Federgras (Stipa)
Federgras (Stipa) — Ziergras mit federartigen Grannen. Arten, Standort, Federgras schneiden oder auskämmen, überwintern und kombinieren.
Federgras (Stipa): horstbildendes Ziergras
Horstbildendes Gras mit eingerollten Blättern und langen Grannen der Ähren
Standort: offene, sonnige Plätze auf trockenen, warmen, möglichst kalkhaltigen Böden
Höhe: Halme 50–70 cm, blühend 70–100 cm
Blütezeit: Juni–Juli–August
Vermehrung: durch Aussaat; Pflanzung nur mit vollständigem Topfballen
Federgräser gehören zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und stammen größtenteils aus dem Mittelmeerraum bis nach Südrussland. Ihr besonderer Zierwert liegt in den langen, feinen federartigen Grannen, die allerdings nicht sehr lange an der Ähre bleiben.
Bart-Federgras (Stipa barbata)

Graugrüne, eingerollte, überhängende Blätter bilden einen Horst, der erst nach einigen Jahren seine volle Größe erreicht. Die silbrig seidigen Grannen werden bis zu 40 cm lang und werden im Spätsommer vom Wind davongetragen. Danach empfiehlt sich ein Rückschnitt der Halme.
Haar-Pfriemengras (Stipa capillata)

Es bildet dichte blaugrüne Blatthorste, die auch nach der Blüte aufrecht bleiben. Die Rispen stehen über dem Laub, die 20 cm langen und oft spiralig gedrehten Grannen sind unbehaart. Vor der Reife schneidet man sie am besten ab, denn sie eignen sich hervorragend als Trockenblumen.
Riesen-Federgras (Stipa gigantea)

Es bildet 50 cm hohe Blatthorste, während die Blütenstiele Mannshöhe erreichen. Die unbehaarten goldenen Grannen werden bis zu 30 cm lang und hängen locker an den fast aufrechten Blütenstielen. In rauen Lagen braucht das Gras Winterschutz.
Echtes Federgras (Stipa pennata), im Handel oft nur Federgras genannt

Eine in Europa heimische Art. Der matt grüne Blatthorst wird 40 cm hoch, der Blütenstand ragt noch etwas darüber hinaus. Die federartig behaarten, ganz weichen und 20 cm langen Grannen hängen in sanften Bögen über.
In Deutschland wächst es auf sonnigen Trockenrasen — etwa am Kyffhäuser, im Saaletal oder in Mainfranken — und ist besonders geschützt. In den Garten gehören deshalb nur Pflanzen aus der Gärtnerei, niemals Wildentnahmen.
Schönes Federgras (Stipa pulcherrima)

Es hat 1 mm breite Blätter und bis zu 1 m hohe beblätterte Halme, die 10–15 cm lange Rispen mit bis zu 50 cm langen weichen Grannen tragen. Diese Art ist wärmebedürftig.
Federgras: Stipa pennata oder Stipa tenuissima?
Der Name Federgras steht im Handel für zwei ganz verschiedene Gräser, die man auseinanderhalten sollte:
- Stipa pennata — botanisch das Echte Federgras, unsere heimische Steppenart mit langen federartigen Grannen. Ältere Literatur führt sie schlicht als Federgras.
- Stipa tenuissima (heute auch Nassella tenuissima) — das Zarte oder Mexikanische Federgras, ein zierliches Gras aus Amerika, das Gärtnereien am häufigsten unter dem Namen Federgras verkaufen, meist in der Sorte ‚Pony Tails‘.
Wenn Sie also im Gartencenter ein „Federgras“ kaufen, handelt es sich in den meisten Fällen um Stipa tenuissima ‚Pony Tails‘. Es bildet luftige Horste von 40 bis 60 cm Höhe, die sich bei Trockenheit hell strohfarben verfärben und bei jedem Windhauch wogen. Es ist kurzlebig — nach drei bis vier Jahren verkahlt der Horst, dafür sät es sich bereitwillig selbst aus.
Die Pflege ist bei beiden gleich: volle Sonne, durchlässiger Boden, keine Überdüngung und im Frühjahr ein Auskämmen der alten Halme.
Federgras pflanzen: Standort, Boden und Düngen
Standort. Federgras braucht volle Sonne und Luft rund um den Horst. Im Halbschatten fällt es auseinander, legt sich um und die Grannen verlieren ihren Glanz. Besonders schön wirkt es am Beetrand, im Kiesgarten oder zwischen Steinen, wo es einen dunkleren Hintergrund hat und im Gegenlicht durchscheint.
Boden. Am besten wächst es in durchlässigem, eher magerem und kalkhaltigem Boden. Schweren Lehmboden lockert man bei der Pflanzung mit grobem Sand oder Splitt auf. Dauernd nasser Boden schadet dem Federgras im Winter mehr als Frost — die Drainage ist bei ihm wichtiger als eine Winterabdeckung.
Pflanzung. Gepflanzt wird im Frühjahr, und zwar nur aus dem Topf mit vollständigem Ballen; das Verpflanzen wurzelnackter Horste verträgt Federgras schlecht. Zwischen den Pflanzen lassen Sie je nach Art 30 bis 50 cm Abstand.
Gießen. Nach dem Anwachsen nur bei längerer Trockenheit gießen. Federgras ist ein Steppengras und verträgt Staunässe viel schlechter als Trockenheit.
Düngen. Sparsam, sonst werden die Horste mastig und legen sich um. Eine schwache Gabe früh im Frühjahr, wenn das Gras austreibt, reicht völlig. Bewährt hat sich perfekter Naturdünger DÜNGEE — verteilen Sie ihn in einer dünnen Schicht rund um den Horst und arbeiten Sie ihn leicht in den Boden ein, oder setzen Sie daraus einen flüssigen Auszug an und gießen den Horst damit einmal im Frühjahr. Die Nährstoffe werden langsam frei, sodass das Gras nicht unnötig weich wächst. Die Mengen für Stauden und Gräser finden Sie in der Dosierungstabelle und für ein ganzes Beet mit Ziergräsern eignet sich die 11-l-Packung. Eine Übersicht für die ganze Gartenbepflanzung steht im Artikel über das Düngen von Gartenpflanzen.
Vermehrung. Am sichersten ist die Aussaat im Frühjahr in eine Schale mit anschließendem Pikieren in Töpfe. Ältere Horste lassen sich im Frühjahr vorsichtig teilen, wachsen aber schlechter an als Sämlinge.
Federgras schneiden oder auskämmen: wann und wie
Federgras wird im Herbst nicht geschnitten. Die trockenen Halme schützen über den Winter das Herz des Horstes vor Nässe und sehen obendrein im Raureif am schönsten aus.
Der Hauptschnitt gehört ans Ende Februar bis Anfang März, noch vor dem Austrieb: Schneiden Sie den ganzen Horst etwa 10 cm über dem Boden zurück. Bei feinen Arten wie dem Zarten Federgras kämmt man den Horst statt zu schneiden mit behandschuhter Hand aus und zieht die abgestorbenen Halme heraus — abgeschnittene Enden blieben sonst sichtbar im Horst stehen.
Wer die Grannen für Trockensträuße trocknen möchte, schneidet die Halme schon vor der Reife, wie beim Haar-Pfriemengras beschrieben. Nach der Blüte lassen sich die verblühten Rispen auch entfernen, damit sich das Gras nicht im ganzen Beet aussät.
Federgras überwintern: winterhart oder Schutz nötig?
Die heimischen Arten — Echtes Federgras, Haar-Pfriemengras und Schönes Federgras — sind bei uns voll winterhart und brauchen keinerlei Abdeckung. Winterschutz zu schätzen wissen in raueren Lagen das Riesen-Federgras und das Bart-Federgras: Es genügt, den Horst zu einer Garbe zusammenzubinden und mit trockenem Laub oder Reisig anzuhäufeln.
Entscheidend ist aber die Entwässerung. Ein zusammengebundener Horst leitet das Wasser nach außen ab und das Herz fault nicht; ein zurückgeschnittenes Gras in einer gefrorenen Pfütze übersteht den Winter dagegen oft nicht. Federgras im Kübel stellen Sie an die Hauswand, stellen den Topf auf Füße, damit das Wasser ablaufen kann, und umwickeln die Wände mit Vlies.
Federgras kombinieren: passende Partner im Beet
Federgras ist vor allem Begleiter — für sich allein wirkt es unscheinbar, bringt aber alles zum Leuchten, was daneben steht. Am besten kommt es dort zur Geltung, wo die Nachbarn dieselben Ansprüche haben: volle Sonne und trockener, durchlässiger Boden.
- Lavendel — das klassische Paar für den Kiesgarten; die blauvioletten Ähren und die strohfarbenen Grannen ergänzen sich in Farbe und Form.
- Perowskie und Salbei — luftige blaue Kerzen über den Federgras-Horsten blühen bis in den Herbst hinein.
- Fetthennen, Hauswurz und niedrige Stauden für den Beetrand, wo das Federgras den Hintergrund bildet.
- Sonnenhut und Blaubart für das Präriebeet mit weiteren Ziergräsern.
- Höhere Arten wie das Riesen-Federgras vertragen auch die Nachbarschaft von Solitärgräsern — etwa vom Pampasgras.
Für Gefäße eignet sich das Zarte Federgras; im Balkonkasten hält es zwei bis drei Saisons durch, danach ersetzt man es besser durch einen neuen Sämling.
Häufige Fragen zum Federgras
Wann schneidet man Federgras?
Ende Februar oder Anfang März, noch vor dem Austrieb — der Horst wird etwa 10 cm über dem Boden zurückgeschnitten. Im Herbst wird Federgras nicht geschnitten, die trockenen Halme schützen das Herz des Horstes vor Winternässe.
Wie überwintert man Federgras?
Die heimischen Arten sind voll winterhart und können einfach stehen bleiben. Riesen-Federgras und Bart-Federgras binden Sie in raueren Lagen zu einer Garbe zusammen und häufeln sie mit Laub an. Wichtiger als die Abdeckung ist die Entwässerung — Winternässe schadet dem Federgras mehr als Frost.
Was ist Zartes Federgras?
Botanisch ist das Echte Federgras (Stipa pennata) unsere heimische Steppenart. In Gärtnereien wird unter dem Namen Federgras jedoch am häufigsten das Zarte oder Mexikanische Federgras (Stipa tenuissima) verkauft, meist in der Sorte ‚Pony Tails‘.
Womit düngt man Federgras?
Sparsam und nur einmal pro Saison, früh im Frühjahr. Ihm bekommt der perfekte Naturdünger DÜNGEE — in einer dünnen Schicht rund um den Horst oder als flüssiger Auszug zum Gießen. Reichlich gedüngtes Federgras wächst weich und legt sich um.
Wie vermehrt man Federgras?
Am zuverlässigsten durch Aussaat im Frühjahr; die Jungpflanzen werden nur mit vollständigem Wurzelballen gepflanzt. Ältere Horste lassen sich im Frühjahr teilen, wachsen aber schlechter an als Sämlinge.
Ist Federgras mehrjährig?
Ja, Federgras ist ein ausdauerndes horstbildendes Gras. Die heimischen Arten halten viele Jahre an einer Stelle durch, das Zarte Federgras ist kurzlebig und erneuert sich nach drei bis vier Jahren meist über Sämlinge.
