Andorn
Filzige Steingartenstaude aus der Familie der Lippenblütler – und zugleich eine alte Heilpflanze.
Was ist Andorn (Marrubium)
(Marrubium)
Im Steingarten lässt sich erstaunlicherweise auch Andorn ziehen, sofern Sie die richtigen Arten wählen. Die Gattung Andorn (Marrubium) umfasst krautige Pflanzen aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
So sehen Andorne aus
Blätter: Andorn hat meist wechselständige Blätter, die oft von feinen Härchen bedeckt sind, was ihnen ein filziges Aussehen verleiht. Die Blätter sind grün bis graugrün gefärbt.
Blüten: Die Blüten des Andorns sind meist weiß oder blassgelblich und röhrenförmig. Manche Arten und Sorten blühen auch rosa oder violett (Marrubium alysson). Sie stehen in dichten Scheinquirlen in den Blattachseln.
Wuchsform: Andorne bleiben meist wintergrün und werden je nach Art wenige Zentimeter bis mehrere Dezimeter hoch.
Vorkommen: Andorn wächst in vielen Teilen der Welt, vor allem in Gebieten mit gemäßigtem und warmem Klima. Man findet ihn auf Weiden, Wiesen, an trockenen Hängen und anderen offenen Standorten.
Heilkundliche Verwendung: Einige Arten der Gattung Marrubium, vor allem der Gewöhnliche Andorn (Marrubium vulgare), sind für ihre Heilwirkung bekannt. Traditionell wurden sie bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, unter anderem bei Atemwegs- und Verdauungsbeschwerden.


Gewöhnlicher Andorn (Marrubium vulgare)

Der Gewöhnliche Andorn (Marrubium vulgare), auch Weißer Andorn genannt, ist eine Art der Gattung Marrubium und gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er ist der wohl bekannteste Vertreter dieser Gruppe und wird auch als Heilpflanze genutzt.
So sieht der Gewöhnliche Andorn aus
- Marrubium vulgare ist eine ausdauernde Staude und wird etwa 30 bis 60 cm hoch.
- Die Blätter sind wechselständig, graugrün und mit feinen Härchen besetzt, was der Pflanze ihr filziges Aussehen verleiht.
- Die Blüten sind weiß oder blassgelblich, röhrenförmig und stehen in dichten Scheinquirlen an den Stängeln.
Wo der Gewöhnliche Andorn wächst
Die Pflanze stammt ursprünglich aus Eurasien, wurde aber in andere Teile der Welt verschleppt und gilt dort mancherorts als invasive Art. Marrubium vulgare wächst auf trockenen Weiden, Wiesen, an Wegrändern und anderen offenen Standorten. Er ist sehr trockenheitsverträglich und gedeiht auch auf mageren Böden.
Gewöhnlichen Andorn pflanzen und pflegen
Marrubium vulgare ist im Anbau relativ anspruchslos und passt eher in den Kräutergarten als in den Steingarten. Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen Standort und gut durchlässige Böden. Vermehren lässt er sich durch Aussaat oder Teilung der Wurzelstöcke.
Welche Wirkung dem Gewöhnlichen Andorn zugeschrieben wird:
- Marrubium vulgare hat eine lange Tradition in der Volksheilkunde und wurde bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt.
- Ihm werden entzündungshemmende und schleimlösende Eigenschaftenzugeschrieben, also eine auswurffördernde Wirkung; die Europäische Arzneimittel-Agentur führt Andornkraut unter den traditionellen pflanzlichen Arzneimitteln bei Erkältungshusten.
- Außerdem wird er zur Unterstützung der Verdauung und bei Magenbeschwerdenverwendet, etwa bei Völlegefühl und Blähungen.
Andorn-Tee und Absud
Vom Gewöhnlichen Andorn wird das blühende Kraut gesammelt, das sich frisch wie getrocknet verwenden lässt. Frisch empfehlen wir es im Sommer, getrocknet im Winter, denn es behält viele Wirkstoffe. Aus dem Andornkraut lassen sich mehrere Zubereitungen herstellen.
Eine Möglichkeit ist Tee.
Zutaten:
- 1–2 Teelöffel frische oder getrocknete Blätter von Marrubium vulgare,
- 1 Tasse kochendes Wasser,
- Honig oder Zitrone (optional, zum Abschmecken).
Zubereitung:
- Legen Sie die Blätter von Marrubium vulgarebereit.
- Geben Sie 1–2 Teelöffel Blätter in eine Tasse.
- Bringen Sie das Wasser zum Kochen und übergießen Sie die Blätter damit.
- Decken Sie die Tasse ab und lassen Sie den Tee 5–10 Minuten ziehen. Längeres Ziehen macht den Tee bitter, die Ziehzeit können Sie also Ihrem Geschmack anpassen.
- Danach können Sie nach Belieben Honig und/oder Zitrone zum Abschmecken zugeben.
Diesen Kräutertee können Sie zwei- bis dreimal täglichtrinken, besonders bei Atemwegsbeschwerden oder einer Erkältung. Wie bei jeder pflanzlichen Zubereitung gilt: Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, vor allem bei ernsteren Erkrankungen oder wenn Sie andere Medikamente einnehmen.
Andorn-Tinktur
Aus dem Gewöhnlichen Andorn lässt sich außerdem eine Tinkturherstellen. Übergießen Sie die getrockneten Andornblätter mit Alkohol (Weingeist oder 40-prozentigem Wodka), sodass sie vollständig bedeckt sind. Lassen Sie den Ansatz etwa 3 Wochen an einem dunklen Ort ziehen und schütteln Sie ihn gelegentlich. Danach durch ein Sieb oder einen Filter abseihen und in kleine Fläschchen füllen. Kühl aufbewahren und täglich 20 Tropfen in Wasser, Tee oder auf einem Stück Zucker einnehmen, wenn Sie Verdauungsbeschwerdenhaben. Wegen des Alkoholgehalts ist die Tinktur für Kinder, Schwangere und Stillende nicht geeignet.
Andornwein
Eine weitere Möglichkeit ist Andornwein. Auch hier empfehlen wir getrocknete Blätter, weil sie nicht verderben. Übergießen Sie sie mit gutem Wein, weiß oder rot nach Ihrem Geschmack. Lassen Sie den Ansatz etwa 3 Wochen stehen, seihen Sie ihn danach ab und bewahren Sie ihn in Weinflaschen auf. Trinken Sie abends 0,2 l, wenn Sie Verdauungsbeschwerden haben. Auch der Wein ist wegen des Alkoholgehalts für Kinder, Schwangere und Stillende nicht geeignet, selbst wenn er diesmal geringer ausfällt.
Andorn-Absud
Interessant ist, dass sich der Andorn-Absud auch äußerlich anwenden lässt, und zwar bei schlecht heilenden Wunden. Kochen Sie den Absud ähnlich wie beim Tee auf und lassen Sie ihn vollständig abkühlen. Tränken Sie ein sauberes Tuch oder Handtuch damit und legen Sie es auf die betroffenen Stellen. 20 Minuten einwirken lassen, dann abnehmen, nicht abwaschen, nur abtupfen.
Andorn im Steingarten

Für den Steingarten eignen sich folgende Andorn-Arten:
Marrubium alysson – eine mediterrane Art, die sonnige bis halbschattige Standorte, trockenen und gut durchlässigen Boden bevorzugt und Trockenperioden verträgt. Eine schöne, niedrig bleibende Art mit violetten Blüten und filzigen, graugrünen Blättern.
Marrubium astracanicum – diese Art stammt aus Südwestasien, mag ebenfalls sonnige oder halbschattige Standorte und gut durchlässigen Boden, ist frosthart und trägt kleine violette Blüten sowie graugrüne, filzige Blätter. Sie wird höher als die vorige Art und eignet sich im Steingarten etwa als Hintergrundpflanze.
Marrubium velutinum – wird 20 bis 30 cm hoch und hat kleine gelbe Blüten, dekorativ sind aber vor allem die gelbfilzigen Blätter. Sie mag einen sonnigen Standort, verträgt Trockenheit ebenso wie Mittagshitze und gedeiht am besten in lehmig-sandigem Boden.
Worauf Sie beim Andorn achten sollten
Die Angaben zur Wirkung beschreiben die traditionelle Anwendung, keine Therapie. 🚨 Andorn ist in Schwangerschaft und Stillzeit nicht geeignet ; Vorsicht ist außerdem geboten, wenn Sie wegen Bluthochdruck oder Diabetes behandelt werden oder Herzmedikamente einnehmen — Andorn kann deren Wirkung beeinflussen. Der Absud schmeckt sehr bitter, mit der Dosis sollte man es also nicht übertreiben.
Häufig gestellte Fragen
Eignet sich Andorn für den Steingarten?
Nur einige Arten. Der Gewöhnliche Andorn wird für den Steingarten zu groß und gehört eher in den Kräutergarten; in den Steingarten passen niedrige, filzige Arten wie Marrubium rotundifolium oder M. supinum, die silbrige Polster bilden.
Ist Andorn invasiv?
In manchen Ländern ja — in Australien und Teilen Amerikas gilt er als invasives Weideunkraut. In Mitteleuropa wächst er nur vereinzelt wild und breitet sich im Garten nicht dramatisch aus, die Samenstände lohnt es sich aber zu entfernen.
Welchen Boden braucht Andorn?
Durchlässig, mager und eher kalkhaltig, dazu volle Sonne. Er ist sehr trockenheitsverträglich — in nährstoffreicher und feuchter Erde wird er dagegen licht und überwintert schlechter.
Wann wird Andorn geerntet?
Das Kraut zur Blütezeit, also von Juni bis August; getrocknet wird es im Schatten an einem luftigen Ort. Gerade zur Blüte enthält es die meisten Wirkstoffe.
Womit düngt man Andorn?
Fast gar nicht. In magerem Boden bleibt er kompakt und filzig und duftet kräftiger; nach dem Düngen schießt er auf und der Gehalt an Aromastoffen sinkt. Eine schwache Gabe im Frühjahr genügt.
