Fettkraut (Pinguicula)
Eine fleischfressende Pflanze, die mit klebrigen Blättern fängt — und in der Kultur zu den einfachsten überhaupt gehört.
Fettkraut — eine interessante fleischfressende Pflanze
(Pinguicula)
Das Fettkraut (Pinguicula) ist eine Gattung fleischfressender Pflanzen mit mehr als 80 Arten. Bekannt sind diese Karnivoren dafür, dass sie mit ihren klebrigen Blättern kleine Insekten und andere Wirbellose fangen. Das Aussehen der einzelnen Arten unterscheidet sich, einige gemeinsame Merkmale lassen sich aber nennen:
Die Blätter des Fettkrauts sind meist fleischig und haben eine charakteristisch klebrige Oberfläche, an der die Beute hängen bleibt. Sie sind oft hellgrün und löffel- oder spatelförmig, die Form unterscheidet sich jedoch je nach Art.
Das Fettkraut hat Blüten, die meist einfach gebaut sind und verschiedene Farben haben können, etwa Weiß, Violett oder Gelb. Die Blüten sitzen auf langen Schäften über den Blättern.
Die Größe der Fettkräuter richtet sich nach der Art. Manche Arten bleiben klein und bilden zierliche Blätter und Blüten, andere werden größer und haben kräftigere Blätter.
Fettkräuter wachsen häufig an feuchten Standorten, etwa in Mooren, auf Feuchtwiesen oder an den Ufern von Seen und Bächen. Sie sind an nährstoffarme Böden angepasst und wachsen oft dort, wo andere Pflanzen zu wenig Nährstoffe finden.
Fettkräuter sind verbreitet auf mehreren Kontinenten, unter anderem in Europa, Nordamerika und Südamerika. Jede Art hat ihr eigenes Verbreitungsgebiet.
Fettkräuter sind faszinierende Pflanzen, weil sie ihre Beute selbst fangen und an Standorten überleben, an denen andere Pflanzen am Nährstoffmangel scheitern. Ihr eigenwilliges Aussehen und ihre Lebensweise sind ein spannendes Beispiel dafür, wie sich Pflanzen an extreme Bedingungen anpassen. Im Steingarten lassen sie sich kultivieren, besser aber in Gefäßen, damit Sie sie über den Winter ins Haus holen können.
Fettkraut Pflege

Fettkräuter (Pinguicula) zu pflegen kann eine spannende und dankbare Erfahrung sein, besonders für Liebhaber fleischfressender Pflanzen. Hier die allgemeine Anleitung, wie Sie Fettkraut zu Hause kultivieren:
Das passende Gefäß wählen: Fettkräuter lassen sich in Töpfen mit Abzugslöchern kultivieren. Wichtig ist, dass das Gefäß nicht zu groß ist, damit sich möglichst wenig Wasser staut.
Vorbereitetes Substrat: Fettkräuter brauchen einen speziellen Bodentyp. Am besten eignet sich eine Mischung aus Torf und Perlit oder Sand, damit das Substrat gut durchlässig und sauer ist. Sie können auch eine fertige Mischung für fleischfressende Pflanzen kaufen.
Standort: Fettkräuter brauchen viel Licht, aber keine direkte Sonne. Stellen Sie den Topf an einen hellen Platz, der vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Ideal ist ein Fenster mit sanfter Morgen- oder Abendsonne.
Gießen: Fettkräuter mögen ein feuchtes Substrat, aber keine Staunässe. Gießen Sie mit destilliertem Wasser oder Regenwasser, damit möglichst wenig Mineralstoffe ins Substrat gelangen. Der Topf sollte über einem Wasserbehälter stehen, damit die Luftfeuchtigkeit rund um die Pflanze erhalten bleibt.
Fütterung: Wenn Sie ein Fettkraut zu Hause haben, können Sie ihm kleine Beute wie Fliegen oder Mücken anbieten. Die Blätter fangen und verdauen sie selbst, Sie können aber nachhelfen und die Beute direkt auf ein Blatt legen.
Ruhezeit: Manche Fettkraut-Arten brauchen im Winter eine Ruhephase mit niedrigerer Temperatur und weniger Licht. Das hängt von der Art ab, die Sie kultivieren – fragen Sie am besten gleich beim Kauf beim Händler nach.
Vermehrung: Fettkräuter lassen sich über Samen oder durch Teilung der Horste vermehren. An Samen zu kommen ist schwierig, viele Arten lassen sich aber gut durch Teilung vermehren.
Wichtig zu wissen: Die einzelnen Fettkraut-Arten haben unterschiedliche Ansprüche an die Pflege. Informieren Sie sich deshalb über die konkreten Anforderungen der Art, die Sie kultivieren. Die Pflege von Fettkräutern ist etwas anspruchsvoller als die Pflege gewöhnlicher Zimmerpflanzen, für Liebhaber fleischfressender Pflanzen ist sie aber ein spannendes Hobby.
Gemeines Fettkraut
Das Gemeine Fettkraut (Pinguicula vulgaris) ist eine der Fettkraut-Arten und bekannt für seine Blüten und die klebrigen Blätter, mit denen es seine Beute fängt.
So sieht das Gemeine Fettkraut aus
- Blätter: Die Blätter des Gemeinen Fettkrauts sind klein und löffel- oder spatelförmig. Sie sind grün und haben eine klebrige Oberfläche, an der die Beute hängen bleibt. Auf den Blättern sitzen auffällige Drüsen, die den klebrigen Schleim absondern, sodass alles, was auf das Blatt gerät, daran haften bleibt.
- Blüten: Die Blüten des Gemeinen Fettkrauts sind zierlich und meist violett oder rosa. Sie sitzen auf Schäften über den Blättern und sind einfach gebaut, aber sehr dekorativ.
Gemeines Fettkraut kultivieren:
Gefäß und Substrat: Wählen Sie einen Topf oder ein Gefäß mit Abzugsloch, damit sich im Substrat keine Staunässe bildet. Das Substrat sollte eine Mischung aus Torf und Perlit oder Sand sein, damit es gut durchlässig und sauer ist.
Standort: Das Gemeine Fettkraut braucht viel Licht, verträgt aber keine direkte Sonne. Stellen Sie es an einen hellen Platz, der vor starker Sonneneinstrahlung geschützt ist, zum Beispiel an ein Ost- oder Westfenster.
Gießen: Gießen Sie mit destilliertem Wasser oder Regenwasser. Das Substrat sollte immer feucht sein, aber nie nass. Der Topf sollte über einem Wasserbehälter stehen, damit die Luftfeuchtigkeit rund um die Pflanze erhalten bleibt.
Fütterung: Das Gemeine Fettkraut deckt seinen Nährstoffbedarf selbst, indem es Beute fängt. Steht die Pflanze im Innenraum, können Sie ihr aber kleine Fliegen oder Mücken anbieten und so ihr Wachstum unterstützen.
Vermehrung: Das Gemeine Fettkraut lässt sich über Samen oder durch Teilung der Horste vermehren. An Samen zu kommen ist schwierig, deshalb ist die Teilung der häufigere Weg.
Mexikanisches Fettkraut

Das Mexikanische Fettkraut (Pinguicula moctezumae) ist eine weitere Fettkraut-Art, die diesmal aus Mexiko stammt. Viele weitere Fettkräuter kommen aus Mittel- und Südamerika und haben ähnliche Ansprüche wie diese Art. Diese Pflanze hat einige besondere Anforderungen an die Kultur. Es folgt die Anleitung, wie Sie das Mexikanische Fettkraut kultivieren sollten:
So sieht das Mexikanische Fettkraut aus
- Blätter: Die Blätter des Mexikanischen Fettkrauts sind hellgrün und spatelförmig. Sie sind klebrig und dienen dem Beutefang. Form und Farbe der Blätter helfen der Pflanze außerdem, eine Steinoberfläche nachzuahmen und sich vor der Beute zu tarnen.
- Blüten: Die Blüten des Mexikanischen Fettkrauts sind meist violett oder rosa und sitzen auf Schäften über den Blättern. Sie sind einfach gebaut, wirken aber sehr dekorativ.
Mexikanisches Fettkraut kultivieren:
Gefäß und Substrat: Wählen Sie einen Topf oder ein Gefäß mit Abzugsloch. Das Substrat sollte aus Torf und Perlit oder Sand bestehen, damit es gut durchlässig und sauer ist. Das Mexikanische Fettkraut bevorzugt ein Substrat mit etwas höherem Mineralstoffgehalt als manche anderen Fettkraut-Arten.
Standort: Das Mexikanische Fettkraut braucht helles, aber indirektes Licht. Ideal ist ein Ost- oder Westfenster, an dem es genug Licht bekommt, ohne direkter Sonne ausgesetzt zu sein.
Gießen: Gießen Sie die Pflanze mit destilliertem Wasser oder Regenwasser. Das Substrat sollte immer feucht sein, aber nie nass. Wie bei den anderen Fettkräutern ist es gut, den Topf über einem Wasserbehälter stehen zu lassen, damit die Luftfeuchtigkeit rund um die Pflanze erhalten bleibt.
Fütterung: Das Mexikanische Fettkraut hat klebrige Blätter, die seine Beute festhalten. Sie können es selbst fangen lassen, ihm aber auch gelegentlich kleine Fliegen oder Mücken anbieten.
Temperatur: Dieses Fettkraut bevorzugt ein mäßig warmes Klima. Die optimale Temperatur für die Kultur liegt bei etwa 18–24 °C, kurzzeitig verträgt es aber auch Temperaturen darüber und darunter.
Vermehrung: Das Mexikanische Fettkraut lässt sich über Samen oder durch Teilung der Horste vermehren. Die Samen gewinnen Sie aus den reifen Kapseln der Pflanze.
Die Kultur des Mexikanischen Fettkrauts kann anspruchsvoller sein als die mancher anderer Zimmerpflanzen, weil es besondere Ansprüche an Licht, Substrat und Luftfeuchtigkeit stellt. Wenn Sie diese Bedingungen bieten, können Sie sich aber an der Schönheit und Eigenart dieser fleischfressenden Pflanze erfreuen.
