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Baumpflege und Gehölzpflege: von der Schutzmaßnahme bis zur Arboristik

Alles über die Pflege von Bäumen und Gehölzen außerhalb des Waldes — von ihrer kulturellen Bedeutung über Arboristik, Baumschnitt und Pflanzung bis zum Schutz von Naturdenkmälern. Ein Leitfaden für Gärtner und Fachleute.

Baumpflege und Gehölzpflege: von der Schutzmaßnahme bis zur Arboristik

Bäume begleiten die Menschheit seit jeher. Lesen Sie, warum sie unsere Pflege verdienen und wie man sie richtig pflegt — von der Pflanzung über den Baumschnitt bis zum Schutz bei Bauarbeiten.

Warum Menschen Bäume verehren: die jahrtausendealte Beziehung zwischen Mensch und Gehölz

Blick von unten in die Krone einer Kiefer: grobschuppige Stammrinde und Äste mit Nadeln vor dem Himmel

Die Beziehung zwischen Mensch und Baum ist so alt wie die Menschheit selbst. Bäume wurden seit jeher verehrt, gepriesen und geschützt. Ob der Ursprung dieser Wertschätzung im gemeinsamen Stück Evolutionsgeschichte liegt, im Schutz, den Bäume dem Menschen bieten, in der Bewunderung für ihre Mächtigkeit und Langlebigkeit oder in ihrer Bedeutung als Rohstoff- und Obstlieferant, vielleicht auch in ihrer schlichten Harmonie und Schönheit — vermutlich ist es von allem ein Stück. Sicher ist: Für viele Menschen ist der Baum ein Sinnbild des Lebens. Der Baum der Erkenntnis steht am Anfang der biblischen Geschichte, und das Sterben des letzten Baumes gilt als Zeichen menschlicher Rücksichtslosigkeit gegenüber der Natur, die in den Untergang führt.

Auch in Mitteleuropa hat die Ehrfurcht vor Bäumen eine lange Tradition und zeigt sich in mancher Hinsicht deutlicher als in anderen Teilen der Welt. Für Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland ist es oft überraschend, dass hier auch einzelne Bäume gesetzlich geschützt sind: in Deutschland als Naturdenkmal nach § 28 BNatSchG, dazu kommen die kommunalen Baumschutzsatzungen vieler Städte und Gemeinden. Das Wissen über Bäume und andere Gehölze ist gewaltig; Gehölze werden unter den verschiedensten Gesichtspunkten erforscht — als Teil von Ökosystemen, als eigenständige biologische Arten oder als Elemente der natürlichen wie der vom Menschen geprägten Landschaft. Man sagt zwar, der Mensch sehe „den Wald vor lauter Bäumen nicht“ — es kommt aber auch das Gegenteil vor: Vor lauter Wald übersehen wir die einzelnen Bäume, die schönen Solitäre in der Landschaft, die Baumreihen, Feldgehölze und Parkbäume.

Was die Pflege von Nicht-Waldgehölzen alles umfasst: Inhalt eines Fachhandbuchs

Schnitt junger Bäume mit einer Teleskop-Astschere in einer Baumschule

Vielleicht ist gerade diese Vielfalt der Blickwinkel und Verwendungen der Grund dafür, dass eine Gesamtdarstellung lange gefehlt hat, die das Thema Gehölze außerhalb des Waldes von allen Seiten behandelt — von ihrer Bedeutung für natürliche Prozesse bis zu den praktischen Aspekten der Pflege. Diese Artikelserie will diese Lücke schließen. Fachliche Grundlage sind im deutschsprachigen Raum vor allem die ZTV-Baumpflege der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) und die Arbeiten von Dirk Dujesiefken und Claus Mattheck, die den anerkannten Stand der Technik in der Baumpflege beschreiben.

Neben einem Überblick über die Geschichte der Arboristik in weitem Kontext gehören dazu ausführliche Informationen über die Bedeutung von Gehölzen als Lebensraum unterschiedlichster Organismen, über die ökologischen Zusammenhänge von Gehölzen im Stadt- und Siedlungsbereich und über ihre Rolle in der Landschaft. Der Überblick über die Methoden zur Gehölzauswahl, zu Pflanzung und Unterhaltung, zu Baumschnitt, Konservierung und Kronensicherung wird ergänzt durch ein wertvolles Kapitel über den Schutz von Bäumen und Sträuchern bei Bauarbeiten, das helfen kann, eine ganze Reihe unnötiger Schäden am öffentlichen Grün und in der Landschaft zu vermeiden. Erstmals findet sich in einer Darstellung dieser Art auch ein Kapitel über Techniken der Höhenarbeit einschließlich Seilklettertechnik. Auch die Besonderheiten von Naturdenkmal-Bäumen als eigener, gesetzlich verankerter Kategorie kommen nicht zu kurz.

Für wen ist Baumpflege und Arboristik gedacht: Gärtner, Fachleute und Behörden

Parkweg zwischen einer geschnittenen Hecke und formgeschnittenen Nadelgehölzen

Diese Artikelserie soll allen ein unentbehrlicher Helfer sein, die sich für Bäume und Gehölze interessieren — von privaten Liebhabern über Naturschützer bis zu Fachleuten, die von der Gehölzpflege leben. Nützlich ist sie auch für die Behörden der Naturschutzverwaltung, sei es als Grundlage für sachgerechte Entscheidungen oder als Referenz bei der Beurteilung von Ausmaß und Bedeutung von Gehölzschäden durch menschliche Aktivitäten. Sie kann außerdem Bauunternehmen helfen, die bei ihrer Arbeit möglichst wenig Schaden an Gehölzen anrichten wollen. Und sie dient als übersichtliches Lehrmaterial für alle, die sich mit Baumpflege beschäftigen wollen oder für die dieses Fachgebiet Teil der Ausbildung ist. Die Praxis wird zeigen, welche Abschnitte künftig eine Aktualisierung, Ergänzung oder Änderung brauchen.

Zu wünschen bleibt, dass sie möglichst viele von denen erreicht, die sich hierzulande in jeder Hinsicht um die Bäume außerhalb des Waldes kümmern — und darüber hinaus alle interessierten Leserinnen und Leser.