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Zierapfel (Malus): Zierapfelbäume, Arten und Sortenübersicht

Ein Baum, der zweimal im Jahr auffällt — im Mai mit der Blüte und im Herbst mit den Früchten.

Zieräpfel im Garten

Reife Äpfel (Malus) an einem Zweig zwischen grünen Blättern

Laubabwerfende Ziersträucher und -bäume mit großem Blütenreichtum, auffällig dekorativen Früchten und schönem Laub

  • Standort: sonnige Lagen; jeder gepflegte Gartenboden
  • Höhe: 2–8 m
  • Blütezeit: Mai
  • Vermehrung: durch Aussaat oder Veredelung

Zur Gattung Apfel (Malus) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehören nicht nur unsere Kulturäpfel, die wegen der Früchte angebaut werden, sondern auch eine Reihe von Wildarten und Gartenformen. Etwa 35 Arten kommen in Europa, Asien und Nordamerika vor, dazu eine unüberschaubare Zahl von Gartenformen. Alle sind laubabwerfende kleine Bäume oder große Sträucher, meist mit rundlicher Krone, manche haben dornige Zweige.

Die einfachen, meist mehr oder weniger elliptischen Blätter stehen wechselständig. Die zwittrigen, fünfzähligen Blüten erscheinen in mehrblütigen Dolden oder doldentraubigen Blütenständen an Kurztrieben. Die Frucht ist ein meist rundes, 0,5 bis 10 cm großes, teilweise wirtschaftlich verwertbares Kernobst – der Apfel.

Früchte verschiedener Zieräpfel (Malus) auf einem verwitterten Holzbrett ausgelegt

Kultivierte Zieräpfel sind anerkannte und geschätzte Gartengehölze, die zweimal im Jahr auf sich aufmerksam machen: zur Blütezeit im Mai und beim Ausreifen der Früchte im Herbst. In beiden Zeiträumen sind sie in ihrer Wirkung kaum zu übertreffen. Die Farbskala ihrer Blüten reicht von Weiß über Rosa bis zu den verschiedensten Rottönen.

Die Früchte färben sich in der Regel gelb oder rot mit allen Übergängen. Bei vielen Sorten kommt eine rötliche Laubfärbung hinzu, die sich entweder nur beim Austrieb zeigt oder den Sommer über anhält. Zieräpfel werden meist strauchartig veredelt, mit kurzem Stamm; gelegentlich werden sie auch als Halb- oder Hochstämme angeboten.

Bei allen ist in der Jugend ein Erziehungsschnitt nötig, später beschränkt er sich auf laufendes, behutsames Auslichten. Zieräpfel wachsen in jedem Gartenboden und unter allen klimatischen Bedingungen, in denen auch unsere Kulturäpfel gedeihen. Im Garten werden sie in der Regel als kleine Solitärbäume verwendet. So gehören sie zu den dankbaren Obstgehölzen auch dort, wo es vor allem um die Zierwirkung geht.

Kirschapfel (Malus baccata)

Kirschapfel (Malus baccata) mit weißen Blüten

Ein bis 5 m hoher Baum oder Strauch mit schwachen Zweigen. Die Blätter sind dünn, eiförmig oder länglich eiförmig, 3–8 cm lang, scharf gesägt, glänzend grün. Die Blüten sind weiß, 3–3,5 cm breit und öffnen sich im April und Mai. Die Früchte sind rund, 8–10 mm groß, rot oder gelb. Dieser von Nordostasien bis Nordchina heimische Baum wird bei uns schon lange kultiviert.

Malus atrosanguinea (M. halliana × M. sieboldii)

Ein 3–4 m hoher, breit und locker wachsender Baum mit überhängenden Zweigen. Die Blätter sind eiförmig, dunkelgrün und glänzend, die Blüten in der Knospe kräftig karminrot, nach dem Aufblühen karminrosa, die Früchte rund, 1 cm groß, rot oder gelb mit roter Backe. Der Baum trägt regelmäßig.

Vielblütiger Zierapfel (Malus floribunda)

Vielblütiger Zierapfel (Malus floribunda) über und über mit rosa Blüten besetzt

Ein meist 4–6 m hoher Baum mit dichter, breit ausladender Krone und dünnen, überhängenden bis breit abstehenden Zweigen. Die Blätter sind elliptisch bis eiförmig, 4–8 cm lang, die zahlreichen Blüten in der Knospe kräftig karminrot, aufblühend rosa, 2,5–3 cm breit; die Früchte rund, 6–8 mm groß, gelbgrün bis rot. Der Vielblütige Zierapfel wurde als Kulturpflanze aus Japan eingeführt, wird in Mitteleuropa seit 1862 angebaut und ist noch immer eine der wertvollsten Arten.

Malus × magdeburgensis (M. pumila × M. spectabilis)

Ein bis 8 m hoher, aufrecht wachsender kleiner Baum. Die Blätter sind oval, bis 8 cm lang, dunkelgrün, nur unterseits behaart. Die Blüten sind in der Knospe leuchtend rot, aufgeblüht rosa bis violettlich, halbgefüllt, mit bis zu 12 Kronblättern. Die Früchte sind rund, bis 3 cm groß, gelbgrün, auf der Sonnenseite rot.

Prärie-Apfel (Malus ioensis)

Blühender Prärie-Apfel (Malus ioensis) mit weiß-rosa Blüten und einem Vogel im Geäst

Ein kleiner Baum mit lockerer Krone und anfangs stark filzig behaarten Zweigen. Die Blätter sind eiförmig bis länglich, 5–10 cm breit, rau, doppelt gesägt oder leicht gelappt. Die duftenden Blüten sind etwa 4 cm breit, weiß mit rosa Hauch, mit kräftigen filzigen Stielen. Die Früchte sind länglich bis rund, 2,5–3 cm groß, manchmal kantig, duftend, mit einer mehr oder weniger glänzenden, wie gewachst wirkenden Schale. Er ist im mittleren Nordamerika heimisch.

Malus × moerlandsii (M. purpurea ‘Lemoine’ × M. toringo)

Ein hoher, reich blühender Strauch mit braungrünen, glänzenden, teilweise gelappten Blättern, dunkelroten bis rosafarbenen Blüten und runden purpurnen Früchten von 1–1,5 cm Durchmesser, die für Apfelschorf anfällig sind.

Tschonoski-Apfel (Malus tschonoskii)

Tschonoski-Apfel (Malus tschonoskii) mit hellgrünem, unterseits filzigem Laub vor hellem Himmel

Ein 12 m hoher Baum, in der Jugend kegelförmig, mit weißfilzigen Zweigen und roten Winterknospen. Die Blätter sind oval bis eiförmig, 7–12 cm lang, oberseits dunkelgrün, unterseits dünn filzig, im Herbst prächtig orange bis scharlachrot gefärbt. Die etwa 3 cm breiten Blüten sind reinweiß. Die Früchte sind rund, 2–3 cm groß, gelbgrün mit roter Backe, behaart. Die schöne, aber nur selten kultivierte Art ist in Japan heimisch.

Zierapfel-Sorten und ihre Beschreibung

Seit dem Ende des vorletzten Jahrhunderts haben sich europäische wie amerikanische Züchter und Gärtner mit der Züchtung und Auslese von Zieräpfeln befasst. Nicht wenige davon übertrafen ihre Eltern in ihrem Garten- und Zierwert, also in Blüten und Früchten. Sie wurden deshalb in weit größerer Zahl kultiviert als die Wildarten.

Aus der großen Zahl der Sorten sind hier jene aufgeführt, die sich in vergleichenden Sortimentsprüfungen besonders gut bewährt haben. Alle genannten Sorten haben ihre Hauptblütezeit im Mai. Bei Hängeformen lässt sich die Wuchshöhe nicht recht angeben, denn sie hängt von der Veredelungshöhe ab. Soll die Krone bei Hängeformen höher sitzen, muss einer der Haupttriebe rechtzeitig — also noch bevor er verholzt — aufgebunden werden.

Sorte Höhe (m) Besondere Laubfärbung Blüten Früchte
‚Adams‘ 6 beim Austrieb bronzefarben rosarot, sehr reich, 4–5 cm breit karminrot, 17–25 mm groß
‚Aldenhamensis‘ 4,5 beim Austrieb bronzefarben, später bronzegrün purpurrot, halbgefüllt bräunlich purpurn, 15–20 mm groß
‚Butterball‘ 4–5 weiß mit rosa Hauch, 3–4 cm breit gelb, mit auffälligem Glanz, 20–25 mm groß
‚Cheal’s Weeping‘ Hängeform hellrot hellrot, groß dunkelrot, 2 cm groß
‚Eleyi‘ 6 beim Austrieb purpurn, später bronzefarben hell weinrot, 3–3,5 cm breit, sehr reich kräftig rot, mit langen Stielen, 18–20 mm groß
‚Evereste‘ 5–6 rosa, später weiß, bis 5 cm breit, sehr reich orange bis orangegelb, 20–25 mm groß
‚Fuji‘ 8 grünlich weiß, anemonenartig gefüllt orangerot, 12 mm groß
‚Georgeous‘ 4–6 zunächst kräftig rosa, später weiß glänzend rot, rund, 20–25 mm groß, hält bis in den November
‚Gracilis‘ Hängeform hellrosa bis weiß, 3–3,5 cm breit, sehr reich cremegelb mit orangefarbener Backe, 10–13 mm groß, reifen später
‚Hillieri‘ 6 in der Knospe rot, später rosa, zahlreich gelb mit Rot, 10–12 mm groß
‚Hopa‘ 4–5 anfangs hellpurpurn, später fast grün dunkellila bis helllila rot, 3–3,5 cm breit hellrot, 18–20 mm groß
‚John Downie‘ 4–5 kräftig grün, glänzend in der Knospe rosa, später weiß, sehr reich gelb mit hellem Orangerot, 20–30 mm groß, sehr reich, wirtschaftlich verwertbar
‚Liset‘ 6 glänzend purpurn in der Knospe rot, später purpurrot, reich glänzend dunkelpurpurn, 12–15 mm groß, reich
‚Makamik‘ 4,5 beim Austrieb purpurn, rot, später dunkelgrün dunkellila rosa, in der Mitte mit einem kleinen weißen Stern hellrot, 20–24 mm groß, sehr dekorativ
‚Mary Potter‘ 3 in der Knospe rosa, später weiß, 3–3,5 cm breit, reich kräftig rot, 10–12 mm groß, sehr reich, lange haltend
‚Neville Copeman‘ 4–5 beim Austrieb purpurn, später grün in der Knospe rot, später purpurn lila-rosa, 2–2,5 cm breit, reich purpurrot auf gelbem Grund, 10–35 mm groß, reich
‚Professor Sprenger‘ 5–6 im Herbst goldgelb in der Knospe rosa, später reinweiß, 3 cm breit, sehr reich orangegelb bis kräftig orange, 15–18 mm, lange haltend
‚Profusion‘ 5–6 purpurn bronzefarben, später grün dunkelrot, zu lila Rot verblühend, 4 cm breit, sehr reich dunkelpurpurn, 10–12 mm groß
‚Radiant‘ 6 zuerst dunkel bronzerot, später grün in der Knospe kräftig rot, später rosarot kirschrot, recht klein, reich
‚Red Jade‘ Hängeform in der Knospe lachsrosa, später weiß mit rosa Hauch glänzend rot, eiförmig, 10–15 mm groß, hält bis in den Winter
‚Red Sentinel‘ 4–5 in der Knospe hellrosa, später weiß, 3 cm breit hell glänzend rot, 18–20 mm groß, hält sehr lange
‚Royal Beauty‘ Hängeform bronzefarben–rotbraun in der Knospe dunkelrot, später purpurn, 3–3,5 cm breit kirschrot, rund, 5–10 mm groß, spärlich
‚Royalty‘ 4 dunkel rotbraun, glänzend in der Knospe matt dunkelrot, später karminrot, 4–4,5 cm breit dunkelrot, 15 mm groß, wenig auffällig
‚Rudolph‘ 4–5 beim Austrieb bronzerot, später dunkel bronzegrün in der Knospe karminrot, später rosarot, 4,5 cm breit, reich orangegelb, 15–18 mm, reich, hält lange
‚Snowcloud‘ 4–5 anfangs bronzefarben, später dunkelgrün in der Knospe hellrosa, später reinweiß, halbgefüllt, 4 cm breit meist nur sehr wenige
‚Teobel‘ 3–5 in der Knospe kugelig und weiß mit rosa Hauch, später reinweiß, gefüllt, 3 cm breit nur geringer Fruchtansatz
‚Tina‘ 2 im Herbst gelb in der Knospe rot, später weiß, sehr reich wächst sehr schwach, deshalb für kleine Gärten besonders wertvoll

Zierapfel düngen: womit und wann

Zieräpfel wachsen in jedem Gartenboden und gehören damit nicht zu den anspruchsvollen Gehölzen — der Blütenreichtum und der Fruchtansatz, ihretwegen sie gepflanzt werden, hängen aber von der Ernährung ab. Gedüngt wird zeitig im Frühjahr, noch vor dem Austrieb, in einen Streifen entlang der Kronentraufe, wo die Saugwurzeln sitzen, nicht an den Stamm. Eine zweite, schwächere Gabe nach der Blüte unterstützt die Fruchtentwicklung. Nach August wird nicht mehr gedüngt, damit das Holz bis zum Winter ausreift. Dasselbe Regime passt auch den übrigen Obstgehölzen im Garten. Wie Sie einen Dünger wählen, der den ganzen Garten auf einmal abdeckt, behandeln wir im Artikel Universaldünger; die Mengen finden Sie unter Dosierung.

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Häufige Fragen: Zierapfel

Was ist der Unterschied zwischen Zierapfel und Obstapfel?

Zieräpfel werden wegen der Blüte und der kleinen dekorativen Früchte gepflanzt, die meist nur 6 bis 30 mm messen. Obstsorten liefern große Äpfel zum Essen. Die Ansprüche an Boden und Klima sind bei beiden gleich.

Kann man die Früchte von Zieräpfeln essen?

Bei den meisten Sorten sind sie nur dekorativ. Eine Ausnahme ist zum Beispiel ‘John Downie’ mit 20–30 mm großen Früchten, die wirtschaftlich verwertbar sind.

Wann blüht der Zierapfel?

Im Mai, einige Arten wie der Kirschapfel schon ab April. Im Herbst folgt die zweite Zierphase, wenn die bunten Früchte ausreifen — bei manchen Sorten halten sie bis in den November oder in den Winter.

Wie schneidet man einen Zierapfel?

In der Jugend mit einem Erziehungsschnitt, später genügt laufendes, behutsames Auslichten der Krone. Einen starken Verjüngungsschnitt brauchen Zieräpfel nicht.

Welcher Zierapfel passt in einen kleinen Garten?

Die Sorte ‘Tina’ wird nur etwa zwei Meter hoch und wächst sehr schwach, deshalb ist sie für kleine Gärten besonders wertvoll. Geeignet sind auch Hängeformen wie ‘Red Jade’, ‘Gracilis’ oder ‘Royal Beauty’.

Apfelbaum — Fotos unserer Gärtner

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Wo ich anbaue: Im Obstgarten
Wie ich dünge: Ich dünge nicht.
Pflanze: Apfelbaum Wo ich anbaue: Im Obstgarten Wie ich dünge: Ich dünge nicht.
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