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Bohnenkraut: Anbau, Wirkung und Verwendung als Gewürz

Sommerbohnenkraut und Bergbohnenkraut – Standort, Aussaat, Ernte und Trocknen, Verwendung als Gewürz und Wirkung. Praktischer Ratgeber für den Kräutergarten.

Satureja hortensis – Sommerbohnenkraut: Beschreibung und Ansprüche

Sommerbohnenkraut (Satureja hortensis) mit kleinen hellen Blüten in den Blattachseln
Das Sommerbohnenkraut ist ein geschätztes Würz- und Heilkraut

Aromatisches, reich blühendes, einjähriges Würzkraut

Standort: sonnig; lockerer, nährstoffreicher Boden
Wuchshöhe: 30–50 cm
Blütezeit: Juni–Oktober
Vermehrung: durch Aussaat

Das aromatische Bohnenkraut wurde schon in der Antike als Küchengewürz verwendet. Zu uns kam es vermutlich im 9. Jahrhundert über die Alpen, mitgebracht von Benediktinermönchen. Heute wird Bohnenkraut in vielen Gemüse- und Kräutergärten angebaut und ist ein beliebtes Gewürz für schwer verdauliche Gerichte.

Die Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) wird etwa 40 cm hoch, hat eine kräftige Hauptwurzel und einen stark verzweigten Stängel mit kleinen lanzettlichen Blättern, auf denen sich zahlreiche Drüsenschuppen entdecken lassen. Stängel und Blätter sind leicht behaart. Ab Juni erscheinen in den Achseln der oberen Blätter kleine weiße, rosa oder lilafarbene Lippenblüten in Scheinähren. Die Blüten werden gern von Bienen besucht. Den würzigen Duft und den pfeffrigen Geschmack verdankt das Kraut dem hohen Gehalt an ätherischen Ölen und Gerbstoffen.

Sommerbohnenkraut anbauen: Aussaat, Boden und Ernte

Dichter Horst Sommerbohnenkraut im Beet eines Kräutergartens

Beim Anbau im Garten stellt die Pflanze keine großen Ansprüche an den Boden: Er sollte nicht frisch gedüngt, aber locker und leicht sandig sein. Bohnenkraut braucht einen sonnigen, windgeschützten Platz. Die Aussaat ins Freiland ist erst ab Mai möglich. Die Samen dürfen nur dünn mit Erde bedeckt werden. Der Reihenabstand sollte 25 cm betragen. In der Reihe müssen dicht aufgelaufene Pflanzen vereinzelt werden.

Bohnenkraut übersteht auch längere Trockenperioden und muss kaum gegossen werden. Der beste Erntezeitpunkt ist kurz vor der Blüte und während der Blüte. Die Würzkraft des frischen Krauts geht beim Trocknen nicht verloren. Als Heilpflanze wirkt es magenstärkend, blähungslindernd und leicht desinfizierend.

Satureja montana – Bergbohnenkraut: ausdauerndes Küchenkraut

Blüten des Bergbohnenkrauts (Satureja montana) in Nahaufnahme
Zierliche Blüten des ausdauernden Bergbohnenkrauts

Ausdauernde, verholzende Staude; Würz- und Heilpflanze

Standort: sonnige Lagen; durchlässiger, leicht kalkhaltiger Boden
Wuchshöhe: 30–50 cm
Blütezeit: Juli–September
Vermehrung: durch Aussaat, Teilung der Horste oder Stecklinge

Das Bergbohnenkraut kommt in etwas höheren Lagen vor. Seine Heimat sind Südeuropa, der Mittelmeerraum und der Balkan; wild wächst es auch im Kaukasus und in Südrussland. Es bevorzugt sonnige, felsige Berghänge.

Da es unser Klima recht gut verträgt, lässt es sich auch in unseren Gärten als mehrjähriges, winterhartes Küchenkraut ziehen. In milden Regionen bleibt es auch im Winter grün. Auch das Bergbohnenkraut gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Es hat ein stark verzweigtes Wurzelsystem und rasch verholzende, aufrechte Stängel. Der Wuchs ist horstig und sehr straff. Die sattgrünen, glänzenden, etwas ledrigen Blätter sind schmal lanzettlich und am Rand fein bewimpert.

Weiße, rosa oder violette Blüten erscheinen von Juli bis September in den Achseln der oberen Blätter. Das mehrjährige Bergbohnenkraut wächst etwas gedrungener und straffer als das einjährige und ihm fehlt die zarte violette Färbung der Stängel. Ansonsten sind sich beide Arten aber sehr ähnlich, auch in den Inhaltsstoffen. Der Duft ist aromatisch, der Geschmack herb, pfeffrig und schärfer als beim Sommerbohnenkraut.

Bergbohnenkraut anbauen und im Frühjahr schneiden

Ausdauernder verholzender Horst Bergbohnenkraut im sonnigen Steingarten

Im Garten lässt sich diese Staude entweder zeitig im Frühjahr unter Glas oder im Spätsommer aussäen. Der Boden sollte durchlässig, leicht kalkhaltig, steinig und nicht zu nährstoffreich sein. Geeignet ist zum Beispiel ein sonniger Platz im Steingarten, denn die Pflanze hat auch Zierwert.

Für den Wintervorrat wird das Kraut kurz vor der Blüte geschnitten und rasch im Schatten getrocknet. Der letzte Schnitt sollte im August erfolgen, damit die neuen Triebe bis zum Winteranfang ausreifen und die Frostperiode unbeschadet überstehen. Im Frühjahr wird bis ins alte Holz zurückgeschnitten, um den Austrieb frischer Triebe zu fördern.

Bohnenkraut als Gewürz: Verwendung in der Küche

Bohnenkraut (Satureja hortensis oder Satureja montana) ist ein Kraut mit aromatischen Blättern, die reich an ätherischen Ölen sind und kräftig schmecken. In der europäischen Küche ist es beliebt und wird vor allem als Gewürz verwendet. Hier sind einige Möglichkeiten, wie Sie Bohnenkraut als Gewürz einsetzen können:

  1. In Suppen und Saucen: Bohnenkraut verleiht Suppen und Saucen ein kräftiges Aroma. Geben Sie es während des Kochens hinzu, damit sich Duft und Geschmack gleichmäßig verteilen.

  2. In Marinaden: Bohnenkraut kann Bestandteil von Marinaden für Fleisch oder Gemüse sein. Mischen Sie es mit Olivenöl, Essig, Salz, Pfeffer und weiteren Kräutern zu einer ausgewogenen Marinade, die allen Gästen schmeckt.

  3. Auf Pizza: Bohnenkraut ist ein beliebtes Pizzagewürz. Geben Sie es als letzte Zutat hinzu, damit sich Aroma und Geschmack entfalten.

  4. In Salate: Bohnenkraut gibt Salaten eine frische Note. Sie können es in das Dressing geben oder fein gehackt über den Salat streuen.

  5. Zum Würzen von Fleisch: Bohnenkraut ist ein hervorragendes Gewürz für Fleischgerichte. Geben Sie es zum Beispiel an mageres Hackfleisch, um den Geschmack zu verbessern.

  6. Zum Backen: Bohnenkraut kann auch Teil von hausgemachtem Gebäck sein, etwa von Brot, Kuchen oder Muffins. Geben Sie es in den Teig oder bestreuen Sie das fertige Gebäck damit, damit sich das Aroma entfaltet.

Denken Sie beim Kochen und Backen daran, dass Bohnenkraut einen kräftigen Geschmack hat, verwenden Sie es also sparsam und nach Geschmack. Beim Kochen empfiehlt es sich, mit einer kleinen Menge zu beginnen und nach und nach nachzuwürzen, bis Sie die richtige Dosierung für Ihr Gericht gefunden haben.

Bohnenkraut: Wirkung auf die Gesundheit

Zweige von frischem Sommerbohnenkraut, bereit zum Trocknen und zur Verwendung als Gewürz

Bohnenkraut hat eine Reihe positiver Wirkungen auf die Gesundheit.

  1. Verdauungsfördernde Wirkung: Bohnenkraut unterstützt die Verdauung, indem es die Bildung von Magensaft anregt. Es hat außerdem antimikrobielle Eigenschaften, die bei Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder Blähungen helfen können.

  2. Antioxidantien: Bohnenkraut enthält zahlreiche Antioxidantien, die freien Radikalen im Körper entgegenwirken. Diese Stoffe können helfen, Zellen vor Schäden zu schützen.

  3. Immunsystem: Bohnenkraut wirkt entzündungshemmend, was das Immunsystem stärken und gegen Infektionen helfen kann.

  4. Beruhigende Wirkung: Bohnenkraut enthält ätherische Öle mit beruhigender Wirkung, die helfen können, Stress und Unruhe zu mindern.

  5. Wirkung gegen Bakterien und Pilze: Bohnenkraut enthält Stoffe, die gegen Bakterien und Pilze wirken können. Diese Eigenschaften können bei Infektionen und Hautproblemen nützlich sein.

Bohnenkraut düngen: womit man Kräuter düngt

Bohnenkraut gehört zu den Kräutern, die in zu stark gedüngtem Boden an Aroma verlieren – deshalb lohnt es sich, eher sparsam und gleichmäßig zu düngen. Der organische Dünger DÜNGEE gibt Stickstoff, Phosphor und Kalium nach und nach ab, sodass die Pflanze gleichmäßig wächst und nicht nur ins Blatt schießt.

Eine ausführliche Anleitung für den ganzen Kräutergarten finden Sie im Artikel Kräuter düngen. Wie Sie einen einzigen Dünger für den ganzen Garten auswählen, erklärt Universaldünger, die Nährstoffverhältnisse erläutert NPK-Dünger und die Termine fasst Gartenpflanzen düngen zusammen. Konkrete Mengen für einzelne Pflanzen finden Sie in der Dosierung.

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Weitere Kräuter für den Garten

In den Kräutergarten passen zum Bohnenkraut gut Thymian, Oregano, Dost, Majoran, Basilikum, Rosmarin, Salbei, Ysop und Lavendel. Für frisches Schnittgrün baut man Schnittlauch, Petersilie, Dill, Kümmel und Fenchel an. Einen vollständigen Überblick finden Sie im Artikel Kräuter.