Wicke (Vicia)
Ein Hülsenfrüchtler, der Stickstoff bindet und den Boden bereichert
Wicke – eine bedeutende Pflanze für Ernährung und Natur

Die Wicke (Vicia) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) mit mehr als 150 Arten. Diese Pflanze ist bekannt für ihre Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft zu binden und damit den Boden zu bereichern. Die Wicke spielt außerdem eine wichtige Rolle in der menschlichen Ernährung und im ökologischen Landbau.
Die Wicke ist ein einjähriges oder ausdauerndes Kraut mit kriechenden oder aufrechten Stängeln und gefiederten Blättern, die in einer Ranke enden. Die Blüten sind typischerweise violett, rosa oder weiß und stehen in einem traubigen Blütenstand. Die Früchte sind flache, manchmal filzig behaarte Hülsen mit Samen. Nicht zu verwechseln ist die Gattung mit der Duftwicke (Lathyrus odoratus), die trotz ihres Namens zu den Platterbsen gehört.
Die Wicke gilt aus mehreren Gründen als wertvolle Kulturpflanze für Landwirtschaft und Ernährung. Einer davon ist ihre Fähigkeit zur Stickstofffixierung. An den Wurzeln der Wicke leben symbiotische Knöllchenbakterien der Gattung Rhizobium, die Luftstickstoff binden und in eine für die Pflanze verfügbare Form umwandeln. Dadurch sinkt deutlich der Bedarf an Stickstoffdüngung und die Fruchtbarkeit des Bodens steigt. Die Wicke wird häufig als Gründüngung angebaut: Der aufgewachsene Bestand wird in den Boden eingearbeitet und dient dort als organischer Dünger.
Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet der Wicke ist die menschliche Ernährung. Die Samen der Wicke sind reich an Eiweiß, Ballaststoffen, Mineralstoffen (wie Eisen, Kalzium und Kalium) und Vitaminen (vor allem Vitamin C). Häufig wird die Wicke in Form von Keimlingen verzehrt, die viele Nährstoffe enthalten und sich für Salate, Sandwiches und andere Gerichte eignen. Die Samen der Wicke dienen außerdem als Futter für Nutztiere.
Luftstickstoff binden auch andere Pflanzen aus der Familie der Hülsenfrüchtler — Klee, Lupinen, Erbsen, Ackerbohne oder Soja.
Wicke anbauen: Aussaat, Saatgut und Gründüngung

Die Wicke wird aus mehreren Gründen angebaut – als Kulturpflanze, als Gründüngung oder als Viehfutter. Beim Anbau der Wicke sind einige Punkte zu beachten:
Sortenwahl: Es gibt zahlreiche Wickensorten, die sich in Eigenschaften wie Krankheitsresistenz, Standortansprüchen und Ertrag unterscheiden. Wählen Sie eine Sorte, die zu den Anbaubedingungen in Ihrer Region passt.
Bodenvorbereitung: Vor der Aussaat der Wicke ist es wichtig, den Boden vorzubereiten. Er sollte möglichst unkrautfrei und locker sein, damit Luft und Wasser besser eindringen. Ist der Boden nährstoffarm, kann es sinnvoll sein, organischen Dünger oder stickstoffreiche Dünger zu ergänzen.
Aussaat: Die Wicke wird je nach Klima und Sorte üblicherweise im Frühjahr oder im Herbst ausgesät. Die Samen kommen etwa 2 bis 3 cm tief in den Boden, der Reihenabstand sollte bei 20 bis 30 cm liegen, damit die Pflanzen genug Platz zum Wachsen haben.
Gießen: Beim Anbau der Wicke ist ausreichendes Gießen wichtig, vor allem in Trockenperioden. Die Pflanzen sollten genug Wasser bekommen, um gut zu wachsen und sich richtig zu entwickeln.
Pflanzenschutz: Wicken können für verschiedene Krankheiten und Schädlinge anfällig sein. Beobachten Sie die Bestände und ergreifen Sie vorbeugende Maßnahmen; bei Bedarf können geeignete Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Ernte: Die Ernte der Wicke richtet sich nach dem Verwendungszweck. Wird sie als Gründüngung angebaut, werden die Pflanzen meist vor der Blüte gemäht oder in den Boden eingearbeitet. Als Kultur- oder Futterpflanze wird geerntet, sobald die Samen reif sind und sich die Hülsen zu öffnen beginnen.
Als Gründüngung wird die Wicke am häufigsten in Mischung mit einem Getreide ausgesät, typischerweise mit Hafer. Aus demselben Grund werden im Herbst auch andere schnell wachsende Zwischenfrüchte gesät, zum Beispiel Senf.
Vogelwicke (Vicia cracca): Familie und Verwendung

Die Vogelwicke (Vicia cracca) ist eine Art aus der Gattung Wicke (Vicia) und der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas verbreitet. Die Vogelwicke ist ein ausdauerndes Kraut mit kriechenden oder kletternden Stängeln und gefiederten Blättern.
Die Vogelwicke ist eine bei Vögeln beliebte Pflanze, worauf ihr Name zurückgeht. Ihre Blüten sind auffällig violett oder rosa und stehen in dichten, traubigen Blütenständen. Sie werden rege von Bestäubern wie Bienen und Schmetterlingen besucht, die zur Vermehrung der Pflanze beitragen.
Die Vogelwicke hat außerdem eine wichtige ökologische Rolle. Sie ist ein wertvolles Grünfutter für Nutztiere, vor allem für Rinder und Schafe. Blätter und Stängel der Vogelwicke sind nährstoffreich und werden für ihren Futterwert geschätzt. Die Pflanze wächst rasch und kommt auf Weiden und Wiesen häufig vor.
Darüber hinaus ist die Vogelwicke wegen ihrer Fähigkeit zur Stickstofffixierung wertvoll. Wie die übrigen Arten der Gattung Wicke (Vicia) lebt sie in Symbiose mit Knöllchenbakterien der Gattung Rhizobium, die Luftstickstoff binden und in eine für die Pflanze verfügbare Form umwandeln. Auf diese Weise trägt die Vogelwicke zur Anreicherung des Bodens mit Stickstoff bei und verbessert seine Fruchtbarkeit.
Die Vogelwicke ist auch bei Gärtnern und in der Landschaftsgestaltung beliebt. Ihre kriechenden Stängel und Blüten tragen zu einem dichten Bewuchs bei und sehen ansprechend aus. Zudem kann die Vogelwicke mit Unkraut konkurrieren und hilft, dessen Wachstum zu unterdrücken.
Angesichts ihrer ökologischen Bedeutung und ihres Werts als Futter- und Landschaftspflanze verdient die Vogelwicke mehr Beachtung. Sie ist eine Pflanze, die Vorteile bringt – nicht nur für Natur und Umwelt, sondern auch für Landwirtschaft und Garten.
Saatwicke (Vicia sativa): Verwendung und Familie der Hülsenfrüchtler

Die Saatwicke (Vicia sativa) ist eine Art aus der Gattung Wicke (Vicia) und der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Es handelt sich um ein ein- bis zweijähriges Kraut, das als wertvolle Kulturpflanze wegen seines Nährwerts und seiner Fähigkeit zur Stickstofffixierung angebaut wird.
Die Saatwicke ist weltweit verbreitet und bekannt für ihre kriechenden oder aufrechten Stängel und ihre gefiederten Blätter. Die Blüten der Saatwicke sind violett, rosa oder weiß und stehen in dichten, traubigen Blütenständen. Die Früchte sind Hülsen mit Samen von beachtlichem Nährwert.
Die Saatwicke wird als wertvolle Kulturpflanze angebaut – für die menschliche Ernährung, als Futter für Nutztiere und als Gründüngung. Die Samen der Saatwicke sind reich an Eiweiß, Ballaststoffen, Mineralstoffen (wie Eisen, Kalzium und Kalium) und Vitaminen (vor allem Vitamin C). Sie eignen sich für den menschlichen Verzehr und werden häufig in Salaten, Suppen, Breien und anderen Gerichten verwendet. Die Samen der Saatwicke dienen außerdem als Futter für Rinder, Schweine und Geflügel, weil sie eine ausgewogene Ernährung liefern.
Die Saatwicke ist damit eine bedeutende Kulturpflanze mit vielen Vorteilen für die menschliche Ernährung, die Tierfütterung und eine nachhaltige Landwirtschaft. Ihre Fähigkeit zur Stickstofffixierung und ihr Nährwert machen sie zu einem wichtigen Bestandteil des Pflanzenbaus und einer nachhaltigen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen.
Zaunwicke (Vicia sepium): Familie und Verwendung

Die Zaunwicke (Vicia sepium) ist eine Art aus der Gattung Wicke (Vicia) und der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Es handelt sich um ein ausdauerndes Kraut mit kriechenden oder kletternden Stängeln und gefiederten Blättern. Die Art ist in feuchteren Lagen Europas und Asiens weit verbreitet.
Die Zaunwicke wächst bevorzugt an Zäunen, Hecken und Wegrändern – daher ihr Name. Ihre kriechenden Stängel breiten sich rasch aus und bilden dichte Bestände, die Deckung und Schutz bieten. So wächst sie oft als Teil einer lebenden Hecke, die Grundstücke begrenzt und Flächen voneinander trennt.
Auch ökologisch ist die Zaunwicke bedeutsam. Sie ist ein wertvolles Grünfutter für Vieh und Wild, denn ihre Blätter sind nährstoffreich. Die Pflanze wächst rasch und liefert eine reichliche Nahrungsquelle auf Weiden.
Die Zaunwicke ist außerdem attraktiv für Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge, denn ihre Blüten sind auffällig violett bis rosa. Sie stehen in traubigen Blütenständen und liefern diesen Bestäubern Nektar und Pollen. Damit trägt sie zur Förderung der Artenvielfalt und zum Erhalt der natürlichen Umwelt bei.
Zottelwicke (Vicia villosa): Saatgut und Gründüngung

Die Zottelwicke (Vicia villosa) gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie ist ein ausdauerndes Kraut, das in Mittel- und Osteuropa häufig vorkommt. Die Zottelwicke ist bekannt für ihre Fähigkeit, Luftstickstoff zu binden und so die Bodenqualität zu verbessern.
Diese Pflanze hat verhältnismäßig lange, kletternde Stängel, die 1 bis 2 Meter lang werden können. Die Blätter bestehen aus vielen paarigen Fiederblättchen und sind behaart – daher auch ihr Name „Zottelwicke“. Die Blüten sind klein, purpurblau und in Trauben angeordnet. Die Früchte sind Hülsen mit Samen.
Die Zottelwicke wird häufig in Fruchtfolgen als Teil des Fruchtwechsels eingesetzt, um die Bodenstruktur zu verbessern und den Bedarf an Stickstoffdüngern zu senken.
Die Zottelwicke eignet sich auch für die Beweidung durch Rinder, denn sie enthält wertvolles Eiweiß und weitere Nährstoffe. Sie ist eine Pflanze, die ungünstige Bedingungen gut verträgt – etwa trockenes und kaltes Wetter.
Das Saatgut der Zottelwicke wird deshalb im Spätsommer als winterharte Gründüngung ausgesät — der Bestand überwintert und wird im Frühjahr in den Boden eingearbeitet.
Schmalblättrige Wicke (Vicia angustifolia)
Die Schmalblättrige Wicke (Vicia angustifolia) ist eine weitere Art aus der Gattung Wicke (Vicia) und der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie ist ein ein- oder zweijähriges Kraut und kommt in Europa, Asien und Nordamerika vor.
Die Schmalblättrige Wicke hat dünne, schmale Blättchen, die sie von anderen Wickenarten unterscheiden. Die Stängel sind aufrecht und werden bis zu 60 Zentimeter hoch. Die Blüten sind violett oder blau und stehen in Trauben an den Stängelenden. Die Früchte sind Hülsen mit Samen.
Auch diese Art wird wegen ihrer Fähigkeit zur Stickstofffixierung genutzt. Wie die Zottelwicke kann die Schmalblättrige Wicke Luftstickstoff binden und in eine Form umwandeln, die andere Pflanzen nutzen können. Das verbessert die Stickstoffversorgung des Bodens und erhöht seine Fruchtbarkeit.

Die Schmalblättrige Wicke wird oft als Teil von Fruchtfolgen angebaut, vor allem in Mischungen mit anderen Kulturen. Als Gründüngung eignet sie sich gut, weil sie die Bodenstruktur verbessern, Erosion mindern und den Boden mit Stickstoff anreichern kann.
Die Schmalblättrige Wicke gilt außerdem als gute Futterquelle für Rinder, Schafe und andere Nutztiere. Sie ist reich an Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen und trägt so zu einer ausgewogenen Tierernährung bei.
Häufige Fragen zur Wicke
Was ist eine Wicke?
Die Wicke (Vicia) ist eine Gattung ein- und mehrjähriger Kräuter aus der Familie der Hülsenfrüchtler mit über 150 Arten. Kennzeichnend sind gefiederte Blätter, violette bis weiße Blüten in traubigen Blütenständen und flache Hülsen. Gemeinsam mit Knöllchenbakterien der Gattung Rhizobium bindet sie Luftstickstoff und wird deshalb als Gründüngung und als Futterpflanze angebaut.
Wofür wird die Saatwicke verwendet?
Die Saatwicke (Vicia sativa) hat drei Hauptverwendungen: Gründüngung, Futter für Nutztiere und menschliche Ernährung. Ihre Samen enthalten Eiweiß, Ballaststoffe, Eisen, Kalzium, Kalium und Vitamin C; die Keimlinge kommen in Salate und Sandwiches.
Welche Wickenarten wachsen bei uns?
Am häufigsten sind Vogelwicke (Vicia cracca), Saatwicke (Vicia sativa), Zaunwicke (Vicia sepium), Zottelwicke (Vicia villosa) und Schmalblättrige Wicke (Vicia angustifolia). Sie unterscheiden sich in Lebensdauer, Wuchshöhe und Blütenfarbe, binden aber alle Luftstickstoff.
Warum reichert die Wicke den Boden mit Stickstoff an?
An den Wurzeln der Wicke leben in Symbiose Knöllchenbakterien der Gattung Rhizobium. Sie binden Luftstickstoff und wandeln ihn in eine für die Pflanze verfügbare Form um. Wird der Bestand vor der Blüte in den Boden eingearbeitet, bleibt der Stickstoff dort für die Folgekultur erhalten.
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