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Maulbeerbaum anbauen

Ein langlebiger und anspruchsloser Obstbaum. Die Früchte erntet man auf einem Tuch, denn sie fallen von selbst vom Baum.

Welche Maulbeerarten bei uns wachsen

Der Anbau des Maulbeerbaums rückt in den letzten Jahren wieder in den Blick vieler Hobbygärtner. Dieser traditionelle Obstbaum überzeugt nicht nur durch schmackhafte Früchte, sondern auch durch Langlebigkeit und geringen Pflegeaufwand. Bei der richtigen Standortwahl und ein paar Grundregeln wird der Maulbeerbaum zu einer verlässlichen Obstquelle und zu einem markanten Blickfang im Garten.

Der Maulbeerbaum gehört zur Gattung Morus und bei uns wachsen am häufigsten die Weiße Maulbeere (Morus alba) und die Schwarze Maulbeere (Morus nigra). Die Arten unterscheiden sich in Fruchtgeschmack, Wuchs und Wärmebedarf, die Grundsätze für den Maulbeerbaum-Anbau bleiben jedoch sehr ähnlich. 

Rote und schwarze Maulbeeren an einem Zweig mit gesägten Blättern

Eine ausführliche Übersicht der Arten und ihrer Eigenschaften finden Sie im eigenen Artikel über die Maulbeere.

Der Standort als Grundlage für einen erfolgreichen Anbau

Zeichnung von vier Baumformen mit Wurzeln: Busch, Stämmchen, Hochstamm mit Krone und Hängeform

Entscheidend für den erfolgreichen Anbau des Maulbeerbaums ist die Wahl des geeigneten Standorts. Der Maulbeerbaum braucht ausreichend Sonne und Wärme, idealerweise einen geschützten Platz in Süd- oder Südwestlage. Ein sonniger Standort fördert nicht nur das gesunde Wachstum des Baumes, sondern vor allem einen reichen Fruchtansatz und das Ausreifen der Früchte.

An den Boden stellt der Maulbeerbaum keine hohen Ansprüche, am besten gedeiht er jedoch in tiefgründigen, durchlässigen und nährstoffreichen Böden. Schwere, dauerhaft nasse Böden sind ungeeignet, denn sie führen leicht zu Wurzelfäule. Der Boden darf leicht sauer bis neutral sein.

Maulbeerbaum pflanzen Schritt für Schritt

  • Die beste Pflanzzeit für den Maulbeerbaum ist das Frühjahr oder der Herbst, dann hat der Baum genug Zeit zum Einwurzeln.

  • Der Setzling kommt in ein ausreichend großes Pflanzloch, damit sich die Wurzeln frei entwickeln können.

  • Nach dem Pflanzen ist kräftiges Angießen nötig, damit die Wurzeln guten Bodenschluss bekommen.

  • Denken Sie beim Pflanzen an die spätere Größe und die ausladende Krone.

  • Der Baum kann beachtliche Ausmaße erreichen, halten Sie deshalb genügend Abstand zu anderen Gehölzen und zu Gebäuden.

  • In kleineren Gärten lässt sich der Wuchs durch regelmäßigen Schnitt bremsen.

Gießen und Düngen des Maulbeerbaums

Junge Maulbeerbäume brauchen regelmäßige Wassergaben, vor allem in den ersten Jahren nach dem Pflanzen. Sobald der Baum gut eingewurzelt ist, wird er recht trockenheitsverträglich. Länger anhaltende Trockenheit kann trotzdem Größe und Qualität der Früchte beeinträchtigen.

Gedüngt wird vor allem im Frühjahr. Ideal sind organische Dünger — Kompost, gut verrotteter Mist oder der natürliche Dünger DÜNGEE, die die Bodenstruktur verbessern und die Nährstoffe nach und nach freigeben. Bei einem ausgewachsenen Baum streuen Sie die Gabe in einer dünnen Schicht im Bereich der Kronentraufe aus und arbeiten sie leicht ein; wie viel genau, steht in der Dosierungstabelle. Vermeiden Sie beim Maulbeerbaum zu viel Stickstoff, er fördert üppiges Wachstum auf Kosten der Fruchtbildung.

Maulbeerbaum schneiden als wichtiger Teil der Pflege

Der Schnitt des Maulbeerbaums erfolgt in der Regel am Ende des Winters oder früh im Frühjahr. Ziel ist eine luftige Krone, das Entfernen beschädigter und sich kreuzender Äste und die Förderung von fruchttragendem Holz. Der Maulbeerbaum verträgt den Schnitt gut, ein zu radikaler Eingriff kann den Fruchtansatz jedoch vorübergehend verringern.

Ein regelmäßiger Schnitt hält den Baum in guter Verfassung, verlängert seine Lebensdauer und erleichtert die spätere Ernte.

Ernte und Verwendung der Früchte

Die Früchte reifen nach und nach im Lauf des Sommers, meist von Juni bis August. Reife Früchte sind weich, süß und aromatisch. Geerntet wird am besten regelmäßig, damit die Früchte nicht überreif werden und verderben.

Maulbeeren lassen sich frisch essen oder zu Marmelade, Sirup, Saft oder Trockenobst verarbeiten. Dank des hohen Gehalts an Antioxidantien und Vitaminen zählen sie zu den wertvollen Bausteinen einer gesunden Ernährung.

Krankheiten und Schädlinge am Maulbeerbaum

Helle Raupe an einem Maulbeerzweig mit reifenden Früchten

Bei richtiger Pflege gehört der Maulbeerbaum zu den vergleichsweise robusten Obstgehölzen, die selten stark von Krankheiten oder Schädlingen betroffen sind. Trotzdem können Probleme auftreten, vor allem bei ungünstigen Anbaubedingungen oder bei länger anhaltend schlechtem Wetter.

Zu den häufigsten Krankheiten zählen Pilzerkrankungen der Blätter, die sich durch Flecken, Vergilben oder vorzeitigen Blattfall zeigen. Sie treten vor allem bei anhaltender Feuchtigkeit und schlechter Luftbewegung in der Krone auf. Vorbeugend helfen eine luftige Krone, ein regelmäßiger Schnitt und die Wahl eines sonnigen Standorts. Befallene Blätter entfernen Sie am besten und entsorgen sie außerhalb des Gartens.

Braune Blattflecken mit gelbem Hof auf einem Maulbeerblatt

In manchen Fällen zeigt sich auch Mehltau mit einem weißlichen Belag auf Blättern und jungen Trieben. Er tritt häufiger bei dicht gewachsenen Bäumen und schwankenden Temperaturen auf. Eine regelmäßige Kontrolle und rechtzeitiges Eingreifen senken das Risiko einer Ausbreitung deutlich.

An Maulbeerbäumen finden sich vor allem

Blattläuse, die sich an jungen Trieben und Blättern sammeln. Ihr Auftreten kann den Baum schwächen und den Ertrag mindern. Bei schwachem Befall genügt das mechanische Abstreifen oder ein kräftiger Wasserstrahl. In Gärten mit natürlichen Gegenspielern wie Marienkäfern bleibt der Befall meist gering.

Vereinzelt treten auch Raupen oder saugende Schädlinge auf, die die Blätter beschädigen. Eine regelmäßige Kontrolle während der Vegetationszeit ermöglicht das rechtzeitige Erkennen von Problemen und hält den Schaden klein. Insgesamt kommt der Maulbeerbaum ohne intensiven chemischen Pflanzenschutz aus, was ihn auch für naturnahe und ökologisch geführte Gärten empfiehlt.

Häufig gestellte Fragen

Wann trägt ein Maulbeerbaum die ersten Früchte?

Ein veredelter Maulbeerbaum meist drei bis vier Jahre nach dem Pflanzen, ein Sämling erst nach fünf bis acht Jahren. Die ersten Ernten fallen klein aus, der volle Ertrag kommt später.

Wie erntet man Maulbeeren, wenn die Früchte abfallen?

Man legt ein Tuch oder ein Netz unter die Krone und schüttelt die Äste leicht. Reife Früchte fallen von selbst, weil sie sich leicht vom Stiel lösen. Pflücken von Hand lohnt sich nur bei niedrigen Bäumen und bei Buschformen.

Was ist der Unterschied zwischen Weißer und Schwarzer Maulbeere?

Die Weiße Maulbeere (Morus alba) ist frosthärter, wächst schneller und hat süße bis mild süßliche, oft helle Früchte. Die Schwarze Maulbeere (Morus nigra) ist wärmebedürftiger, wächst langsamer und trägt dunkle, ausgeprägt aromatische Früchte mit angenehmer Säure.

Wann schneidet man den Maulbeerbaum?

Am Ende des Winters oder früh im Frühjahr, vor dem Austrieb. Entfernt werden beschädigte und sich kreuzende Äste, die Krone wird ausgelichtet. Einen radikalen Verjüngungsschnitt verträgt der Baum, trägt danach aber ein Jahr weniger.

Färben Maulbeeren ab?

Ja, und zwar kräftig. Heruntergefallene Früchte hinterlassen dunkle Flecken auf Pflaster, Terrasse und Kleidung. Pflanzen Sie den Maulbeerbaum deshalb nicht über befestigten Flächen oder über einem Stellplatz.

Wie groß wird ein Maulbeerbaum?

Unbeschnitten erreicht die Weiße Maulbeere 10 bis 15 Meter, die Schwarze Maulbeere bleibt meist niedriger. Für kleinere Gärten wählen Sie schwach wachsende Veredelungen oder rechnen Sie mit regelmäßigem Schnitt.

Womit düngt man den Maulbeerbaum?

Mit einer Gabe organischen Düngers im Frühjahr, im Bereich der Kronentraufe ausgestreut. Vermeiden Sie hohe Stickstoffgaben — danach wächst der Baum ins Holz statt in die Früchte.