Ritterstern „Amaryllis“ - Hippeastrum
Zwiebelpflanze mit großen Blüten; als Zimmerpflanze seit langer Zeit bekannt
- Standort: während der Blütezeit hell und nur mäßig warm
- Höhe: Blütenschaft bis zu 80 cm hoch
- Blütezeit: im Winter und im Frühling
- Vermehrung: durch Tochterzwiebeln
Die geläufige Bezeichnung „Amaryllis“ entspricht der irrtümlichen Einordnung der Pflanze in die Gattung Amaryllis (Linné). Die echte Amaryllis ist Amaryllis belladonna (Amaryllidaceae) mit Ursprung in Südafrika. Eine weitere südafrikanische Pflanze aus der Familie der Amaryllisgewächse ist Vallota speciosa.
Zu den Amaryllisgewächsen gehören auch bekannte Zimmerpflanzen – Clivia (Klivie), Crinum (Hakenlilie), Haemanthus (Blutblume) und Hymenocallis.
Die etwa 75 Arten des Hippeastrum sind in Südamerika heimisch, wo sie in Gebieten mit ausgeprägten Trockenperioden vorkommen. Auch einer im Zimmer kultivierten Pflanze muss für eine gewisse Zeit Wachstumsruhe gewährt werden, sonst würde sie nicht blühen.
Von gärtnerischer Bedeutung sind vor allem Hippeastrum-Hybriden. Aus der großen Zwiebel wachsen ein bis zwei Schäfte, die hohl und bis zu 80 cm hoch sind; jeder Schaft trägt 3–4 trichterförmige Blüten von bis zu 30 cm Größe.
Die Blüten sind rot, lachsfarben, rosa oder weiß. Bei einigen Sorten zeigt die Grundfarbe kontrastierende Strichelungen oder Tüpfelungen, oder die Basis des Perigons ist abweichend gefärbt. Die Länge der riemenförmigen Blätter liegt zwischen 40 und 80 cm.
Die Züchtung des Rittersterns begann um das Jahr 1800 durch die Kreuzung von Arten. Wildarten sind im Handel nicht erhältlich und werden nur ausnahmsweise kultiviert. Wer an der Erhaltung der Eigenschaften eines Hybrids interessiert ist, muss diesen durch Tochterzwiebeln vermehren, nicht durch Samen.
Folgende Arten sind erwähnenswert:
Hippeastrum aulicum var. robustum (syn. Amaryllis robusta) ist eine Art mit 12–16 langen scharlachroten Blüten mit abweichend roten Streifen und Adern.
Die Kultivierung auf der Fensterbank ist möglich, jedoch sollte die Pflanze nicht der vollen Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Die Blüten erscheinen im Winter bis zum Vorfrühling.
Hippeastrum pratense kann in wärmeren Regionen Europas unter einer Fichtenreisigdecke im Freien überwintern. Es blüht im Frühling, der 50 cm hohe Schaft trägt leuchtend rote Blüten mit gelber Äderung im Schlund.
Hippeastrum striatum (syn. H. rutilum) gehört ebenso wie H. aulicum und H. vittatum zu den Arten, die an der Entstehung der heutigen Hybriden beteiligt waren. Am Schaft dieser Art erscheinen ab November mehrere scharlachrote röhrenförmige Blüten.
Hippeastrum vittatum (syn. Amaryllis vittata) bildet einen bis zu 1 m hohen Schaft mit 4–6 sehr großen Blüten, die weiß und rot gestreift sind.
Wie man Ritterstern anbaut
Die gekaufte Zwiebel wird in einen Topf eingepflanzt, der nur wenig größer als ihr Durchmesser ist. Ein Substrat für Zimmerpflanzen (Einheitserde) wird auf eine etwa 2 cm hohe Drainageschicht gegeben, und die Zwiebel wird so eingesetzt, dass ihre obere Hälfte aus der Erde herausragt. Bei einer solch flachen Pflanzung verringert sich das Risiko eines Befalls durch die gefürchtete Pilzkrankheit des Amaryllis (Rote Brennfleckenkrankheit). Ende Dezember, wenn der Blütenstängel zu erscheinen beginnt, stellen wir die Pflanze an einen hellen Standort mit einer Temperatur von 22–25 °C.
Eine mäßige Bewässerung sollte erst beginnen, wenn der Stängel eine Handbreit hoch ist, da sonst die Gefahr besteht, dass die Blätter vorzeitig wachsen und die Blütenentwicklung zurückbleibt. Gleichzeitig mit der Bewässerung sollte alle zwei Wochen gedüngt werden. Auch häufiges Besprühen ist förderlich, jedoch nur so lange, wie noch keine Blüten erscheinen. Vom Austreiben bis zum Beginn der Blüte vergehen etwa 8 Wochen. Für die blühende Pflanze ist ein etwas kühleres Zimmer geeigneter, damit sie länger blüht. Nach der Blüte wird der Stängel am Ansatz abgeschnitten, damit die Zwiebel sich nicht durch die Samenbildung erschöpft. Mit einer Blüte in der folgenden Saison kann nur dann gerechnet werden, wenn die Pflanze nach der Blüte bei regelmäßiger Bewässerung und Düngung gut wächst und ausreichend Reservestoffe in der Zwiebel einlagert. Die besten Wachstumsbedingungen hat die Pflanze an einem sonnigen Standort im Garten oder auf der Terrasse. Eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung während des Wachstums zeigt sich durch eine deutliche Vergrößerung des Zwiebelumfangs nach der Wachstumsruhe.
Für die Wachstumsruhe, die ab Oktober beginnt, muss die Pflanze vorbereitet werden, indem die Düngung im August eingestellt und die Wassergaben ab September schrittweise reduziert bis ganz eingestellt werden. Nach weiteren drei Wochen welken (ziehen ein) die Blätter, und anschließend wird die Pflanze an einem nicht zu warmen, dunklen Ort irgendwo im Haus untergebracht, beispielsweise im Keller. Erst Ende Dezember folgt das Umtopfen in einen etwas größeren Topf mit frischem Substrat, und dann beginnt das Treiben erneut auf die gleiche Weise, wie bereits beschrieben. Ein guter Schutz gegen die Rote Brennfleckenkrankheit ist das Nassbeizen der Zwiebeln in einer Lösung eines fungiziden Mittels. Vor dem Einpflanzen müssen die Zwiebeln gut abtrocknen.
