Dill (Anethum graveolens): anbauen und Dill haltbar machen
Aussaat und Anbau von Dill im Garten und im Topf, Düngung und Rezepte für Dillsoße und Dillsuppe
Dill: wann säen und ernten
Säen Sie Dill direkt ins Beet in mehreren Sätzen nacheinander, damit Sie den ganzen Sommer frisches Kraut haben.
Ernten Sie Dillkraut laufend, am aromatischsten sind junge Triebe vor der Blüte.
Durch Forschung belegte gute Nachbarn: Gurke
Traditionell empfohlen als Nachbarn: Zwiebel, Rote Bete, Salat, Kartoffeln, Kohl und Kohlgemüse
Dill (Anethum graveolens): Aussehen und Verwendung
(Anethum graveolens)
Dill (botanisch Anethum graveolens) ist eine aromatische Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Es ist eine einjährige Pflanze mit hohem, dünnem Stängel, die bis zu 1 Meter hoch wird. Sie hat feine, fadenförmige Blätter und kleine gelbe Blüten in großen Dolden. Im Deutschen ist Dill auch als Gurkenkraut bekannt. Beliebt ist er für sein würziges, süßliches Anisaroma, das wir in der Küche als Gewürz und als Kraut nutzen. Dill wird zum Abschmecken vieler Gerichte verwendet, etwa von Fischgerichten, Suppen, Salaten, Marinaden, Soßen und Brot. Er ist außerdem Bestandteil von Kräutermischungen wie der französischen Kräutermischung (fines herbes).
Was Dill enthält

Samen und Blätter des Dills enthalten ätherische Öle, Flavonoide, Ascorbinsäure, Carotinoide und Mineralstoffe wie Calcium, Eisen und Kalium.
In der Volksheilkunde wurde Dill, vor allem seine Samen, traditionell bei Verdauungsbeschwerden verwendet. Eine Wirkung ist aber nicht verlässlich belegt.
Dilltee aus den Samen

Aus Dillsamen bereitet man einen Kräutertee mit feinem Anisaroma zu. In der Volksheilkunde wurde er traditionell verwendet, eine Wirkung ist aber nicht belegt.
Kräftiger schmeckt der Tee aus den Samen als aus dem grünen Kraut.
Kräutertees in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für kleine Kinder sollten Sie immer ärztlich abklären lassen.
Dill anbauen: Aussaat und Dill im Topf pflanzen
Dill lässt sich verhältnismäßig leicht anbauen, denn er gedeiht im Garten, Kräutergarten oder in der Kräuterspirale ebenso wie im Topf auf dem Balkon. Mit der folgenden Anleitung gelingt Ihnen der Anbau bestimmt:
- Wählen Sie den richtigen Standort: Dill braucht einen sonnigen Standort und einen gut durchlässigen Boden mit ausreichender Feuchtigkeit. Wenn Sie Dill im Topf ziehen, wählen Sie ein Gefäß mit Abzugslöchern und geben Sie auf den Boden eine Schicht Kies oder Tonscherben, damit es nicht zu Staunässe kommt.
2. Säen Sie Samen aus oder pflanzen Sie Jungpflanzen: Dill wird meist aus Samen gezogen, die etwa 1 cm tief in die Erde gesät werden. Sie können die Samen vor der Aussaat einige Stunden in Wasser einweichen, um die Keimung zu beschleunigen. Wenn Sie Jungpflanzen verwenden, setzen Sie diese ins Beet, sobald sie etwa 10 cm hoch sind.
3. Gießen Sie regelmäßig: Dill gedeiht am besten in mäßig feuchter Erde, deshalb ist regelmäßiges Gießen wichtig, damit der Boden nie ganz austrocknet. Ist der Boden jedoch zu nass, können die Wurzeln faulen und die Pflanze eingehen.
4. Ernten Sie Kraut und Samen: Das Dillkraut wird geerntet, wenn es voll entwickelt ist. Ernten können Sie es laufend. Die Samen werden geerntet, wenn sie reif sind – das erkennen Sie daran, dass sie braun werden. TIPP: Sie können die Samen auch an der Pflanze lassen, damit sie sich selbst aussät – im nächsten Jahr haben Sie so neue Pflanzen.
HINWEIS: Bei den meisten Dillsorten empfiehlt es sich, im Frühjahr mit dem Anbau zu beginnen, wenn sich die Temperaturen stabil über dem Gefrierpunkt halten.
Bewährte Dillsorten für die Aussaat finden Sie unter unseren Samen – der frühe Moravan und der wüchsige Monarch. Im Beet verträgt sich Dill gut mit anderen Kräutern wie Petersilie, Schnittlauch oder Basilikum.
Dill im Beet: Folgesaaten und Dill zwischen dem Gemüse
Dill ist anspruchslos und wächst auch im Halbschatten. Zu trockene, austrocknende Standorte bekommen ihm aber nicht: Die Pflanzen leiden dort und werden stark von Blattläusen befallen.
Aussaat in Etappen
Wer die ganze Saison frisches Kraut haben möchte, sät alle 2–3 Wochen einige Reihen Dill. Halten Sie zwischen den Reihen 25–30 cm Abstand. Das Kraut ist etwa 6 Wochen nach der Aussaat erntereif.
| Zeitraum | Aussaat | Warum |
|---|---|---|
| März bis Mitte Mai | alle 2–3 Wochen | Frühjahrssaaten bringen das meiste Kraut |
| Mitte Mai bis Mitte Juli | besser nicht säen | bei Hitze und langen Tagen schießt Dill schnell in die Blüte |
| Mitte Juli bis Ende August | alle 2–3 Wochen | Kraut für den Herbst und Dolden zum Einlegen |
Die Termine gelten für mittlere Lagen. In warmen Gegenden können Sie 1–2 Wochen früher beginnen, im Gebirge später.
Dill als Markiersaat
Dill braucht kein eigenes Beet. Locker in die Reihen von Möhren, Petersilie oder Zwiebeln gesät, läuft er schnell auf und markiert die Reihen, bevor das langsamere Gemüse keimt. Er passt auch zwischen Gurken, für die Sie ihn beim Einlegen ohnehin brauchen. Lassen Sie ein paar Pflanzen ausreifen, sät sich Dill von selbst aus.
Dillsamen
Pflanzen für die Samengewinnung vereinzeln Sie auf etwa 8 cm, damit sie kräftig werden. Die Samen fallen leicht aus, ernten Sie die Dolden deshalb rechtzeitig, sobald sie braun werden. Lassen Sie sie auf Papier an einem trockenen, luftigen Ort nachtrocknen, rebeln Sie sie ab und bewahren Sie sie in einem gut verschlossenen Gefäß auf. So behalten sie lange ihr Aroma und eignen sich für die Küche wie für die nächste Aussaat.
Dill düngen: im Beet und im Topf
Dill braucht eine regelmäßige Düngung, vor allem während des Wachstums. Greifen Sie zu einem Dünger, der das Blattwachstum und die Wurzelbildung unterstützt. Geeignet sind natürliche organische Dünger wie Kompost oder der perfekte Naturdünger Düngee.
Wie Sie universellen organischen Dünger bei einjährigen Kräutern dosieren, fasst die folgende Übersicht zusammen:
- Im Beet genügt eine Gabe im Frühjahr zur Aussaat und eine zweite nach dem ersten Schnitt des Krauts.
- Im Topf auf dem Balkon werden die Nährstoffe schneller ausgewaschen – düngen Sie dort in kleineren Mengen, dafür alle 3 bis 4 Wochen.
- Organischer Dünger gibt die Nährstoffe nach und nach ab, sodass die feinen Wurzeln des Dills nicht verbrennen können.
Dill haltbar machen: im Kühlschrank, einfrieren, trocknen und einlegen

Dill bewahren Sie am besten im Kühlschrank oder im Gefrierfach auf, damit er Frische und Aroma behält. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, Dill haltbar zu machen:
Kühlschrank: Frischen Dill können Sie im Kühlschrank bis zu 1 Woche aufbewahren. Am besten wickeln Sie ihn in feuchtes Papier oder geben ihn in einen Gefrierbeutel, damit er nicht austrocknet.
Einfrieren: Dill lässt sich auch einfrieren, das verlängert seine Haltbarkeit. Zupfen Sie vor dem Einfrieren die Blätter von den Stängeln und geben Sie sie in Gefrierbeutel. Einfrieren können Sie auch ganze Stängel, die eignen sich allerdings nicht immer zur Verwendung. Beim Einfrieren bleiben Geschmack und Aroma erhalten, die Konsistenz der Blätter kann sich jedoch verändern (sie werden weicher).
Trocknen: Dill lässt sich auch trocknen, wobei das Trocknen Geschmack und Aroma abschwächen kann. Hängen Sie die Stängel zum Trocknen an einem luftigen Ort auf, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung. Das Trocknen kann mehrere Tage dauern; danach sollten die Blätter brüchig sein.
In Essig einlegen: Dill lässt sich auch in Essig einlegen, der ihm eine pikante Note verleiht. Geben Sie Blätter und Stängel des Dills in eine Flasche mit Essig und lassen Sie sie einige Tage ziehen. Anschließend können Sie den Dill als Zutat für Salate oder Marinaden verwenden.
HINWEIS: Es gilt allerdings: Je länger Sie Dill lagern, desto mehr Geschmack und Aroma verliert er – am besten verwenden Sie ihn also möglichst bald nach der Ernte.
Dillsoße: Rezept für die böhmische Dillsoße
Dillsoße passt hervorragend zu ganz unterschiedlichen Gerichten, zum Beispiel zu Fisch und Lachs, zu Bratkartoffeln aus Kartoffeln oder zu Gemüse. Hier ein einfaches Rezept für die Zubereitung von Dillsoße:
Zutaten:
- 2 EL Butter oder Öl,
- 2 EL Mehl,
- 500 ml Hühnerbrühe oder Wasser,
- 1/2 Tasse gehackter Dill,
- 1/4 Tasse Kochsahne,
- Saft einer halben Zitrone,
- Salz und Pfeffer nach Geschmack.
Zubereitung:
- Butter oder Öl in einem Topf bei mittlerer Hitze zerlassen.
- Das Mehl zugeben und unter ständigem Rühren etwa 1 Minute kochen, bis eine glatte Mehlschwitze entsteht.
- Nach und nach die Hühnerbrühe oder das Wasser angießen und unter ständigem Rühren kochen, bis die Soße anzudicken beginnt.
- Den gehackten Dill zugeben und die Soße bei milder Hitze etwa 5 Minuten kochen, damit der Dill durchzieht und sein Aroma abgibt.
- Die Kochsahne unterrühren. Wenn Sie die Soße besonders fein mögen, können Sie sie im Mixer oder mit dem Pürierstab aufmixen.
- Den Zitronensaft zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Guten Appetit!


Dillsuppe: Rezept Schritt für Schritt

Dillsuppe ist eine beliebte Suppe, die oft in den Sommermonaten serviert wird. Hier ein einfaches Rezept für die Zubereitung von Dillsuppe:
Zutaten:
- 1 große Zwiebel, fein gehackt,
- 2 EL Butter oder Öl,
- 4 Kartoffeln, geschält und gewürfelt,
- 1 l Hühner- oder Gemüsebrühe,
- 1/2 Tasse gehackter Dill,
- 1/2 Tasse Schlagsahne,
- 1 TL Salz,
- 1/4 TL schwarzer Pfeffer.
Zubereitung:
- Butter oder Öl in einem Topf bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Zwiebel zugeben und goldgelb anschwitzen.
- Die Kartoffeln zugeben und 5-7 Minuten garen, bis sie weich werden.
- Die Hühner- oder Gemüsebrühe angießen und die Suppe kochen lassen, bis die Kartoffeln ganz weich sind.
- Den gehackten Dill zugeben und die Suppe noch etwa 2 Minuten kochen.
- Den Topf vom Herd nehmen und die Suppe auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
- Die Suppe mit dem Mixer oder dem Pürierstab glatt pürieren.
- Die Schlagsahne unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Servieren Sie die fertige Dillsuppe mit Brot oder Crackern. Garnieren können Sie sie mit Dill oder Schlagsahne.
Kräuter und Gewürze düngen
Dill hat dieselben Ansprüche wie die meisten Küchenkräuter – er braucht Sonne, durchlässigen Boden und eine regelmäßige, aber maßvolle Nährstoffzufuhr. Eine ausführliche Anleitung finden Sie im Artikel Kräuter düngen.
Weitere Kräuter für das Küchenbeet: Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Minze, Kräuter.
Bildquellen: Foto: Bff, CC BY-SA 3.0
