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Adenium (Wüstenrose)

Sukkulente mit verdicktem Caudex und rosa Blüten. Sie blüht in der vollen Sonne und verträgt keine Staunässe.

Adenium obesum (Wüstenrose) mit flaschenförmig verdicktem Caudex und rosa-weißen Blüten in einem Tontopf

Teilweise sukkulente Zimmerpflanze mit wunderschönen Blüten

  • Standort: vollsonnig
  • Höhe: bis 0,8 m
  • Blütezeit: April–Juli
  • Vermehrung: durch Aussaat und Stecklinge

Die bizarre Sukkulente aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) gehört zu den neueren Zimmerpflanzen, die sich für die Fensterbank eignen. Die Wildform wächst im Topf nur langsam und blüht längst nicht so schön wie in ihrer afrikanischen Heimat. Deshalb wird sie auf Oleander veredelt, der dann den unteren Teil der Pflanze bildet. Über dessen dünnem Stämmchen verzweigt sich der fleischige Trieb des Adeniums mit schmalen Blättern und auffallend schönen Blüten. Diese Kombination beschleunigt das Wachstum und erhöht die Zahl der Blüten.

Eine veredelte Pflanze blüht meist zweimal im Jahr – im Frühsommer und im Spätherbst. Die einzelne rot-weiße Blüte bleibt bis zu zwei Wochen frisch. Adenium übersteht den Winter in der geheizten Wohnung sehr gut. Trockene Luft macht ihm nichts aus, es darf auf der Fensterbank direkt über der Heizung stehen. Achtung: Die gesamte Pflanze ist giftig.

Pflege

Junges Adenium obesum mit flaschenförmig verdicktem Stamm und frischen grünen Blättern in einem Topf mit grobkörnigem Substrat
Adenium obesum, eine teilweise sukkulente Pflanze mit giftigem Milchsaft, bildet einen unförmig dicken Stamm aus.

Je mehr Sonne die Pflanze bekommt, desto eher blüht sie. Überwintert sie im warmen Zimmer, wächst sie weiter; im Kühlen geht sie in die Ruhephase und verliert die Blätter. Damit sie nicht einseitig zum Licht wächst, drehen Sie den Topf ab und zu.

Im Sommer wird reichlich gegossen, Staunässe an den Wurzeln darf aber nicht bestehen bleiben. Die Wintergaben richten sich nach der Temperatur: je kühler, desto weniger gießen.

Von März bis Ende September wird etwa alle drei Wochen gedüngt. Den natürlichen Dünger DÜNGEE können Sie beim Umtopfen ins Substrat einarbeiten oder als schwachen Auszug zum Gießen verwenden (ein halber Teelöffel auf 1 Liter Wasser); die Dosierung finden Sie in der Dosierungstabelle.

Umgetopft wird zwischen der ersten und der zweiten Blüte, also zwischen Juli und September. Eine veredelte Pflanze braucht ein nährstoffreicheres Gemisch als eine wurzelechte.

Eine zu groß gewordene Pflanze lässt sich bis auf die Hälfte zurückschneiden, am besten einen Monat nach dem Umtopfen. Seitentriebe am Oleanderstämmchen müssen rechtzeitig ausgebrochen werden.

Adenium ist stark giftig

Adenium gehört zu den giftigsten Zimmerpflanzen überhaupt. Der Milchsaft enthält herzwirksame Glykoside vom Ouabain-Typ — in Afrika wurden damit traditionell Pfeilspitzen für Jagd und Krieg vergiftet. Schon die Aufnahme kleiner Mengen wirkt auf den Herzrhythmus und ist lebensgefährlich; der Saft reizt außerdem die Haut und vor allem die Augen.

Stellen Sie die Pflanze deshalb nicht in einen Haushalt mit kleinen Kindern oder mit Tieren, die an Blättern knabbern. Tragen Sie beim Schneiden und Umtopfen Handschuhe, fassen Sie sich nicht an die Augen und waschen Sie sich danach die Hände. Schnittreste gehören nicht auf einen Kompost, zu dem Tiere Zugang haben. Rufen Sie bei Verschlucken sofort den Giftnotruf an – z. B. Berlin 030 19240 oder Bonn 0228 19240.

Häufige Fragen

Warum wird Adenium auf Oleander veredelt?

Ein wurzelechtes Adenium wächst im Topf langsam und blüht wenig. Auf Oleander veredelt wächst es schneller und setzt mehr Blüten an, meist zweimal im Jahr. Erkennen lässt sich das am dünnen Stämmchen unter dem verdickten Fuß — und deshalb müssen Oleandertriebe am Stämmchen rechtzeitig ausgebrochen werden.

Warum blüht mein Adenium nicht?

Fast immer wegen zu wenig Licht. Adenium will volle Sonne; je mehr es davon bekommt, desto eher blüht es. Die zweite Ursache ist eine warme Überwinterung ohne Ruhephase.

Warum verliert mein Adenium die Blätter?

Steht es kühl, ist das normal — es geht in die Ruhephase und wirft die Blätter ab. Steht es warm, liegt es meist an zu viel Wasser: Staunässe verträgt Adenium nicht, die Wurzeln faulen.

Wie gießt man Adenium richtig?

Im Sommer reichlich, aber so, dass kein Wasser an den Wurzeln steht. Im Winter je nach Temperatur — im Kühlen nur minimal. Der verdickte Stamm ist ein Wasserspeicher, kurzes Austrocknen schadet dem Adenium also nicht, dauerhafte Nässe dagegen schon.

Wann schneidet und topft man Adenium um?

Umgetopft wird zwischen der ersten und der zweiten Blüte, also von Juli bis September. Eine zu groß gewordene Pflanze können Sie bis auf die Hälfte zurückschneiden, am besten einen Monat nach dem Umtopfen. Eine veredelte Pflanze braucht ein nährstoffreicheres Gemisch als eine wurzelechte.

Ist Adenium giftig?

Sehr. Der Milchsaft enthält herzwirksame Glykoside und wurde in Afrika als Pfeilgift verwendet. Arbeiten Sie mit Handschuhen und stellen Sie die Pflanze außer Reichweite von Kindern und Tieren.