Kapuzinerkresse (Tropaeolum): Aussaat, Standort und Pflege im Balkonkasten und im Beet
Schnell wachsende Einjährige mit essbaren Blüten. Wann man sie aussät, wie lange sie keimt und warum ihr in nährstoffreicher Erde die Blüten fehlen.
Schnell wachsende Einjährige mit auffälligen Blüten und schildförmigen Blättern. Sie passt ins Beet, in den Balkonkasten und ebenso als Bodendecker oder hängende Pflanze.
- Standort: sonnig, geschützt, lockerer und durchlässiger Boden
- Höhe: 20–300 cm je nach Art
- Blütezeit: Juni–Oktober
- Vermehrung: durch Aussaat
- Verwendung: Balkonkästen, Beete, Mauerkronen, Bodendecker, Hängeformen, essbare Dekoration
Die Gattung Tropaeolum umfasst rund 80 Arten, die aus Südamerika stammen. Im Garten wird sie bei uns meist als anspruchslose Einjährige mit dekorativen Blüten und dichtem Laub gezogen. Sie findet auch in der Naturheilkunde und in der Küche Verwendung. Blätter, Blüten und Samen sind essbar.
Kapuzinerkresse pflegen: Standort, Boden und Gießen
Die Kapuzinerkresse wächst am besten an einem sonnigen Platz in lockerer, eher magerer Erde. In einem zu nährstoffreichen Boden bildet sie viele Blätter, aber wenige Blüten. Sie braucht keine Düngung, ein gelegentliches Gießen in trockenen Phasen genügt. Staunässe verträgt sie nicht – vor allem im Gefäß muss das Wasser ablaufen können.
Ausgesät wird direkt am Standort von Ende April bis Mai, sobald keine Fröste mehr drohen. Die Samen kommen etwa 2 cm tief in die Erde, keimen rasch, und die jungen Pflanzen füllen den Platz schnell aus.
Im Beet ist die Kapuzinerkresse damit eine der wenigen Pflanzen, die man besser hungern lässt. Ein Beet, auf dem im Vorjahr Gemüse stand, reicht ihr in der Regel reichlich. Wenn Sie sie aber in einen Balkonkasten oder in ein Gefäß pflanzen, gilt das nur zum Teil — siehe Kapitel unten.
Wann Kapuzinerkresse aussäen und wie lange sie keimt
Bei uns wird die Kapuzinerkresse als Einjährige gezogen und ausschließlich über Samen vermehrt. Die Samen sind groß, runzelig und auch für Kinder leicht zu handhaben — sie ist eine der dankbarsten Pflanzen für die ersten Gartenversuche.
- Direktsaat am Standort: Ende April bis Mitte Mai, nach den letzten Frösten. Die Samen kommen 2 cm tief und 20–30 cm auseinander, bei hängenden Formen ruhig weiter.
- Vorkultur: ab Mitte April in Torftöpfe. Die Kapuzinerkresse verträgt Wurzelschäden schlecht, deshalb wird sie mit dem ganzen Ballen gepflanzt und nicht pikiert.
- Wie lange sie keimt: in der Regel 7 bis 14 Tage bei einer Temperatur um 18–20 °C. Ist der Boden kalt, kann es auch drei Wochen dauern. Ein Einweichen der Samen für 12 Stunden in lauwarmem Wasser beschleunigt die Keimung.
- Wann sie blüht: die ersten Blüten erscheinen etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat, also ab Juni, und sie blüht bis zu den ersten Frösten im Oktober.
- Samen ernten: reife Samen fallen von selbst zu Boden. Sie müssen sie nur aufsammeln, trocknen lassen und im nächsten Jahr wieder aussäen — Samen bleiben drei bis fünf Jahre keimfähig.
Die Kapuzinerkresse sät sich auch bereitwillig selbst aus. Wo sie einmal gestanden hat, tauchen im nächsten Jahr junge Sämlinge auf.
Kapuzinerkresse im Balkonkasten und im Topf
In den Balkonkasten gehören kompakte oder hängende Sorten, keine stark rankenden Formen — die würden den ganzen Balkon überwachsen. Für einen üblichen Meterkasten genügen drei Pflanzen.
- Gefäß: mindestens 20 cm tief, mit Abzugslöchern und einer Drainageschicht. Stehendes Wasser ist das Einzige, was die Kapuzinerkresse wirklich umbringt.
- Substrat: durchlässig, eher mager. Mischen Sie ruhig normale Blumenerde mit Sand oder Perlit im Verhältnis 3: 1.
- Gießen: im Balkonkasten trocknet das Substrat schnell aus, im Sommer wird deshalb jeden zweiten Tag gegossen, bei Hitze täglich. Anders als im Beet kommt die Pflanze hier leicht in Wassernot.
- Nährstoffe: das ist der einzige Fall, in dem eine Düngung der Kapuzinerkresse sinnvoll ist. Das Substrat im Gefäß ist nach zwei Monaten erschöpft und die Pflanze beginnt zu vergilben. Verwenden Sie aber wirklich nur eine schwache Gabe — zusätzlicher Stickstoff bedeutet Blätter statt Blüten. Die konkreten Mengen finden Sie in der Übersicht Dosierung, die allgemeinen Regeln für Balkon und Beet stehen im Artikel Düngung von Außen- und Zierpflanzen.
- Verblühtes: regelmäßig ausknipsen. Die Pflanze setzt dann keine Samen an und blüht deutlich länger.
Dieselbe Regel — eher weniger als mehr — gilt auch für andere einjährige Balkonblumen wie Studentenblume oder Zinnie. Das Düngersortiment finden Sie im Katalog, die Basis ist ein universeller organischer Dünger.
Ausgewählte Arten und Formen der Kapuzinerkresse: große, kleine und kanarische
Jede dieser Arten lässt sich anders einsetzen. Hängende Formen für Blumenampeln, kriechende zum Begrünen von Böschungen, kompakte für den Fensterkasten.

Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus): rankende und hängende Art
Die am häufigsten gezogene Art, wüchsig, mit bis zu 3 Meter langen Trieben. Blüten in Gelb-, Orange- und Rottönen. Es gibt auch kompakte Sorten für den Balkonkasten.
Die langen Triebe lassen sich an einer Hilfe hochführen, aus dem Fenster hängen oder als bodendeckende Schicht auf die Erde legen. Von selbst klettern kann sie nicht — ihr fehlen Ranken, deshalb muss sie an einer Rankhilfe festgebunden oder durch ein Gitter geleitet werden.

Kleine Kapuzinerkresse (Tropaeolum minus): niedrige Form für den Balkonkasten
Kompakte, niedrigere Formen mit kleineren Blättern, geeignet für Töpfe und niedrige Randpflanzungen. Sie blüht intensiv und lange.
Sie wird oft als „niedrige Kapuzinerkresse“ angeboten und wird etwa 20 bis 30 cm hoch. Genau diese Form ist die beste Wahl für den Fensterkasten, weil sie nicht in die Breite geht und die ganze Saison über ihre Form hält.

Kanarische Kapuzinerkresse (Tropaeolum peregrinum): Kletterpflanze mit gelben Blüten
Kletternde Pflanze mit gelappten Blättern und leuchtend gelben Blüten mit gefransten Kronblättern. Sie braucht eine Kletterhilfe und blüht später als die anderen Arten.
Sie wird in einer Saison über zwei Meter hoch und eignet sich zum Begrünen eines Zauns oder einer Pergola. Sie blüht von August bis zum Frost, säen Sie sie deshalb etwas früher aus als die anderen Arten — am besten als Vorkultur im April.
Von den Gartensorten sind bei uns die gefüllten Serien „Jewel“ und die niedrige „Tom Thumb“ am weitesten verbreitet, bei den hängenden „Trailing Mixed“ für Blumenampeln. Ein Sonderfall ist die Knollige Kapuzinerkresse (Tropaeolum tuberosum), die in den Anden wegen ihrer essbaren Knollen – Mashua – angebaut wird; in Mitteleuropa ist sie eher eine Sammlerrarität.
Warum die Kapuzinerkresse nicht blüht und wie sie zum Blühen kommt
Eine nicht blühende Kapuzinerkresse mit üppigem Laub ist die häufigste Frage, die zu dieser Pflanze gestellt wird. Die Antwort ist fast immer dieselbe: Es geht ihr zu gut.
- Zu nährstoffreicher Boden. Stickstoff setzt die Pflanze in Blätter um. Pflanzen Sie die Kapuzinerkresse nicht in ein frisch gedüngtes Beet und düngen Sie im Balkonkasten nur schwach.
- Zu wenig Sonne. Im Halbschatten wächst sie zwar, blüht aber nur spärlich. Sie braucht mindestens sechs Stunden direkte Sonne am Tag.
- Zu großer Topf. Die Pflanze durchwurzelt erst den ganzen Raum und setzt erst dann Knospen an. Ein kleineres Gefäß beschleunigt die Blüte.
- Nicht ausgeknipstes Verblühtes. Sobald die Pflanze Samen ansetzt, lässt die Blüte nach.
- Zu frühe Aussaat in kalten Boden. Die Samen faulen in der Kälte oder keimen ungleichmäßig, und die Pflanzen laufen der Saison dann hinterher.
Essbare Pflanze und alte Heilpflanze: essbare Blüten, Blätter und Samen
Neben der Zierwirkung findet die Kapuzinerkresse auch in der Küche und in der Kräuterheilkunde Verwendung. Blüten und Blätter schmecken leicht scharf und werden in Salate gegeben oder als Dekoration verwendet. Die Samen lassen sich wie „Kapern“ einlegen. In der Volksheilkunde gilt die Pflanze als antiseptisch und als Stärkung der Abwehrkräfte.
Der scharfe Geschmack stammt von den Senfölen, also aus derselben Stoffgruppe, die auch der Gartenkresse, dem Radieschen oder dem Meerrettich ihre Schärfe gibt. Daher rührt auch die häufige Verwechslung der Namen: Gartenkresse und Kapuzinerkresse sind zwei verschiedene Pflanzen aus verschiedenen Familien, gemeinsam ist ihnen nur der Geschmack.
Wirkung der Kapuzinerkresse: Tee, Tinktur und traditionelle Verwendung
Die Kapuzinerkresse gehört zu den Kräutern, über die in der Volksheilkunde seit Langem geschrieben wird. Hinter ihrer Wirkung stehen Glucosinolate, die sich in der Pflanze in Senföle umwandeln, und ein recht hoher Gehalt an Vitamin C in den frischen Blättern.
- Frische Blätter und Blüten wurden im Frühjahr traditionell als Vitamingemüse gegessen, ähnlich wie Brennnessel oder Bärlauch.
- Der Aufguss (Tee) wird aus einem Löffel gehackter frischer Blätter zubereitet, die mit einer Tasse heißem, nicht kochendem Wasser übergossen werden; er zieht etwa zehn Minuten. Kochendes Wasser zerstört die Senföle, deshalb wird die Kapuzinerkresse nicht gekocht.
- Die Tinktur wird aus dem frischen oberirdischen Teil hergestellt, der mit 40-prozentigem Alkohol im Verhältnis von etwa 1: 5 übergossen wird; die Mazeration dauert drei Wochen an einem dunklen Ort, danach wird abgeseiht.
- Ernte: Blätter und Blüten werden bei sonnigem Wetter von Juni bis September gesammelt, am besten frisch. Beim Trocknen verflüchtigen sich die meisten Senföle, deshalb wird die Kapuzinerkresse vor allem frisch verarbeitet.
Es handelt sich um eine traditionelle Verwendung in der Volksheilkunde, nicht um eine Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden, in der Schwangerschaft und bei kleinen Kindern fragen Sie ärztlichen oder pharmazeutischen Rat. Weitere Kräuter für Küche und Garten finden Sie im Artikel Kräuter, ihre Nährstoffversorgung behandelt Kräuter düngen.
Rezepte mit Kapuzinerkresse: Pesto, Salat und eingelegte Samen
- Kapuzinerkresse-Pesto. Zwei Hände voll Blätter, eine Hand voll Sonnenblumenkerne oder Walnüsse, eine Knoblauchzehe, 50 g Hartkäse, Olivenöl und Salz glatt mixen. Es schmeckt schärfer als das Basilikumpesto und passt zu Nudeln und aufs Brot. Im Kühlschrank hält es etwa eine Woche.
- Eingelegte Samen („Kapern“). Unreife grüne Samen über Nacht salzen, abspülen und mit einem heißen Sud aus weißem Essig, Wasser, Zucker und Gewürzen übergießen. Nach zwei Wochen schmecken sie echten Kapern ähnlich.
- Blütenbutter. Gehackte Kronblätter mit einer Prise Salz in weiche Butter einrühren. Farbig, fein scharf und in fünf Minuten fertig.
- In den Salat. Ganze Blüten kommen erst kurz vor dem Servieren auf den Salat, die Blätter fein geschnitten. Am besten sind junge Blätter, alte sind oft zu scharf.
Sammeln Sie nur Pflanzen, die Sie selbst gezogen und nicht mit Chemie behandelt haben.
Häufige Fragen zur Kapuzinerkresse
Wann pflanzt man Kapuzinerkresse?
Direkt am Standort von Ende April bis Mitte Mai, sobald keine Fröste mehr drohen. Für die Vorkultur in Töpfen ist Mitte April am besten. Eine frühere Aussaat in kalten Boden bringt nichts, die Samen keimen in der Kälte ungleichmäßig.
Wie lange keimt Kapuzinerkresse?
Bei einer Temperatur um 18–20 °C in der Regel 7 bis 14 Tage. In kaltem Boden kann es auch drei Wochen dauern. Ein Einweichen der Samen für 12 Stunden in lauwarmem Wasser beschleunigt die Keimung.
Ist die Kapuzinerkresse mehrjährig oder einjährig?
Bei uns ist sie einjährig — der erste Frost macht ihr zuverlässig ein Ende. In den warmen Gebieten ihrer Heimat ist sie ausdauernd. Sie wird deshalb jedes Jahr neu ausgesät, was sie aber meist selbst erledigt, weil sie sich bereitwillig aussamt.
Warum blüht die Kapuzinerkresse nicht?
Meist deshalb, weil sie in einem zu nährstoffreichen Boden steht — den Stickstoff setzt sie in Blätter statt in Blüten um. Der zweite Grund ist zu wenig Sonne oder ein zu großer Topf. Es helfen eine schwächere Düngung, ein sonniger Standort und das regelmäßige Ausknipsen des Verblühten.
Ist die Kapuzinerkresse essbar?
Ja, essbar sind Blätter, Blüten und unreife Samen. Sie schmecken würzig und leicht scharf nach Senfölen. Die Blüten kommen als Dekoration auf den Salat, die Blätter ins Pesto, und die grünen Samen werden wie Kapern eingelegt.
Muss man Kapuzinerkresse düngen?
Im Beet in der Regel nicht, in magererem Boden blüht sie am besten. Düngen lohnt sich nur im Balkonkasten und im Gefäß, wo das Substrat nach zwei Monaten erschöpft ist — und auch dort nur mit einer schwachen Gabe, weil zu viel Stickstoff Blätter statt Blüten bedeutet.
Wie hoch wird die Kapuzinerkresse?
Je nach Art 20 bis 300 cm. Niedrige kompakte Formen bleiben unter 30 cm, die Große Kapuzinerkresse treibt bis zu drei Meter lange Ranken, und die Kanarische wird über zwei Meter hoch.
