Eibe (Taxus)
Die Eibe ist in allen Teilen giftig – außer dem Samenmantel. Sie verträgt den Schnitt besser als andere Nadelgehölze und ist ideal als Hecke. Arten und Pflege.
Immergrünes, häufig strauchig wachsendes Nadelgehölz.
Standort: schattig bis halbschattig; kalkhaltige und andere Böden.
Höhe: 50 cm-15 m.
Blütezeit: März-April.
Vermehrung: durch Aussaat oder Stecklinge.
Die Gattung Taxus mit 8 sehr ähnlichen und nah verwandten Arten ist überwiegend in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel verbreitet, nur 1 Art ist bis nach Indonesien auf die Südhalbkugel vorgedrungen. Eiben gehören zur Familie der Eibengewächse (Taxaceae). Es sind entweder Sträucher oder kleine, stark verzweigte Bäume mit glatter, rötlich brauner Rinde, die sich an älteren Stämmen in Platten löst. Die abgeflachten, bis 3,5 cm langen Nadeln stehen schraubig, an den Seitenzweigen oft am Triebende gehäuft. Die Blüten sind eingeschlechtig und zweihäusig verteilt. Die zahlreichen männlichen Blüten fallen durch ihre gelblichen Staubbeutel auf. Die weiblichen Blüten sind unscheinbar; aus ihnen entwickeln sich eiförmige, meist zweikantige Samen, die von einem leuchtend roten, becherförmig geöffneten Samenmantel umgeben sind. Alle Pflanzenteile sind giftig – mit Ausnahme des etwas süßlich schmeckenden Samenmantels.
In der Gartenkultur gehören die Arten der Gattung Taxus und ihre Sorten zu den wichtigsten Nadelgehölzen. Sie sind robust, langlebig und wenig anspruchsvoll, was den Standort angeht, und gedeihen selbst an sehr schattigen Plätzen. Kein anderes Nadelgehölz lässt sich so problemlos schneiden wie die Eibe. Deshalb wird sie seit jeher als Hecke gepflanzt oder in vielfältige Formen geschnitten. Eiben lieben Kalk, wachsen aber auch auf anderen Böden; heiße oder nasse, undurchlässige Böden vertragen sie dagegen nicht. Ihre hohe Schattenverträglichkeit macht sie zu einer wertvollen Unterpflanzung unter hohen Bäumen.
Europäische Eibe (Taxus baccata)

ist ein 10-12 m hoher Baum mit anfangs breit kegelförmiger, im Alter abgerundeter Krone. Häufig ist sie vom Boden an mehrstämmig, wobei die einzelnen Stämme miteinander verwachsen. Die Äste stehen aufrecht oder fast waagerecht ab und sind reich verzweigt. Die schraubig angeordneten Blätter sind nadelförmig, abgeflacht, biegsam, 1,5-3,5 cm lang, oberseits glänzend dunkelgrün mit erhabener Mittelrippe, unterseits hell- oder graugrün mit zwei breiten, wenig auffälligen Spaltöffnungsstreifen (Stomata). Verbreitet ist sie in Europa, in Nordkleinasien, vom Kaukasus bis nach Nordpersien und in Westafrika, auf lockeren, tiefgründigen, nährstoffreichen und gut durchlässigen Böden, meist in lichten bis schattigen Wäldern.
Neben der Wildart, die als Solitär oder für Hecken verwendet wird, ziehen Baumschulen zahlreiche Sorten mit Abweichungen im Wuchs und in der Nadelfärbung. Darunter sind auch viele Formen, die deutlich schwächer wachsen als die Art.
Japanische Eibe (Taxus cuspidata)

In ihrer japanischen Heimat ist sie ein 20 m hoher Baum, bei uns bleibt sie jedoch meist strauchig. Die Äste stehen ab oder aufrecht und haben eine rötlich braune Rinde. Die Nadeln sind unregelmäßig zweizeilig angeordnet und 1,5-2,5 cm lang, in einen deutlich gelben Stiel verschmälert, oberseits sattgrün, unterseits mit zwei gelblichen Spaltöffnungsstreifen. Die Samen sind leicht drei- bis vierkantig, der Samenmantel ist rot. Die Art zeichnet sich durch große Winterhärte und sattgrüne Benadelung aus.
Von den zahlreichen Gartensorten werden hierzulande nur einige kultiviert:
- ‚Green Valley‘ – niedriger Wuchs mit aufsteigender oder abstehender Verzweigung, Nadeln recht kurz, breit und dunkelgrün.
- ‚Nana‘ – niedriger, strauchiger Wuchs, sehr unregelmäßig breit, bis 1 m hoch und 3 m breit, Nadeln kurz und sattgrün; treibt im Frühjahr sehr früh aus.
Becher-Eibe (Taxus x media)

Sie steht mit ihren Merkmalen zwischen beiden Elternarten. Von Taxus baccata unterscheidet sie sich durch breitere Nadeln mit kleiner Spitze und ausgeprägter Mittelrippe. Die Nadeln ähneln sonst denen von T. cuspidata, stehen aber deutlich zweizeilig und waagerecht ausgebreitet, die Zweige sind olivgrün. Von Taxus x media gibt es eine ganze Reihe häufig kultivierter Gartensorten.
Die besten Sorten der Europäischen Eibe (Taxus baccata)
| Sorte | Wuchs und Nadelfärbung |
|---|---|
| ‚Adpressa‘ | Strauchig und unregelmäßig, langsam wachsend; Nadeln weniger als 1 cm lang, dunkelgrün. |
| ‚Adpressa Aurea‘ | Wächst etwas schwächer, Nadeln an den Triebspitzen goldgelb. |
| ‚Cavendishii‘ | Zwergform; Äste flach über dem Boden ausgebreitet, bis 40 cm hoch, Nadeln blaugrün. |
| ‚Dovastoniana‘ | Baumförmig, Äste regelmäßig quirlständig und waagerecht abstehend, an den Spitzen überhängend; eine der schönsten hochwachsenden Sorten. |
| ‚Dovastonii Aurea‘ | Wuchs etwas schwächer, Triebe goldgelb, Nadeln oberseits meist gelbgrün mit gelbem Rand. |
| ‚Fastigiata‘ | Anfangs gleichmäßig schmal säulenförmig, im Alter 4-7 m hoch und dann oft sehr breit; alte und häufig gepflanzte Säulen-Eibe. |
| ‚Fastigiata Aureomarginata‘ | Wuchs wie ‚Fastigiata‘; Nadeln an jungen Trieben goldgelb gerandet, später hellgrün. |
| ‚Fastigiata Melfard‘ | Sehr schlanke, bis 2 m hohe Säulenform, ausgesprochen frosthart. |
| ‚Fastigiata Robusta‘ | Schmal säulenförmig, schlanker als ‚Fastigiata‘; die Nadeln leiden im Winter nicht unter Frost wie bei ‚Fastigiata‘. |
| ‚Hessei‘ | Aufrecht, dicht verzweigt; Nadeln auffallend lang und breit, sattgrün; besonders frosthart. |
| ‚Overeynderi‘ | Wächst meist zu einer breit aufrechten Säulenform heran; im Alter bis 5 m hoch. |
| ‚Repandens‘ | Zwergform, etwa 40-50 cm hoch, Äste breit ausgebreitet, meist 2-5 m breit. |
| ‚Schwarzgrün‘ | Kompakt, gleichmäßig breit horstig; Nadeln auffallend dunkelgrün. |
| ‚Semperaurea‘ | Strauchig, breit aufrecht, bis 2 m hoch und ebenso breit, Nadeln oberseits dauerhaft goldgelb, unterseits hellgelbgrün. |
| ‚Standishii‘ | Säulenförmig, geschlossen und langsam wachsend; Nadeln goldgelb; gilt als beste gelblaubige Säulen-Eibe. |
| ‚Summergold‘ | Breit und flach, Äste schräg aufsteigend, Nadeln im Sommer oft ganz gelb; in der Sonne sehr farbstabil. |
| ‚Washingtonii‘ | Geschlossen und locker, bis 2 m hoch; Äste abstehend, an den Spitzen überhängend, Nadeln im Sommer grünlich gelb, im Winter bronzegelb. |
| ‚Wiesmoor Gold‘ | Unregelmäßig säulenförmig, Nadeln im Sommer gelb, im Winter goldgelb, leidet nicht unter Sonnenbrand. |
Gartensorten der Becher-Eibe (Taxus x media)
| Sorte | Wuchs und Nadeln |
|---|---|
| ‚Farmen‘ | Kompakt, gleichmäßig breit horstig, Äste sehr dicht stehend, Nadeln dunkelgrün. |
| ‚Hatfieldii‘ | Breit kegelförmig, Äste aufsteigend, bis etwa 1,5 m hoch, Nadeln radial gestellt, sattgrün. |
| ‚Hicksii‘ | Schmal säulenförmig, Äste aufsteigend, insgesamt an der Spitze meist deutlich breiter als an der Basis, Nadeln an den aufrechten Trieben radial, an den Seitenzweigen zweizeilig gestellt, glänzend dunkelgrün; klassische Heckensorte. |
| ‚Nidiformis‘ | Breit und niedrig, Äste und Zweige waagerecht ausgebreitet, die Pflanze hat in der Mitte eine nestartige Vertiefung. Nadeln dunkelgrün. |
| ‚Strait Hedge‘ | Sehr wüchsig, mit mehreren Ästen schmal aufrecht, Nadeln sattgrün, trägt schon als jüngere Pflanze gut Früchte. |
| ‚Stricta Viridis‘ | Säulenförmig, breit aufrecht, Nadeln auffallend hellgrün, auch im Winter, sehr frosthart. |
| ‚Thayerae‘ | Breit vasenförmig, Äste breit aufrecht, locker, Zweige abstehend und an der Spitze überhängend, sehr schnellwüchsig; Nadeln sehr schmal, glänzend hellgrün. |
Häufige Fragen zur Eibe
Ist die Eibe giftig?
Ja, die Eibe ist in allen Teilen giftig – Nadeln, Holz und Samen. Die einzige Ausnahme ist der süßliche rote Samenmantel; der Samen darin ist jedoch giftig. Vorsicht in Gärten mit Kindern und Haustieren.
Wie schneidet und formt man eine Eibe?
Die Eibe verträgt den Schnitt besser als die meisten Nadelgehölze – sie lässt sich zur Hecke und zu Formgehölzen schneiden und treibt zuverlässig auch aus altem Holz wieder aus.
Eignet sich die Eibe als Hecke?
Sie gehört zu den besten Heckenpflanzen: immergrün, dicht wachsend, schattenverträglich – und dank ihres langsamen Wuchses hält sie die Form lange.
Wohin pflanzt man eine Eibe?
An einen schattigen bis halbschattigen Platz. Sie liebt Kalk, kommt aber auch mit anderen Böden zurecht – nur heiße und dauerhaft nasse Standorte verträgt sie nicht.
Welche Eiben-Arten werden kultiviert?
Am häufigsten die Europäische Eibe (Taxus baccata), die Japanische Eibe (Taxus cuspidata) und ihre Kreuzung Taxus × media, die Becher-Eibe, von der zahlreiche Gartensorten abstammen.
Wie schnell wächst eine Eibe?
Sie wächst langsam – genau deshalb eignet sie sich für geschnittene Hecken. Je nach Art und Sorte wird sie von 50 cm bei Zwergformen bis zu 15 Metern bei ausgewachsenen Bäumen hoch.
