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Hymenocallis (Schönhäutchen)

Das Schönhäutchen ist eine exotische Zwiebelpflanze mit spinnenartigen, stark duftenden Blüten. So kultivieren, vermehren und überwintern Sie es richtig für eine reiche Blüte.

Schönhäutchen (Hymenocallis) mit weißen, spinnenartigen Blüten

Zwiebelpflanzen mit ungewöhnlichen, auffälligen Blüten

  • Standort: sehr hell bis sonnig und luftig; Arten ohne Winterruhe brauchen das ganze Jahr über einen warmen Platz
  • Höhe: je nach Art 30–100 cm
  • Blütezeit: Juni–Juli, bei manchen Arten auch im Herbst oder zu einer anderen Jahreszeit
  • Vermehrung: durch Tochterzwiebeln

Die Gattung Hymenocallis aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) ist im subtropischen und tropischen Amerika verbreitet. Sie umfasst Arten, die sich bei uns über den Winter trocken und kühl (10–15 °C) halten lassen, und andere, die ohne Wachstumsruhe ganzjährig bei normaler Zimmertemperatur oder im kleinen Warmhaus kultiviert werden. Die bizarren, duftenden Blüten tragen eine Nebenkrone und sind weiß oder gelb. Der Blütenschaft, je nach Art bis 1 m lang, ist nicht hohl wie beim Ritterstern (Hippeastrum), sondern massiv. Die riemenförmigen Blätter verjüngen sich zu einem Blattstiel. Die im Blumenhandel bis heute gebräuchliche Bezeichnung „Ismene“ geht auf eine gleichnamige Gattung zurück, die heute wieder als eigenständig gilt.

Pflege und Kultur

Das Schönhäutchen wird ähnlich kultiviert wie der Ritterstern, die Wachstumsruhe muss jedoch den ganzen Winter über dauern.

Trocken und frostfrei überwinterte Zwiebeln werden erst Ende März oder Anfang April in ein frisches, leicht lehmiges Substrat gesetzt. Möglich ist auch das Auspflanzen an eine sonnige Stelle im Gartenboden. Während der Vegetationszeit sind regelmäßiges Gießen und Düngen nötig, bis die Blätter im Herbst einziehen.

Arten ohne Vegetationsruhe stehen ganzjährig hell bis sonnig bei Zimmertemperaturen von mindestens 20 °C. Gegossen wird nach Bedarf, gedüngt einmal im Monat, ab dem Frühjahr dann wöchentlich.

Arten, die eine Wachstumsruhe brauchen:

  • Hymenocallis amancaes – trägt im Juni und Juli 3–6 große gelbe, duftende Blüten auf einem 60–80 cm hohen Schaft.

  • Hymenocallis narcissiflora (Syn. H. calathina) – blüht ebenfalls im Juni und Juli, wird aber höher; 2–6 weiße, duftende Blüten in einer Dolde auf einem bis zu 1 m langen Schaft.

Arten ohne Vegetationsruhe:

Prächtiges Schönhäutchen (Hymenocallis speciosa)
Prächtiges Schönhäutchen (Hymenocallis speciosa)
  • Hymenocallis caribaea – blüht meist im Sommer, gelegentlich auch zu anderen Zeiten; große weiße, angenehm duftende Blüten in einer Dolde.
  • Hymenocallis × macrostephana – Kreuzung aus H. narcissiflora × H. speciosa; bis zu 15 weiße Blüten mit Vanilleduft auf einem 70 cm hohen Schaft. Blüht im Herbst, im Winter oder im Sommer.
  • Hymenocallis speciosa (Syn. Pancratium speciosum) – dem vorigen Hybriden ähnlich, aber etwas kleiner; die Blüten öffnen sich nacheinander.

Weitere Arten und Sorten

Ismene (Hymenocallis festalis)

Ismene (Hymenocallis festalis) mit schneeweißer Blüte

Die in Europa beliebteste Art für die Kultur; sie wird 60–80 cm hoch und blüht mit großen, schneeweißen Blüten, die intensiv duften.

Strand-Schönhäutchen (Hymenocallis littoralis)

Strand-Schönhäutchen (Hymenocallis littoralis) mit schmalen Blütenblättern

Diese Art stammt aus den Küstenregionen Mittelamerikas und hat schmalere Blütenblätter sowie einen deutlicheren grünen Streifen in der Mitte der Krone.