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Pfaffenhütchen (Euonymus)

Laubabwerfende und immergrüne Sträucher mit auffälligen Früchten
  • Standort: sonniger bis schattiger Platz mit normaler Gartenerde
  • Höhe: 0,5–4 m
  • Blütezeit: Mai–Juni
  • Vermehrung: durch Aussaat und Stecklinge

Etwa 175 Arten der Gattung Pfaffenhütchen (Euonymus) aus der Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae) sind in Asien, Europa, Amerika und Madagaskar verbreitet. Die Hauptverbreitungsgebiete liegen im Himalaya und in Ostasien.
Pfaffenhütchen (Euonymus)
Pfaffenhütchen (Euonymus)

Neben aufrecht wachsenden Arten sind in der Gattung auch kriechende Arten sowie kletternde Arten mit Haftwurzeln vertreten. Mit Ausnahme des Zwerg-Pfaffenhütchens (Euonymus nana) haben alle Arten gegenständige und ungeteilt Blätter. Die Äste sind vierkantig und tragen manchmal Korkleisten. Die Blüten sind klein, grünlich, unscheinbar und in achselständigen Trugdolden angeordnet. Die Frucht ist eine vier- oder fünffächerige gerippte oder geflügelte Kapsel, die sich durch eine flache Spalte öffnet und weiße oder schwarze Samen in einem orangefarbenen Arillus (fleischige Samenhülle) freigibt.

Pfaffenhütchen sind meist giftige Pflanzen. Ihre Samen, Blätter und Rinde enthalten verschiedene Alkaloide und kardioaktive Glykoside, die Erbrechen, Koliken, Durchfall, Kreislaufstörungen und einen allgemeinen Kollaps verursachen.
Die bei uns kultivierten Pfaffenhütchen werden nicht wegen ihrer Blüten gepflanzt – es sind Sträucher mit dekorativen Früchten, und in einigen Fällen besitzen sie auch eine schöne herbstliche Blattfärbung. Laubabwerfende Arten werden an sonnigen Standorten als Solitär- oder Gruppensträucher verwendet. Die immergrüne Art Kriechspindel (Euonymus fortunei) und ihre zahlreichen Formen eignen sich hervorragend als Bodendecker, auch an schattigen Standorten. Alle immergrünen Arten bilden Sträucher mit einem so lockeren Astwerk, dass ein Auslichtungsschnitt bei ihnen überflüssig ist.

Arten:

Geflügeltes Pfaffenhütchen (Euonymus alata)

Mittelhoher, ausladender Strauch mit dicht geschlossenem Aufbau. Die Äste tragen vier geflügelte, wechselständig angeordnete Korkleisten. Die eiförmig-elliptischen Blätter sind 3–8 cm lang, fein und scharf gesägt, glatt und dunkelgrün. Die gelblich-grünen Blüten, 8–9 mm breit, erscheinen in dreiblütigen Trauben während Mai und Juni. Die Früchte sind purpurfarben, die Samen braun mit orangerotem Arillus. Die Art stammt aus Japan, der Mandschurei und Zentralchina. Sie verträgt auch halbschattige Standorte.

Geflügelter Spindelstrauch (Euonymus alata)

Europäisches Pfaffenhütchen (Euonymus europaea)

Ein großer Strauch mit etwas unregelmäßigem und lockerem Aufbau hat glatte, grüne, undeutlich vierkantige Äste, manchmal mit Korkleisten. Die Blätter sind eiförmig-elliptisch bis länglich, 3–8 cm lang und gesägt. Von Mai bis Juni blüht der Strauch unscheinbar. Die Früchte sind rosa bis karminrot, vierkantig-rundlich, mit weißen Samen in einem orangefarbenen Mantel. Er wird in gemischten Hecken und Deckpflanzungen verwendet. Er ist windresistent und bevorzugt lehmige Böden mit Kalk. Nach dem Austrieb wird er häufig von Raupen des Pfaffenhütchen-Gespinstmottenfalters (Yponomeuta evonymellus), später auch von schwarzen Blattläusen befallen.

Europäisches Pfaffenhütchen (Euonymus europaea)
Kriechspindel (Euonymus fortunei)

Kletterndes Pfaffenhütchen (Euonymus fortunei)

Immergrüner, kletternder Strauch mit Haftwurzeln. Ohne Stütze wächst er kriechend. Die Blätter sind elliptisch bis eiförmig-elliptisch, 2–6 cm lang, dunkelgrün. Die Blüten sind grünlich-weiß in dichten Trauben. Die Früchte sind rundlich, 8 mm breit, weißlich-grün bis rötlich mit weißen Samen in einem orangefarbenen Mantel. Er stammt aus China und Japan. Sehr variabel.

Breitblättriges Pfaffenhütchen (Euonymus latifolia)

Breitblättriges Pfaffenhütchen (Euonymus latifolia)

Bis zu 5 m hoher, aufrecht wachsender Strauch. Blätter länglich-eiförmig bis verkehrt-eiförmig, elliptisch, 6–12 cm. Blüten gelblich-weiß, Früchte fünfflügelig, karminrot, etwa 2 cm breit, in einer Anzahl von 7–15. Samen weiß mit orangefarbenem Mantel. Stammt aus Europa, Kleinasien, dem Kaukasus und Nordwestafrika. Verträgt auch Schatten, bevorzugt frische Böden.

Flaches Pfaffenhütchen (Euonymus planipes)

Bis zu 5 m hoher, lockerer und langsam wachsender Strauch. Große Winterknospen, Blätter eiförmig bis eiförmig-lanzettlich, 5–12 cm. Blüten gelblich-grün, Früchte fünfkantig, schwach geflügelt, karminrot, Samen weiß mit orangefarbenem Mantel. Stammt aus der Mandschurei, Sachalin und Japan.

Flachfrüchtiger Spindelstrauch (Euonymus planipes)

Korkspindelstrauch (Euonymus phellomana)

Bis zu 3 m hoher Strauch, Äste grün, vierkantig mit sehr breiten Korkleisten. Blätter länglich-eiförmig, 6–10 cm, runzelig, stumpf grün. Blüten gelblich in Trugdolden. Früchte rosa, vierkantig, mit schwarzbraunen Samen und rotem Samenmantel. Stammt aus der Mandschurei.

Korkspindel (Euonymus phellomana)

Übersicht der Gartensorten des Spindelstrauchs

Sorte Blätter Wuchs
‚Dart’s Blanket‘ im Herbst bronzefarben auf der Oberseite, purpurrot auf der Unterseite niederliegend aufsteigend, 50 cm, hervorragende Bodendeckung
‚Dart’s Cardinal‘ frisch grün 1 m hoch und breit, sehr fruchtbar
‚Emerald Gaiety‘ graugrün mit schmalem weißem Rand breit aufrecht, etwa 1,25 m hoch
‚Emerald and Gold‘ klein, am Rand hellgelb, im Winter rötlich zunächst kriechend, dann aufrecht bis 1 m
‚Minimus‘ klein, rundlich, etwa 15 mm mattenartig, 15 cm hoch
‚Silver Queen‘ groß, mit breiter weißer Umrandung wächst kräftig, stark verzweigt
‚Sunshine‘ recht groß, graugrün, mit goldgelbem Rand breit aufrecht, stärker wachsend als ‚Emerald and Gold‘
‚Sunspot‘ klein, dunkelgrün, mit auffälligem gelbem Fleck in der Mitte niederliegend aufsteigend
‚Variegatus‘ (= ‚Gracilis‘) beim Austrieb mattgelb, später mit weißem Rand, im Winter purpurfarben oder gefleckt breit aufrecht bis kriechend, 40 cm, häufig kletternd
‚Vegetus‘ rundlich, fest, lederartig, dick, dunkelgrün, glänzend aufrecht und breit, häufig kletternd, sehr fruchtbar