Eiche (Quercus)
- Standort: in Parks und großen Gärten auf tiefen, nährstoffreichen, möglichst kalkarmen Böden
- Höhe: 10–30 m
- Blütezeit: unscheinbar, kein Zierwert
- Vermehrung: durch Aussaat, Sorten durch Veredelung
Weißeiche (Quercus alba)
Bis zu 30 m hoher Baum, bei uns meist deutlich niedriger, Krone breit und rundlich, Borke auffällig hellgrau, sich in Platten ablösend. Blätter 12–23 cm lang, verkehrt-eiförmig, auf jeder Seite mit 3–4 Lappen, an der Basis keilförmig verschmälert, oberseits sattgrün, unterseits bläulich bis blaugrün, im Herbst färben sie sich orange bis weinrot oder auch violettrot. Heimisch im Osten Nordamerikas, häufig auf leichten Sandböden. Wegen ihrer Herbstfärbung gehört sie zu den interessantesten Eichen. In Kultur empfindlich gegenüber Kalk. Bei uns wird häufig die Sorte ‚Elongata‘ kultiviert: Sie hat schmalere Blätter, deren Blattlappen mehr oder weniger löffelförmig gebogen sind und sich im Herbst purpurviolett färben.
Kastanienblättrige Eiche (Quercus castaneifolia)
Baum mit großer Krone, bis zu 25 m hoch. Blätter schmal-oval bis verkehrt-eiförmig, 8–18 cm lang, grob gezähnt, 4–14 Nervenpaare enden in kurzen, knorpeligen Zähnen; oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits mehr oder weniger sternförmig behaart. Eicheln 2–3 cm lang, eiförmig, zu einem Drittel bis zur Hälfte von einem Becher mit zurückgebogenen Schuppen umgeben. Heimisch im Kaukasus und im Iran. Eine Art, die sich durch für Eichen ungewöhnliche Blattschnitzerei auszeichnet.
Zerreiche (Quercus cerris)
Bis zu 35 m hoher Baum mit breit kegelförmiger Krone und dunkler, stark höckeriger Rinde, die in kleine Felder aufreißt. Knospen von bleibenden fadenförmigen Nebenblättern umgeben. Blätter länglich-oval, unregelmäßig tief gelappt, auf jeder Seite mit 4–9 Lappen, oberseits dunkelgrün, unterseits matt grün und behaart. Eicheln 3 cm lang, etwa zur Hälfte von einem Becher mit pfriemenförmigen, zurückgebogenen Schuppen umgeben. Quercus cerris ist ein robuster und widerstandsfähiger Baum, der auf trockenen, kalkhaltigen Standorten gedeiht. Die Blätter färben sich im Herbst herrlich gelbbraun. Heimisch in Südeuropa und Kleinasien.
Scharlacheiche (Quercus coccinea)
Bis zu 20 m hoher Baum, Krone rund und locker aufgebaut. Blätter verkehrt-eiförmig bis elliptisch, 8–15 cm lang, auf jeder Seite mit 3–4 abstehenden Lappen, oberseits dunkelgrün, unterseits mit braunen Achselbärtchen, im Herbst leuchtend scharlachrot. Früchte meist einzeln, bis zu 2,5 cm lang, zu einem Drittel bis zur Hälfte von der Cupula umschlossen. Stammt aus dem Osten Nordamerikas. Durch ihre besonders intensive Blattfärbung gehört sie zu den schönsten nordamerikanischen Eichen. Sie benötigt sauren Boden.
Kaisereiche, japanische (Quercus dentata)
Bis zu 30 m hoher Baum mit runder Krone, Borke dick und tief gefurcht. Blätter groß, 10–30 cm lang, auf jeder Seite mit 5–9 abgerundeten Lappen oder nur mit welligen Einbuchtungen, oberseits dunkelgrün, unterseits gelbgrün. Zweige auffallend kräftig und grau filzig, sitzende Eicheln meist in Büscheln, 2 cm lang, zur Hälfte von der Cupula umschlossen. Die Cupula hat am oberen Rand lange, fransige, abstehende Schuppen. Heimisch in Japan. Bei uns bleibt sie deutlich kleiner und findet daher auch in kleineren Gärten Platz; sie fällt besonders im Herbst durch ihre schöne, leuchtend rotbraune Färbung auf.
Ungarische Eiche (Quercus frainetto)
Bis zu 30 m hoher Baum, Krone zunächst eiförmig, später rund bis breit ausladend. Blätter verkehrt-eiförmig, 8–20 cm lang, regelmäßig und tief gelappt, auf jeder Seite mit 6–10 länglichen Lappen, oberseits dunkelgrün, unterseits graugrün und mit sternförmigen Haaren. Eiförmige, fast sitzende Früchte – Eicheln zu 2–4, bis zur Hälfte von der Cupula umschlossen. Heimisch auf dem Balkan, in Süditalien und in der Türkei. Quercus frainetto ist ein sehr gesunder, schnellwüchsiger Baum, besonders dekorativ durch seine regelmäßig eingeschnittenen Blätter.
Steineiche (Quercus ilex)
Immergrüner, bis zu 20 m hoher Baum. Krone dicht und breit gerundet, Borke erst im Alter schuppig. Blätter sehr variabel, meist elliptisch bis schmal eiförmig, 3–7 cm lang, ganzrandig oder mehr oder weniger entfernt gezähnt, in der Jugend locker weißlich filzig, später oberseits dunkelgrün und glänzend, unterseits graufilzig, lederartig. Eicheln zu 1–3, 2–3 cm lang, bis zur Hälfte von der Cupula umschlossen. Stammt aus dem Mittelmeerraum. An klimatisch günstigen Standorten ist sie auch in Mitteleuropa ausreichend winterhart; sehr häufig wird sie in englischen Gärten kultiviert.
Schindeleiche (Quercus imbricaria)
Etwa 20 m hoher Baum, Krone in der Jugend kegelförmig, im Alter gerundet. Blätter schmal oval bis länglich eiförmig, 10–18 cm lang, ganzrandig, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits hellgrün und leicht behaart. Eicheln einzeln, kurz gestielt, etwa 1 cm lang, fast bis zur Hälfte von der Cupula umschlossen. Heimisch im Osten Nordamerikas. Unter den übrigen Eichen zeichnet sie sich vor allem durch ihre ungespaltenen Blätter aus, die sich im Herbst dunkel bis bräunlichgelb färben.
Libanonische Eiche (Quercus libani)
Höchstens 10 m hoher Baum mit fein verzweigter, dichter Krone. Blätter länglich lanzettlich, 5–10 cm lang, auf jeder Seite mit 8–9 parallel verlaufenden Seitennerven, die in den Blattzähnen mit einer kurzen Granne enden; Blätter oberseits dunkelgrün, unterseits heller und mehr oder weniger behaart. Früchte zu 1–2, kurz gestielt, bis zu 2,5 cm dick, zu zwei Dritteln von einer dicht schuppigen Cupula umschlossen. Stammt aus Syrien und Kleinasien. Durch seine schmuckvollen Blätter ein besonders hübscher kleiner Baum.
Großblütige Eiche (Quercus macranthera)
Bis zu 20 m hoher Baum, Triebe auffallend kräftig und sehr stark grau verfilzt, Stamm oft auffallend hell. Blätter verkehrt-eiförmig, 6–15 cm breit, auf jeder Seite mit 7–11 abgerundeten Lappen, oberseits dunkelgrün, unterseits grau verfilzt. Früchte zu 1–4, sitzend, 2 cm lang, bis zur Hälfte von einem Becher umgeben. Wächst im Kaukasus.
Großfrüchtige Eiche (Quercus macrocarpa)
Mächtiger, bis zu 30 m hoher Baum; Krone breit ausladend, Borke tief gefurcht und schuppig. Blätter verkehrt-eiförmig, unregelmäßig fiederspaltig, 10–30 cm lang, auf jeder Seite mit 5–7 Lappen; die oberen Lappen sind deutlich größer als die unteren; oberseits dunkelgrün, unterseits graugrün bis weißlich. Eicheln fast sitzend, 3 cm lang, bis zur Hälfte von einem Becher umgeben, der außen mit gekräuselten, fransigen Schuppen bedeckt ist. Ursprüngliche Verbreitung im atlantischen Kanada und Nordamerika. Parkbaum mit großer Krone, in seiner Heimat auch wegen seiner Rauchgastoleranz geschätzt.
Weideneiche (Quercus phellos)
Bis zu 30 m hoher Baum. Blätter schmal lanzettlich, 5–12 cm lang, ganzrandig, an der Spitze und an der Basis nahezu gleich zugespitzt, oberseits glänzend grün, unterseits heller. Heimisch im Südosten Nordamerikas. Der Baum hat ein auffälliges Erscheinungsbild mit weidenförmig schmalen Blättern, die sich im Herbst gelb färben.
Armenische Eiche (Quercus pontica)
Bei uns wächst sie meist strauchförmig und überschreitet kaum eine Höhe von 6 m. Die Zweige sind etwas kantig, mit einer großen Endknospe. Blätter lederartig, breit oval bis verkehrt-eiförmig, 10–16 cm lang, auf beiden Seiten mit 16–17 parallel verlaufenden Seitennerven, am Rand scharf gezähnt, oberseits lebhaft grün und glänzend, unterseits hellgraugrün, im Herbst schön satt lederbraun. Eicheln 2 cm lang, bis zur Hälfte von einem Becher umgeben. Heimisch im Kaukasus und in Armenien. Langsam wachsende, kleine Eiche, deren Blätter an die Esskastanie erinnern.
Korkeiche (Quercus suber)
Immergrüner, 10–20 m hoher Baum. Krone oft unregelmäßig, Borke sehr dick und korkartig, Blätter eiförmig bis länglich-eiförmig, 3–7 cm lang, auf jeder Seite mit 4–5 kurzen Zähnen, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits weißgrau filzig. Heimisch in Südeuropa und Nordafrika. Dort wird er seit Jahrhunderten zur Gewinnung von Kork angebaut. Die Bäume werden in Abständen von 6–7 Jahren entrindet; nach der Entnahme der Rinde färbt sich der Stamm zunächst auffällig blutigrot.
Turners Eiche (Quercus × turneri 'Pseudoturneri')
Bis 15 m hoher, auch im Winter immergrüner Baum, Krone rundlich bis breit kegelförmig, dicht. Blätter verkehrt-eiförmig bis elliptisch, 7–10 cm lang, mit 5–6 Zähnen entfernt buchtig gezähnt, oberseits dunkelgrün und kahl, unterseits an den Blattadern behaart. Früchte gestielt, etwa 2 cm lang, bis zur Hälfte von einem filzigen Becher umgeben. Stammt vermutlich aus einer Kreuzung zwischen Quercus ilex und Quercus robur; in Mitteleuropa ist er fast überall ausreichend winterhart und behält seine Blätter über den Winter.
Schwarzeiche (Quercus velutina)
Wird zu einem 20–30 m hohen Baum. Die innere Rinde ist gelb; Blätter länglich-eiförmig bis verkehrt-eiförmig, tief und spitz gelappt, 12–25 cm lang, auf jeder Seite mit 3–4 stumpfen bis zugespitzten Lappen, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits hauptsächlich in den Achseln behaart. Im Herbst färben sich die lederig steifen Blätter rotbraun und orange. Eicheln zu 1–2, kurz gestielt, 2 cm lang, meist bis zur Hälfte vom Becher umgeben. Heimisch im Osten Nordamerikas. Aufgrund der steifen Blätter wird sie auch „Blecheiche“ genannt.
Gartensorten der Stieleiche
- ‚Concordia‘ – kleiner Baum, Blätter goldgelb, Farbe bleibt den Sommer über erhalten
- ‚Fastigiata‘ – schmal kegelförmiger Wuchs, Äste und Zweige aufrecht gestellt, Blätter wie bei der Wildform
- ‚Fastigiata Purpurea‘ – säulenförmig, Blätter dunkel purpurrot, langsam grün werdend
- ‚Pendula‘ – Hängeform, häufig als Laube gezogen; Krone breit, Zweige stark hängend
