Ackerbohne (Vicia faba)
Nahrhaftes und schmackhaftes Gemüse für Kenner
- Standort: sonnig; humoser, gut gelockerter Lehmboden
- Höhe: 60 cm–1,2 m
- Blütezeit: Mai–Juni
- Vermehrung: durch Samen
Die Ackerbohne (Vicia faba, syn. Faba vulgaris) aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) hat eine lange Geschichte und daher auch viele volkstümliche Namen. Bereits die alten Ägypter, Griechen und Römer kultivierten dieses schmackhafte und nahrhafte Gemüse. Im Mittelalter waren Bohnen ein wichtiges Nahrungsmittel.
Jung geerntet und als Gemüsebeilage oder Salat zubereitet, sind Ackerbohnen eine besondere Delikatesse – jedoch nur gekocht. Roh enthalten sie wie alle Hülsenfrüchtler das giftige Glykosid Phasin.
Anbau
Ein sonniger Standort und lockerer Lehmboden sind für Ackerbohnen am besten geeignet. Sie gedeihen jedoch auch in jedem guten Gartenboden, der Feuchtigkeit hält. Der Boden sollte reichlich mit Kompost versorgt sein, darf aber nicht frisch gedüngt werden – Ackerbohnen sind Schwachzehrer.
Ackerbohnen werden auch als Gründüngung empfohlen. Mit ihren tiefen Wurzeln lockern sie verdichteten Boden und gewinnen mithilfe von Bakterien, die in Symbiose an ihren Wurzeln in Form kleiner weißlicher Knöllchen (Knöllchenbakterien) leben, Stickstoff aus der Luft. Der Boden wird so mit Stickstoff versorgt. Daher sollten die Wurzeln von Hülsenfrüchten nach der Ernte im Boden belassen werden.
Das robuste Gemüse verträgt Frost bis -5 °C und kann daher sehr früh ausgesät werden – in milden Regionen ab Ende Februar. Später als Ende März sollten Ackerbohnen nicht ins Freiland gesät werden, da Wärme den Befall durch die Schwarze Bohnenlaus begünstigt. Im Frühbeet vorgezogene Pflanzen kommen nach einer Abhärtungsphase Anfang April ins Freiland. Die Aussaat erfolgt in Doppelreihen mit einem Abstand von 40–60 cm, innerhalb der Reihe 10–15 cm. Zwischen den Doppelreihen muss ein Abstand von 75 cm eingehalten werden. Es werden jeweils zwei Samen in eine Pflanzstelle (3–5 cm tief) gesetzt, und später wird der schwächere Sämling entfernt. Sobald die kleinen Pflanzen kräftig genug sind, werden sie etwas angehäufelt, um ihre Standfestigkeit zu erhöhen.
An den Reihenenden und je nach Reihenlänge auch in der Mitte müssen 1,5 m lange Stäbe in den Boden eingeschlagen werden. Zwischen ihnen werden zwei Schnüre (Drähte) gespannt, an denen die Pflanzen befestigt werden. Bei längeren Trockenperioden muss gegossen werden. Die Ernte erfolgt, wenn die Hülsen noch grün, die Samennähte hell und die Bohnen noch weich sind (Milchreife). In der Regel wird mehrmals gepflückt.
Die Pflanzen sollten täglich auf Befall durch die Schwarze Bohnenlaus kontrolliert werden. Der Schädling kann mit Auszügen aus Beifuß, Rainfarn oder Rhabarberblättern sowie mit alkoholischer Seifenlösung oder entsprechenden Insektiziden bekämpft werden.
Sorten
Einen ausgeprägteren und eigentlich typischen Geschmack haben Sorten mit gefleckten Blüten, wie zum Beispiel:
- ‚Con amore‘
- ‚Gruno‘
- ‚Hedosa‘
- ‚Osnabrücker Markt‘
- kleinfrüchtige Sorte ‚Felix‘
Es gibt Sorten mit rein weißen oder schwarzweiß gefleckten Blüten. Weiße Sorten haben einen feineren Geschmack, z. B.
- ‚Melissa‘
- ‚Eureka‘
- ‚Bianka‘
