Karotte (Daucus carota ssp. sativus)
Tiefgründiger, steinfreier Boden ohne frischen Mist — sonst verzweigt sich die Wurzel und wächst krumm.

Wurzelgemüse, das ganzjährig frisch im Handel erhältlich ist – mit großer Sortenvielfalt und hohem gesundheitlichem Wert.
- Standort: mäßig warmes Klima, tiefgründige Böden mit guter Wasserversorgung
- Pflanzabstand: 20–30 × 2–5 cm
- Aussaat: März–Juni
- Erntezeit: ab Juni
Die Möhre gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist als Wildpflanze in ganz Europa und Asien verbreitet. Die heutigen Kulturmöhren mit ihrer orangefarbenen Wurzel entstanden durch Kreuzung der Wilden Möhre (Daucus carota ssp. carota) mit der mediterranen Riesenmöhre (Daucus carota ssp. maxima). Die orange Farbe verdankt die Möhre dem natürlichen Farbstoff Carotin, dessen Gehalt in der Wurzel von Sorte und Witterung abhängt. Carotin ist eine Vorstufe (Provitamin) von Vitamin A und wirkt nur in Verbindung mit Fett – deshalb empfiehlt sich die Zubereitung mit Öl oder Sahne. Traditionell wurde der Möhre außerdem eine wohltuende Wirkung bei Durchfall nachgesagt.
Standort und Aussaat
Am besten gedeihen Möhren auf tiefgründigen, lockeren und humosen Böden. Ein Anbau auf frisch gekalkten Böden ist nicht zu empfehlen. In schweren und steinigen Böden wachsen „beinige“, also verzweigte Möhren. Möhrensamen keimen schon bei niedrigen Temperaturen, die erste Aussaat im März ist möglich, sobald sich der Boden bearbeiten lässt. Gesät wird mehrmals bis in den Juni hinein, etwa 2 cm tief und in Reihen mit 20–30 cm Abstand. Frühe Möhren werden enger gesät als späte Sorten.
Pflege während des Wachstums
Zu dichte Bestände werden auf 2–5 cm vereinzelt. Bei Trockenheit und in nassen Böden läuft die Saat schlechter auf. Möhren wachsen anfangs langsam, deshalb ist vor allem in den ersten Wochen eine gründliche Unkrautbekämpfung wichtig. Das Grünwerden der Wurzelköpfe lässt sich durch leichtes Anhäufeln beim Hacken verhindern. Aufplatzende Möhren sind die Folge starker Schwankungen der Bodenfeuchte. Frühe, im März gesäte Sorten lassen sich bereits ab Juni ernten; späte Lagermöhren werden erst im Herbst geerntet.
Krankheiten und Schädlinge
Ein gefährlicher Schädling ist die Möhrenfliege, deren Nachwuchs Fraßgänge in die Wurzeln bohrt. In offenen, luftigen Lagen sind die Bestände weniger gefährdet. Ein weiterer Schädling ist der Möhrenblattfloh. Durch eine konsequente Fruchtfolge lässt sich einem Befall mit Nematoden sowie Pilzkrankheiten wie der Schwarzfäule der Möhre vorbeugen.
Möhrensorten
Frühe Sorten mit runden Möhren:

- Pariser Markt – Parabell,
- Pariser Markt – Karussell,
- Kundulus,
- Konfrix,
- Rubin,
- Parmex und Planet.
Frühe Sorten mit mittelgroßen Möhren:

- Amsterdamer Treib mit Selektionen wie Amdura,
- Caramba,
- Douceur,
- Sweetheart,
- sowie Mokum und Suko.
Halbfrühe Sorten:

- Nantaise mit Selektionen wie
- Decora,
- Express,
- Hilmar,
- Tip Top,
- Topfix,
- Topscore,
- Monanta
Späte Sorten:

- Bauers Kieler Rote,
- Lange Rote Stumpfe ohne Herz (auch bekannt unter den Namen Berlikumer, Feonia und De Frise) mit den Selektionen
- Banta,
- Zino,
- Hit,
- Oranza
Möhren richtig lagern
Damit Ihre Möhren möglichst lange frisch bleiben, müssen sie richtig gelagert werden. Wie lagert man Möhren am besten? Schauen wir es uns gemeinsam an.
1. Einlagern lassen sich nur späte und halbspäte Möhren, also die, die im Laufe des Aprils ins Beet gesät werden. Bundmöhren werden nicht eingelagert, sie sind für den direkten Verzehr und die sofortige Verarbeitung bestimmt.
2. Zur Einlagerung bestimmte Möhren ernten wir am besten im September oder Oktober, möglichst spät, aber immer vor den ersten Frösten.
3. Eine zur Ernte „reife“ Möhre erkennt man daran, dass sie welkes Kraut hat.
4. Möhren ernten wir mit dem Spaten oder der Grabegabel, die wir etwas abseits der Möhre einstechen, um sie nicht zu beschädigen. Wir lockern den Boden nur auf und heben die Möhre heraus. In sandigen Böden genügt es manchmal, sie herauszuziehen. Geht das nicht leicht, hilft man besser mit der Gabel nach, damit die Wurzel nicht abreißt – sie ließe sich sonst nicht mehr lagern.
5. Möhren werden nach der Ernte nicht gewaschen, sondern nur grob gereinigt. Gewaschen wird immer erst kurz vor der Verwendung.
6. Möhren lagern wir entweder in Kisten (luftdurchlässig) im Keller, kleinere Mengen können wir im Kühlschrank aufbewahren.
Wer ein Gewächshaus hat, legt für Möhren (und anderes Wurzelgemüse) eine sogenannte Erdmiete an – im Gewächshaus wird eine Grube ausgehoben, die geernteten Möhren werden mit der Wurzel nach unten hineingestellt, mit Erde bedeckt und zum Beispiel mit Reisig abgedeckt.
So bleiben sie den ganzen Winter über im Gewächshaus und schmecken wie frisch geerntet.
Verwendung von Möhren in der Küche

- Möhren mit Apfel – ein Snack für Kinder und Erwachsene: Möhren fein reiben, den Apfel grob raspeln, vermischen und nach Belieben mit Honig süßen. Als Hausmittel bei Halskratzen rührt man statt Honig einen Teelöffel Olivenöl unter.
- Gedünstete Möhren – eine sehr passende Beilage, etwa zu Brathähnchen. 4 Möhren schaben, grob raspeln, Butter in der Pfanne erhitzen und die Möhren zugedeckt etwa eine halbe Stunde dünsten. Erst zum Schluss abschmecken – mit einem Löffel Zucker und einer Prise Salz.
- Fleisch mit Möhren – wir nehmen Schweinefleisch (1/2 kg), außerdem 2 Zwiebeln, 1/2 kg Möhren, Butter, Salz, Pfeffer sowie Butter und Weizenmehl für eine helle Mehlschwitze. Die Zwiebeln schälen, fein hacken und in Butter anschwitzen. Das gewürfelte Fleisch zugeben, salzen, pfeffern und weich dünsten. Anschließend die in Scheiben geschnittenen Möhren zugeben und mitdünsten, bis sie weich sind. Auf einer zweiten Platte aus Butter und Mehl eine helle Mehlschwitze zubereiten, unter das Gericht rühren und kurz aufkochen lassen. Dazu passen gekochte Kartoffeln.
