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Artischocke (Cynara)

Dekorative Pflanze und geschätzte Delikatesse mit silbrigem Blatt

  • Standort: warmer, sonniger und geschützter Platz, durchlässiger und nährstoffreicher Boden
  • Höhe: 1–2 m je nach Sorte
  • Blütezeit: Juli–September
  • Vermehrung: durch Aussaat oder Ableger

Artischocken sind ausdauernde, kräftige Pflanzen aus dem Mittelmeerraum, wo sie seit Jahrhunderten als Heil- und Küchenpflanzen angebaut werden. Sie gehören zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ihre auffälligen, distelartigen Köpfe zählen zu den kulinarischen Spezialitäten der französischen, italienischen und spanischen Küche. Im Garten werden Artischocken nicht nur als Gemüse, sondern auch als markante Solitärpflanzen eingesetzt, deren silbrige Blätter und kräftiger Habitus dem Beet Struktur und Höhe verleihen.
Artischocke (Cynara)

Anbau und Bedingungen

Die Artischocke ist eine wärmeliebende Pflanze, die einen geschützten und sonnigen Standort mit tiefem, nährstoffreichem und gut durchlässigem Boden benötigt. Sie gedeiht nicht in schweren oder staunassen Böden, die Wurzelfäule verursachen. Die Pflanzung sollte an einem windgeschützten Ort erfolgen, idealerweise mit der Möglichkeit der Wärmespeicherung – zum Beispiel an einer Südwand des Hauses.

Während der Vegetationsperiode benötigt sie ausreichend Feuchtigkeit, insbesondere in der Zeit der Blütenstandsbildung. Die Bewässerung sollte jedoch ausgewogen sein, ohne dauerhaftes Staunässe. Empfehlenswert ist eine regelmäßige Düngung – am besten mit organischen Präparaten, die das natürliche Wachstum fördern. Eine ausgezeichnete Wahl ist Hnojík, der Nährstoffe liefert, ohne den Boden mit überschüssigem Stickstoff zu belasten. In der Phase des intensiven Wachstums empfiehlt es sich, alle zwei Wochen nachzudüngen.

Überwinterung und Beständigkeit

Unter mitteleuropäischen Bedingungen ist die Artischocke nicht vollständig frosthart. In wärmeren Regionen kann sie als kurzlebige Staude angebaut werden, die nach gründlicher Abdeckung des Wurzelhalses (z. B. mit Laub, Kompost und Reisig) auch einen milden Winter übersteht. In höheren Lagen oder kälteren Regionen werden Artischocken als einjährige Pflanzen mit Vorkultur angebaut. Im Februar vorgezogene und nach dem letzten Frost ins Beet gesetzte Pflanzen bilden noch im selben Jahr Köpfe aus.

Artischocke (Cynara scolymus)
Zu den Delikatessgemüsen gehören Artischocken (Cynara scolymus) mit schmackhaften Hüllblättern und Blütenböden der Blütenköpfe.

Gemüse-Artischocke (Cynara scolymus)

Diese Form ist die bekannteste und am häufigsten angebaute. Sie wird wegen der noch nicht geöffneten Blütenstände (Köpfe) angebaut, die vor der Blüte geerntet werden. Die fleischigen Blütenschuppen und der Blütenboden sind eine beliebte Delikatesse. Die Pflanze erreicht bis zu 2 Meter Höhe, die Blätter bilden kräftige Rosetten und der Blütenstand hat eine blauviolette Farbe. Der Anbau erfordert rechtzeitige Aussaat, Wärme und regelmäßige Pflege.

Wilde Artischocke (Cynara cardunculus)

Diese Form wird wegen der fleischigen Blattstiele angebaut, die ähnlich wie Spargel verzehrt werden. Die Pflanze hat markant eingeschnittene Blätter, die dem Beet ein attraktives Aussehen verleihen. Die Kardendistel-Artischocke wird auch als Zierpflanze verwendet. Zum Verzehr werden junge Blattstiele geerntet, häufig nach dem Bleichen, das ihre Struktur und ihren Geschmack verfeinert.