Alpenveilchen (Cyclamen)
Blühende Topfpflanze oder kleine Gartenstaude
Standort: in der Wohnung hell, im Garten schattig
Höhe: bis 30 cm
Blütezeit: verschieden im Laufe des Jahres
Vermehrung: durch Aussaat und Teilung der Knollen
Das Alpenveilchen gehört zu den beliebtesten blühenden Topfpflanzen, die in großen Mengen verkauft werden. Weniger bekannt, aber ebenso reizend, sind die Garten-Alpenveilchen. Alle Alpenveilchen bilden eine abgeflachte Knolle, aus der lange Blattstiele herzförmiger Blätter wachsen. Über den Blättern ragen Blüten mit zurückgebogenen Blütenblättern hervor.
Alpenveilchen gehören zur Familie der Primelgewächse (Primulaceae) und ihre Heimat sind die Bergwälder im Süden Mitteleuropas und im östlichen Mittelmeerraum.
Das Angebot an Alpenveilchen im Topf ist sehr vielfältig. Ständig kommen neue Sorten mit attraktiveren Farben und Blütenformen, mit dekorativerer Blattzeichnung sowie Pflanzen in Miniaturform auf den Markt. Alpenveilchen haben jedoch besondere Ansprüche, und ohne deren Erfüllung ist kein Züchtungserfolg zu erwarten.
Pflege
Das Zimmer-Alpenveilchen benötigt stets einen hellen, luftigen und kühlen Standort. Auf keinen Fall verträgt es normale Zimmertemperatur oder starke Temperaturschwankungen. Das blühende Alpenveilchen braucht reichlich Wasser (nicht auf die Knolle gießen) und eine Düngung alle zwei Wochen. In der Umgebung der Pflanze ist feuchtere Luft erwünscht, das Besprühen blühender Pflanzen ist jedoch nicht möglich. Ein elektrischer Luftbefeuchter leistet gute Dienste; auch hilft angefeuchteter Torf, in den der Topf des Alpenveilchens eingesenkt wird.
Verwelkte Blüten und Blätter werden durch einen Ruck aus der Knolle herausgezogen. Nach der Blüte, meist im Mai bis Juni, wird die Pflanze immer weniger gegossen und nicht mehr gedüngt. Die Blätter trocknen ein und die Pflanze tritt in die Wachstumsruhe. Bis Anfang September wird so wenig gegossen, dass die Knolle nicht einschrumpft. Danach wird die Knolle in frisches Substrat gesetzt und auf erneutes Wachstum vorbereitet.
Garten-Alpenveilchen benötigen durchlässigen, sandig-lehmigen Boden mit ausreichend Humus an einem halbschattigen Standort. Keine benachbarten Pflanzen dürfen ihr Wachstum behindern. In kälteren Lagen hat sich eine winterliche Abdeckung mit Reisig bewährt. Outdoor-Alpenveilchen verbreiten sich durch Selbstaussaat.
Einteilung der Zimmer-Alpenveilchen in Gruppen
- Einfarbige Sorten – große Blüten in vielen Farben; die bekannteste ist ‚Leuchtfeuer‘
- Gefranste Sorten – die Ränder der Blütenblätter sind fein eingeschnitten
- Gefüllte Sorten – gefüllte Blüten; bekannt sind ‚Mauve‘ und ‚Vermillon‘
- Cristata-Sorten – Blütenblätter mit kammförmigem Rand; werden selten kultiviert
- Rokoko-Sorten – stark gewellte und gefranste Blütenblätter
- Victoria-Sorten – zweifarbig, mit ausgeprägtem Auge und unterschiedlicher Färbung der Blütenblattränder
- Wellensiek-Sorten – kleine duftende Blüten, die bekannteste ist ‚Sonja‘
Als Zimmer-Alpenveilchen, die vom Spätherbst bis zum Frühling blühen, werden am häufigsten Hybriden von Cyclamen persicum kultiviert. Die Züchter dieser Alpenveilchen bemühen sich stets, neue Sorten zu entwickeln, und das gelingt ihnen auch.
Heute gibt es Alpenveilchen mit kleinen und großen Blüten, glatten und gefransten Blüten, mit weißen, pastellfarbenen und sattrot gefärbten sowie duftenden Blüten. Auch Miniatur-Alpenveilchen sind sehr interessant.
Unter den Garten-Alpenveilchen gibt es viele schöne Arten, die in der Regel kleinere Pflanzen bilden als die Zimmer-Alpenveilchen.
- Cyclamen cilicium aus Anatolien (blüht im September bis Oktober) ist frostempfindlich und muss über den Winter abgedeckt werden.
- Cyclamen coum (blüht im März und April) kann weiße, zart rosa oder rote Blüten haben.
- Cyclamen bederifolium (blüht von August bis November) hat efeuähnliche Blätter.
- Cyclamen libanoticum aus dem Libanon blüht im Herbst (September bis November).
- Cyclamen purpurascens (blüht von Juli bis September) ist eine schöne Art mit silbrig marmorierten Blättern, jedoch giftig.
- Cyclamen repandum (blüht von März bis Mai) ist empfindlich und überwintert zuverlässiger in einem kühlen Gewächshaus.
