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Wintergrün (Pyrola)

Ausdauernde niedrige Kräuter, gegebenenfalls Halbsträucher mit immergrünen Blättern

  • Standort: halbschattig bis schattig; humose feuchte Böden, sauer bis kalkhaltig
  • Höhe: 5–30 cm
  • Blütezeit: Mai–Oktober
  • Vermehrung: durch Teilung oder Aussaat
Diese kleine Staude aus der Familie der Wintergrüngewächse (Pyrolaceae) findet man hauptsächlich in Bergwäldern auf der gesamten nördlichen Hemisphäre. Die meisten Arten fühlen sich am wohlsten an schattigen, moosigen Stellen in Nadelwäldern, einige wachsen auch in feuchten Mulden zwischen Dünen. Besonders ist bei diesen Pflanzen, dass ihre Wurzeln in Symbiose mit Bodenpilzen leben, die sie zur Ernährung benötigen. Allen Arten gemeinsam sind bodenständige immergrüne Blätter und Blüten, die einzeln oder zu mehreren auf einem mehr oder weniger langen Stiel sitzen.
Einseitswendiges Wintergrün (Pyrola secunda)
Einseitswendiges Wintergrün (Pyrola secunda) ist ein Halbstrauch.

Einseitswendiges Wintergrün (Pyrola secunda)

Es hat Blätter, die an einen Birnbaum erinnern. Der einzige Halbstrauch unter den Arten, das bedeutet, dass die Triebe nur im unteren Teil verholzen, oben bleiben sie mehr oder weniger krautig; die kleinen Blätter sind eiförmig zugespitzt, mit gesägtem Rand; gelblich-weiße glockenförmige Blüten wachsen in einer dichten einseitswendigen Traube; der Griffel ragt deutlich hervor.

Grünblütiges Wintergrün (Pyrola chlorantha)

Es wächst außer an den genannten Standorten auch auf Felsen; die Blätter der bodenständigen Rosette sind eiförmig und am Rand gesägt; der etwa 20 cm hohe Blütenstiel trägt grünlich-weiße kugelige Blüten in einer lockeren Traube, der Griffel ragt deutlich hervor.

Kleines Wintergrün (Pyrola minor)

Es wächst in Wäldern, auf Sümpfen und Dünen; die Blätter in der bodenständigen Rosette sind rundlich; die Blüten sind kugelig, weiß bis zart rosa, der Griffel ragt nicht hervor, die Traube ist etwas dichter.

Rundblättriges Wintergrün (Pyrola rotundifolia)

Sie wurde früher in der Heilkunde verwendet. Erste Aufzeichnungen aus dem 15. Jahrhundert belegen, dass das Kraut zur Wundbehandlung eingesetzt wurde. Heute ist in Apotheken noch ein schweißtreibender Tee erhältlich (sog. Schweizer Tee). Die grundständigen Blätter sind nahezu kreisförmig. Sie entwickeln sich aus einem unterirdischen Rhizom, aus dem erst nach einigen Jahren der Blütenstand wächst. Die bis zu 30 cm lange Traube ist die größte der gesamten Gattung. Die einzelnen Blüten sind weiß und glockenförmig geöffnet, mit einem langen, S-förmigen Griffel. Ihr starker Duft erinnert an Maiglöckchen. Nach der Fruchtreife stirbt die Rosette ab.

Rundblättriges Wintergrün (Pyrola rotundifolia)