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Stachelbeeren: pflanzen, schneiden und düngen – Strauch und Hochstamm

Wann pflanzt man Stachelbeeren und wie schneidet man Strauch und Hochstamm? Standort, Pflanztiefe, Düngen, Krankheiten und Rezepte im Überblick.

Die Stachelbeere (Ribes uva-crispa) — ein Beerenobst, das als Strauch und als Hochstamm gezogen wird.

  • Standort: warm und sonnig, nicht in der Nähe einer Weymouths-Kiefer.
  • Boden: humos und tiefgründig, neutral bis schwach sauer.
  • Pflanzabstand: Strauch 2×2 m, Hochstamm 2×1 m mit Pfahl.
  • Pflanzzeit: Strauch besser im Frühjahr, Hochstamm besser im Herbst.

Die Stachelbeere (Ribes uva-crispa) und ihre Früchte

Reife rote Stachelbeeren am Zweig, von der Sonne durchleuchtet

Ursprünglich war die Stachelbeere, botanisch Ribes uva-crispa, ein Wildstrauch mit Dornen und ausschließlich grünen Früchten, der in Wäldern und geschützten Lagen der gemäßigten Zone Europas und Asiens wuchs. Diesen Wildstrauch findet man gelegentlich noch, die meisten Stachelbeeren sind jedoch Zuchtsorten — mit grünen, weißen oder roten Früchten. Auch der Hochstamm ist eine Züchtung.

Stachelbeeren sind sehr gesund: Sie enthalten Vitamin C, B und E sowie Spurenelemente wie Kalium, Phosphor, Kalzium, Magnesium und Eisen. Essen Sie ruhig auch die Schale mit — sie enthält ungesättigte Fettsäuren und tut dem Herzen gut.

Wissenswert: die Heilwirkung der Stachelbeere

Die Stachelbeere gilt als Heilfrucht. Sie eignet sich nicht nur gut für eine kalorienarme Ernährung, sondern wirkt auch entzündungshemmend und soll den Körper der Frau beim prämenstruellen Syndrom beruhigen.

Geschichte des Anbaus: von den Klostergärten zu 722 Sorten

Grüne Stachelbeeren am Strauch, dicht behangener Zweig vor der Ernte

Ob die Stachelbeere schon in der Antike kultiviert wurde, ist unklar. Sicher belegt ist jedoch, dass sie Mönche bereits im 12. Jahrhundert in Klostergärten anbauten.

Verbreitet angebaut wurde sie ab dem 16. Jahrhundert, also zu Beginn der Neuzeit. Im Jahr 1831 waren bereits 722 Stachelbeersorten bekannt — eine beachtliche Zahl.

In Böhmen begann der Anbau im 18. Jahrhundert; im 19. Jahrhundert war die Stachelbeere in fast jedem Garten zu finden. Dort entstand auch die Veredelung von Stachelbeere (und Johannisbeere) auf die Gold-Johannisbeere, die sich anschließend in Deutschland und im übrigen Europa durchsetzte.

Stachelbeeren schneiden: Strauch und Hochstamm

Wie Stachelbeeren gezogen werden, hängt vor allem davon ab, ob Sie einen Strauch oder einen Hochstamm möchten.

Stachelbeerstrauch

Alles beginnt mit dem richtigen Pflanzen — damit beugt man vielen Krankheiten vor. Sträucher setzt man im Abstand von 2×2 Metern, und zwar besser im Frühjahr. Direkt nach dem Pflanzen kürzt man die Triebe auf 1 bis 2 Knospen ein, damit die neuen Triebe kräftig werden. Im Frühjahr darauf bleiben nur etwa 8 der stärksten Triebe stehen, um ein Drittel eingekürzt; alle übrigen (schwache, frostgeschädigte) werden bodennah abgeschnitten. Damit der Strauch locker bleibt und nicht zu Pilzbefall neigt, entfernt man im Sommer alle neuen Jungtriebe. So wird jedes Jahr verfahren; die Ausnahme sind alte Sträucher — 8 bis 12 Jahre —, die man verjüngt, indem man alle alten Äste herausschneidet und die jungen Triebe stehen lässt.

Stachelbeere als Hochstamm

Beim Hochstamm gibt es einige Unterschiede. Er wird besser im Herbst gepflanzt, damit er bis zum Winter einwurzelt. Bei mehreren Bäumchen beträgt der Abstand 2×1 Meter; jedes wird an einen Pfahl gebunden, damit es bei Wind nicht bricht oder umkippt.

Im Frühjahr nach dem Pflanzen kürzt man die Kronentriebe auf 3 Knospen. Eine kräftige, gleichmäßige Krone entsteht, wenn man 6 Hauptäste stehen lässt. Diese werden jedes Jahr um ein Drittel eingekürzt, die Seitentriebe um ein Drittel bis zwei Drittel; Triebe, die die Krone nur verdichten würden, werden ganz entfernt. So wächst eine gleichmäßige, luftige Krone heran, die weniger anfällig für Krankheiten ist.

Beide Formen brauchen einen warmen und sonnigen Standort und vertragen weder Staunässe noch Trockenheit. Sorgfältiges Gießen ist deshalb wichtig. Der Boden sollte humos und tiefgründig sein, neutral bis schwach sauer.

Stachelbeere pflanzen: Pflanzzeit, Standort und Pflanztiefe

Die Pflanzzeit richtet sich nach der Form. Der Strauch wird besser im Frühjahr gesetzt, der Hochstamm dagegen im Herbst, damit er bis zum Winter einwurzelt. Containerware verträgt auch Termine außerhalb dieser Zeiten — dann muss man nur das Gießen im Blick behalten.

  • Wohin: an einen warmen, sonnigen Platz, nicht in eine Frostmulde und nicht in eine staunasse Gartenecke.
  • Abstand: Sträucher 2×2 m, Hochstämme 2×1 m — jedes Bäumchen an einen Pfahl.
  • Boden: humos und tiefgründig, neutral bis schwach sauer.
  • Was zu meiden ist: die Nachbarschaft einer Weymouths-Kiefer — sie ist Zwischenwirt des Säulenrosts.

Wie tief: Das Pflanzloch wird so groß ausgehoben, dass sich die Wurzeln frei ausbreiten lassen. Der Strauch kommt 5 bis 10 cm tiefer in die Erde, als er in der Baumschule stand — aus dem verschütteten Teil treiben neue Ruten und der Strauch schließt sich schneller. Der Hochstamm bleibt auf gleicher Höhe, damit die Veredelungsstelle über der Erde bleibt; direkt nach dem Pflanzen wird er an den Pfahl gebunden. Anschließend die Erde andrücken und durchdringend wässern.

Stachelbeeren düngen: womit und wann

Stachelbeeren reagieren empfindlich auf Stickstoff — einmalige hohe Gaben treiben den Strauch in weichen, dichten Zuwachs, der sich schlechter auslichten lässt. Deshalb lohnt sich ein organischer Dünger, der die Nährstoffe langsam abgibt: DÜNGEE wird im Frühjahr rund um den Strauch in den Boden eingearbeitet; die genaue Dosierung entspricht der anderer Beerensträucher. Genauso werden Johannisbeere, Brombeere, Himbeere und Sanddorn gedüngt.

Krankheiten: Grauschimmel, Säulenrost und Amerikanischer Stachelbeermehltau

Stachelbeeren leiden unter ähnlichen Krankheiten wie Johannisbeeren, dazu kommen einige eigene. Der Grauschimmel wird vom Pilz Botritis cinerea verursacht und lässt Triebe und ganze Sträucher absterben. Im Anfangsstadium erkennt man ihn daran, dass die Blätter braun werden, dann abfallen und die Beeren schrumpfen. Begünstigt wird er durch übermäßige Stickstoffdüngung und zu dichte Sträucher. Vorbeugen lässt sich mit Auslichten von Strauch und Hochstamm, richtiger Düngung und dem sofortigen Entfernen (Verbrennen) befallener Sträucher.

Auch der Säulenrost kann Stachelbeeren befallen. Er führt zu vorzeitigem Blattfall, schlechterer Fruchtqualität und zum Absterben von Trieben und Knospen für das Folgejahr. Vorbeugen heißt: Stachelbeeren nicht in die Nähe einer Weymouths-Kiefer pflanzen.

Amerikanischer Stachelbeermehltau

wird vom Pilz Sphaerotheca mors-uvae verursacht. Er befällt vor allem die Spitzen junger Triebe, die daraufhin verkümmern, sich einrollen und einen weißen Belag tragen. Später sind auch Blätter und Früchte von diesem Belag überzogen und nicht mehr essbar. Vorbeugen lässt sich mit einem hellen Standort, regelmäßigem Auslichten und dem sofortigen Entfernen befallener Triebe.

Schädlinge: Stachelbeerblattlaus und Stachelbeerspanner

Neben Krankheiten hat die Stachelbeere auch ihre Schädlinge. Manche treten ebenso an Johannisbeeren auf, andere haben sich vor allem auf die Stachelbeere „spezialisiert“.

Die Stachelbeerblattlaus (Aphidula grossulariae) befällt, wie der Name sagt, vor allem Stachelbeeren. Sie ist leicht zu erkennen: An den Triebspitzen sitzen Büschel gekräuselter, eingerollter Blätter. Die Weibchen legen ihre Eier unter die Rinde, wo sie überwintern. Im Frühjahr schlüpfen die Larven und saugen an den Trieben. Wer auf chemische Spritzmittel verzichten möchte, setzt am besten auf ihre natürlichen Gegenspieler — Siebenpunkt-Marienkäfer, Florfliegen …

Der Stachelbeerspanner (Abraxas grossulariae) überwintert in Gespinsten an Blättern, auch an abgefallenen. Im Frühjahr klettern die Raupen in die Sträucher und fressen alle weichen Teile; im Extremfall kommt es zum Kahlfraß und die Pflanze geht ein. Am besten beugt man vor, indem man im Herbst das gesamte Falllaub zusammenrecht und verbrennt.

Weitere Schädlinge sind der Johannisbeerglasflügler, die Stachelbeerblattwespe und die Johannisbeergallmilbe. Neben ihren natürlichen Gegenspielern helfen gegen sie Pheromonfallen.

Stachelbeeren verarbeiten: Rezepte für Kompott und Marmelade

Stachelbeer- und Johannisbeermarmelade in Gläsern neben einer Schale frischer Beeren
Stachelbeer- und Johannisbeermarmelade aus frisch geernteten Beeren.

Am besten schmecken Stachelbeeren natürlich frisch. Wer sie für den Winter aufheben will, probiert Kompott oder Marmelade. Auch auf Kuchen machen sie sich gut — dann aber lieber roh, etwa mit Tortenguss überzogen.

Stachelbeerkompott

Für Kompott sammelt man Beeren, die noch nicht ganz reif sind. (Vollreife zerkochen, unreife bleiben hart und sauer.) Am besten eignen sich gelbe oder grüne Stachelbeeren, denn rote verlieren beim Einkochen die Farbe. Die gewaschenen Beeren in saubere Gläser füllen, mit einer Zuckerlösung aus 600 g Zucker auf 1 Liter Wasser übergießen und im Einkochtopf 20 Minuten bei 85 °C einkochen.

Stachelbeermarmelade

Etwa 1 kg Stachelbeeren durch den Fleischwolf drehen, in einen Topf geben, aufkochen und Gelierzucker nach Packungsangabe zugeben. Rund 20 Minuten kochen und dabei den Schaum abschöpfen, damit die Marmelade klar bleibt. Noch heiß in Gläser füllen, kurz auf den Kopf stellen und auskühlen lassen.

Häufige Fragen

Wann pflanzt man Stachelbeeren?

Je nach Form. Der Strauch kommt besser im Frühjahr in die Erde, der Hochstamm besser im Herbst, damit er bis zum Winter einwurzelt. Sträucher pflanzt man im Abstand von 2×2 m, Hochstämme 2×1 m — jeden an einen Pfahl, damit er bei Wind nicht umkippt.

Welcher Standort ist der richtige?

Warm und sonnig, mit humosem, tiefgründigem, neutralem bis schwach saurem Boden. Stachelbeeren vertragen weder Staunässe noch Trockenheit — meiden Sie also staunasse Gartenecken. Pflanzen Sie sie auch nicht neben eine Weymouths-Kiefer, sie ist Zwischenwirt des Säulenrosts.

Wie tief pflanzt man Stachelbeeren?

Der Strauch kommt 5 bis 10 cm tiefer in die Erde, als er in der Baumschule stand — aus dem verschütteten Teil treiben neue Ruten und der Strauch schließt sich schneller. Der Hochstamm bleibt dagegen auf gleicher Höhe, damit die Veredelungsstelle über der Erde bleibt. Das Pflanzloch wird in beiden Fällen so groß ausgehoben, dass sich die Wurzeln frei ausbreiten lassen; danach die Erde andrücken und durchdringend wässern.

Wann und wie schneidet man Stachelbeeren?

Der Hauptschnitt erfolgt im Frühjahr. Beim Strauch kürzt man im ersten Jahr nach dem Pflanzen die Triebe auf 1 bis 2 Knospen; im Frühjahr darauf bleiben etwa 8 der stärksten Triebe um ein Drittel eingekürzt stehen, alle übrigen werden bodennah entfernt. Im Sommer schneidet man neue Jungtriebe heraus, damit der Strauch locker bleibt. Alte Sträucher (8 bis 12 Jahre) verjüngt man, indem alle alten Äste herausgeschnitten werden. Beim Hochstamm bleiben 6 Hauptäste stehen, die jedes Jahr um ein Drittel eingekürzt werden.

Warum verliert die Stachelbeere Blätter und Früchte?

Meist stecken Pilzkrankheiten dahinter. Der Grauschimmel zeigt sich an braun werdenden, abfallenden Blättern und schrumpfenden Beeren; er entsteht bei übermäßiger Stickstoffdüngung und in zu dichten Sträuchern. Vorzeitigen Blattfall und schlechtere Fruchtqualität verursacht auch der Säulenrost. Eine Rolle spielt zudem unregelmäßiges Gießen — Stachelbeeren vertragen weder Staunässe noch Austrocknen.

Womit düngt man Stachelbeeren?

Mit einem organischen Dünger, der die Nährstoffe langsam abgibt und im Frühjahr rund um den Strauch eingearbeitet wird. Einmalige hohe Stickstoffgaben sollte man vermeiden — sie treiben den Strauch in weichen, dichten Zuwachs, der sich schlechter auslichten lässt.

Wie hält man Stachelbeeren für den Winter haltbar?

Am besten als Kompott oder Marmelade. Für Kompott sammelt man unreife Beeren, idealerweise gelbe oder grüne — rote verlieren beim Einkochen die Farbe. Kompott wird 20 Minuten bei 85 °C eingekocht, Marmelade etwa 20 Minuten mit Gelierzucker gekocht.

Was ist der Unterschied zwischen Strauch und Hochstamm?

Der Strauch wächst mit mehreren Ruten aus dem Boden, wird im Frühjahr im Abstand 2×2 m gepflanzt und durch jährlichen Schnitt locker gehalten. Der Hochstamm ist auf einem Stämmchen veredelt (in Böhmen entstand die Veredelung auf die Gold-Johannisbeere), wird im Herbst im Abstand 2×1 m an einen Pfahl gesetzt und bekommt eine Krone aus 6 Hauptästen.

Den Garten mit organischem Dünger düngen.

Düngen im Gewächshaus.

Paprika, Zucchini und Kürbis düngen.

Weitere Beerensträucher für den Garten finden Sie in den Artikeln Johannisbeere, Brombeere, Himbeere, Sanddorn und Gold-Johannisbeere. Anbau und Schnitt fasst der Artikel Sträucher zusammen.