Eberwurz (Carlina): Silberdistel und Golddistel
Der stachelige Blütenkorb hält sich jahrelang im trockenen Steingarten. Achtung: Die Silberdistel steht unter Naturschutz.
Eberwurz — Pflanzen für den Steingarten und trockene Standorte
(Carlina)
Die Gattung Eberwurz (Carlina) umfasst mehrere blühende Arten, die sich durch ihr Aussehen und ihre Blütenkörbe auszeichnen. Die bekanntesten Arten sind die Golddistel (Carlina vulgaris), die volkstümlich früher als Heilpflanze genutzt wurde, außerdem die Silberdistel (Carlina acaulis) und die Akanthusblättrige Eberwurz (Carlina acanthifolia), die sich für Steingärten, Gärten und Trockenmauern eignen.
So sieht die Eberwurz aus
- Die Pflanze hat entweder einen mittelhohen Stängel, der bis etwa 50–100 cm hoch werden kann, oder gar keinen Stängel (siehe Silberdistel).
- Die Blätter sind derb und grün und haben einen charakteristisch gezähnten Rand.
- An der Spitze des Stängels wächst der Blütenkorb. Der Blütenkorb ist kugelig und besteht aus Hüllblättern (ähnlich Blütenblättern), die auffallend stachelig sind.
- In der Mitte des Blütenkorbs sitzen kleine Röhrenblüten, deren Farbe von Weiß bis Rosa reichen kann.
- Die auffälligen „Blütenblätter“ sind in Wirklichkeit dornig vergrößerte Hüllblätter.
- Nach der Blüte kann der Blütenkorb an der Pflanze bleiben und wird allmählich braun, was der Pflanze ein dekoratives Aussehen verleiht.
Insgesamt sind die Blütenkörbe der Gattung Eberwurz für ihre stacheligen Hüllblätter bekannt, die ihnen ihr typisches Aussehen geben. Die Eberwurz wächst in trockenen und steinigen Lagen und kommt häufig auf Magerrasen, Trockenhängen, Hochebenen und ähnlichen Standorten vor.


Golddistel (Carlina vulgaris)

Die Golddistel (Carlina vulgaris), auch Kleine Eberwurz genannt, ist eine der Arten der Gattung Eberwurz. Sie wurde früher volkstümlich als Heilpflanze genutzt, lässt sich aber ebenso gut als interessante Ergänzung im Steingarten pflanzen.
So sieht die Golddistel aus
- Die Golddistel bildet kräftige Stängel, die bis etwa 30–100 cm hoch werden können.
- Die Blätter sind fest, ledrig und haben einen gezähnten Rand. Oft sind sie auffallend weiß oder grau behaart.
- Der Blütenkorb ist kugelig und hat durch die dornigen Hüllblätter ein charakteristisches Aussehen.
- Die Blüten sind röhrenförmig und können weiß, hellrosa oder violett sein.
So baut man die Golddistel an
- Die Golddistel ist an trockenere und steinige Standorte angepasst und deshalb verhältnismäßig pflegeleicht.
- Der Standort soll sonnig bis halbschattig sein, mit gut durchlässigem Boden.
- Die Pflanze bevorzugt trockenere Bedingungen, regelmäßiges Gießen ist deshalb nicht nötig. Bei zu viel Feuchtigkeit leidet sie, und übermäßiges Gießen kann zu Wurzelfäule führen.
- Die Golddistel ist winterhart und verträgt kalte Temperaturen.
- Steingarten -Pflanzen wie die Golddistel vermehrt man durch Samen, die im Herbst oder Frühjahr direkt an Ort und Stelle ausgesät werden. Die Sämlinge lassen sich später an den endgültigen Platz umsetzen.
- Verwenden lässt sich die Pflanze im Naturgarten, im Steingarten oder auf Trockenmauern.
Die Golddistel ist eine schöne Pflanze mit dekorativen Blütenkörbchen und interessantem Wuchs, die dem Garten einen naturnahen Charakter verleiht.
Silberdistel (Carlina acaulis)
Die Silberdistel (Carlina acaulis), volkstümlich auch Wetterdistel genannt, ist eine weitere Art der Gattung Eberwurz und hat einen ganz eigenen Wuchs.
So sieht die Silberdistel aus
- Die Silberdistel ist eine niedrige, kompakte Staude, die eine bodenständige Blattrosette bildet.
- Die Blätter sind derb, grün und haben einen gezähnten oder gelappten Rand. Sie können auffallend weiß oder grau behaart sein, was für diese Art typisch ist.
- Der Blütenkorb wächst direkt aus der Blattrosette und bildet ein kugeliges Blütenstandsköpfchen mit dornigen Hüllblättern.
- Die Blüten sind röhrenförmig und können weiß, hellrosa oder violett sein.
So baut man die Silberdistel an
Auch die Silberdistel bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit gut durchlässigem Boden. Diese Art ist noch stärker an trockene und kühlere Bedingungen angepasst. Wichtig ist, dass der Boden nicht zu feucht ist, denn die Silberdistel verträgt keine Staunässe.
Die Vermehrung erfolgt vor allem durch Samen, die im Herbst oder Frühjahr ausgesät werden können. Die Samen keimen auch unter kühlen Bedingungen. Pflanzen lässt sie sich im Staudenbeet, im Steingarten, im Alpinum oder auf Trockenmauern. Die Blüten der Silberdistel sind attraktiv für Bestäuberwie Bienen und Schmetterlinge.
🚨 Die Silberdistel steht unter Naturschutz
In älteren Kräuterbüchern und auf vielen Webseiten finden Sie Rezepte für Tee und Tinktur aus der Eberwurzwurzel. Tun Sie das nicht — aus zwei Gründen, einem rechtlichen und einem gesundheitlichen.
Die Silberdistel (Carlina acaulis) ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt (Anlage 1 BArtSchV). Nach § 44 BNatSchG ist es verboten, sie der Natur zu entnehmen oder zu beschädigen. Die Wurzel auszugraben heißt außerdem, die Pflanze zu vernichten — die Silberdistel ist eine ausdauernde Staude mit tiefer Pfahlwurzel, das Sammeln der Wurzel ist also keine Entnahme eines Pflanzenteils, sondern ihr Ende. Bei einer besonders geschützten Art ist das verboten, auch „einmal für den Eigenbedarf“.
Der zweite Grund: Eine Heilwirkung der Eberwurz ist nicht belegt , und die kursierenden Behauptungen — Wurzeltee senke Blutdruck oder Cholesterin — haben keine belastbare Datengrundlage. Hoher Blutdruck und Cholesterin gehören in ärztliche Hand, nicht in einen Hausaufguss.
- Graben Sie die Silberdistel nicht aus und sammeln Sie weder Wurzel noch Samen.
- Die Golddistel (Carlina vulgaris) ist nicht besonders geschützt, aber zweijährig — auch sie vernichten Sie, wenn Sie die Wurzel ausgraben, und belegt ist ihre Wirkung ebenso wenig.
- Kaufen oder säen Sie die Eberwurz für den Garten aus gekauftem Saatgut. Das Angebot ist gut und aus Samen lässt sie sich leicht ziehen.
- Wenn Sie sie in der Natur finden, ist das eine gute Nachricht — die Eberwurz geht mit den verschwindenden Magerweiden zurück. Fotografieren Sie sie und lassen Sie sie stehen.
Im Garten hat die Eberwurz einen viel sichereren Wert als in der Kräuterecke: der stachelige Blütenkorb bleibt den ganzen Winter dekorativ, die Pflanze verträgt Trockenheit und Steine, wo andere Stauden kümmern, und sie ist eine wertvolle Trachtpflanze für Hummeln. Die Blütenkörbe eignen sich zudem für Trockensträuße — und das ganz ohne Ausgraben.
Eberwurz anbauen
Die Eberwurz ist eine Pflanze für genau die Stelle, die Sie sonst im Garten für ein Problem halten: volle Sonne, Steine, Trockenheit und magerer Boden. Dort ist sie am besten, im nährstoffreichen feuchten Beet geht sie dagegen ein.
- Volle Sonne und sehr durchlässiger Boden, gern steinig und kalkhaltig. Winternässe am Wurzelhals ist das Einzige, woran die Eberwurz zuverlässig eingeht.
- Nicht düngen und nicht gießen , wenn die Pflanzen eingewachsen sind. In nährstoffreichem Boden wird die Eberwurz mastig und wird vom Gras überwachsen.
- Aussaat im Herbst oder Frühjahr direkt an Ort und Stelle. Die Samen brauchen Kälte, die Herbstaussaat ist deshalb sicherer. Setzen Sie die Sämlinge so klein wie möglich um — die Eberwurz bildet früh eine Pfahlwurzel und eine ältere Pflanze lässt sich nicht mehr umsetzen.
- Mulchen Sie mit Kies, nicht mit Kompost. Kies hält den Wurzelhals trocken.
- Lassen Sie die Blütenkörbe nach der Blüte an der Pflanze — sie werden braun und bleiben den ganzen Winter dekorativ, was einer der Hauptgründe ist, die Eberwurz überhaupt zu pflanzen.
- Die Silberdistel ist eine Staude, die Golddistel verhält sich zweijährig — im ersten Jahr die Rosette, im zweiten Jahr die Blüte, danach stirbt sie ab. Bei der zweiten rechnen Sie mit Selbstaussaat, sonst bleibt im Beet nichts von ihr übrig.
Eine Besonderheit mit praktischem Nutzen: Die Hüllblätter der Eberwurz schließen sich bei Feuchtigkeit und öffnen sich bei Trockenheit — deshalb heißt die Silberdistel volkstümlich „Wetterdistel“ und getrocknete Blütenkörbe wurden als Wetterprognose an die Tür gehängt. Das funktioniert auch am getrockneten Blütenkorb in der Vase.
Häufige Fragen
Darf ich eine Eberwurz in der Natur ausgraben?
Nein. Die Silberdistel ist nach Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, sie darf also weder ausgegraben noch gesammelt werden (§ 44 BNatSchG). Mit dem Ausgraben der Wurzel vernichten Sie die Pflanze außerdem — sie ist ausdauernd und hat eine tiefe Pfahlwurzel. Säen Sie sie für den Garten aus gekauftem Saatgut aus.
Ist Tee aus der Eberwurz heilsam?
Eine Heilwirkung der Eberwurz ist nicht belegt , und die Behauptung, sie senke Blutdruck oder Cholesterin, hat keine Datengrundlage. Außerdem müssten Sie dafür eine geschützte Pflanze vernichten. Hoher Blutdruck und Cholesterin gehören zum Arzt.
Warum heißt die Silberdistel Wetterdistel?
Weil ihre Hüllblätter auf die Luftfeuchtigkeit reagieren — bei Feuchtigkeit schließen sie sich, bei Trockenheit öffnen sie sich. Getrocknete Blütenkörbe wurden deshalb als Hauswetterprognose an die Tür gehängt und die Pflanze volkstümlich Wetterdistel oder Wetterrose genannt.
Wie zieht man eine Eberwurz aus Samen?
Durch Aussaat direkt an Ort und Stelle, am besten im Herbst, damit die Samen Kälte bekommen. Sie keimt unregelmäßig, seien Sie also geduldig. Setzen Sie die Sämlinge so früh und so klein wie möglich um, denn die Eberwurz bildet schnell eine Pfahlwurzel und eine ältere Pflanze lässt sich nicht mehr umsetzen.
Was ist der Unterschied zwischen Golddistel und Silberdistel?
Die Golddistel (Carlina vulgaris) hat einen 30–100 cm hohen Stängel mit mehreren Blütenkörben und verhält sich zweijährig. Die Silberdistel (Carlina acaulis) bildet eine bodenständige Rosette und einen großen, fast auf dem Boden sitzenden Blütenkorb, ist eine Staude und steht unter Naturschutz.
Wohin pflanzt man die Eberwurz im Garten?
An den trockensten und sonnigsten Platz, den Sie haben — in den Steingarten, in eine Trockenmauer, in ein Kiesbeet oder an einen Hang. Der Boden soll durchlässig, mager und gern kalkhaltig sein. In ein nährstoffreiches feuchtes Beet pflanzen Sie sie nicht, dort geht sie ein oder wird vom Gras überwachsen.
Düngung von Freiland- und Zierpflanzen
- Sie können in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
- Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.
