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Erbsenstrauch (Caragana)

Ein sibirischer Strauch, der trockenen und mageren Boden aushält und sich im Mai mit gelben Blüten überzieht. Eine Hecke, die nicht gegossen werden muss.

Der Erbsenstrauch ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Sie umfasst Sträucher und Bäume mit charakteristischen zusammengesetzten Blättern und auffälligen, überwiegend gelben Blüten. Die Gattung Caragana ist von Osteuropa bis Ostasien verbreitet; derzeit sind etwa 100 Arten bekannt.

Diese Pflanzen bevorzugen sonnige Standorte und vertragen Trockenperioden ausgesprochen gut — deshalb sind Erbsensträucher eine beliebte Wahl für Gärten und Hecken. Der bekannteste Vertreter ist der Sibirische Erbsenstrauch (Caragana arborescens), der für seine Zierwirkung und seinen Nutzen im Ökosystem geschätzt wird, unter anderem als Bienenweide. Vermehrt wird über Samen oder Stecklinge; der Wuchs ist rasch.

  • Erbsensträucher sind Ziergehölze für sonnige Standorte.
  • Sie wachsen als Sträucher und Bäume mit gelben Blüten und eignen sich gut für Hecken.
  • Sie wachsen schnell und lassen sich leicht vermehren.

Botanische Einordnung

Der Erbsenstrauch (Caragana) ist eine Gehölzgattung aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), zu der auch Erbse, Robinie und Klee gehören. Sie umfasst rund hundert Arten von Sträuchern und kleineren Bäumen, die von Osteuropa über Sibirien bis nach Ostasien verbreitet sind.

Erkennungsmerkmale sind die gefiederten Blätter aus kleinen Fiederblättchen und die gelben Schmetterlingsblüten, aus denen sich schmale Hülsen entwickeln. Dass es sich um einen Hülsenfrüchtler handelt, sieht man auch unter der Erde: Der Erbsenstrauch lebt in Symbiose mit Knöllchenbakterien, die Luftstickstoff binden. Deshalb gedeiht er auch auf Böden, auf denen andere Gehölze darben.

Wissenschaftliche Einordnung

Zweig des Erbsenstrauchs (Caragana arborescens) mit gefiederten Blättern und schmalen grünen Hülsen
  • Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
  • Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
  • Unterfamilie: Faboideae
  • Gattung: Erbsenstrauch (Caragana)

Die Frucht ist eine schmale Hülse mit mehreren Samen. Beim Sibirischen Erbsenstrauch lassen sich die Samen gekocht wie eine kleine Hülsenfrucht verwenden — roh werden sie nicht gegessen, wie die meisten rohen Hülsenfrüchte. Die Blüten sind bei den meisten Arten gelb, bei einigen eher orange getönt.

Erbsenstrauch – Arten

ArtBotanischer NameHöheWofür sie sich eignet
Sibirischer ErbsenstrauchCaragana arborescensbis 6 mDie am häufigsten gepflanzte Art. Hecke, Windschutz, Solitär; verträgt Sonne und Halbschatten.
Zwerg-ErbsenstrauchCaragana pygmaeabis 1 mSteingarten, niedrige Einfassung, Kübel. Feine Fiederblättchen und dünne, überhängende Triebe.
Strauch-ErbsenstrauchCaragana frutex2–3 mRobust und sehr winterhart, für ungepflegte Hecken und Böschungen.
Maximowicz-ErbsenstrauchCaragana maximowicziana1–2 mNiedrigere, dicht verzweigte Art für kleinere Gärten.

Vorsicht bei den Namen: im Handel und in Katalogen läuft Caragana arborescens unter mehreren Bezeichnungen — als Sibirischer Erbsenstrauch, als Gewöhnlicher Erbsenstrauch, und im Englischen als Siberian pea shrub, woraus dann Namen wie „Erbsenbaum“ entstehen. Gemeint ist immer dieselbe Art Caragana arborescens und mit der Erbse hat sie außer der verwandten Familie nichts gemeinsam.

Bedeutung und Verwendung

Hängender Erbsenstrauch (Caragana arborescens 'Pendula') als Hochstamm mit gelben Blüten am Gartenzaun

Der Erbsenstrauch ist in vielen Bereichen nützlich: in der Imkerei, bei Pflanzung und Heckenbau und nicht zuletzt als pflegeleichtes Ziergehölz. Beliebt ist er vor allem, weil er wenig Ansprüche stellt und vielseitig einsetzbar ist.

Imkerei

Der Sibirische Erbsenstrauch zählt zu den guten Bienenweiden. Er blüht im Mai, also zu einer Zeit, in der die Obstblüte vorbei ist und die großen Sommertrachten noch nicht begonnen haben — genau diese Lücke macht ihn für Imker interessant. Der blühende Strauch ist über und über mit gelben Blüten besetzt und summt von Hummeln und Bienen.

Pflanzung und Hecke

Als Hecke ist der Erbsenstrauch eine der praktischsten Lösungen für Stellen, an denen Sie weder gießen noch düngen wollen: Er wächst schnell, verzweigt dicht und kommt mit trockenem, magerem Boden zurecht. Er verträgt Sonne und Halbschatten, blüht aber in der vollen Sonne deutlich reicher.

  • Pflanzabstand in der Hecke 60–80 cm, in der freien Pflanzung 1,5–2 m.
  • Die Wurzeln halten den Boden, deshalb eignet sich der Erbsenstrauch für Böschungen und Grundstücksränder, an denen Erde abrutscht.
  • Er verträgt windige, exponierte Lagen und auch städtische Bedingungen samt Streusalz — deshalb wird er an Wegen und als Windschutz gepflanzt.
  • Setzen Sie ihn nicht an ein Staudenbeet, das Sie düngen. In nährstoffreichem, feuchtem Boden treibt er üppig, verkahlt und blüht wenig.
  • In die Gruppe passen Gehölze mit genauso bescheidenen Ansprüchen — Tamariske, Essigbaum, Schneeball oder Ziergräser. Buchsbaum und Bambus daneben brauchen dagegen eine völlig andere Pflege.

Anbau und Pflege

Der Erbsenstrauch gehört zu den Gehölzen, bei denen die beste Pflege darin besteht, sie in Ruhe zu lassen. Zwei Dinge lohnen sich trotzdem:

  • Schnitt erst nach der Blüte, also im Juni. Der Erbsenstrauch blüht am vorjährigen Holz, ein Schnitt im Vorfrühling würde also Blüten kosten. Eine Hecke wird einmal jährlich nach der Blüte geschnitten, gegebenenfalls im August noch einmal leicht.
  • Verjüngungsschnitt verträgt er gut — ein überalterter, verkahlter Strauch lässt sich tief über dem Boden zurücksetzen und treibt wieder aus.
  • Gießen nur in den ersten beiden Jahren. Ein eingewachsener Erbsenstrauch ist außergewöhnlich trockenheitsresistent; zu viel Wasser schadet ihm mehr als Trockenheit.
  • Im Kübel lässt er sich kultivieren, vor allem die niedrigen Arten, er braucht dann aber ein durchlässiges Substrat und ein Gefäß, in dem kein Wasser steht.
  • Die Winterhärte ist außergewöhnlich — die sibirische Herkunft bedeutet, dass ihm unsere Winter nichts anhaben. Winternässe schadet ihm eher als Frost.

Erbsenstrauch düngen

Gelbe Schmetterlingsblüten des Erbsenstrauchs (Caragana arborescens) zwischen gefiederten Blättern

Der Erbsenstrauch ist eines der wenigen Gehölze, bei denen Düngen meistens überflüssig und manchmal sogar kontraproduktivist. Als Hülsenfrüchtler versorgt er sich selbst mit Stickstoff , und zwar über die Knöllchenbakterien an den Wurzeln. Stickstoffdünger bringt ihm deshalb nichts — nur weiche Triebe, die schlechter überwintern und weniger blühen.

  • In den ersten zwei bis drei Jahren nach der Pflanzung hilft eine Gabe organischen Düngers im Frühjahr, damit die junge Pflanze schneller einwurzelt.
  • Einen eingewachsenen Strauch düngen Sie gar nicht, solange er nicht ausgesprochen darbt. Bei einer Hecke lohnt sich statt Dünger eher eine Mulchschicht, die die Feuchtigkeit hält.
  • Stickstoff meiden. Der Erbsenstrauch hat davon genug aus der eigenen Symbiose, ein Überschuss zeigt sich in weichen Trieben und schwacher Blüte.
  • Niemals im Herbst düngen. Bei einem Gehölz, das schon im Mai blühen soll, ist das der sicherste Weg zu erfrorenen Trieben.
  • Kalkhaltiger Boden sagt ihm zu, auf saurem Standort hilft ihm deshalb eher eine Kalkung als ein Dünger.

Ökologie und natürliche Bedingungen

Der Sibirische Erbsenstrauch stammt aus Sibirien und der Mandschurei, und damit ist sein ganzes Wesen erklärt: extreme Winterhärte, Trockenheitsverträglichkeit und die Fähigkeit, auf magerem Boden zu wachsen. Dank der Symbiose mit Knöllchenbakterien reichert er den Boden zusätzlich mit Stickstoff an, weshalb er auch zur Rekultivierung und zur Hangbefestigung eingesetzt wird.

Ansprüche an Boden und Licht

An den Boden stellt der Erbsenstrauch kaum Ansprüche und verträgt ein breites Spektrum. Am besten gedeiht er allerdings auf gut durchlässigem, neutralem bis leicht alkalischem Boden; auch trockene und sandige Standorte macht er mit. Das Einzige, was ihm wirklich nicht bekommt, ist schwerer, dauerhaft nasser Boden.

Das Licht entscheidet bei ihm über die Blüte: Halbschatten toleriert er, aber reich blüht er nur in der Sonne.

Krankheiten und Schädlinge

Der Erbsenstrauch gehört zu den Gehölzen, mit denen es selten Ärger gibt — er ist robust, und in gesundem, durchlässigem Boden macht ihm in der Regel nichts zu schaffen. Zwei Dinge tauchen trotzdem auf:

  • Blattläuse an jungen Trieben im Mai und Juni. Am eingewachsenen Strauch muss man nichts tun — Marienkäfer und Singvögel regeln das. Bei einer jungen Pflanze reicht ein kräftiger Wasserstrahl.
  • Pilzliche Blattflecken in feuchten Jahren, erkennbar an Braunfärbung und vorzeitigem Blattfall. Für den Strauch ist das ungefährlich; ein Auslichtungsschnitt und das Zusammenrechen des Falllaubs helfen.
  • Wurzelfäule in nassem Boden. Das ist das Einzige, woran ein Erbsenstrauch tatsächlich eingeht — und es ist ein Standortfehler, keine Krankheit.

Vermehrung und Wachstum

Gelbe Blüte eines Erbsenstrauchs mit schmalen, linealischen Fiederblättchen in Nahaufnahme

Vermehrung und Wachstum verlaufen beim Erbsenstrauch auf eigene Weise. Das Gehölz lässt sich wirkungsvoll vermehren und wächst unter passenden Bedingungen zügig.

Vermehrungsmethoden

Am einfachsten vermehrt sich der Erbsenstrauch über Aussaat. Die Samen werden aus den Hülsen geerntet, die im Juli und August reifen — die Hülsen springen auf, also sammelt man sie, sobald sie braun werden.

  • Die Samen haben eine harte Schale, wie bei Hülsenfrüchtlern üblich. Lassen Sie sie deshalb vor der Aussaat 12–24 Stunden in lauwarmem Wasser quellenoder rauen Sie sie kurz mit Schmirgelpapier an — ohne das keimen sie ungleichmäßig und langsam.
  • Die Herbstaussaat ins Freiland funktioniert ebenfalls, die Stratifikation übernimmt dann der Winter selbst.
  • Grüne Stecklinge im Juni bewurzeln, allerdings mit geringerer Erfolgsquote als bei anderen Sträuchern — beim Erbsenstrauch ist die Aussaat der einfachere Weg.
  • Veredelung wird bei den hängenden und den Ziersorten eingesetzt, die auf einen Hochstamm veredelt werden. So entsteht der Hängende Erbsenstrauch mit bis zum Boden fallender Krone; Sorten wie ‚Pendula‘ und ‚Walker‘ werden als Solitär für kleine Gärten verkauft.

Entwicklung und Wachstumsphasen

Ein junger Erbsenstrauch wächst schnell — in den ersten drei Jahren wird aus dem Sämling ein anderthalb Meter hoher Strauch, und genau deshalb wird er für Hecken und Windschutzstreifen verwendet. Danach verlangsamt sich das Tempo und der Strauch wird eher dichter.

Zu blühen beginnt er im dritten bis vierten Jahr. Wenn ein junger Erbsenstrauch nicht blüht, ist das kein Pflegefehler, sondern nur das Alter. Die Vegetationszeit dauert vom Frühjahr bis zum Herbst, das Laub wirft er verhältnismäßig früh ab, schon im September.

Häufige Fragen

Wann und wie schneidet man den Erbsenstrauch?

Nach der Blüte, also im Juni. Der Erbsenstrauch blüht am vorjährigen Holz, ein Schnitt im Vorfrühling würde also Blüten kosten. Eine Hecke wird einmal nach der Blüte geschnitten, gegebenenfalls im August noch einmal leicht. Einen Verjüngungsschnitt ins alte Holz verträgt er gut, ein überalterter, verkahlter Strauch lässt sich also tief zurücksetzen und treibt wieder aus.

Warum blüht mein Erbsenstrauch nicht?

Die drei häufigsten Ursachen: Er ist noch jung (die Blüte beginnt im dritten bis vierten Jahr), er steht im Schatten, oder Sie haben ihn im Vorfrühling geschnitten und damit das vorjährige Holz mit den Blütenknospen entfernt. Die vierte Möglichkeit ist eine Überdüngung mit Stickstoff, nach der er Blätter auf Kosten der Blüten schiebt.

Sind die Früchte des Erbsenstrauchs essbar, oder ist er giftig?

Die Samen des Sibirischen Erbsenstrauchs lassen sich gekocht wie eine kleine Hülsenfrucht verwenden, und in Sibirien wurden sie früher tatsächlich so genutzt. Roh werden sie nicht gegessen — wie die meisten rohen Hülsenfrüchte. Eine Kulturpflanze, für die sich der Anbau lohnen würde, ist er allerdings nicht; pflanzen Sie ihn als Zier- und Bienenweidegehölz.

Welche Schädlinge befallen den Erbsenstrauch?

Er ist sehr robust. Gelegentlich treten Blattläuse an jungen Trieben auf, in feuchten Jahren pilzliche Blattflecken, die dem Strauch nicht schaden. Ein ernstes Problem ist einzig Wurzelfäule in dauerhaft nassem Boden, und das ist ein Standortfehler, keine Krankheit. Spritzungen sind beim Erbsenstrauch praktisch nie nötig.

Eignet sich der Erbsenstrauch als Hecke?

Ja, und das ist eine seiner besten Verwendungen — vor allem dort, wo Sie die Hecke weder gießen noch düngen wollen. Er wächst schnell, verzweigt dicht, verträgt trockenen und mageren Boden, Wind, Frost und städtisches Streusalz. Pflanzen Sie im Abstand von 60–80 cm und schneiden Sie nach der Blüte.

Muss ich den Erbsenstrauch düngen?

Meistens nicht. Als Hülsenfrüchtler versorgt er sich selbst mit Stickstoff über die Symbiose mit Knöllchenbakterien, ein eingewachsener Strauch braucht also keine Düngung, und ein Stickstoffüberschuss schadet ihm. Eine Gabe im Frühjahr ist nur in den ersten zwei bis drei Jahren nach der Pflanzung sinnvoll.

Womit pflanzt man den Erbsenstrauch zusammen?

Mit Gehölzen, die genauso bescheidene Ansprüche haben — Tamariske, Essigbaum, Schneeball oder Ziergräser. Ein schöner Kontrast entsteht durch das feine Laub des Erbsenstrauchs neben Pflanzen mit großen Blättern. In die Nachbarschaft eines regelmäßig gegossenen und gedüngten Beetes sollten Sie ihn dagegen nicht setzen.