🚚 Packeta kostenlos ab 70,00 €

Wassergarten gestalten: Gartenteich, Springbrunnen, Wasserfall und Feuchtbiotop

Wassergarten Schritt für Schritt planen: Gartenteich, Springbrunnen, Wasserfall im Garten und Feuchtbiotop.

Wassergarten gestalten: Gartenteich, Springbrunnen, Wasserfall und Feuchtbiotop

Wie planen Sie den perfekten Wassergarten? Wir helfen bei der Wahl der Teichform, des Springbrunnens, des Wasserfalls oder des Feuchtbiotops und zeigen, wie Sie die passenden Pflanzen und den richtigen Maßstab finden.

Wie Sie an die Planung eines Gartens mit Wasserspiel herangehen

Steinerner Wasserspeier in Drachenform speit Wasser in ein Becken mit Seerosenblättern
Der Entwurf

Einen Garten zu entwerfen ist eine der komplexesten Kunstformen. Ein gemaltes Bild überdauert auf der Leinwand womöglich Jahrhunderte unverändert, ein Garten dagegen verändert sich ununterbrochen – und wer sich nur wenige Monate nicht um ihn kümmert, findet einen Dschungel vor.

Ein Entwurf muss ästhetischen Ansprüchen genügen und zugleich technisch sauber sein, damit das Ergebnis den unerbittlichen Kräften der Natur standhält. Deshalb braucht es zumindest Grundkenntnisse der Bautechnik und ein Gefühl dafür, was äußere Einflüsse – etwa das Klima – mit einem Wasserspiel anstellen.

Damit ein Entwurf sein Potenzial voll entfalten kann, müssen wir das Grundstück und seinen Standort genau kennen, auf dem der Garten entstehen soll. Harmoniert der Entwurf mit dem Charakter der Umgebung, sieht er am Ende auch gut aus.

Die Wasserpflanzen zu kennen, also ihre Stärken, Schwächen und Eigenheiten, ist genauso wichtig wie die Frage, wie sie sich ästhetisch in den Gesamtrahmen des Gartens einfügen. Die Farbwahl ist natürlich Geschmackssache. Die Farbkomposition im Teich und in seiner Umgebung verlangt aber dieselbe Sorgfalt wie in jedem anderen Gartenteil.

Bevor wir mit dem Entwurf eines neuen Gartenelements beginnen, sollten wir uns einige wichtige Fragen stellen. Passt das geplante Element überhaupt an den gewählten Ort? Wie viel Pflege sind wir bereit zu leisten, und haben wir dafür überhaupt Zeit? Außerdem lohnt der Gedanke, was wir vom Garten eigentlich erwarten und wie wir ihn nutzen wollen. Stört die geplante Veränderung die bisherige Nutzung? Feiern wir oft im Garten? Und wenn ja, nimmt uns das Wasserspiel den Platz zum Grillen und für gemeinsame Abende? Wie sehen es die anderen in der Familie, dass die Rasenfläche, auf der Federball gespielt wird, für immer verschwindet? Bewegen sich ältere Menschen, Menschen mit Behinderung oder kleine Kinder im Garten? Und wenn ja: bleibt der Garten für sie sicher? Damit das Vorhaben gelingt, müssen all diese Punkte gründlich abgewogen und besprochen werden.

Formaler Gartenteich: geometrische Formen und ihre Einbettung in den Garten

Schmales formales Wasserbecken an einer Hauswand, dicht bewachsen mit Schwimmblättern und Blütenknospen

Der formale Gartenteich

Ein formaler Teich ist im Grunde schlicht ein Teich in Form eines Quadrats, Rechtecks oder Kreises. Wir müssen aber sorgfältig prüfen, ob die geplante Form in den Gesamtzusammenhang passt – sonst wirkt sie fremd und unruhig. Wer sich die berühmten formalen Gärten der Vergangenheit ansieht, vor allem die nach französischem Vorbild, erkennt: zwischen den einzelnen Gartenteilen besteht immer eine Kontinuität, ganz gleich, wie groß die Anlage ist. Ein formaler Teich muss Teil eines größeren Ganzen sein, kein Solitär ohne Bezug zu den übrigen Elementen. Er darf schlicht nicht aus dem Gesamtcharakter des Gartens ausbrechen, sonst wirkt er nicht.

Die klaren, präzisen Linien der geometrischen Form sollten deutlich sichtbar bleiben. Am Beckenrand sollte deshalb keine Vegetation wuchern, weil sie die formale Kontur auflöst und den Umriss unregelmäßig macht. Von dieser Regel gibt es Ausnahmen. Es kann zum Beispiel reizvoll sein, eine exotische Kübelpflanze an den Teich zu stellen oder ihn mit einer niedrigen, immergrünen Hecke zu rahmen, die seiner geometrischen Form folgt und ihn vom übrigen Raum abgrenzt. Ideal ist es, wenn auch die Umgebung formal gestaltet ist: aufgeteilt durch Wege, die auf die Mitte der Anlage zulaufen, in kleinere geometrische Flächen, die entweder bepflanzt sind oder von einem sorgfältig gepflegten Rasen eingenommen werden.

Perspektive, Maßstab und die richtige Teichform

Kind läuft über einen schmalen Steg an einem formalen Gartenteich mit Fontäne

Perspektive und Maßstab

Die Lage einer Form verändert immer auch die optische Größe des Gartens. Die Linien eines formalen Teiches wirken wie ein Werkzeug, das die tatsächlichen Maße des Gartens optisch streckt oder staucht. Ein schmales, langgestrecktes Becken entlang der längeren Gartenseite betont die Länge. Quer gelegt, lässt dasselbe Becken einen schmalen Raum breiter erscheinen. Eine zentrale Kreisform bündelt das Blickfeld und verkleinert es.

Wie groß ein Teich sein sollte, lässt sich schwer allgemein sagen; feste Regeln gibt es nicht. Eine große Wasserfläche vergrößert den Raum, weil sich viel von der Umgebung in ihr spiegelt. Ist sie zu groß, dominiert sie den Garten auf Kosten der übrigen Elemente. Die Größe sollte zum Haus, zum Garten und zu den eigenen Ansprüchen passen. Die richtigen Maße sind die, die uns gefallen und mit denen wir zufrieden sind. Auf die Frage der Größe kommen wir im Abschnitt über den Naturteich noch einmal zurück.

Wählen Sie einen passenden Maßstab und zeichnen Sie Garten und Haus auf ein großes Blatt Millimeterpapier. Tragen Sie alle wichtigen Objekte ein: Garage, Schuppen, ausgewachsene Bäume samt Kronendurchmesser – und vergessen Sie die Bäume in den Nachbargärten nicht, deren Äste Schatten werfen und deren Wurzeln bis auf Ihr Grundstück reichen. Zeichnen Sie dann verschiedene Teichformen auf Transparentpapier oder Folie. Diese Zeichnungen legen Sie über den Gartenplan und suchen die günstigste Form und Lage. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn die gewählte Position nicht alle Anforderungen erfüllt. Auf Hindernisse zu stoßen, die einen Kompromiss verlangen, ist völlig normal.

Es lohnt sich, die ganze Lösung vorher zu skizzieren, um eine realistischere Vorstellung zu bekommen. Solche Skizzen helfen vor allem bei welligem oder abschüssigem Gelände. Die Skizze hält die dritte Dimension fest, die sich im Grundriss zwar andeuten lässt, dort aber nur schwer und wenig anschaulich zur Geltung kommt.

Teichformen im Überblick: Quadrat, Kreis, Oval, Rechteck und mehr

Naturnaher Teich mit Kois zwischen großblättrigen tropischen Pflanzen

Quadrat

Eine Figur mit vier gleichen Seiten ist sehr streng und wird für sich allein wohl nur dann eingesetzt, wenn absolute Symmetrie die Voraussetzung für die Harmonie aller Elemente ist. Mehrere Quadrate zu Gruppen zu ordnen, ist dagegen ausgesprochen reizvoll.

Verwendet werden Quadrate unterschiedlicher Größe, die in unterschiedlichen Abständen zueinander liegen. In jedem wachsen andere Arten, jedes behält seinen eigenen Charakter. Die Wege dazwischen lassen sich mit Kieseln pflastern, was den Gesamteindruck weicher macht.

Kreis

Der Kreis ist oft der Mittelpunkt des Gartens und wirkt ähnlich wie das Bulls Eye einer Dartscheibe. Zu dieser Form passt ein Springbrunnen, und sie eignet sich auch als Blickfang am Ende eines Weges vor dem Hintergrund einer formalen, immergrünen Hecke.

Ebenso lässt sich ein Halbkreis verwenden, in dessen Mitte eine Bank oder ein dekoratives Element steht.

Gehört eine Fontäne zum Becken, hebt der dunkelgrüne Hintergrund einer Eibenhecke das Lichtspiel hervor – aus einigem Abstand betrachtet ergibt das ein sehr reizvolles Bild.

Oval

Wie Quadrat und Kreis wird auch das Oval häufig in die Mitte des Gartens gesetzt oder zumindest auf ein anderes formales Element bezogen. Ein Oval anzulegen ist deutlich schwieriger als ein Rechteck, wirkt dafür aber weicher. Anders als der Kreis kann das Oval den Garten je nach Ausrichtung optisch verbreitern oder verlängern.

Rechteck

Das Rechteck lässt sich als zentrales Element des Gartens einsetzen oder als Kern eines abgetrennten Bereichs innerhalb der größeren Anlage. Die Pflanzen sollten nicht zufällig verteilt, sondern ebenfalls formal gesetzt werden, damit Symmetrie und Kontinuität erhalten bleiben. Schoenoplectus tabernaemontani ‚Albescens‘ in den Ecken des Beckens unterstreicht die formale Form. Seerosen mit mindestens 1,8 m Abstand zueinander – der Wert hängt von der Gesamtfläche ab – säumen die Mitte des Beckens. Die Gruppe sollte langgestreckt bleiben, damit sie nicht aus dem formalen Konzept fällt. Das gesamte Becken rahmt ein Plattenbelag. Dazu kommt ein sorgfältig gemähter Rasen, begrenzt von einer niedrigen Hecke oder von Blumenbeeten. Ein rechteckiger Wassergarten muss sparsam und einfach bepflanzt werden. Wer einen Wassergarten mit üppiger, vielfältiger Flora möchte, muss eine andere Lösung wählen.

Kanal

Der Kanal ist die Verlängerung des Rechtecks und soll vor allem den Blick auf ein Objekt am entferntesten Punkt lenken: auf eine Skulptur, eine Fontäne oder ein Blumenbeet. Er ist schmal und deshalb nur selten bepflanzt, an seinen Seiten lassen sich aber säulenförmige Nadelgehölze setzen, etwa Juniperus virginiana ‚Skyrocket‘. In den Gärten des Generalife in Spanien säumen Fontänen beide Seiten des Kanals, und das Wasser ihrer Strahlen fällt in den Kanal zurück. An seinem Ende stehen zwei hohe Zypressen, die die Länge des Kanals betonen und den Eindruck von Entfernung verstärken.

Teich in L-Form

Diese Form lässt sich einzeln oder paarweise verwenden. Mit ihr kann man ähnlich arbeiten wie mit Quadraten, sie also zu Gruppen ordnen. Ein L-förmiger Teich passt hervorragend in eine Ecke. Spiegelbildlich angeordnete Paare solcher Becken können ein Eingangstor in den Garten bilden.

Sie können gestuft angelegt werden, sodass das Wasser zwischen zwei Ebenen zirkuliert. Beide Becken sollten erhöht sein. Der obere Teil wirkt besonders schön, wenn man ihn seitlich mit Myriophyllum proserpinacoides (Papageienfeder) bepflanzt und das Wasser über den Bewuchs laufen lässt – das fein gefiederte Laub kommt so richtig zur Geltung. Bei dieser Auslegung des formalen Teiches ist eine Randbepflanzung ausnahmsweise vertretbar.

Teich in Hantelform

Ein hantelförmiger Teich braucht viel Platz. Es ist eine markante Form, die den ganzen Garten dominiert, ganz gleich, wo sie liegt. Sie besteht aus zwei Kreisen, die ein Kanal verbindet.

Statt der Kreise lassen sich auch Quadrate verwenden. Beide Endbecken bepflanzt man am besten, etwa mit Seerosen, doch auch eine Fontäne, eine Figur oder eine Plastik passt dorthin. Am besten wirkt der Teich auf offener Fläche ohne hohe Bäume. Um ihn herum kann ein Weg verlaufen, der an die übrigen Wege anschließt und zwischen kurz gemähten Rasenflächen zum Teich hin- und wieder wegführt. Auf der Rasenfläche machen sich geschnittene Sträucher gut, entweder in den Ecken oder in einer symmetrischen Anordnung. Gehölze, die sich leicht in Form schneiden lassen, passen hier hervorragend. Den gesamten Bereich kann eine gepflegte Hecke oder ein Blumenbeet einfassen.

Dreieck

Das Parterre, das nur eine von vielen Formen einer komplexen Anlage war, verschwand im 17. Jahrhundert von der Bildfläche, und seither wird das Dreieck nur noch selten eingesetzt. Mit etwas Fantasie lässt es sich in ein modernes Konzept einbauen, in dem scharfkantige Formen interessant wirken. Diese ungewöhnliche Form passt am besten zu moderner Architektur. Mit einer Pumpe lassen sich mehrere dreieckige Becken unterschiedlicher Größe auf verschiedenen Ebenen durch Wasserfälle miteinander verbinden. In ein solches Konzept passen auch ein Schwimmbecken und dekorative Pflanzgefäße, die den Raum farbig beleben.

Schwimmbecken

In privaten Gärten tauchen Schwimmbecken immer häufiger auf. Wir meinen: auch Wasserflächen, die rein der Erholung dienen, sollten schön anzusehen sein. Für Zierteiche und Schwimmbecken gelten dieselben gestalterischen Grundsätze. Alle Faktoren, die für ein gesundes Pflanzenwachstum zählen, sind selbstverständlich auch für das körperliche Vergnügen im Wasser wichtig. Es würde uns kaum gefallen, in einer dunklen, schattigen Ecke oder im Zugwind zu baden.

Der wesentliche Unterschied liegt – neben der Konstruktion – in der Farbe. Schwimmbecken sind innen meist hell türkis gestrichen. Diese Farbe ist allerdings sehr grell und wirkt im Garten unruhig. Besser ist ein dunkles Blau, das sich ins Gartenbild weit besser einfügt. Ein Schwimmbecken muss aufbereitet und gechlort werden, während die übrigen Wasserflächen an eine andere Wasserquelle angeschlossen und bepflanzt werden können. So gefasst, fügt sich das Schwimmbecken ohne Bruch in das Gesamtkonzept des Gartens ein.

Hochteich und Fertigteich: Vorteile, Tiefe und Pflanzenauswahl

Ovaler formaler Gartenteich im Rasen mit kleiner Fontäne vor einem Backsteinhaus mit geschnittenen Hecken

Hochteiche

Teiche können über das Niveau des umgebenden Geländes gehoben werden. Diese Bauweise eignet sich für formale Becken. Ein kleiner Hochteich kann im Winter zwar durchfrieren – ist er aber solide gebaut und nehmen wir die Fische heraus, macht das nichts. Eine solche Konstruktion eröffnet außerdem eine ganze Reihe zusätzlicher Gestaltungsmöglichkeiten.

Auch am Hang lässt sich ein Teich problemlos bauen, grundsätzlich auf zwei Arten. Welche davon wir wählen, hängt allein von der Neigung des Geländes und vom eigenen Geschmack ab.

Der Teich sollte nach Süden ausgerichtet sein, damit er möglichst viel Licht bekommt.

Der Raum unter der Wasseroberfläche

Was unter der Wasseroberfläche passiert, muss praktisch durchdacht sein, sonst haben wir am Teich nicht lange Freude. Es mag scheinen, als zählten nur die sichtbaren Formen über dem Wasser – die Formen darunter sind aber genauso wichtig. Die Gestaltung unter Wasser muss Pflanzen, Fische und die Technik berücksichtigen, also etwa Pumpen und Leuchten. Bauen wir den Teich selbst, können wir die einzelnen Maße frei wählen und alle Anforderungen dieser drei Bereiche mühelos erfüllen.

Pflanzen

Damit Wasserpflanzen gedeihen, müssen sie in der richtigen Tiefe stehen. Manche Arten brauchen tiefes Wasser, andere flaches. Zu den Tiefwasserpflanzen gehören fast alle Seerosen – wer keine Zwergsorten wie Nymphaea x pygmaea ‚Helvola‘ pflanzt, sollte mindestens 45 cm Wassertiefe einplanen. Den meisten Seerosen behagen 60 bis 75 cm, und wer keinen wirklich großen Teich baut, fährt mit dieser Tiefe optimal. Die Pumpe stellt man tiefer, aber nicht auf den Grund. Dank des Filters über der Pumpe halten sich Kleinorganismen und Schwebstoffe fern, sodass sie störungsfrei läuft.

Fertigteiche

Wer ein Fertigbecken kaufen will, sollte eine klare Vorstellung davon haben, was der Teich leisten soll, und genau das passende Modell wählen. In solche Becken lassen sich sowohl Tiefwasser- als auch Flachwasserpflanzen setzen. Prüfen sollte man allerdings, ob die Pflanzstufen richtig sitzen und vor allem, ob das Becken tief genug ist. Nur wenige Fertigteiche sind tiefer als 45 cm – eine Tiefe, die selbst schwach wachsenden Seerosen kaum reicht. In einem so flachen Becken bildet sich im Winter unter dem Eis vermutlich keine ausreichend große Zone freien Wassers, in der Fische überleben könnten.

Naturteich: Form, Maßstab und Bepflanzung mit Wasserpflanzen

Riesige Schwimmblätter der Victoria-Seerose auf einem Wasserbecken im Gewächshaus

Der Naturteich

Einen naturnah gestalteten Garten bereichert das Element Wasser ungemein. Ein Beispiel ist der Steingarten. Wasser wirkt dort nicht nur als eigenständiges Element, sondern bietet zugleich vielen Pflanzenarten einen natürlichen Lebensraum und kommt auch den Arten zugute, die in unmittelbarer Nähe wachsen.

Wer mit unterschiedlichen Wassertiefen arbeitet, entdeckt, wie vielseitig Wasser ist. Flaches Wasser spiegelt das Sonnenlicht wunderbar. Tiefes Wasser dagegen erzeugt den Eindruck einer fast unendlichen Leere, und Pflanzen wirken vor diesem dunklen Hintergrund besonders reizvoll.

Eine ruhige, glatte Wasserfläche empfinden die meisten Menschen als wenig spannend. Ihr Zauber entsteht erst, wenn wir sie um weitere Elemente ergänzen oder sie in Bewegung bringen. Auch Lancelot „Capability“ Brown verließ sich beim Bau seiner großen Landschaftsgärten nicht auf das Wasser allein. Er wusste genau, dass das Zusammenspiel von Wasser und Landschaft die Qualitäten beider erst hervorhebt.

Maßstab

Sprengt ein Teich mit seinen Proportionen die Umgebung, nimmt die Harmonie des Gartens schweren Schaden. Auch hier gilt keine eindeutige Regel. Es geht immer darum, das Geplante mit dem Vorhandenen abzustimmen. Wer neben einer dreihundertjährigen Eiche mit 1,2 m Stammdurchmesser ein Becken von 1,2 auf 1,8 m anlegt, bekommt einen Gulliver unter Liliputanern. Spiegelt sich derselbe Baum dagegen in einer großen Wasserfläche, wirkt das großartig.

Zwischen den Varianten die wirklich beste auszuwählen, kann ein zermürbender Prozess sein. Betrachten Sie den Garten aus verschiedenen Blickwinkeln, an verschiedenen Tagen und sogar zu verschiedenen Jahreszeiten. Diese Zeit ist gut investiert.

Ein neues Element in den Garten einzufügen ist weit schwieriger, als in der Wohnung ein neues Möbelstück zu platzieren. Der Raum eines Hauses wird von Wänden und Decke definiert, während der Garten – selbst wenn er von einer Mauer umgeben ist – keine Decke hat, über ihm wölbt sich nur der offene Himmel. In diesem offenen Raum können die meisten Menschen schlecht abschätzen, wie groß ein Teich im Verhältnis zur Umgebung sein sollte. Das Problem lässt sich leicht umgehen, indem man alles – das geplante Element, das Haus und alle weiteren wichtigen Objekte – maßstäblich auf Papier bringt. Wem das Zeichnen nicht liegt, dem hilft eine andere, ebenso wirksame Methode: Nehmen Sie ein Seil oder einen Gartenschlauch und legen Sie damit an der vorgesehenen Stelle den Umriss aus. Form und Größe lassen sich dann beliebig ändern, bis das Ergebnis passt. Führt das zu keinem befriedigenden Resultat, wählen Sie einen anderen Platz, legen Seil oder Schlauch dorthin und wiederholen das Ganze.

Den richtigen Maßstab eines Gartenelements einzuschätzen ist besonders schwer, wenn man auf einem noch leeren Grundstück plant, auf dem keine vertrauten Objekte stehen, an denen sich das Auge orientieren könnte. Es lohnt sich deshalb, einen alltäglichen Gegenstand aufzustellen – einen Gartenstuhl etwa – und sich die Einschätzung so zu erleichtern. Sobald die Bauarbeiten beginnen, sollte der Stuhl allerdings rasch wieder verschwinden: auf die Arbeitsmoral wirkt er sich eher ungünstig aus.

Form

Ein Naturteich darf jede beliebige Form haben. Wählen Sie also die, die Ihnen gefällt. Es gibt allerdings ein paar praktische und ästhetische Leitlinien, die man bedenken sollte. Vor allem sollte die Form einfach bleiben: ein fließender, unkomplizierter Umriss ohne scharfe Ecken ist am besten. So etwas wirkt natürlich und angenehm.

Die meisten Wasserpflanzen sind Stauden, und ihre Wachstumsperiode dauert nur ein halbes Jahr. Der Teich sollte deshalb eine so interessante Form haben, dass er auch ohne sommerliches Grün, also in den Wintermonaten, im Garten gut wirkt. Er muss mit den übrigen Gartenelementen harmonieren – und mag er in der Vegetationszeit noch so reizvoll aussehen, für die Beurteilung seiner gestalterischen Qualität zählt genauso, wie er in der Ruhezeit wirkt.

Pflanzen

Bei der Wahl der Teichform sollten wir auch bedenken, welche Pflanzen darin wachsen sollen. Vor allem Seerosen brauchen ein ausreichend großes Becken, damit ihre Schönheit zur Geltung kommt und sie sich ausbreiten können. Pflanzen, die regelmäßige Pflege brauchen, sollten gut erreichbar sein. In den schmaleren Bereichen des Teiches machen sich hohe Arten gut. Stehen sie im entfernteren Teil, weiter vom Aussichtspunkt weg, bilden sie einen schönen Hintergrund.

Der Bereich mit dem Blick auf den Teich sollte offener bleiben, damit Wasser und die Pflanzen gegenüber gut zu sehen sind. Es hilft, die Pflanzen in mehreren Gruppen anzuordnen. Die Arten am Teichrand sollten unterschiedlich hoch sein, damit keine undurchdringliche Masse mit ausgefranstem Rand entsteht. Das wirkt uninteressant, und aus größerer Entfernung sieht man vom Wasser gar nichts mehr.

Den Teichrand schmücken Pflanzen mit üppigem Laub besonders schön, etwa das Hechtkraut (Pontederia cordata) mit seinen glänzenden herzförmigen Blättern, das zum Schutz vor Frost im Winter 15 bis 20 cm tief unter Wasser stehen sollte, oder die etwas empfindlichere Sorte ‚Alba‘ mit langen, schmalen, grasartigen Blättern. Mit sorgfältiger Planung und den richtigen Pflanzen am richtigen Platz ist der Teich zu jeder Jahreszeit farblich und formal interessant. Die Wasseroberfläche und der Raum wenige Meter darüber sehen das ganze Jahr über gut aus. Wenn Sie zusätzlich ein Feuchtbiotop planen, finden Sie weiter unten im letzten Abschnitt, wie es bepflanzt wird.

Wer keine Sumpfpflanzen setzen will oder kann, für den wird der scharf gezeichnete Umriss des Teiches zur bestimmenden Form im Garten. Ein unbepflanzter Teichrand ist eine markante Linie, die die Achsen eines langen, schmalen Gartens durchbricht, der dadurch klar und luftig wirkt. Gelegentlich lassen sich skulpturale Pflanzen setzen, allerdings nur solche mit markanter Kontur.

Bachlauf im Garten: Klang, Licht und Uferbepflanzung

Bachlauf in einem Park, dicht bewachsen mit großblättriger Pestwurz, im Hintergrund eine Steintreppe

Bachläufe

Ein Bach mündet meist in einen Teich, manchmal durchquert er den Garten aber auch nur. Er kann formal oder naturnah sein. Durch das Bett kann viel oder wenig Wasser fließen. Ein Bach jeden Stils und jeder Größe macht den Garten in mehrfacher Hinsicht besonders.

Das bewegte Wasser eines Bachs bereichert die Atmosphäre des Gartens um Klang und Licht. Wie stark diese Reize sind, hängt von der Gestaltung des Laufs ab. Legen wir Steine ins Bachbett, gibt das Wasser mehr Geräusche von sich. Nehmen wir eine stärkere Teichpumpe, fließt das Wasser schneller als mit einer schwachen, und es bewegt sich mehr Volumen. Ein flacher Bach voller Kiesel, die die Strömung bremsen, glitzert an sonnigen Tagen wunderschön. Ein tieferer, schmaler Lauf, der langsam durch einen mit Bäumen bestandenen Gartenteil fließt, wirkt beruhigend und hat einen Hauch von Geheimnis.

Ein Bach kann Gartenteile optisch und tatsächlich verbinden und für Zusammenhalt sorgen. Eine kräftige, deutliche Strömung zieht den Blick ganz von selbst an. Gehen wir dann flussabwärts, öffnen sich nacheinander die einzelnen Winkel des Gartens. In großen Gärten führt meist ein Pfad am Bach entlang, der Besucher durch die ganze Anlage leitet. Kurven und Windungen wecken die Neugier, weil sie den Blick auf den nächsten Abschnitt verbergen und zugleich versprechen.

Bepflanzung

Die Ufer eines Bachs sind ein idealer Standort für viele feuchtigkeitsliebende Pflanzen. Ob auch das Wasser selbst ein guter Standort ist, hängt von der Fließgeschwindigkeit und vom Aufbau des Bettes ab. Schnell fließendes Wasser bekommt Wasserpflanzen nicht: sie sind der Strömung nicht gewachsen und werden fortgeschwemmt. Sind die Ufer aus Erde und nicht aus Beton oder Kunststoff, gedeihen dort Sumpfprimeln ebenso gut wie Funkien, Astilben und Gauklerblumen, die zusammen eine natürlich wirkende Gemeinschaft bilden.

Wasserfall im Garten: natürlich und künstlich, Materialwahl und Bepflanzung

Mehrstufiger Wasserfall über Natursteinen, der in ein türkisfarbenes Becken stürzt

Wasserfälle

Wasser kann über jeden festen Körper stürzen, deshalb kommen beim Bau von Wasserfällen – draußen wie drinnen – die unterschiedlichsten Materialien zum Einsatz. Wasserfälle verschiedener Größe und Machart bieten schier endlose Möglichkeiten, die ästhetischen Qualitäten des Wassers zu zeigen. Man kann einen einzelnen Wasserfall bauen oder mehrere hintereinander. Ein Wasserfall zieht die Aufmerksamkeit zuverlässig auf sich. Umso wichtiger ist es, Standort und Stil sorgfältig abzuwägen. Und nicht vergessen: Form erzeugt die Illusion von Höhe oder Breite nicht nur bei ruhigen Wasserflächen, sondern auch beim Wasserfall. Ein langer, schmaler Fall lenkt den Blick nach oben, der Raum wirkt dadurch gestreckt und schmaler; ein breiter, niedriger Fall verkürzt und weitet ihn.

Natürliche Wasserfälle

In der Natur entstehen Wasserfälle aus den unterschiedlichsten Gründen und in allen denkbaren Formen und Größen. In warmen Klimazonen treten sie meist nur kurz auf: in der Regenzeit oder im Frühjahr, wenn der Schnee schmilzt. Hören die Regenfälle auf oder ist der Schnee getaut, fallen sie trocken. Unter extremen Bedingungen bleiben nur vereinzelte Inseln von Wüsten- oder Halbwüstenvegetation. In kühleren Klimazonen verschwinden Wasserfälle nicht. Ihre Quelle sind dort meist unterirdische Zuflüsse, die nie versiegen und nicht von saisonalen Niederschlagsschwankungen abhängen. Größe, Form und Wucht eines Wasserfalls und die Art der umgebenden Vegetation hängen ganz vom jeweiligen Standort ab. In einer künstlichen Umgebung wie dem Garten lassen sich verschiedene Strukturen für bestimmte Zwecke anlegen – was ihre Gestaltung angeht, sollten wir uns aber von der Natur inspirieren lassen.

Maßstab

Die Größe des Wasserfalls muss zur Größe des Gartens passen. Ein Wasserfall ist ein sehr markantes Objekt, das leicht alle Aufmerksamkeit auf sich zieht – manchmal auf Kosten der übrigen Elemente. Sich im kleinen Stadtgarten einen mächtigen Wasserfall zu bauen, der den ganzen Garten beherrscht und mit seinem Rauschen jeden anderen Klang übertönt, ist eher unglücklich. So etwas gehört auf ein großes Grundstück. Ein hoher, schmaler Wasserfall ist dagegen vertretbar, und schon die Bewegung und der Klang eines bescheidenen Rinnsals oder tropfenden Wassers können den gewünschten Effekt erzielen. Diese Lösung passt in kühleren Klimazonen oft besser und ist zudem günstiger.

Topografie

Damit ein Wasserfall natürlich wirkt, muss er sich natürlich in den Gesamtcharakter des Gartens einfügen. Tragen wir keine Erde auf und schütten keinen künstlichen Hügel, hängt die Fallhöhe allein von der Neigung des Geländes ab. Soll die Lösung „natürlich“ aussehen, muss sie sich in die Umgebung einfügen. Sieht man auf den ersten Blick, dass der Wasserfall schlicht dort steht, wo gerade Platz war, ist etwas schiefgelaufen. Schütten wir eine künstliche Böschung, müssen die Steine wirken, als wüchsen sie aus dem Boden. Legen wir sie nur lose auf die Kuppe, sieht das unnatürlich aus. In der Natur entstehen felsige Wasserfälle an Bruchkanten oder an schwächeren Stellen der Gesteinsschichten – wer so etwas im Garten nachbauen will, sollte diese natürlichen Bedingungen möglichst genau nachahmen. Gesteine reagieren je nach Art völlig unterschiedlich auf die erodierende Kraft des Wassers: Kalkstein anders als vulkanisches Gestein. Ein Besuch im Steinbruch oder an einem natürlichen Vorkommen der gewählten Gesteinsart lohnt sich in jedem Fall.

Ein Wasserfall stürzt nie vom höchsten Punkt herab, und dieses Prinzip sollten wir auch im Garten anwenden. Von dieser Abschauerei bei der Natur gibt es eine vertretbare Ausnahme. Sie betrifft ein häufiges Problem bei geringer Wassermenge: Wasser, das über die Steinoberfläche läuft, ist kaum zu sehen. Das lässt sich leicht beheben. Wir bauen einen Überhang, unter dem das Wasser frei in das Becken fällt, statt über die Steine zu rinnen.

Nur wenige haben das Glück, dass ein natürlicher Bach durch ihren Garten fließt. Meist kommen wir deshalb um eine Pumpe nicht herum, die wir am Fuß des Wasserfalls in den Teich stellen. Sehr wichtig ist, die Wasserzuführung zu verbergen: ein aus der Böschung ragender Schlauch oder ein sichtbares Rohr zerstört die Illusion auf einen Blick.

Bepflanzung

Ein Wasserfall lässt den Garten an eine Berglandschaft denken. Entsprechend sorgfältig sollten Pflanzenauswahl und Größenverhältnisse ausfallen. Wo welche Art steht, bestimmt ihr Aussehen, doch direkt neben den Wasserfall, wo ständig Spritzwasser hinkommt, setzen wir nur selten etwas. Auf den Steinen gedeihen Moose am besten; in die Spalten lässt sich Anagallis tenella (Zarter Gauchheil) pflanzen. Andere Winkel lassen sich mit Pinguicula vulgaris (Gemeines Fettkraut) oder mit Farnen bepflanzen, etwa Blechnum spicant (Rippenfarn) oder Gymnocarpium dryopteris (Eichenfarn), denen Feuchtigkeit sehr behagt. Außerhalb des Spritzwassers, in kleinen Beeten rund um den Wasserfall, wo der Boden noch feucht genug ist, lassen sich Primeln setzen. Zur Wahl steht die ganze Palette der Etagen-Primeln in den unterschiedlichsten Größen. Die kleinere P. cockburniana mit orangen Blüten ist wunderschön. Gut geeignet ist auch P. pulverulenta mit ihrem langen, schlanken, fein bemehlten Stängel, vor allem die hellrosa Varietät ‚Bartley Strain‘. Im Teich selbst, außerhalb des Spritzwassers, gedeiht Iris laevigata, die Japanische Sumpfschwertlilie, prächtig, ebenso Acorus calamus ‚Variegatus‘ (Kalmus), wenn wir beide ins flachere Wasser am Beckenrand setzen.

Künstliche Wasserfälle

An vielen öffentlichen Orten begegnen uns neue Lösungen, die deutlich zeigen: die Möglichkeiten künstlicher Wasserfälle sind fast unbegrenzt.

Hart wirkende, kantige Bauten werden sofort weicher und lebendiger, wenn Wasser über sie oder durch sie hindurchfließt. Leider stellt sich manchmal heraus, dass der Betrieb solcher Anlagen, die auf dem Papier hervorragend aussahen, zu teuer ist. Aus ihnen werden dann verfallende Relikte, die vergeblich auf die Rückkehr des Wassers warten. Damit uns das erspart bleibt und wir den eigenen Garten nicht mit einem wertlosen Haufen Baumaterial verschandeln, sollte der Entwurf technisch wie gestalterisch gut sein – und Bau und Betrieb wirtschaftlich tragbar.

Erhöhte Becken

Becken auf verschiedenen Ebenen, die Wasserfälle verbinden, sind eine Augenweide und können Teil einer Terrasse (oder einer anderen befestigten Fläche) sein oder daran anschließen. Alle erhöhten Becken haben dieselbe Form, müssen aber nicht gleich groß und gleich tief sein. Sie sind über einen Kanal verbunden, durch den das Wasser strömt und von einem Becken ins nächste fällt. Eine Pumpe im untersten Becken führt das Wasser zurück. Weil die Becken unterschiedlich tief sind, entstehen Wasserfälle unterschiedlicher Höhe. Die Praxis dürfen wir dabei nicht vergessen: je höher der Fall, desto mehr spritzt es. Die Becken sollten von oben nach unten größer werden, nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern auch, damit kein Wasser dorthin spritzt, wo es trocken bleiben soll. An die durchflossenen Becken lassen sich auch Becken mit stehendem Wasser anschließen. Diese kann man mit den unterschiedlichsten Arten bepflanzen, von Seerosen bis zum Rohrkolben. Andere Becken bleiben ganz ohne Wasser und werden mit passenden Landpflanzen bepflanzt. Von außen sehen sie gleich aus, sind aber nicht abgedichtet und mit geeignetem Substrat gefüllt.

Material

Für den Bau sollten wir Materialien wählen, die zu den umgebenden Gebäuden passen. Ist das Haus aus einem bestimmten regionalen Ziegel gebaut, finden wir heraus, wo es diesen Ziegel gibt, und besorgen ihn. Wollen wir nicht bewusst mit Kontrast arbeiten, verwenden wir dieselben Steine, wie sie auf dem Grundstück oder in dessen unmittelbarer Umgebung vorkommen. Bei ähnlichen Materialien ist Vorsicht geboten, weil sie auf den ersten Blick zu unterschiedlich und unpassend wirken können. Die Umgebung eines Wasserspiels sieht am besten aus, wenn der Belag die Form der Becken aufnimmt. Sind die Becken rund, sollte das Pflaster einen Wirbel bilden. Sind sie dreieckig, passt ein kantiges Zickzackmuster.

Für die gesamte Anlage lässt sich auch Holz verwenden. Es ist ein weit vielseitigerer Werkstoff als Ziegel oder Stein. Wir empfehlen, auch den Boden aus Bohlen zu zimmern. Manche Holzarten sind ausgesprochen dauerhaft, selbst im ständigen Kontakt mit Wasser – Wassermühlen sind der beste Beweis. Hartholz für den Bau eines Wasserfalls ist deshalb sehr vorteilhaft, und mit etwas Fantasie entsteht ein ungewöhnliches Wasserspiel mit ganz anderer Farbe und Textur, als andere Materialien sie liefern.

Wer zufällig am Meer wohnt und an der Küste ein schön geformtes Stück Treibholz findet, kann daraus eine Rinne bauen. Aus Bambus – nicht aus dem dünnen Pflanzstab, sondern aus der kräftigeren Sorte, die früher für Gardinenstangen verwendet wurde – lässt sich ein originelles Rohr fertigen. Setzt man es zwischen zwei kleinere Weinfässer, ist der Grundstein für einen Garten im japanischen Stil gelegt. Gerade solche einfachen Einfälle sind meist die besten. Wasserfälle lassen sich praktisch aus allem bauen – notfalls sogar aus Alteisen. Man muss nur die Fantasie einschalten.

Gartenbrunnen und Springbrunnen: Typen, Größe, Beleuchtung und Sicherheit für Kinder

Gusseiserner Kaskadenbrunnen mit mehreren Schalen vor einer begrünten Wand und einem Gewächshaus

Springbrunnen

Pflanzen in ein Becken mit Springbrunnen zu setzen ist meist keine gute Idee. Die Fontäne bringt das Wasser in Bewegung, und diese Turbulenz schadet Wasserpflanzen in der Regel. Ein kräftiger Brunnen mit vielen Düsen bewegt nicht nur die Oberfläche, sondern bombardiert sie fortwährend mit schweren Tropfen, die Blätter und Blüten beschädigen. Pflanzen passen deshalb nur dann in ein Becken mit Fontäne, wenn diese klein ist. Ein Springbrunnen ist ohnehin ein schönes Objekt, das von der Umgebung nicht verstellt werden sollte, sondern klar hervortreten muss. Er ist so eigenständig, dass jeder Versuch, ihn noch aufzuwerten, überflüssig ist.

Neben schlichten Brunnen mit verborgener Düse gibt es Brunnen als Skulptur, die oft Tiere oder Putten darstellen. Wer ein wirklich schönes Original aus Stein oder Blei sucht, braucht Geduld und muss tief in die Tasche greifen. Reproduktionen sind dagegen problemlos zu vernünftigen Preisen zu bekommen. Sie erreichen die ästhetische Qualität des Originals meist bei Weitem nicht, und wer bei der Auswahl nicht aufpasst, wird später enttäuscht sein.

Springbrunnen passen auch in eine formale Anlage, lassen sich also ohne Weiteres in ein geometrisches Becken setzen. Einem modernen Garten voller scharfer Winkel tun die weichen Linien einer Fontäne ausgesprochen gut. In einer solchen Umgebung genügt schon eine einzige Wassersäule, um Ruhe zu stiften.

Springbrunnen sind der Schmuck der ganzen Anlage. Sie bereichern die Atmosphäre des Gartens um Klang, Bewegung, Licht und weiche, sich ständig verändernde Linien – also um eine Verbindung von Qualitäten, die Auge und Ohr schmeicheln.

Größe und Form

Ein Springbrunnen muss sich wie jedes andere Wasserspiel in das Ganze des Gartens einfügen: seine Maße müssen angemessen sein, und seine Form muss die Formen der Umgebung ergänzen.

Eine hohe Fontäne lenkt den Blick – wie ein langer Kanal oder ein schmaler Wasserfall – nach oben und lässt sich deshalb einsetzen, um die Aufmerksamkeit auf ein Objekt hinter dem höchsten Punkt des Wasserstrahls zu ziehen. Ein breiter Brunnen mit einer ganzen Reihe von Strahlen wirft viel Licht zurück und bündelt den Blick weiter unten.

Zu den kleinsten Brunnen gehören Glocken- und Sprudelbrunnen, die den Blick von selbst nach unten ziehen. In ihrer Nähe sollte ein interessantes Objekt stehen, das Aufmerksamkeit auf sich zieht – ein besonderes Ornament etwa oder eine ungewöhnliche Pflanze. Glocken- und Sprudelbrunnen eignen sich hervorragend für Terrassen und machen sich auch in modern gestalteten Bereichen gut. Ein Brunnen lässt sich als das Element einsetzen, das den Besucher zuerst anzieht – und sobald er ihn bemerkt hat, führt ihn das nächste Element weiter. Dieses Prinzip steckt hinter jedem guten Wassergarten: ein Element fesselt uns und lenkt den Blick unaufdringlich zum nächsten.

Skulptur

In diese Kategorie gehören Brunnen in Gestalt frei stehender Figuren oder Formen. Sie sollten abseits der übrigen Elemente stehen und nicht von Grün überwachsen sein, sonst wirken sie kraftlos. Zwar sind klassische Skulpturen seit der Renaissance ein beliebtes Brunnenmotiv, doch auch originelle Arbeiten zeitgenössischer Künstler verdienen Aufmerksamkeit. Diese neuen, einfallsreichen Formen geben einem Garten eine ganz eigene Note.

Jeder Garten sollte ein starkes architektonisches Gerüst haben, auch wenn Wasser darin gar nicht vorkommt. Eine Skulptur kann dieses Gerüst deutlich stärken, besonders im Winter, wenn die Äste kahl sind und nichts wächst. Gerade im Winter, wenn der Blick praktisch nichts findet, worauf er ruhen könnte, ist der Brunnen das einzige markante Element des Gartens. In diesem Zusammenhang wird klar, wie wichtig sein Standort ist. Im Winter liegt der Garten offen und ist viel übersichtlicher, seine Proportionen treten stark hervor. Und wir sollten nicht vergessen, dass der Winter ziemlich lang ist und gerade dann die Schwachstellen eines Konzepts sichtbar werden, während im Frühling und Sommer viele reizvolle Details eine sonst unbefriedigende Lösung verdecken.

Wandbrunnen und Wasserspeier

Manche dieser gotischen Tierköpfe, aus deren Maul das Wasser rinnt, sehen wirklich furchterregend aus. Blühen um etwas so Bizarres wie einen Wasserspeier herum Pflanzen, kommt ihre Schönheit umso stärker zur Geltung. Hier wirkt das Prinzip der Schönen und des Biests. Wer diesen Effekt will, für den lohnt sich die Anschaffung. Dazu brauchen wir natürlich eine Mauer und ein passendes Becken mit Pumpe. Ein Wandbrunnen wirkt sehr gut, wenn er an der Kreuzung zweier Wege in T-Form steht. Ein Weg braucht Anfang und Ende. Der Anfang ist meist offensichtlich und verlangt keine besondere Lösung. Ist der Weg aber nicht abgeschlossen, gibt es keinen Grund, ihn bis zum Ende zu gehen – es gibt ja nichts, wo man ankäme. Setzen wir an sein Ende einen Wasserspeier, ändert sich das schlagartig.

Springbrunnen und Beleuchtung

Wer das Wasser nach Einbruch der Dunkelheit farbig beleuchtet, erzeugt eine Menge reizvoller Effekte. In manchen Städten gibt es große öffentliche Brunnen, die nachts eine beeindruckende Lichtshow bieten. Mit der wechselnden Komposition der Wasserstrahlen ändert sich die Farbe der Beleuchtung. Möglich ist jede Farbe: Blau, Rot, Grün, Gelb und so weiter.

Das klingt nach einer technisch sehr aufwendigen Sache, die sich eine Privatperson kaum leisten kann – ist es aber nicht. Zu recht vernünftigen Preisen gibt es Teichbeleuchtung, die den Farbwechsel möglich macht. Es sind gewöhnliche Leuchten mit Farbfiltern. Auf einer durchscheinenden Scheibe sitzen Segmente in vier Farben. Das spritzende Wasser dreht die Scheibe, sodass sich die Lichtfarbe fortwährend ändert. Bei anderen Geräten lassen sich diese Farbscheiben wechseln. Neben Geräten für den Farbwechsel gibt es auch solche, die periodisch wiederkehrende Änderungen der Strahlbilder erzeugen und steuern.

Zimmerbrunnen für drinnen

In Wohnzimmern und Wintergärten herrscht meist ein Klima, das eher Menschen als Pflanzen behagt. Während wir eine deutlich niedrigere Luftfeuchte angenehm finden, brauchen Pflanzen eine höhere. Es gibt aber kleine Zimmerbrunnen, die die Luft angemessen befeuchten und die Bedingungen für Pflanzen so verbessern. Das Wasser spritzt darin nur auf kleiner Fläche und wenige Zentimeter hoch. Es erhöht die Luftfeuchte, und das Plätschern ist angenehm – so werden diese Brunnen zu einer geschmackvollen und nützlichen Ergänzung der Wohnung. Sie stehen am besten an einem hellen Platz und möglichst in der Nähe von Heizkörpern, wo die Luft am trockensten und wärmsten ist.

Wasserspiele, die für Kinder sicher sind

Ideal und sicher sind flache Becken, gerade tief genug, um die Tauchpumpe zu verbergen. Füllen wir das Becken mit Steinen oder großen Kieseln, entsteht eine Tiefe, die niemandem gefährlich wird. Wir können Brunnen in verschiedenen Stilen verwenden, die Maße richten sich allein nach dem Becken. Weil dieser Brunnentyp meist klein ist, passt er gut in Familiengärten – und damit er wirkt, muss er so bemessen sein, dass er im Garten nicht stört. Zu groß sollte er auch der Kinder wegen nicht sein, die kleinere Objekte ohnehin lieber mögen. Das ist einer der wenigen Brunnentypen, die sich bepflanzen lassen. Die Größe der Pflanzen muss proportional zum Brunnen passen. Die Töpfe stellen wir unter Wasser zwischen die Steine. Wer in Deutschland einen Teich oder ein offenes Becken im Garten hat, sollte außerdem an die Verkehrssicherungspflicht denken: offene Wasserflächen müssen für fremde Kinder gesichert sein, etwa durch Abdeckgitter oder einen Zaun.

Besonders gut eignet sich Acorus gramineus ‚Variegatus‘ (Gras-Kalmus), der bei uns im Freien allerdings zurückfriert; er ist eine der wenigen immergrünen Wasserpflanzen und wird meist nicht höher als 30 cm. In einem warmen Garten lässt sich auch der kleine Verwandte des Mammutblatts (Gunnera manicata, nicht winterhart) pflanzen: Gunnera magellanica. Sie hat reizvoll gekräuselte, runde Blättchen, die sich hübsch über die Steine legen. Im Topf wachsen Pflanzen langsamer, deshalb dürfen wir uns sogar wüchsige Arten leisten wie Houttuynia cordata (Eidechsenschwanz), besonders wirkungsvoll in der buntlaubigen Sorte ‚Chameleon‘.

Zu den saisonalen Pflanzen, die mit Farbe auffrischen, gehört die gelbe Mimulus primuloides (Primel-Gauklerblume) oder eine der neueren F1-Hybriden wie M. ‚Malibu‘, eine große Pflanze mit leuchtend orangen Blüten, die den ganzen Sommer blüht.

Steht der Brunnen im Gewächshaus, ist die Auswahl weit größer: dort lassen sich sogar fleischfressende Pflanzen setzen oder das empfindliche Myriophyllum proserpinacoides (Papageienfeder). Regelmäßig gestutzt bildet es einen wunderbaren Teppich, der mit den feinen Wassertropfen des Brunnens besonders reizvoll aussieht.

Welche Arten wir auch wählen: der Brunnen muss die Hauptattraktion bleiben – das Grün ringsum darf die Szene nicht beherrschen.

Feuchtbiotop im Garten: planen, bepflanzen und pflegen

Blühende Sumpfdotterblumen am Rand eines flachen Gewässers, gespiegelt im Wasser

Feuchtbiotope

Feuchtbiotope werden immer beliebter, und eine Ecke mit feuchtigkeitsliebenden Pflanzen findet sich in vielen großen öffentlichen Gärten. Anders als die bisher genannten Elemente sind sie vor allem für den Anbau von Pflanzen gedacht. Ihre wachsende Beliebtheit hat vor allem damit zu tun, dass sich viele geeignete Arten mit großem Potenzial mühelos beschaffen lassen. Ein weiterer Grund ist der Fortschritt bei den Baustoffen: dank Teichfolie aus Butylkautschuk lässt sich ein Feuchtbiotop praktisch in jedem Garten anlegen. Und kühlere Klimabedingungen bekommen ihm ausgesprochen gut.

Wer sich für ein Feuchtbiotop entscheidet, dessen Qualität hängt von zwei Dingen ab. Erstens vom Umfang und der Komplexität des Vorhabens und zweitens von der Zeit und Energie, die wir hineinstecken wollen – nicht nur in den Bau, sondern auch in die Pflege. Beide Faktoren sind gleich wichtig und gehören von Anfang an in die Planung.

Maßstab

Sumpfpflanzen sind meist wuchtig und großblättrig, brauchen also genug Platz, sonst können sie ihr Potenzial nicht entfalten. Gunnera manicata (Mammutblatt, nicht winterhart) und Lysichiton americanus (Amerikanische Scheinkalla, sehr geeignet, aber auf den pH-Wert achten) gehören zu den Sumpfpflanzen, die nur in ein großes Feuchtbiotop passen – dort sollten sie aber keinesfalls fehlen.

Es gibt aber auch viele kleinere Arten, die sich in kleineren Stadtgärten gut kultivieren lassen. Wir sollten sie so setzen, dass sie entweder ineinander übergehen oder deutlich getrennt stehen. Stehen Pflanzen für sich, wirken sie ähnlich wie Brunnen oder Wasserfälle und bilden das zentrale Element des Feuchtbiotops. Sie sind die strukturellen Ankerpunkte der ganzen Anlage, weil sie manche Pflanzen verbinden und andere trennen. Ihre Größe bestimmt die Größe aller übrigen Arten – deshalb setzen wir sie zuerst.

Ist der Garten groß und Platz genug vorhanden, wirken manche Arten besser, wenn sie einzeln stehen. Ist er kleiner und der Raum enger, wirken dieselben Arten in großen Gruppen besser. Das gilt zum Beispiel für die Funkien. In öffentlichen Gärten stehen diese breitblättrigen Stauden oft in Gruppen von Dutzenden Exemplaren. Dazwischen stehen Gruppen von Ligularien oder Schildblatt, was einen in der Höhe abwechslungsreichen Bestand ergibt. Im engeren Stadtgarten setzen wir statt der Ligularien Funkien. Dazwischen können sich Inseln aus Primeln, Gauklerblumen und Trollblumen ziehen.

Ein Feuchtbiotop lässt sich sogar auf der noch kleineren Fläche eines Innenhofs anlegen. Die Pflanzen, die wir zuvor in Inseln gesetzt haben, kommen dann einzeln in den Boden. Eine einzelne Primel wird so zum Ankerpunkt, ergänzt etwa durch Salix reticulata (Netz-Weide) oder Anagallis tenella (Zarter Gauchheil, kann zurückfrieren), deren sternförmige rosa Blüten einen dichten Teppich kleiner grüner Blättchen schmücken. Die Sorte ‚Studland‘ hat dunkelrosa Blüten, ist aber weniger robust.

Die Bepflanzung eines Feuchtbiotops muss also wieder proportional zur Umgebung passen. Von dieser Regel gibt es allerdings Ausnahmen. Man kann zum Beispiel ein einziges Exemplar einer groß werdenden Art setzen – und gerade das kann großartig aussehen, wenn die Pflanze genug Raum um sich herum bekommt.