Zistrose (Cistus)
Niedrige und meist immergrüne Sträucher mit auffälligen Blüten.
- Standort: sonnig oder halbschattig, nur in mildem Klima
- Höhe: 1–2 m
- Blütezeit: April–August
- Vermehrung: durch Aussaat oder Stecklinge
Die Gattung Cistus mit 16 Arten gehört zur Familie der Zistrosengewächse (Cistaceae). Sie ist hauptsächlich im Mittelmeerraum verbreitet, wo sie Bestandteil der Pflanzengesellschaften niedrigerer immergrüner und trockenheitsliebender Sträucher bildet. Solche Pflanzenformationen werden als Macchie und Garigues bezeichnet.
Zistrosen sind niedrige Sträucher mit behaarten und oft klebrigen aromatischen Zweigen. Sie haben gegenständige Blätter und auffällige fünfzählige Blüten mit vielen Staubblättern. An der Basis der weißen bis purpurfarbenen Blütenblätter befindet sich oft ein dunklerer Farbfleck. Die Blüte verwelkt nach einem einzigen Tag, jedoch erscheinen ständig neue Blüten.
Die meisten Zistrosenarten überleben den strengeren Winter in Mitteleuropa nicht. Nur südlich der Alpen und in Westeuropa mit mildem Winter können Zistrosen problemlos angebaut werden, am besten an sonnigen Standorten mit trockener und gut durchlässiger Erde. Bei uns ist es möglich, Zistrosen in Kübeln in einem kühlen Gewächshaus zu überwintern.
Alle ursprünglichen Arten werden durch Samen vermehrt, Hybriden durch Stecklinge.
Ausgewählte Arten und Hybriden
Aguilar-Zistrose (Cistus × aguilari, Cistus ladanifer × Cistus populifolius)
natürlicher Hybrid von der Iberischen Halbinsel und Marokko.
Weißliche Zistrose (Cistus albidus)
immergrüner Strauch mit einer Höhe bis zu 1 m, die Blätter sind dicht behaart und weißlich-grün. Die rosafarbenen, 4 bis 6 cm breiten Blüten, die Hagebuttenrosen ähneln, öffnen sich im Juni. Er wächst von Spanien bis Italien und von Marokko bis Algerien, auf steinigen Kalkböden.
Corbariens-Zistrose (Cistus corbariensis, Cistus populifolius × Cistus salviifolius)
dicht verzweigter, etwa 50 cm hoher Strauch mit weißen Blüten (3,5 cm breit) mit einem gelben Fleck an der Basis der Blütenblätter. Natürlicher Hybride aus Südfrankreich, blüht im Juni und gehört zu den frostfestesten Hybriden.
Zypern-Zistrose (Cistus × cyprius, Cistus ladanifer × Cistus laurifolius)
1–2 m hoher Strauch mit klebrigen aromatischen Trieben, blüht im Juni. Die weißen Blüten (bis 7 cm breit) haben einen karminroten Fleck an der Basis und stehen in Büscheln zu je 3–6.
Hybrid-Zistrose (Cistus × hybridus, Cistus populifolius × Cistus salviifolius)
Strauch bis 70 cm hoch mit karminrosa Knospen und weißen Blüten mit einem gelben Basalfleck. Natürlicher Hybride aus Südfrankreich, sehr widerstandsfähig.
Kretische Zistrose (Cistus incanus ssp. creticus)
Im gesamten Mittelmeerraum verbreitet, bis zu 1 m hoher und dichter Strauch. Die Blätter scheiden das Harz „Ladanum“ aus, das in der Parfümerie und der traditionellen Medizin verwendet wird. Blüht im Juni, die Blüten sind 5–6 cm breit, purpur- bis rosafarbig mit einem gelben Basalfleck.
Ladanum-Zistrose (Cistus ladanifer)
Wird bis zu 1,5 m groß und hat klebrige, aromatische Zweige. Blüht im Mai und Juni mit einzelnen Blüten (7–10 cm breit), auf den weißen Blütenblättern befindet sich ein rotbrauner Fleck. Stammt aus Spanien, Frankreich, Marokko und Algerien. Eine empfindliche Art.
Lorbeerblättrige Zistrose (Cistus laurifolius)
1–2 m hoher Strauch mit klebrigen, behaarten Zweigen, Blüten (5–7 cm breit) weiß mit einem gelben Basalfleck, duftend. Stammt aus Nordwesteuropa und gehört zu den frostresistentesten Zistrosen.
Salbeiblättrige Zistrose (Cistus salviifolius)
30–80 cm hoher Strauch, Blätter auf der Unterseite weiß behaart. Blüht im Juni, Blüten (3–5 cm breit) weiß, einzeln oder in kleinen Gruppen. Im gesamten Mittelmeerraum verbreitet.
Skanbergs Zistrose (Cistus × skanbergii, Cistus monspeliensis × Cistus parviflorus)
bis zu 1 m hoher Strauch mit dünnen, weiß behaarten Trieben. Hellrosa Blüten in Gruppen von je 6, blüht von Juni bis Juli. Stammt aus Griechenland.
