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Wunderblume

Die Blüten öffnen sich erst gegen Abend – und an einer Pflanze blühen sie oft in mehreren Farben.

Blühende Stauden, die meist einjährig kultiviert werden und deren Blüten sich in der Dämmerung öffnen.

  • Standort: sonnig; jeder gute Gartenboden
  • Höhe: bis 1 m
  • Blütezeit: Juni–Oktober
  • Vermehrung: durch Samen oder Wurzelteilstücke

Bis auf eine einzige Ausnahme sind alle rund 60 Arten dieser Gattung aus der Familie der Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae) in Amerika beheimatet (Arizona bis Mexiko, Peru, Chile). Ihre stark fleischigen Rhizome sind ähnlich wie bei Dahlien ausdauernd, die Stängel knotig verdickt und die Blätter ganzrandig und gegenständig.

Die trichterförmigen Blüten sind von einem kelchartigen Hüllblatt umgeben, das während der Blüte weiterwächst. Tagsüber bleiben die Blüten meist geschlossen (nicht jedoch bei regnerischem Wetter und bedecktem Himmel), abends und nachts öffnen sie sich. Kultiviert werden sie als Beetstauden oder in Sommerblumenpflanzungen in jedem guten Gartenboden.

Die Wurzelknollen lassen sich ähnlich wie bei Dahlien überwintern, luftig und kühl. Die Wunderblume kann auch jedes Jahr neu ausgesät werden, ab Mai im Abstand von 40–70 cm direkt an den Standort. Gut überwinterte Knollen blühen allerdings reicher und früher.

Arten der Wunderblume

Japanische Wunderblume (Mirabilis jalapa)

Japanische Wunderblume (Mirabilis jalapa) mit weißen, pinken und gelb-rot gestreiften Blüten

Sie bildet bis zu 60 cm hohe, horstige Pflanzen mit gestielten Blättern, die am Grund herzförmig sind. Die endständigen Blüten stehen zu mehreren beisammen und duften kaum.

  • Bei der typischen Form sind sie purpurrot,
  • Bei den zahlreichen Varietäten können sie weiß, gelb, gestreift, drei- bis vierfarbig sein.

Die Blüten öffnen sich vom Sonnenuntergang bis zum Morgen. 🚨 Wurzeln und Samen sind giftig — sie enthalten Stoffe mit stark abführender Wirkung und lösen nach dem Verzehr Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall aus. In älterer Literatur wurde aus den Wurzeln ein Abführmittel bereitet; für den Eigengebrauch eignet es sich nicht.

Die Japanische Wunderblume ist außerdem ein bekanntes Studienobjekt der Vererbungslehre. Es gibt mehrere Sorten, darunter:

  • ‚Variegata‘ – mit panaschierten Blättern
  • ‚Pumila Variegata‘ – niedrig wachsend, mit duftenden Blüten

Langblütige Wunderblume (Mirabilis longiflora)

Langblütige Wunderblume (Mirabilis longiflora) mit weißen Blüten und sehr langen Blütenröhren

Sie ist eine bis 1 m hohe Staude, stark verzweigt, mit behaarten bis klebrigen Blättern.

  • Die weißen Blüten mit sehr langer Röhre haben im Inneren einen rosa Ton und duften nachts.
  • Deshalb empfiehlt es sich, sie in Wohnungsnähe zu pflanzen!
  • Bei der Sorte ‚Violacea‘ sind die Blüten violett; sie blüht später auf.

Samen der Wunderblume sind giftig

🚨 Die schwarzen Samen und die Wurzelknollen der Wunderblume sind giftig. Sie enthalten Stoffe mit stark abführender Wirkung sowie reizende Alkaloide; nach dem Verzehr treten Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auf, bei Kindern schon nach wenigen Samen. Der Pflanzensaft kann bei empfindlichen Menschen Hautreizungen hervorrufen.

Die Samen der Wunderblume sind groß, rund und schwarz – in einem Garten mit kleinen Kindern sammelt man sie nach der Blüte am besten ab. In älterer Literatur wurde aus den Wurzeln ein Abführmittel bereitet; deshalb liest man bei der Wunderblume gelegentlich, die Wurzeln seien „heilkräftig“. Für den Eigengebrauch eignen sie sich nicht.

Häufig gestellte Fragen

Warum heißt die Wunderblume auch „Vier-Uhr-Blume“?

Die Blüten öffnen sich erst gegen Abend, meist zwischen vier und sechs Uhr, und schließen sich am Morgen wieder. Tagsüber bleiben sie geschlossen, außer bei regnerischem und bedecktem Wetter. Genau deshalb pflanzt man die Wunderblume nahe der Terrasse oder unter das Fenster – sie duftet und blüht dann, wenn Sie draußen sind.

Wie überwintert man die Wunderblume?

Wie eine Dahlie. Graben Sie die Wurzelknollen im Herbst aus, lassen Sie sie abtrocknen und überwintern Sie sie kühl und trocken. Eine gut überwinterte Knolle blüht im nächsten Jahr reicher und früher als eine Pflanze aus der Aussaat.

Kann man die Wunderblume jedes Jahr aussäen?

Ja, ab Mai direkt an den Standort im Abstand von 40 bis 70 cm. Sämlinge blühen allerdings später als überwinterte Knollen.

Warum trägt eine Pflanze Blüten in mehreren Farben?

Das ist ein bekanntes Beispiel für unvollständige Dominanz und instabile Farbgebung – deshalb dient die Japanische Wunderblume als Schulbeispiel der Vererbungslehre. An einer Pflanze finden sich so purpurne, gelbe, weiße und gestreifte Blüten, manchmal sogar mehrfarbige in einer einzigen Blüte.

Ist die Wunderblume giftig?

Die Samen und die Wurzelknollen ja – sie enthalten Stoffe mit stark abführender Wirkung. Sammeln Sie in einem Garten mit kleinen Kindern die schwarzen Samen nach der Blüte ab.

Womit düngt man die Wunderblume?

Die Wunderblume wächst kräftig und dankt im Beet einen gut versorgten Boden. Arbeiten Sie beim Pflanzen der Knollen oder bei der Aussaat organischen Dünger ein; eine Überdüngung mit Stickstoff führt allerdings zu üppigem Laub auf Kosten der Blüten. Die Dosierung finden Sie in der Dosierungstabelle.