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Roggen (Secale cereale)

Bekanntes Getreide

Standort: Sonnig; toniger Sand oder sandiger Lehmboden
Höhe: Bis 2 m
Blütezeit: Verschieden je nach Sorte und Aussaattermin
Vermehrung: Durch Aussaat

Die ursprüngliche Form des heutigen Kulturroggens stammt wahrscheinlich aus Vorderasien. Erst zwischen der Bronze- und der Eisenzeit kam der Roggen nach Europa. Die ersten Kulturen sollen im südlichen Russland nachgewiesen worden sein. Da er keine besonderen Ansprüche an den Boden stellt und auch in rauem Klima gut gedeiht, wurde Roggen ein immer wichtigeres Grundnahrungsmittel. Roggen wächst ebenso gut auf sandigen, leichten Böden wie auf feuchten, etwas schwereren Böden, ist vollständig winterhart und kann noch in Höhenlagen von fast 2000 m angebaut werden. Nach dem Weizen ist er die am meisten angebaute Getreideart; die Gattung Secale gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae).

Die Ausgangspflanzen der heutigen Kulturform des Roggens sind Wildarten wie S. fragile, S. vavilovii und S. montanum.

Detailaufnahme von Roggenähren im Hintergrund, Makroaufnahme von Roggenähren
Detailaufnahme der Hände eines Bauern, der Weizen- und Roggenähren auf einem Weizen- und Roggenfeld hält

Im Vergleich zum Weizen hat Roggen längere Halme (bis fast 2 m), seine Ähren sind schlanker und die einzelnen Blüten mit langen Grannen versehen. Wie bei allen Gräsern werden auch beim Roggen die Blüten durch den Wind bestäubt. Die Samen sind lange, dünne Körner von graubrauner Farbe. Auch das Roggenstroh ist graubraun. Roggen enthält neben Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten viel Kalium, Kieselsäure und wichtige Vitamine. Dieses Getreide ist nicht leicht verdaulich, liefert jedoch viel Kraft. Gutes Brot lässt sich daraus nur gemeinsam mit Weizen backen. Roggenmehl fehlt das Kleberprotein des Weizenmehls, sodass reines Roggenbrot zu schwer und zu kompakt ist.

Die Kultursorten des Roggens werden in Sommer- und Winterroggen unterteilt. Bei uns wird vor allem Winterroggen angebaut. Die wichtigsten Anbaugebiete sind Polen, Russland und Deutschland. Häufig werden Roggenähren von dem parasitischen Pilz Mutterkorn (Claviceps purpurea) befallen. Die Körner werden zu giftigen Sklerotien verformt, die im Boden überwintern. Mehl mit gemahlenen Mutterkornkörnern verursacht Störungen des Blutkreislaufs.

Roggenbrot mit Roggenähren