Grasnelke
Alles über Standort, Pflege und Arten der Grasnelke: Gewöhnliche Grasnelke, Wacholderblättrige Grasnelke und Strand-Grasnelke — robuste Polsterstauden für Steingarten und Trockenmauer.
Inhalt
Grasnelke — Standort und Pflege im Steingarten
(Armeria)
Die Grasnelke (Armeria) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Bleiwurzgewächse (Plumbaginaceae). Es sind ausdauernde Polsterstauden mit horstigem Wuchs, die von Natur aus auf Felsen, Sandrasen und an Küsten wachsen. Beliebt sind sie wegen ihrer kleinen, kugeligen Blütenköpfchen, die auf dünnen, langen Stielen über dem Polster schweben.
Die Grasnelke lässt sich hervorragend als Steingartenpflanzekultivieren. Ihr natürliches Vorkommen an felsigen Standorten zeigt schon, wofür sie gemacht ist: Steingarten, Trockenmauer, Mauerfugen, Kiesbeet — und ebenso gut Balkonkasten und Kübel. Als niedrige, winterharte Polsterstaude mit dekorativen Blüten deckt sie Flächen ab, auf denen anspruchsvollere Stauden vertrocknen.
Die Kultur der Grasnelke im Steingarten ist grundsätzlich einfach, wenn Sie ein paar Punkte beachten:
Standort: Grasnelken bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Sie sind ausgesprochen trockenheitsverträglich und brauchen kein häufiges Gießen.
Boden: Grasnelken wollen einen durchlässigen, eher mageren Boden mit guter Drainage. Vermeiden Sie Staunässe an den Wurzeln — sie führt zu Wurzelfäule und ist die häufigste Ursache, wenn ein Polster von innen heraus braun wird.
Vermehrung: Grasnelken lassen sich über Samen oder durch Teilung der Horste vermehren. Geteilt wird am besten im Frühjahr.
Überwinterung: Die meisten Arten sind gut winterhart; je nach Art und Region kann bei jungen Pflanzen und in Gefäßen ein leichter Winterschutz sinnvoll sein — weniger gegen den Frost als gegen Winternässe.
Düngung: Grasnelken brauchen keine regelmäßige Düngung. Wenn sie im Freiland gut wachsen, können Sie den Dünger meist ganz weglassen; im mageren Boden blühen sie sogar reicher und bleiben kompakter.
Unter den richtigen Bedingungen sind Grasnelken pflegeleichte Pflanzen, die dem Garten eine schöne Farbpalette geben und zugleich zur Artenvielfalt beitragen — ihre Blütenköpfchen sind bei Bienen, Hummeln und Schmetterlingensehr beliebt.


Gewöhnliche Grasnelke

Die Gewöhnliche Grasnelke (Armeria vulgaris, heute meist als Armeria elongata bzw. Sand-Grasnelke geführt) ist eine Art aus der Gattung Armeria. Es ist eine kleine, ausdauernde Staude mit horstigem Wuchs, die man an ihren kugeligen Blütenköpfchen auf langen Stielen erkennt. Sie wächst im Binnenland auf mageren Sandrasen und Wiesen, macht sich aber ebenso gut im Steingarten. Ihre Merkmale sind:
Blätter: Die Blätter sind schmal und grasartig und stehen dicht in steifen Horsten, die ein kissenartiges Polster bilden. Sie sind immergrün, behalten ihr Grün also auch im Winter.
Stängel: Die Blütenstiele sind dünn, aufrecht und werden etwa 10 bis 30 cm hoch.
Blüten: Die Blüten sind das Erkennungszeichen der Grasnelken und stehen in dichten, kugeligen Köpfchen an der Spitze langer Stiele. Jede Einzelblüte hat eine röhrige, fünfzipfelige Krone in verschiedenen Rosatönen, in Violett oder in Weiß. Geblüht wird vom Frühjahr bis in den Sommer; die Blüten sind bei Bienen und Schmetterlingen beliebt.
Früchte: Nach der Blüte bildet die Grasnelke kleine, einsamige Früchte, die vom trockenhäutigen Kelch umschlossen bleiben.
Die Gewöhnliche Grasnelke kommt natürlicherweise in Europa, Asien und Nordamerika vor. In Deutschland ist sie an ihren Naturstandorten — mageren Sandrasen und Binnendünen — deutlich seltener geworden und nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt: Wildpflanzen dürfen nicht ausgegraben werden. Für den Garten kaufen Sie sie deshalb in der Gärtnerei oder ziehen sie aus Saatgut.
Wacholderblättrige Grasnelke

Die Wacholderblättrige Grasnelke (Armeria juniperifolia) ist eine besonders hübsche, sehr kompakte Grasnelke, die im Steingarten gut zur Geltung kommt. Sie will einen sonnigen Standort oder Halbschatten, gut durchlässigen Boden und nur mäßige Wassergaben. Sie blüht von April bis Mai.
Die Wacholderblättrige Grasnelke ist eine niedrige, immergrüne Staude mit hellrosa Blüten, die im Frühjahr über den grünen, nadelförmigen Blättern aufgehen. Durchlässiger Boden ist Pflicht. Sie passt in den Steingarten und an Beetränder, lässt sich aber genauso gut in Schalen und Töpfen halten.
Strand-Grasnelke

Armeria maritima, die Strand-Grasnelke, ist die dritte Möglichkeit, eine Grasnelke in den Steingarten zu holen. Es ist eine ausdauernde, horstige Staude aus weiten Gebieten der Nordhalbkugel (Nord- und Westeuropa, Nordasien, Nordamerika) sowie dem Süden Südamerikas.
Von Natur aus wächst sie auf Felsen und Klippen, an der Nordsee auf Salzwiesen; salzhaltige und sandige Böden machen ihr nichts aus.
Eine verbreitete Gartensorte ist Armeria maritima ‚Splendens‘ (im Handel auch als ‚Leuchtende Rosa‘), die etwa 15 cm hoch wird. Sie bildet Horste schmaler, grüner Blätter und blüht in kräftigem Rosa; die kugeligen Köpfchen sitzen auf längeren Stielen über dem Laub. Die Blüten erscheinen von Mai bis Juni.
Diese Grasnelke bewährt sich vor allem im Steingarten, in der Trockenmauer und als Beeteinfassung.
Auch diese Sorte gehört zu den anspruchslosen Pflanzen. Am besten gedeiht sie an einem sonnigen Standort in trockenem, gut durchlässigem Boden. Empfindlich reagiert sie einzig auf Staunässe.
