. Eine häufig kultivierte, hoch dekorative Sorte.
Salix pentandra - Lorbeerweide
Schnell wachsende, 2 bis 6 m, stellenweise bis zu 20 m hohe Weide mit glänzenden, bräunlich-grünen Trieben, die an der Ansatzstelle leicht brechen. Die Blätter, beim Austrieb etwas klebrig, sind elliptisch-eiförmig, 5–12 cm lang, oberseits sattgrün und glänzend. Die Blüten erscheinen erst im Mai bis Juni nach den Blättern, die männlichen Kätzchen sind goldgelb und 3–5 cm lang. Ein Pionier- und dekorativer Zierstrauch, heimisch von Europa bis zum Kaukasus.
Salix purpurea - Purpur-Weide
Schnell wachsender Strauch mit vielen Trieben, langen, dünnen, biegsamen Ästchen und einer Belaubung mit mehreren scheinbar gegenständigen Blättern. Die Blätter sind verkehrt-lanzettlich, 5–10 cm lang, oberseits matt grün, im Herbst gelblich. Die Blüten sind in 1,5–3 cm langen, schlanken, meist etwas gebogenen Kätzchen angeordnet; die männlichen Kätzchen sind vor der Blüte rot, später gelb. Eine sehr variable Art, die von Europa bis nach Nordafrika wild wächst und zu den wertvollsten Nutzweiden gehört. Die Sorte ‚Gracilis‘ ist 1–1,5 m hoch und bildet einen dicht verzweigten kugelförmigen Strauch mit kleinen, zarten, bläulich-silbrigen Blättern. Wertvolle Weide für Bienen. Kann im Garten als lebende Hecke gepflanzt werden.
Salix repens - Kriech-Weide
ist ein niederliegend-aufsteigender, langsam wachsender Zwergstrauch mit unter der Erde kriechenden Stämmchen, meist nicht höher als 1 m. Die Blätter sind sehr variabel, oval-lanzettlich, oberseits grau bis matt dunkelgrün, unterseits silbrig, seidenglänzend. Heimisch ist er in Europa und Kleinasien. Eine sehr variable Art, von der einige Sorten vegetativ vermehrt werden: ‚Bergen‘ – breit wachsend und besonders niedrig; ‚Voorthuizen‘ – schwach wachsend, Ästchen am Boden niederliegend, Blätter silbrig behaart.
Salix reticulata - Netz-Weide
langsam wachsender, niederliegender Spalierstrauch; Ästchen und Äste passen sich jeder Bodenbewegung an. An den braunen Ästchen befinden sich auffallend große Winterknospen. Die Blätter sind breit-elliptisch bis breit-verkehrteiförmig, 2–5 cm lang, derb, oberseits sattgrün und auffallend runzelig, unterseits grau-silbrig mit starker netzartiger Nervatur. Die Kätzchen sind 2–3 cm lang, zylindrisch. Heimisch ist er in den Alpen, in Nordasien und im nördlichen arktischen Amerika. Aufgrund seiner eigenartigen Blätter ist er unter den spalierartig wachsenden Weiden vielleicht die dekorativste Art. Er benötigt im Alpinum einen kühlen und schattigen Standort.
Salix retusa - Stumpfblättrige Weide
Stumpfblättrige Weide. Kriechender, reich verzweigter Zwergstrauch, der Teppiche bildet. Sie ist der Netzblättrigen Weide sehr ähnlich, jedoch kleiner. Die Blätter sind an den Spitzen der Zweige gehäuft, verkehrt-eiförmig bis spatelförmig, 8–35 mm lang. Die Blüten in etwa 2 cm langen grünlichen oder gelben Kätzchen blühen von Mai bis Juni. Sie wächst in den europäischen Hochgebirgen auf Kalkstein und Ausgangsgesteinen. Eine wüchsige Zwergweide, die sich gut für Steingärten und Troggärten eignet.
Salix x smithiana - Smiths Weide
Der stark wüchsige, 4–6 m hohe Strauch hat deutlich dicke und steife, aufrecht wachsende Triebe und eiförmig-lanzettliche, 6–12 cm lange Blätter. Die 3–4 cm langen Kätzchen erscheinen vor den Blättern. Sie ist in Europa heimisch. Eine der wichtigsten Weiden für Kätzchen und Bienenweide.
Salix viminalis - Korbweide
Korbweide. Schnell wachsender, 2–10 m hoher großer Strauch oder Baum. Häufig wird sie als Kopfweide kultiviert. Die Blätter sind lineal-lanzettlich, 10–25 cm lang, am Rand leicht eingerollt, oberseits dunkelgrün, unterseits seidig silbergrau. Die Kätzchen erscheinen von März bis April und sind nicht besonders auffällig. Sie ist von Europa bis nach Nordostasien und im Himalaya verbreitet. Eine der wichtigsten Weiden für Korbflechtarbeiten, mit zahlreichen Sorten.
