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Hortensie (Hydrangea)

Überblick über Arten und Sorten, Pflege und womit man Hortensien düngt

Laubabwerfende Sträucher und Kletterpflanzen mit auffälligen Blütenständen

  • Standort: sonniger bis halbschattiger Platz; nährstoffreicher, tiefgründiger, humoser und frischer Boden
  • Wuchshöhe: bei Sträuchern 1–3 m, bei Kletterpflanzen über 10 m
  • Blütezeit: Juli bis September
  • Vermehrung: durch Stecklinge oder Samen

Die Gattung Hortensie (Hydrangea) aus der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae) umfasst rund 80 Arten, die in den gemäßigten Zonen Ost- und Südostasiens sowie vom Osten Nordamerikas bis zu den südamerikanischen Anden verbreitet sind. Die Blätter der Hortensien stehen gegenständig, sind gestielt, meist rundlich bis länglich, oft sehr groß und weich. Die Blüten stehen in Rispen oder Trugdolden an den Triebenden; ein Blütenstand enthält meist unfruchtbare und einige fruchtbare Blüten. Die fruchtbaren (fertilen) Blüten sind klein, bei den unfruchtbaren (sterilen) Randblüten sind dagegen die Kelchblätter auffällig vergrößert und weiß oder farbig.

Alle kultivierten Hortensienarten und -formen haben große Blütenstände und sind ausgesprochen dekorative Sträucher. Im Garten brauchen sie einen windgeschützten Platz und einen frischen, humosen und ausreichend tiefgründigen Boden. Bei trockenem Sommerwetter ist Gießen nötig. Hortensien danken eine regelmäßige Nährstoffversorgung während des Wachstums und der Blüte — Einzelheiten finden Sie im Artikel Dünger für Hortensien. Die meisten Hortensien werden nicht zurückgeschnitten; eine Ausnahme ist die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata), die einen jährlichen starken Rückschnitt verlangt. Bei der Art und den Hybriden der Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) ist die Blütenfarbe häufig veränderlich. Zur Art Hydrangea macrophylla gehören auch die Hortensien, die im Topf kultiviert werden. Nach der Blüte werden sie oft in den Garten gepflanzt, überstehen dort aber in der Regel nur milde Winter (siehe Stichwort Hydrangea macrophylla als Zimmer- und Topfpflanze).

Arten und Sorten

Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborescens)

Schneeball-Hortensie (Hydrangea arborescens)

Ein 1–3 m hoher Strauch mit schlanken Zweigen und breit eiförmigen, bis 15 cm langen Blättern. Die weißen Blüten stehen in 5–10 cm breiten kugeligen Blütenständen und erscheinen von Juni bis September. Gepflanzt wird in der Regel nicht die Art, sondern ihre Gartenformen mit „gefüllten“ Blüten.

Samthortensie (Hydrangea aspera)

Ein 1–4 m hoher Strauch mit dicken, dauerhaft dicht behaarten Trieben. Die Blätter sind schmal eiförmig bis lanzettlich und 5–35 cm lang. In den flachen Blütenständen (10–30 cm breit) sind die fruchtbaren Blüten rosa, violett oder blau, die Randblüten weiß bis rosa.

Die Samthortensie stammt aus Ostasien und ist sehr veränderlich. Sie steht für eine Verwandtschaft verschiedener Formen, die wegen ihrer weich behaarten Blätter zusammenfassend als „Samthortensien“ bezeichnet werden. Alle zeichnen sich durch eine lockere Verzweigung und flache, 10–30 cm breite Blütenstände aus. Es sind wertvolle, auffällig blühende Sträucher, die am besten an hellen, vor praller Sonne und Wind geschützten Plätzen in frischen, gut durchlässigen Böden gedeihen.

Samthortensie (Hydrangea aspera)

Für den Garten sind folgende Formen von Bedeutung:

  • ‚Macrophylla‘ ist ein über 3 m hoher, wenig verzweigter Strauch mit ovalen oder eiförmigen, bis 25 cm langen Blättern, die unterseits grau filzig behaart sind. Die flach kugeligen, bis 25 cm breiten Blütenstände erscheinen im Juli und August. Die fruchtbaren Blüten sind blass lila gefärbt, die unfruchtbaren Randblüten weiß.
  • ‚Mauvette‘ wird 2 m hoch und hat malvenfarbene innere fruchtbare Blüten. Blätter und Blütenstände sind etwas kleiner als bei der Sorte ‚Macrophylla‘.

Samthortensie (Hydrangea aspera ssp. sargentiana)

Samthortensie (Hydrangea aspera ssp. sargentiana)

Sie verzweigt sich wie die Art nur sehr wenig und breitet sich langsam über kurze Ausläufer aus. Die breit bis länglich eiförmigen Blätter sind 15–35 cm lang, oberseits samtig behaart und rau, beim Austrieb rot. Blätter und junge Zweige sind mit dickeren, zottigen Haaren bedeckt und anfangs rosarot. Im Juli und August zeigen sich in flachen, bis 25 cm breiten Blütenständen weiße Randblüten und rosa Innenblüten. Hydrangea aspera ssp. sargentiana ist die am häufigsten gepflanzte „Samthortensie“.

Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla)

Bauernhortensie, auch Großblättrige Hortensie (Hydrangea macrophylla)

Die am häufigsten kultivierte Art mit sattgrünen Blättern und großen kugeligen oder flachen Blütenständen. Die Blütenfarbe richtet sich nach dem pH-Wert des Bodens. Sie wird bis 1,5 m hoch und braucht einen geschützten Platz.

Zu den bedeutenden Sorten gehören:

  • ‚Alpenglühen‘ – Rote Blüten, ausschließlich unfruchtbar.
  • ‚Masja‘ – Große kugelige Blütenstände, rosa.
  • ‚Blue Wave‘ – Innenblüten blau, äußere rosa, lila oder enzianblau.

Einen ausführlichen Überblick über Sorten und Eigenschaften der Bauernhortensie finden Sie in diesem eigenen Artikel.

Rispenhortensie (Hydrangea paniculata)

Rispenhortensie ‚Floribunda‘ (Hydrangea paniculata)

In ihrer ostasiatischen Heimat wird sie 7 m hoch, bei uns nur bis 2 m. Es ist ein aufrecht und breit wachsender Strauch mit wenigen Hauptästen. Die Blätter sind elliptisch bis eiförmig, 5–15 cm lang, oberseits fast kahl und unterseits borstig behaart. Der Strauch blüht reich im August und September in kegelförmigen, 15–25 cm langen Rispen. Die etwa 3 cm breiten unfruchtbaren Blüten sind gleichmäßig im Blütenstand verteilt. Unfruchtbare wie fruchtbare Blüten sind weiß, die unfruchtbaren färben sich beim Verblühen rosa. Heute wird fast ausschließlich die Sorte ‚Grandiflora‘ gepflanzt, die 30 cm lange Rispen mit überwiegend unfruchtbaren weißen Blüten trägt.

Einen ausführlichen Überblick über Sorten und Eigenschaften der Rispenhortensie finden Sie in diesem eigenen Artikel.

Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris)

Sie klettert. In Japan, wo sie beheimatet ist, wächst sie ähnlich wie bei uns der Efeu in die Kronen hoher Bäume. Mit Haftwurzeln an den Trieben hält sich die Pflanze an rauen Mauerflächen zufriedenstellend fest, meist braucht sie jedoch eine feste Kletterhilfe. Die Blätter der Kletterhortensie sind 5–10 cm lang, breit eiförmig bis rundlich, oberseits glänzend grün; im Herbst färben sie sich auffällig gelb. Die Blüten stehen in einer 15–20 cm breiten, schirmförmigen Rispe. Fruchtbare wie unfruchtbare Blüten sind weiß. Die Kletterhortensie blüht im Juni und Juli. Sie ist eine robuste Kletterpflanze, die auch an schattigen Plätzen gut wächst.

Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris)

Tellerhortensie (Hydrangea serrata)

Ein nur 1 m hoher Strauch mit lockeren Trieben und dünnen, elliptischen bis lanzettlichen, 5–15 cm langen Blättern. Er blüht im Juli und August. Die flachen oder gewölbten Dolden sind 4–8 cm lang, blau oder weiß und tragen am Rand wenige kleine rosa oder blaue Blüten.

Kultiviert werden Sorten dieser ostasiatischen Art; von den Sorten der Hydrangea macrophylla unterscheiden sie sich durch den kleineren, schirmförmigen Blütenstand:

  • Bei der Sorte ‚Acuminata‘ sind die fruchtbaren Innenblüten stahlblau und die Randblüten rosa.
  • ‚Bluebird‘ hat blaue Innenblüten, rötlich purpurne äußere Blüten und auf sauren Böden hellblaue.
  • ‚Grayswood‘ blüht oft bis zu den ersten Frösten – die fruchtbaren Blüten sind rosa oder blau, die unfruchtbaren Randblüten zunächst weiß, bald aber karminrot.
  • ‚Imperatrice Eugenie‘ hat innen blaue und am Rand des Blütenstandes rosa Blüten.
  • ‚Preciosa‘ trägt im flach kugeligen Blütenstand zahlreiche unfruchtbare Blüten. Sie sind anfangs dunkelrosa und färben sich im Herbst purpurrot. Diese Sorte blüht reich und ist frosthart.
  • ‚Rosalba‘ ist eine Sorte mit schirmförmigem Blütenstand. Die Innenblüten sind rosa oder blau, die Randblüten zunächst weiß und später teilweise karminrosa.

Für einen reichen Blütenflor ist die Nährstoffversorgung entscheidend — wir zeigen Ihnen, welchen Dünger für Hortensien Sie wählen sollten.

Häufige Fragen: Hortensien

Was sind die häufigsten Hortensienarten?

In unseren Gärten wird am häufigsten die Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) mit kugeligen Blütenständen kultiviert, dazu die Rispenhortensie (H. paniculata) mit langgezogenen Rispen und die Schneeball-Hortensie (H. arborescens), zu der auch die bekannte Sorte Annabelle gehört. Für den Schatten eignet sich die Kletterhortensie.

Werden Hortensien geschnitten?

Die meisten Arten brauchen keinen Schnitt — sie blühen am vorjährigen Holz, ein Frühjahrsschnitt würde Sie also die Blüten kosten. Eine Ausnahme ist die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata), die einen jährlichen starken Rückschnitt verlangt.

Warum wechseln Hortensien die Blütenfarbe?

Bei der Bauernhortensie und ihren Hybriden ist die Blütenfarbe veränderlich — sie hängt vom Boden und dessen pH-Wert ab. In saurem Boden färben sich die Blüten blau, in eher alkalischem rosa.

Womit düngt man Hortensien?

Während des Wachstums und der Knospenbildung mit einem Dünger mit höherem Kalium- und Phosphoranteil; ein natürlicher Dünger gibt seine Nährstoffe langsam ab und verbrennt die Wurzeln nicht. Die genaue Vorgehensweise und Dosierung finden Sie im Artikel Dünger für Hortensien.

Wann blühen Hortensien?

Die meisten Arten blühen von Juni bis September. Die Rispenhortensie setzt ihre Blüten später an und blüht bis in den Herbst, wenn sich die weißen Blütenstände nach und nach rosa färben.

Vertragen Hortensien volle Sonne?

Am besten gedeihen sie im Halbschatten — in voller Sonne brauchen sie reichlich Wasser, weil die großen Blätter rasch verdunsten. Die Kletterhortensie kommt auch mit einem schattigen Platz zurecht.