Anis (Pimpinella anisum)
Einjähriges Gewürz aus dem östlichen Mittelmeerraum — die Samen brauchen viel Wärme, um bei uns auszureifen.

Einjährige Pflanze mit aromatischen Samen; Heilpflanze und Küchengewürz
- Standort: warm und sonnig; durchlässige, humose Böden
- Höhe: 30–50 cm
- Blütezeit: Juli–August
- Vermehrung: durch Aussaat
Der Anis stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und ist eine alte Kulturpflanze, die schon im Altertum geschätzt wurde. Im Mittelalter kam das einjährige Gewürz in unsere Gärten. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen heute in Russland und in Spanien. Für den Anbau bei uns ist das Klima nur bedingt geeignet, denn die Anissamen brauchen sehr viel Wärme, um auszureifen.
Die Pflanze gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceae) und bildet eine spindelförmige Wurzel sowie einen aufrechten, gerillten Stängel, der sich nach oben hin immer stärker verzweigt. Die Blattform ändert sich von unten nach oben von fast ungeteilt über mehrlappig bis fiederteilig. Die im Sommer erscheinenden weißen Blütendolden haben viele Strahlen. Die Früchte bestehen aus zwei Teilfrüchten.

Der feine Duft der Samen stammt vom ätherischen Öl Anethol. Daneben enthalten die Samen Eiweiß, Fett und Zucker. Der Zucker gibt dem Gewürz auch seinen angenehm milden Geschmack.
Anisöl gehört zu den ältesten destillierten Ölen. Neben anderen Pflanzenauszügen ist es ein häufiger Bestandteil von Hustenpräparaten. Traditionell wird ihm außerdem eine verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben.
Ganze oder gemahlene Samen kommen auch beim Backen (Brot, Plätzchen) und beim Kochen (Suppen, Soßen, Kohlgerichte) zum Einsatz. In der Likörherstellung dient Anisöl zum Aromatisieren. Anisschnaps sollte man allerdings maßvoll genießen, denn hoch dosiertes Anethol ist nicht unbedenklich.
Aussehen und Aroma der Früchte fallen je nach Klima unterschiedlich aus. Die Pflanze braucht in jedem Fall einen leichten, etwas kalkhaltigen Boden und einen sonnigen, windgeschützten Platz. Die Keimung nach der Aussaat dauert etwa 3–4 Wochen.
