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Weiße Seerose

Unsere größte heimische Wasserpflanze. Im Gartenteich wuchert sie, in der Natur steht sie unter Schutz.

Weiße Blüte der Seerose (Nymphaea alba) mit gelben Staubblättern auf Schwimmblättern

Reichblühende Wasserpflanze, die zum Wuchern neigt.

  • Standort: sonnige, ruhige Wasserflächen
  • Blütezeit: Sommer
  • Vermehrung: durch Teilung der Rhizome

Früher war die Seerose hierzulande in der Natur häufig, in flachen wie in tiefen, sonnigen und ruhigen Gewässern. Die Bestände sind jedoch durch die fortschreitende Gewässerbelastung und den Rückgang feuchter Biotope zurückgegangen. Wie viele andere Wildpflanzen ist sie streng geschützt.

Die Seerosengewächse (Nymphaeaceae) kommen mit etwa 40 Arten in allen gemäßigten, subtropischen und tropischen Zonen der Erde vor. Von vielen davon, auch von der Weißen Seerose (Nymphaea alba), gibt es längst zahlreiche Hybriden, die sich vor allem in der Blütenfarbe von der Ausgangsart unterscheiden. Kreuzungsversuche sind schon aus dem 19. Jahrhundert bekannt; aus ihnen gingen später auch die vielen Zwergformen hervor, die heute für Miniteiche und Wasserbecken gefragt sind. Für ein bewegliches Gefäß auf der Terrasse eignet sich auch die verwandte Lotusblume, die bei uns im Freien allerdings nicht überwintert.

Schwimmblätter und weiße Blüten der Seerose auf einer ruhigen Teichfläche

Die Weiße Seerose blüht mit reinweißen, duftenden Blüten von 12 cm Durchmesser. Bei älteren Pflanzen treiben aus dem verzweigten, gelblichen, armdicken Rhizom neue Pflanzen aus, sodass bei passenden Standortbedingungen mit einer kräftigen Ausbreitung zu rechnen ist und der Bestand gelegentlich ausgedünnt werden muss.

Dazu greift man ein Stück des ledrigen, beim Austrieb rötlichen Blattes so tief wie möglich unter Wasser und reißt es mit einem Ruck ab. Ist der Teich tief genug und friert er nicht bis auf den Grund durch, schaden selbst strenge Fröste den im Schlamm ruhenden Rhizomen nicht.

Die Weiße Seerose steht unter Schutz

🚨 Die Weiße Seerose ist in Deutschland nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt. Sie aus der freien Natur auszugraben oder ihre Blüten zu pflücken ist nach § 44 BNatSchG verboten — und weil sich die Seerose vor allem über Rhizome vermehrt, vernichtet das Herausziehen einer einzigen Pflanze oft den ganzen Bestand.

Für den Gartenteich kaufen Sie sie in der Gärtnerei. Die angebotenen Sorten sind gärtnerisch ohnehin besser geeignet als die Wildart: Sie bleiben kleiner, nehmen also nicht die ganze Wasserfläche ein, und blühen reicher.

Seerose im Gartenteich

  • Tiefe: die wilde Weiße Seerose braucht 60 bis 150 cm Wasser. Für kleine Teiche taugt sie nicht — wählen Sie dort Zwergseerosen für 20 bis 40 cm Tiefe.
  • Licht: volle Sonne, mindestens fünf Stunden am Tag. Im Halbschatten blüht sie schwach oder gar nicht.
  • Ruhiges Wasser: Seerosen vertragen weder Strömung noch Spritzwasser aus einem Springbrunnen — die Blätter faulen dann.
  • Pflanzkorb: immer in einen Korb mit schwerer, lehmiger Erde, abgedeckt mit Kies. Ohne Begrenzung wächst das Rhizom in den Teichgrund und die Seerose nimmt die ganze Wasserfläche ein.
  • Blätter: sie sollen höchstens zwei Drittel der Wasserfläche bedecken. Unter einem dichten Teppich durchmischt sich das Wasser nicht mehr und der Teich kippt.
  • Teilen: alle drei bis vier Jahre im Frühjahr, sonst wird der Horst zu dicht und die Blüte bleibt aus.

Dünger gehört nicht in den Teich. Nährstoffe im freien Wasser bringen Algen zum Wachsen und das Wasser wird grün. Seerosen werden nur gezielt gedüngt — mit Düngekegeln, die tief in den Pflanzkorb zu den Wurzeln gesteckt werden, wo sie nicht ins Wasser gelangen.

Häufig gestellte Fragen

Warum blüht die Seerose nicht?

Meist bekommt sie zu wenig Licht, sitzt zu tief, oder der Horst ist nach Jahren zu dicht und muss geteilt werden. Auch strömendes Wasser und Nährstoffmangel an den Wurzeln spielen eine Rolle.

In welche Tiefe pflanzt man eine Seerose?

Je nach Sorte. Die wilde Weiße Seerose will 60 bis 150 cm, Zwergseerosen 20 bis 40 cm. Die falsche Pflanztiefe ist der häufigste Grund, warum eine Seerose nicht blüht.

Darf ich mir eine Seerose aus einem Gewässer holen?

Nein. Die Weiße Seerose ist besonders geschützt, deshalb sind das Ausgraben und das Pflücken der Blüten nach § 44 BNatSchG verboten.

Wie verhindere ich, dass die Seerose den ganzen Teich einnimmt?

Setzen Sie sie in einen Pflanzkorb und teilen Sie sie alle drei bis vier Jahre. Ein frei gepflanztes Rhizom wächst über den ganzen Grund und die Blätter bedecken dann die gesamte Wasserfläche.

Überwintert die Seerose im Teich?

Ja, wenn das Rhizom unterhalb der Frostgrenze liegt. In einem flachen Teich, der bis zum Grund durchfriert, wird der Korb über den Winter an eine tiefere Stelle oder in kühles Wasser im Keller umgesetzt.

Womit düngt man eine Seerose?

Ins Wasser wird kein Dünger gegeben — das bringt Algen zum Wachsen. Verwendet werden Düngekegel für Wasserpflanzen, die tief in den Pflanzkorb zu den Wurzeln gesteckt werden.