Birke (Betula)
Meistens laubabwerfende Bäume, selten Sträucher, oft mit auffälliger weißer Rinde an den Stämmen
- Standort: sonnig, jeder Gartenboden
- Höhe: je nach Art 1–20 m
- Blütezeit: April–Mai
- Vermehrung: durch Aussaat und Veredelung
Etwa 40 Birkenarten aus der Familie der Birkengewächse (Betulaceae) sind in der gemäßigten Zone Europas, Asiens und Nordamerikas verbreitet. Einige Arten reichen bis in arktische und alpine Zonen. Die meisten Arten bilden Bäume, die sich durch feine Verzweigung, grazilen Wuchs, zartes Frühlingsgrün, herbstliche Gelbfärbung und oft prachtvolles Weiß der Stämme auszeichnen. Die Blätter sind wechselständig, einfach, meist deutlich gesägt und dunkelgrün. Die Blütenkätzchen werden bereits im Herbst angelegt. Die männlichen Kätzchen überwintern nackt, die weiblichen mit dem Schutz von Knospenschuppen. Die männlichen Blütenstände entwickeln sich früh im Frühling zu langen, locker hängenden Kätzchen. Die Frucht ist eine einsamige Nuss mit zwei Flügeln, die zur Reifezeit abfällt.
Birken zählen zu den anspruchslosen Gehölzen. Sie gedeihen auf nahezu jedem Boden, vertragen niedrige Temperaturen und auch rauchige Luft. Als Pionierpflanzen benötigen sie einen vollsonnigen Standort und entfalten ihre volle Schönheit nur im freien Raum. Die meisten Arten gehören eher zu den Park- als zu den Gartenbäumen, da nur in größeren Gärten ausreichend Platz für sie vorhanden ist. Unter Birken, die flach wurzeln und die Bodenfeuchtigkeit erschöpfen, haben Unterwuchspflanzen jeglicher Art kaum eine Chance auf erfolgreiches Wachstum.
Ausgewählte Arten:
Chinesische Birke (Betula albo-sinensis)
Höhe 15–20 m, Krone locker, dekorativ. Blätter eiförmig bis verkehrt-eiförmig, 5–8 cm lang. Die orangefarbene oder rotorangefarbene Rinde schält sich sehr dünn ab. Baum mit markanter Erscheinung, besonders im Winter auffällig.
Erman-Birke (Betula ermanii)
Baum bis 20 m hoch, mit tief angesetzter, breiter und lockerer Krone. Blätter dreieckig-eiförmig, in eine lange Spitze auslaufend, 5–8 cm lang, im Herbst goldgelb. Der Stamm bleibt auch im Alter glatt, die gelblich-weiße Rinde rollt sich an der Oberfläche ein. Eine der schönsten Birken.
Jacquemont-Birke (Betula jacquemontii)
Etwa 15 m hoch, mit lockerer Krone. Blätter eiförmig, 5–7 cm lang, im Herbst goldgelb. Stamm mit glatter, glänzend weißer Rinde, die sich in großen Fetzen ablöst. Wird manchmal als Form von B. utilis angegeben.
Maximowicz-Birke (Betula maximowicziana)
Bis 20 m hoch, mit breiter Krone und kräftigen Ästen. Blätter sehr groß, 8–15 cm lang, lindenähnlich, im Herbst goldgelb. Rinde zunächst orangebraun, später grau bis weißlich mit rosa Schimmer, löst sich dünn ab.
Zwergbirke (Betula nana)
Strauch 0,5–1 m hoch, liegend oder aufsteigend wachsend. Blätter klein, fast rundlich, 0,5–1,5 cm breit, dick, auf der Oberseite glänzend dunkelgrün, ohne besondere Herbstfärbung. Wächst am besten in frischem, humosem Boden. Sie ist eine interessante Pflanze für Moorbeete, Heidegärten und Steinpartien.
Schwarzbirke (Betula nigra)
Der etwa 15 m hohe Baum hat im Alter verhältnismäßig wenige starke Äste, aber viele feine, leicht hängende Zweige. Blätter rautenförmig bis eiförmig, 4–9 cm lang, oberseits glänzend grün, unterseits blaugrün, im Herbst gelb. Der junge Stamm hat eine rötlich-braune bis orangefarbene Rinde, die sich dicht und lockig einrollt, aber nicht abblättert. Am alten Baum ist die Rinde eine grobe, harte und schwarze Borke.
Papierbirke (Betula papyrifera)
Bis zu 20 m hoch, mit einer mächtigen Krone und dicken Trieben. Blätter breit eiförmig, 4–9 cm lang, oberseits matt dunkelgrün, unterseits hellgrün, im Herbst goldgelb. Die Rinde blättert nur am Fuß alter Stämme ab, ansonsten ist sie glatt, weiß und rollt sich in papierartigen Fetzen ein.
Hängebirke (Betula pendula, neu Betula verrucosa – Warzenbirke)
Diese heimische Birke wird 20–30 m hoch. Anfangs hat sie eine schmale und aufrechte Krone, später eine hoch gewölbte mit lang herabhängenden Ästen. Junge Zweige sind dünn und mit weißlichen Warzen besetzt. Blätter rautenförmig bis dreieckig, 2,5–6 cm lang, im Herbst hellgelb. Die Rinde des jungen Baumes ist rötlich-braun (wie bei der Kirsche), später weiß und blättert dünn ab, im Alter bildet sich eine aufgerissene schwarze Borke.
Eine sehr variable Art mit zahlreichen Gartenformen, die für den Garten wertvoller sind als die Ursprungsart:
- ‚Dalecarlica‘ – hoher Baum mit hängenden Ästen und tief gelappten Blättern
- ‚Fastigiata‘ – wächst schwach und steif säulenförmig
- ‚Tristis‘ – hoher Baum mit geradem Mittelstamm und in großen Bögen herabhängenden Ästen
- ‚Youngii‘ – meist als veredelter Hochstamm mit schirmförmiger Krone und sehr dünnen hängenden Zweigen
Mandschurische Birke (Betula platyphylla)
10–20 m hoch, mit einer lockeren Krone. Blätter dreieckig bis eiförmig, 4–8 cm lang, oben sattgrün, unten bläulich. Im Frühling treibt sie 2–3 Wochen früher aus als andere Birken, was sie besonders wertvoll macht. Häufiger wird Betula platyphylla var. japonica mit rein weißer Rinde gepflanzt.
