Drachenkopf (Dracocephalum)
Alles über die Drachenkopf-Pflanze (Dracocephalum): die bekanntesten Arten, ihre Verwendung und Tipps zum Anbau als Bienenweide im Garten.
Inhalt
Die Drachenkopf-Pflanze als Bienenweide
(Dracocephalum)
Drachenkopf (Dracocephalum) ist eine Gattung krautiger Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) mit mehreren Arten in verschiedenen Teilen der Welt. Ihren Namen verdanken sie der Blüte: Die zweilippige Krone erinnert an einen aufgerissenen Drachenrachen. Bekannt sind die Arten vor allem für ihre nektarreichen Blüten, die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge anziehen – im Garten ist der Drachenkopf damit eine gute Bienenweide.
Wie sieht die Drachenkopf-Pflanze aus
- Pflanzen der Gattung Drachenkopf wachsen meist aufrecht und bilden lockere Horste.
- Die Blätter stehen – wie bei allen Lippenblütlern – kreuzgegenständig; ihre Form reicht je nach Art von schmal linealisch und ganzrandig über länglich gezähnt bis fiederteilig.
- Die Blüten sind charakteristisch zweilippig und röhrenförmig. Ihre Farben reichen von Rosa über Violett und Blau bis Weiß, meist stehen sie in Scheinquirlen oder ährenartigen Blütenständen.
Natürliche Verbreitung: Die Gattung ist über weite Teile der Nordhalbkugel verbreitet. Einige Arten wachsen in Europa, viele in Asien, einzelne in Nordamerika. Am bekanntesten sind diese Arten:
Dracocephalum moldavica: Der Türkische Drachenkopf stammt aus Zentralasien und ist in Europa eingebürgert. Er ist einjährig, hat violette Blüten und länglich-lanzettliche, gezähnte Blätter.
Dracocephalum argunense: Diese Art stammt aus Ostasien und ist für ihre leuchtend blauen Blüten bekannt. Sie wächst in feuchten und bergigen Lagen.
Dracocephalum parviflorum: Der Kleinblütige Drachenkopf wächst in Nordamerika und hat blaue bis violette Blüten. Er kommt meist an feuchten Standorten vor, etwa auf Wiesen und an Bachufern.
Türkischer Drachenkopf (Dracocephalum moldavica)

Der Türkische Drachenkopf (Dracocephalum moldavica), auch Moldawische Melisse genannt, gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die einjährige Art hat nicht nur ein hübsches Erscheinungsbild, sie ist auch als Tee- und Bienenpflanze beliebt.
Wie sieht der Türkische Drachenkopf aus
- Der Türkische Drachenkopf ist ein niedriges Kraut mit aufrechten Stängeln und erreicht eine Höhe von etwa 20–40 cm.
- Die Blätter stehen gegenständig, sind länglich-lanzettlich, gezähnt und frischgrün.
- Die Blüten sind violett bis blauviolett, zweilippig und stehen in dichten Scheinquirlen an der Stängelspitze.
So bauen Sie diese hübsche Steingartenpflanze und Bienenweide an
Standort: Das Kraut bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Gut geeignet sind Stellen mit durchlässigem Boden.
Gießen: Der Türkische Drachenkopf mag gleichmäßige Feuchtigkeit, verträgt aber keine Staunässe. Der Boden sollte eher frisch als nass sein.
Boden: Die Pflanze bevorzugt einen durchlässigen, humusreichen und leicht sauren bis neutralen Boden.
Vermehrung: Da die Art einjährig ist, wird sie ausschließlich aus Samen gezogen – eine Teilung von Horsten funktioniert nicht. Die Samen säen Sie im Frühjahr direkt ins Beet.
Wofür der Türkische Drachenkopf traditionell verwendet wird
Der Türkische Drachenkopf wird vor allem als Tee- und Würzkraut angebaut. Seine Blätter und Blüten enthalten ätherisches Öl mit Geraniol und Citral, das dem Kraut sein zitronig-melissenartiges Aroma gibt. Überliefert sind vor allem diese Verwendungen:
- Als Kräutertee: Getrocknetes Kraut ergibt einen zitronig duftenden Aufguss, der in Osteuropa und Zentralasien seit Langem getrunken wird.
- In der Küche: Frische Blätter würzen Salate, Quark und Sommergetränke ähnlich wie Zitronenmelisse.
- In der Imkerei: Die Art gilt als ergiebige Trachtpflanze und wird gezielt als Bienenweide ausgesät.
Diese überlieferten Anwendungen stammen aus der Volksküche und der Volksmedizin und sind wissenschaftlich nicht belegt; eine gesundheitliche Wirkung lässt sich daraus nicht ableiten. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ärztin, Arzt oder Apotheke.
Österreichischer Drachenkopf (Dracocephalum austriacum)
Der Österreichische Drachenkopf (Dracocephalum austriacum) ist eine ausdauernde Art aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). In Deutschland kommt er wild nicht vor; sein Verbreitungsgebiet reicht von den Pyrenäen über die Alpen bis in die Westukraine und den Kaukasus. Die Art steht in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie und ist damit europaweit streng geschützt.
Wie sieht der Österreichische Drachenkopf aus
Der Österreichische Drachenkopf wächst aufrecht und erreicht eine Höhe von etwa 20–40 cm, selten bis 60 cm.
Die Blätter stehen gegenständig, sind nur 1,5 bis 2,5 cm lang und bis etwa zur Mitte in drei bis fünf schmale, ganzrandige Zipfel geteilt. Sie sind frischgrün.
Die Blüten sind sehr auffällig, 35 bis 50 Millimeter lang und violett bis blauviolett gefärbt. Sie stehen in kompakten Blütenständen an den Stängelspitzen.
So halten Sie diese streng geschützte Art im Garten
Standort: Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Ihr behagen Stellen mit durchlässigem, kalkhaltigem Boden.
Gießen: Der Österreichische Drachenkopf mag gleichmäßige Wassergaben, vor allem in Trockenperioden. Der Boden sollte weder zu nass werden noch ganz austrocknen.
Boden: Die Pflanze bevorzugt durchlässigen, humusreichen Boden. Neutrale bis leicht kalkhaltige Böden sind ideal.
Vermehrung: Vermehrt wird über Samen, die Sie im Frühjahr oder Herbst aussäen. Die Samen sind Lichtkeimer, daher werden sie nur leicht auf die Bodenoberfläche gedrückt. Wichtig: Pflanzen und Saatgut ausschließlich aus gärtnerischer Vermehrung beziehen – die Entnahme aus der Natur ist nach § 44 BNatSchG verboten.
Winterschutz: Der Österreichische Drachenkopf ist in der Regel ausreichend frosthart. In härteren Wintern können Sie den Boden rund um die Pflanze mit Mulch abdecken.
Nordischer Drachenkopf (Dracocephalum ruyschiana)

Der Nordische Drachenkopf (Dracocephalum ruyschiana), auch Berg-Drachenkopf genannt, ist eine weitere Art der Gattung Dracocephalum aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). In Deutschland gilt er als ausgestorben oder verschollen und ist streng geschützt; im Garten ist er eine dankbare Steingartenstaude.
Wie sieht der Nordische Drachenkopf aus
- Der Nordische Drachenkopf ist eine niedrige Staude mit aufrechten Stängeln und erreicht eine Höhe von 10–30 cm.
- Die Blätter stehen gegenständig, sind schmal linealisch bis lineal-lanzettlich und ganzrandig, mit nach unten umgerollten Rändern. Sie haben ein frisches Grün.
- Die Blüten sind blau bis violett gefärbt, 15 bis 28 Millimeter lang und deutlich zweilippig. Sie stehen in ährenartigen Blütenständen an den Stängelenden.
So bauen Sie diese Drachenkopf-Art an
Der Anbau des Nordischen Drachenkopfs unterscheidet sich kaum von dem der anderen Arten. Er braucht vor allem einen sonnigen bis halbschattigen Standort. In der vollen Sonne blüht er in der Regel reicher. Außerdem bevorzugt er gleichmäßige Wassergaben, vor allem in Trockenperioden. Der Boden sollte leicht feucht sein, überschüssiges Wasser aber nicht halten. Er sollte gut durchlässig und humusreich sein; diese Art bevorzugt einen neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert.
Auch dieser Drachenkopf lässt sich aus Samen ziehen, die leicht keimen, als Lichtkeimer aber auf der Bodenoberfläche bleiben müssen. Pflanzen für den Garten stammen aus dem Fachhandel, Wildbestände sind streng geschützt. Der Nordische Drachenkopf ist in der Regel ausreichend frosthart, in Lagen mit strengen Wintern kann eine leichte Abdeckung mit Mulch aber sinnvoll sein.
Der Nordische Drachenkopf ist eine schöne Pflanze für Steingärten, Zierbeete und Blumengärten. Seine blauen und violetten Blüten sind eine gute Bienenweide für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Beim Anbau lohnt es sich, seine Ansprüche und die Bedingungen im eigenen Garten aufeinander abzustimmen.
