Akebie (Schokoladenwein)
Die Kletterpflanze für Pergola und Fassade, die nach Vanille und Schokolade duftet. Warum sie meist keine Früchte reift und was dagegen hilft.

Laubabwerfende Kletterpflanze mit dekorativen fünfteiligen Blättern
- Standort: sonnig bis halbschattig, normaler Gartenboden
- Höhe: 8–10 m
- Blütezeit: Mai
- Vermehrung: durch Aussaat
Die üppig wachsende Kletterpflanze Akebie aus der Familie der Fingerfruchtgewächse (Lardizabalaceae) ist mit nur fünf Arten vom mittleren China bis Japan und Korea verbreitet.
Die Blätter setzen sich aus 5 Blättchen von 3–6 cm Länge zusammen, derb, oberseits dunkelgrün und unterseits blaugrün. Die eingeschlechtigen Blüten stehen in achselständigen, hängenden Trauben. Am Ende der Traube sitzen die kleineren rosafarbenen männlichen Blüten. Die weiblichen Blüten im unteren Teil der Traube sind 2–3 cm breit und violettbraun.
Die Früchte sind blau, 5–10 cm lang und springen bei der Reife balgartig auf, bilden sich aber nur selten. Die Akebie ist keineswegs anspruchsvoll. Sie eignet sich gut zur Begrünung von Fassaden, Mauern, Pergolen oder Lauben in warmen und sonnigen Lagen. Sie braucht eine Rankhilfe.
Warum die Akebie keine Früchte reift
Das ist die häufigste Enttäuschung bei der Akebie: Die Pflanze blüht reich, duftet, wächst wie verrückt — und Früchte kommen keine. Der Grund ist einfach und zum Glück behebbar.
Die Akebie ist auf Fremdbestäubung angewiesen. Sie trägt zwar männliche und weibliche Blüten an derselben Pflanze, mit eigenem Pollen setzt sie aber nicht an. Für Früchte braucht sie in der Nähe eine zweite, genetisch verschiedene Pflanze — also keinen Ausläufer oder Steckling derselben Pflanze, sondern ein eigenständiges Exemplar aus einer anderen Aussaat oder von einer anderen Sorte.
- Pflanzen Sie zwei Exemplare unterschiedlicher Herkunft. Zwei Akebien aus derselben Vermehrung sind für die Bestäubung eine einzige Pflanze.
- Kaufen Sie Sämlinge oder zwei verschiedene Sorten (zum Beispiel ‚Alba‘ mit weißen Blüten zur gewöhnlichen violetten Form).
- Die Blüte kommt früh, schon im Mai, deshalb kann ihr Spätfrost schaden — in einem frostigen Jahr gibt es auch bei guter Bestäubung keine Früchte.
- Auch Handbestäubung hilft — mit einem Pinsel übertragen Sie Pollen von den männlichen Blüten (kleiner, am Ende der Traube) auf die weiblichen (größer, am Grund der Traube).
Die Früchte lohnen die Mühe: 5–10 cm lange, violettblaue Balgfrüchte, die bei der Reife aufspringen und ein weißes, gallertiges Fruchtfleisch mit schwarzen Samen freigeben. Dieses Fruchtfleisch ist essbar und süß, mit einem feinen Vanillearoma — in Japan wird die Akebie genau deswegen als Obst kultiviert, und der Name „Schokoladenwein“ geht auf den Duft der Blüten zurück.
Anbau und Pflege
Die Akebie gehört zu den anspruchslosen Kletterpflanzen, zwei Dinge verdienen aber vorab Aufmerksamkeit: Rankhilfe und Schnitt. Ohne beides wird aus der Zierde ein Problem.
- Die Rankhilfe muss stabil sein. Die Akebie windet sich, sie bildet weder Haftscheiben noch Ranken — sie braucht Drähte, ein Gitter oder Latten. Eine ausgewachsene Pflanze bringt beachtliches Gewicht auf die Waage, ein leichtes Kunststoffgitter hält das nicht aus.
- Standort sonnig bis halbschattig, idealerweise so, dass der Fuß im Schatten und der Kopf in der Sonne steht. Im Halbschatten blüht sie spärlicher.
- Boden normaler Gartenboden, durchlässig, leicht sauer bis neutral. Kalkreiche und staunasse Böden bekommen ihr nicht.
- Gießen in den ersten beiden Jahren regelmäßig, danach kommt die eingewachsene Pflanze allein zurecht und verträgt auch Trockenheit.
- Schnitt nach der Blüte, also im Juni. Die Akebie wächst schnell — bis zu anderthalb Meter pro Saison — und überwächst ohne Schnitt in wenigen Jahren die Pergola, wächst in Dachrinnen und unter Ziegel. Sie verträgt auch einen Schnitt ins alte Holz problemlos.
- Die Frosthärte ist gut, etwa bis −20 °C. In jungen Jahren lohnt es sich, den Fuß im Winter mit Mulch anzuhäufeln; in einem strengen Winter kann sie bis ins alte Holz zurückfrieren, treibt in der Regel aber wieder aus.
- Vermehrung durch Aussaat (die Samen brauchen eine Kälteperiode) oder durch Absenker — ein niedergelegter Trieb wurzelt in einer Saison leichter als ein Steckling.
Achtung, wohin Sie sie pflanzen: Die Akebie wächst in mildem Klima üppig, ihre Triebe finden den Weg unter die Pergola und in die Krone des Nachbarstrauchs. In den USA gilt sie als invasiv; in Deutschland steht sie auf keiner Liste invasiver Arten, in milden Lagen breitet sie sich aber willig aus. Vor eine Fassade mit Schindeln oder älterem Anstrich gehört sie nicht — die Triebe zwängen sich in jede Fuge.
Akebie düngen
Die Akebie wächst so bereitwillig, dass sie eher wenig als viel Dünger braucht. Eine kräftige Stickstoffgabe macht aus ihr eine Maschine für Triebe ohne Blüten — und genau das will kaum jemand.
- Im Frühjahr eine Gabe organischen Düngers im Ring um den Fuß, wenn die Pflanze austreibt.
- Eine zweite Gabe nach dem Juni-Schnitt, damit sie Reserven zum Austreiben hat. Mehr ist nicht nötig.
- Ab August nicht mehr düngen — späte Triebe reifen bis zum Winter nicht aus und frieren zurück.
- Wenn die Akebie wächst, aber nicht blüht, geben Sie keinen Dünger nach. Die Ursache ist fast immer zu wenig Licht oder zu viel Stickstoff, nicht ein Nährstoffmangel.
- Mulch aus Kompost tut ihr gut — er hält die Feuchtigkeit am Fuß, die die Akebie zu schätzen weiß.
Häufige Fragen
Sind die Früchte der Akebie essbar?
Ja. Das weiße, gallertige Fruchtfleisch in der aufgesprungenen Balgfrucht ist essbar und süß, mit feinem Vanillearoma. Die Samen isst man nicht, und die Schale schmeckt bitter — in Japan wird allerdings auch sie verwendet, gebraten als Gemüse. Bei uns reifen die Früchte im September und Oktober, aber nur, wenn die Pflanze einen Bestäuber hat.
Warum hat die Akebie keine Früchte?
Weil sie auf Fremdbestäubung angewiesen ist — mit eigenem Pollen setzt sie nicht an. Sie braucht eine zweite Pflanze aus einer anderen Vermehrung, keinen Ausläufer derselben. Die zweite mögliche Ursache ist Spätfrost, der die Blüten schon im Mai kostet. Auch Handbestäubung mit dem Pinsel hilft.
Wie hoch wird die Akebie?
8–10 Meter, und das ziemlich schnell — unter guten Bedingungen legt sie anderthalb Meter pro Saison zu. Genau deshalb pflanzen Sie sie nur dort, wo sie eine stabile Rankhilfe hat und wo Sie sie jedes Jahr nach der Blüte zurückschneiden können.
Ist die Akebie winterhart?
Ja, sie verträgt etwa −20 °C. In einem strengen Winter kann sie bis ins alte Holz zurückfrieren, treibt aber in der Regel vom Fuß wieder aus. Bei jungen Pflanzen lohnt es sich, den Fuß im Winter mit Mulch oder Laub anzuhäufeln.
Wann schneidet man die Akebie?
Nach der Blüte, also im Juni. Sie blüht am vorjährigen Holz, ein Winter- oder Vorfrühlingsschnitt würde also Blüten kosten. Sie verträgt auch einen starken Verjüngungsschnitt ins alte Holz, mit dem sich eine überalterte Pflanze wieder in Form bringen lässt.
Beschädigt die Akebie die Fassade?
In das Mauerwerk wächst sie nicht hinein, weil sie sich windet und keine Haftscheiben bildet. Das Risiko liegt woanders: Die Triebe zwängen sich in jede Fuge, unter Dachziegel, in Dachrinnen und hinter Verkleidungen. Auf glattem Putz mit einem stabilen Gitter im Abstand ist das kein Problem, bei Schindeln oder älterem Anstrich pflanzen Sie sie lieber nicht.
Ist die Akebie laubabwerfend oder immergrün?
Bei uns laubabwerfend. In milderem Klima, etwa in den Küstenregionen Westeuropas, behält sie einen Teil der Blätter über den Winter — deshalb wird sie in der Literatur gelegentlich als halbimmergrün geführt.
