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Fleischfressende Pflanzen düngen: Pflege und Kultur der Karnivoren

Karnivoren-Arten, Pflege, Substrat und wie man (nicht) düngt

Fleischfressende Pflanze – was ist das

Eine fleischfressende Pflanze ist eine Pflanze, die einen Teil ihrer Nährstoffe durch den Fang von Kleintieren – Mücken, Fliegen oder Einzellern – gewinnt. In der Natur finden wir sie meist dort, wo der Boden nährstoffarm ist, und deshalb hat die Evolution die Pflanzen gezwungen, sich ihre Nahrung anders zu suchen.

Füttern Sie Karnivoren aber auf keinen Fall mit Fleisch!

Es gibt etwa 650 Arten fleischfressender Pflanzen, von denen einige an Land und andere unter Wasser wachsen.

Wissenswertes

Sonnentau – fleischfressende Pflanze mit klebrigen Tropfen auf den Blättern

Karnivoren wachsen auch in Deutschland wild. Sie finden sie etwa in den Mooren der Lüneburger Heide, im Schwarzwald oder im Alpenvorland.

Fleischfressende Pflanzen – Arten auch für Anfänger

Kannenpflanze (Nepenthes) mit Kannen zum Beutefang
Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) mit geöffneten Fallen
Sonnentau (Drosera) – Detail der Blätter mit Tropfen klebrigen Sekrets

Bevor Sie sich Ihre erste fleischfressende Pflanze zulegen, lernen Sie die vorhandenen Arten kennen, um die richtige in Bezug auf Pflege, Fütterung, Düngung usw. auszuwählen. Als fleischfressende Zimmerpflanzen lassen sich kultivieren:

Bromeliengewächse/amerikanische fleischfressende Bromelien: 1. Brocchinia reducta – wächst auf Felsen in Südamerika bis in Höhen von 2500 m ü. NN, braucht einen sonnigen Standort, zu Hause am besten ein Gewächshaus oder eine Vitrine, ist aber auch für Anfänger geeignet; 2. Catopsis berteroniana – stammt aus Mittelamerika, Südflorida und Brasilien, braucht viel Licht und Wärme (22–35 °C), kann epiphytisch am Stamm kultiviert werden; ist auch für Anfänger geeignet.

Cephalotusgewächse: Zwergkrug (Cephalotus follicularis) – ist eine bodenbewohnende, feuchtigkeitsliebende Karnivore, verhältnismäßig klein, ihre Beute fängt sie in rotgrünen, „pantoffelartigen“ Krügchen, sie stammt aus Australien, lässt sich in Fenstervitrinen, aber auch in kühleren Gewächshäusern kultivieren, mag weder zu hohe Temperaturen noch ein dauerhaft vernässtes Substrat; auch für Anfänger geeignet, geht aber manchmal ohne ersichtlichen Grund ein.

Kannenpflanzengewächse: Kannenpflanze – es gibt etwa 100 Arten von Kannenpflanzen, die im tropischen Regenwald wachsen und ein gleichmäßig feuchtes Mikroklima mögen. Sie mögen aber auch Licht, deshalb kultiviert man sie am besten in Vitrinen, Gewächshäusern oder Wintergärten. Sie sind anspruchslos, und die Kultur schafft jeder.

Sonnentaugewächse: 1. Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) – ist die Königin der fleischfressenden Pflanzen, sie stammt aus Nordamerika, ideal für die Kultur ist ein Gewächshaus und im Sommer ein Standort im Freien, in der Winterruhe braucht sie eine Temperatur unter 15 °C; 2. Sonnentau – es gibt viele Arten, einige stammen aus Südamerika, einige aus Afrika, aus Asien und Australien, sie haben unterschiedliche Ansprüche an Boden, Temperatur und Standort; die konkrete Art sollte man mit einem Fachmann abklären und dann dessen Anweisungen befolgen.

Schlauchpflanzengewächse: Schlauchpflanze/Sarracenia – stammt aus Nordamerika, lässt sich in Gewächshäusern, Vitrinen, auf der Fensterbank, aber auch ganzjährig im Moorbeet im Garten kultivieren. Sie liebt viel Licht und braucht keine Beschattung.

Für die Fensterbank eignet sich außer den genannten Arten auch das anspruchslose Fettkraut; den Wassergarten belebt der Wasserschlauch.

Fleischfressende Pflanzen: Kultur und Düngung

Vorab muss man sagen, dass bei fleischfressenden Pflanzen weniger manchmal mehr ist. Das heißt, sie brauchen keine Düngung, und wenn doch, dann wenig, seltener und mit natürlichen Düngern. Das liegt daran, dass fleischfressende Pflanzen seit jeher an nährstoffarme Böden (Sand u. Ä.) gewöhnt sind und gerade deshalb die Fähigkeit entwickelt haben, Kleintiere zu fangen.

Es gibt zwei Wege, Karnivoren zu düngen: mit trockenem Dünger ins Substrat oder mit einer Lösung des Düngers im Wasser aufs Blatt – also mit dem Gießwasser.

Für beide Wege eignet sich hervorragend DÜNGEE, weil er natürlich ist, ohne Zusatzstoffe, und alle wichtigen Nährstoffe enthält.

Im folgenden Text teilen wir die Karnivoren in drei Gruppen ein: a) solche, die eine Düngung ins Substrat brauchen, b) solche, die eine Blattdüngung brauchen, c) solche, die überhaupt keine Düngung brauchen.

Fleischfressende Pflanzen, für die eine Düngung ins Substrat geeignet ist

Byblis – diese Karnivore verträgt eine Düngung mit langsam freisetzendem Dünger ins Substrat.

Kannenpflanzen – der Dünger kann ins Substrat gegeben werden.

Fleischfressende Pflanzen, für die eine Blattdüngung geeignet ist

Zwergkrug (Cephalotus follicularis) – eine Düngung ist möglich, aber nur mit einer 20%igen Düngerlösung aufs Blatt, höchstens 2× im Jahr.

Kalifornische Kobralilie – eine Düngung ist möglich, 2–3× im Jahr mit schwacher Düngerlösung aufs Blatt.

Sonnentau – eine Blattdüngung ist möglich, während der Vegetationszeit, max. 3× im Jahr; überdüngen darf man ihn nicht, sonst wird er anfällig für Pilzkrankheiten.

Schlauchpflanze – empfohlen wird eine Blattdüngung 2–3× im Jahr mit stark verdünntem Dünger.

Fleischfressende Pflanzen, die überhaupt keine Düngung brauchen

Wasserfalle (Aldrovanda vesiculosa) – eine seltene Pflanze, eine Düngung würde ein Faulen der Blätter verursachen.

Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) – bevorzugt die Fütterung.

Taublatt – eine seltene, strauchige Karnivore, eine Düngung wird nicht empfohlen.

Genlisea – eine Düngung wird nicht empfohlen.

Wie pflegt man eine fleischfressende Pflanze: Karnivoren-Pflege Schritt für Schritt

Die Grundpflege fleischfressender Pflanzen richtet sich nach der Art. Allgemein gilt, dass sie ausreichend Licht und Feuchtigkeit – vor allem Luftfeuchtigkeit – haben sollten.

Substrat für fleischfressende Pflanzen

Das Substrat für fleischfressende Pflanzen ist eine Mischung aus Torf und gewaschenem Quarzsand, bei einigen Arten mit einem Anteil Perlit. Kompost gehört nicht hinein — und ebenso wenig Garten- oder Pflanzerde.

Verwenden Sie weder normale Gartenerde noch vorgedüngtes Pflanzsubstrat – beide enthalten für Karnivoren viel zu viele Nährstoffe. Bewährt ist eine Mischung aus Torf und gewaschenem Quarzsand im Verhältnis von etwa 3:1, bei einigen Arten mit einem Anteil Perlit.

Gießen und Besprühen der Karnivoren

Die meisten fleischfressenden Pflanzen freuen sich außerdem über das Besprühen.

Gießen Sie mit weichem Wasser – Regenwasser, destilliertem Wasser oder Wasser aus der Umkehrosmose. Leitungswasser ist für Karnivoren meist zu hart, und die Salze daraus reichern sich im Substrat nach und nach an. Die meisten Arten vertragen es, wenn der Topf dauerhaft in einem Untersetzer mit einigen Zentimetern Wasser steht.

Fütterung fleischfressender Pflanzen

Ein Zufüttern ist meist nicht nötig. Steht die Pflanze draußen, fängt sie sich die nötige Nahrung selbst. Wenn Sie sie zu Hause füttern möchten, versuchen Sie es etwa mit einer kleinen Fliege pro Woche. Überfüttern ist ebenfalls nicht erwünscht, die Pflanze würde die Beute nicht verdauen und könnte faulen.

Einkauf im Katalog

Für Karnivoren genügt wirklich eine kleine Dosis, deshalb eignet sich die kleinste Packung – DÜNGEE 175 g (ca. 500 ml) oder DÜNGEE 455 g (ca. 1,3 L). Die Kultur erleichtert auch der Anstaubewässerungs-Topf Humidarium, der das Substrat dauerhaft feucht hält.

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