Perückenstrauch (Cotinus coggygria)
Sommergrüner Strauch mit feuriger Herbstfärbung und dekorativer „Perücke“
Perückenstrauch – Steckbrief des Strauchs
Sommergrüner Strauch mit gelbem Holz, lang behaartem Fruchtstand und wunderschöner Herbstfärbung.
Standort:
Sonniger und eher trockener Platz mit normalem Gartenboden.
Höhe:
2–3 m.
Blütezeit:
Juni–Juli.
Vermehrung:
Durch Aussaat und Stecklinge.
Die Gattung Cotinus aus der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae) ist nur mit zwei Arten vertreten, einer in Nordamerika und einer im Gebiet von Südeuropa bis nach Zentralasien.
Im Garten kommt der Perückenstrauch als Solitär ebenso zur Geltung wie als farbiger Akzent in einer gemischten Pflanzung aus Ziersträuchern. Blühende Nachbarn für ihn finden Sie in der Übersicht blühender Sträucher, einen ganzjährig grünen Hintergrund wiederum bei den immergrünen Ziersträuchern.
Arten der Gattung Cotinus
Cotinus obovatus – die nordamerikanische Art

Die nordamerikanische Art Cotinus obovatus wird bei uns nicht kultiviert.
In Gärtnereien taucht aber ihre Kreuzung mit dem Perückenstrauch auf, die Sorte ‚Grace‘, die von beiden Eltern große weinrote Blätter und einen kräftigen Wuchs mitbekommen hat.
Cotinus coggygria – der Perückenstrauch und seine „Perücke“

Cotinus coggygria ist ein stattlicher, breiter Strauch.
Seine Blätter sind wechselständig, lang gestielt, oval bis verkehrt-eiförmig, mehr oder weniger bläulich bereift und im Herbst orange gefärbt. Die kleinen gelblichen Blüten, oft unfruchtbar, stehen in endständigen, 10–20 cm langen Rispen. Der Fruchtstand ist sehr dekorativ. Die grünen oder rötlichen Fruchtstiele sind verlängert und mit langen abstehenden Haaren besetzt. Zusammen mit ihnen bilden die Stiele der unfruchtbaren Blüten einen lange haftenden, haarigen Schmuck – die „Perücke“.
Der Perückenstrauch ist ein dekorativer Strauch, der am besten als Solitär zur Geltung kommt. Er verträgt leichtere Böden, Trockenheit und viel Wärme.
Genau diesem luftigen Schmuck verdankt der Strauch seinen volkstümlichen Namen „Rauchbaum“. Er hält sich von Juli bis in den Herbst an der Pflanze und wirkt im Gegenlicht wie ein Rauchwölkchen.
Sorten des Perückenstrauchs: Royal Purple, Golden Spirit und Young Lady
Cotinus coggygria Royal Purple

ist eine der rotlaubigen Formen, die häufig gepflanzt werden. Ihre Blätter sind während der gesamten Vegetationszeit intensiv schwarzrot.
Damit die Farbe satt bleibt, braucht die Sorte volle Sonne. Im Halbschatten ergrünen die Blätter und der Strauch verliert genau das, wofür er gepflanzt wird.
Weitere Sorten des Perückenstrauchs
| Sorte | Blätter | Wuchs |
|---|---|---|
| ‚Royal Purple‘ | die ganze Saison schwarzrot | 2–3 m |
| ‚Golden Spirit‘ (‚Ancot‘) | gelbgrün, im Herbst orange bis rot | 2–3 m |
| ‚Young Lady‘ | grün, der Strauch blüht schon jung reich | 1,5–2 m |
| ‚Lilla‘ | dunkelrot, Zwergform von Royal Purple | 1–1,5 m |
| ‚Grace‘ (Kreuzung mit C. obovatus) | groß, weinrot | 3–4 m |
Zwergsorten wie ‚Lilla‘ eignen sich auch für einen großen Kübel auf der Terrasse; die wüchsigeren brauchen im Beet mindestens zwei Meter Platz in die Breite.
Perückenstrauch als Hochstamm
Der Perückenstrauch als Hochstamm ist ein gewöhnlicher Strauch, der auf einen geraden Stamm in etwa 80–120 cm Höhe veredelt wurde. Er wächst dann als kleines Bäumchen mit runder Krone und passt in kleinere Gärten, an die Terrasse oder in den Kübel.
Die Pflege ist dieselbe wie bei der Strauchform, nur mit einem Unterschied: Triebe, die am Stamm oder aus der Unterlage unterhalb der Veredelungsstelle austreiben, werden entfernt, sobald sie erscheinen. Sonst überwächst die Unterlage die Krone.
Perückenstrauch: Standort und Pflege
Standort und Boden: wohin mit dem Perückenstrauch
Der Perückenstrauch will volle Sonne und eher trockenen, durchlässigen Boden — was ihm gar nicht bekommt, ist schwere, staunasse Erde. Auch magerer, steiniger Boden und kalkhaltiger Untergrund sagen ihm zu; in nährstoffreicher, gut gewässerter Erde wächst er üppig ins Laub, blüht aber schlechter und die Herbstfärbung fällt schwächer aus.
Gepflanzt wird im Frühjahr wie im Herbst. Der Wurzelballen kommt so tief in die Erde, wie er im Container gestanden hat, und in der ersten Saison wird regelmäßig gegossen, bis der Strauch eingewurzelt ist. Danach kommt er allein zurecht: Trockenheit verträgt er sehr gut.
Perückenstrauch schneiden
Der Perückenstrauch kommt ohne Schnitt aus — er blüht und bildet seinen Fruchtstand am vorjährigen Holz, deshalb bringt ein starker Frühjahrsschnitt den Strauch um die „Perücke“. Wenn es vor allem um die Blüte geht, wird nur leicht geschnitten gleich nach der Blüte: entfernt werden trockene, beschädigte und sich kreuzende Äste.
Wer dagegen möglichst große, farbige Blätter will, kann den Strauch im Frühjahr vor dem Austrieb auf 2–3 Augen zurücknehmen. Er treibt dann mit jungen kräftigen Trieben und deutlich größeren Blättern aus, blüht in diesem Jahr aber nicht. Beides zugleich geht nicht, es ist die Wahl zwischen Perücke und Laub. Allgemeine Grundsätze finden Sie im Artikel über den Schnitt von Sträuchern und Kletterpflanzen.
Düngung und Bewässerung
Der Perückenstrauch gehört zu den anspruchslosen Gehölzen. Ihm genügt reichlich eine Düngergabe im Frühjahr vor dem Austrieb — am besten mit natürlichem organischem Dünger, der die Nährstoffe langsam freisetzt, zum Beispiel mit DÜNGEE, der rund um den Strauch in den Boden eingearbeitet oder als schwacher Auszug zum Gießen verwendet wird.
Ein überdüngter Strauch wächst in weiche lange Triebe, die schlechter bis zum Winter ausreifen, und rotlaubige Sorten verblassen. Gegossen wird nur im ersten Jahr nach der Pflanzung und danach ausschließlich bei langer Trockenheit; staunassen Boden verträgt der Perückenstrauch nicht.
Perückenstrauch vermehren: Aussaat und Stecklinge
Die Stammform vermehrt man durch Aussaat — die Samen brauchen über den Winter Kälte, deshalb sät man sie im Herbst in ein Frühbeet im Freien. Der schnellere Weg sind Grünstecklinge, die im Juni bis Juli von diesjährigen, an der Basis bereits verholzenden Trieben geschnitten werden; sie bewurzeln in feuchtem sandigem Substrat unter Folie.
Sorten wie ‚Royal Purple‘ lassen sich nicht durch Aussaat vermehren — die Sämlinge würden die Blattfarbe nicht erben. Neben Stecklingen ist auch die Vermehrung durch Absenker möglich: Ein unterer Ast wird zum Boden gebogen, festgesteckt und angehäufelt; nach einem Jahr wird der bewurzelte Ableger abgetrennt.
Häufige Fragen: Perückenstrauch
Ist der Perückenstrauch giftig?
Zu den stark giftigen Gehölzen zählt der Perückenstrauch nicht und im Garten ist er verbreitet. Er gehört aber zur Familie der Sumachgewächse, und sein Saft kann bei empfindlicheren Menschen die Haut reizen — beim Schnitt genügt es deshalb, Handschuhe zu tragen. Die Früchte sind nicht zum Verzehr bestimmt.
Wann schneidet man den Perückenstrauch?
Wenn es Ihnen um Blüte und Fruchtstand geht, schneiden Sie nur leicht gleich nach der Blüte, denn der Perückenstrauch blüht am vorjährigen Holz. Der Verjüngungsschnitt auf 2–3 Augen gehört ins Frühjahr vor den Austrieb — der Strauch treibt dann große farbige Blätter, blüht in diesem Jahr aber nicht.
Wie schnell wächst der Perückenstrauch?
Etwa 20–30 cm im Jahr; seine Endhöhe von 2–3 m erreicht er in ungefähr zehn Jahren. Hochstämme und Zwergsorten wachsen langsamer.
Was ist ein Perückenstrauch als Hochstamm?
Das ist ein gewöhnlicher Perückenstrauch, der auf einen geraden Stamm in 80–120 cm Höhe veredelt wurde, sodass er als kleines Bäumchen mit runder Krone wächst. Die Pflege ist dieselbe wie beim Strauch, nur müssen laufend die Triebe entfernt werden, die aus der Unterlage unterhalb der Krone austreiben.
Womit düngt man den Perückenstrauch?
Es genügt eine schwache Düngergabe mit organischem Dünger im Frühjahr vor dem Austrieb. Starke Düngung treibt den Strauch in weiches Wachstum, die Triebe reifen schlechter bis zum Winter aus und rotlaubige Sorten verlieren ihre satte Farbe.
