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Hundszunge

Die Gewöhnliche Hundszunge ist eine heimische zweijährige Pflanze mit dunkelroten Blüten. Wie Sie sie anbauen – und warum weder Tee noch Salbe daraus gehören.

Die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) ist eine bemerkenswerte Pflanze, die nicht nur Botaniker, sondern auch die breite Öffentlichkeit interessiert. Es handelt sich um eine zweijährige Pflanze, die die Volksheilkunde früher äußerlich auf Wunden und Hautprobleme legte. Kennzeichnend für die Art sind die dunkelroten bis violetten Blütenkronen, die auffällige Wickel bilden.

Die Pflanze bevorzugt sonnige Standorte mit gut durchlässigem Boden und braucht regelmäßige, aber nicht übermäßige Wassergaben. In der Volksheilkunde wurde die Hundszunge bei Wunden und Hautproblemen eingesetzt — daher der Artname „officinale“. Heute wird sie zu Heilzwecken nicht mehr verwendet. Sie enthält Pyrrolizidinalkaloide, die das Lebergewebe schädigen; eine innerliche Anwendung ist damit ausgeschlossen, und in Kosmetika lässt die EU diese Stoffe nicht zu.

In der Natur wächst die Gewöhnliche Hundszunge vor allem in Europa und Asien – auf lichten Wiesen, Schuttplätzen und an Wegrändern. Sie gehört zur heimischen Flora und verdient einen Platz im Garten: ihre Blüten sind eine gefragte Weide für Hummeln und Bienen.

  • die Gewöhnliche Hundszunge ist eine heimische zweijährige Pflanze mit dunkelroten Blüten.
  • die Pflanze bevorzugt sonnige Standorte und gut durchlässigen Boden.
  • wegen ihres Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden wird sie heute nicht mehr zu Heilzwecken genutzt.

Botanische Beschreibung

Nahaufnahme der dunkelroten Blüten der Gewöhnlichen Hundszunge mit behaartem Kelch

Die Gewöhnliche Hundszunge ist eine zweijährige Pflanze mit klaren morphologischen Merkmalen und eindeutiger taxonomischer Einordnung. Zum besseren Verständnis führen wir ihre Systematik und ihre Erkennungsmerkmale auf.

Die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Diese Familie umfasst zahlreiche Arten, die sich durch behaarte Stängel und Blätter auszeichnen.

Der botanische Name der Pflanze lautet Cynoglossum officinale L.. Sie ist eine von zwei heimischen Arten der Gattung Hundszunge in Mitteleuropa. Verbreitet ist sie vor allem in Europa und in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel. In Deutschland findet man sie zerstreut in den wärmeren, trockenen Landschaften – etwa im mitteldeutschen Trockengebiet, in Rheinhessen und in Franken.

Die Gewöhnliche Hundszunge erreicht eine Höhe von 30 bis 90 cm. Sie hat einen aufrechten, weich behaarten Stängel. Die Blätter sind lanzettlich, die unteren gestielt, die oberen sitzend; beide Blattseiten sind weich behaart, die Oberseite kann rauer sein.

Ihre Blüten sind dunkelrot bis violett und in Wickeln angeordnet. Die Blütenkrone ist trichterförmig. Die Frucht zerfällt in vier harte, mehr oder weniger runde Klausen, die mit Widerhaken besetzt sind und im Fell von Tieren hängen bleiben. Die Wurzel ist kräftig und reicht tief in den Boden, sodass die Pflanze auch Trockenheit übersteht.

Gewöhnliche Hundszunge und weitere Arten

Blühende Gewöhnliche Hundszunge – graufilzige Knospen und rosarote Blüten im Gras

Die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) ist eine zweijährige Pflanze, bekannt für ihre dunkelroten Blüten und die weich behaarten Blätter. Sie ist die am weitesten verbreitete Art der Gattung Hundszunge in Mitteleuropa und kommt auch in Deutschland vor.

Erscheinungsbild

Zur Blütezeit erreicht der Stängel der Gewöhnlichen Hundszunge eine Länge von bis zu einem halben Meter. Die Blätter sind länglich-lanzettlich und sitzend. An den Stängelspitzen entwickeln sich blattlose Wickel.

Verwendung

Ältere Literatur beschreibt diese Pflanze als Kraut mit entzündungshemmender und wundheilender Wirkung. Belegt sind diese Wirkungen nicht, und wegen des hohen Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden wird die Hundszunge heute nicht mehr zu Heilzwecken genutzt — auch nicht äußerlich. Angebaut wird sie nur noch als Zier- und Bienenweidepflanze.

Arten

  1. Cynoglossum amabile — Chinesische Hundszunge mit blauen Blüten, bei uns nur als einjährige Zierpflanze kultiviert. In der freien Natur kommt sie hier nicht vor.
  2. Cynoglossum germanicum (Deutsche Hundszunge) — die zweite bei uns wild wachsende Art. Sie hat blassere, rosafarbene Blüten und wächst in feuchteren Wäldern.
  3. Cynoglossum montanum – in älterer Literatur als eigene Bergart geführt; heute gilt der Name als Synonym der Deutschen Hundszunge, mit denselben blassrosa Blüten.

Anbau

Der Anbau der Gewöhnlichen Hundszunge verlangt gut durchlässigen Boden und einen sonnigen Standort. Die Aussaat der Samen empfiehlt sich im Frühjahr oder im Herbst.

Praktische Tipps

  • Regelmäßig gießen in trockenen Phasen.
  • Den Boden feucht, aber nicht staunass halten.
  • Unkraut entfernen rund um die Pflanze, damit es ihr keine Nährstoffe wegnimmt

Vorkommen und Ökologie

Die Gewöhnliche Hundszunge ist vor allem in Europa verbreitet und wächst an sehr unterschiedlichen Standorten. In Deutschland konzentriert sich ihr Vorkommen auf die wärmeren Tieflagen und Hügelländer.

Herkunft und Verbreitung

Die Gewöhnliche Hundszunge (Cynoglossum officinale) stammt aus Europa und Asien. Am häufigsten kommt sie in den gemäßigten Zonen vor, von den Tieflagen bis in die Hügelländer. In Deutschland wächst sie vor allem in den trocken-warmen Regionen.

Sie besiedelt dort ganz unterschiedliche Standorte, darunter Trockenrasen und Ackerränder. Auch an Hängen und Wegrändern ist sie häufig. In wärmebegünstigten Lagen wird ihr Vorkommen von der Trockenrasenvegetation gefördert.

Standort und Vegetation

Die Gewöhnliche Hundszunge wächst an Feld-, Weg- und Weiderändern. Zu finden ist sie auch an felsigen Hängen und auf Flächen, die der Mensch verändert hat. Sie bevorzugt Sekundärstandorte, Schuttplätze und Böschungen.

Sie blüht von Mai bis Juli, ihr natürlicher Lebensraum reicht bis in die Hügellandzone. Die Pflanze ist zweijährig und wurde früher in der Volksheilkunde verwendet. Vergiftungsfälle bei Weidevieh, das sie gefressen hat, sind keine Seltenheit.

Anbau und Ernte

Blühender Bestand der Gewöhnlichen Hundszunge mit graufilzigen Knospen auf einer Wiese

Der Anbau der Gewöhnlichen Hundszunge folgt einigen agronomischen Regeln — von der Standortwahl bis zum richtigen Zeitpunkt für die Samenernte.

Beim Anbau der Gewöhnlichen Hundszunge (Cynoglossum officinale) kommt es darauf an, optimale Wachstumsbedingungen zu schaffen. Die Pflanze wächst bevorzugt an trockenen Standorten, oft in Wegnähe, auf Schuttplätzen und an sonnigen Hängen. Sie bevorzugt gut durchlässigen Boden und Standorte mit viel Sonne. Beim Anbau lohnt es sich, auf natürliche und organische Düngung zu setzen und auf Pestizide und Kunstdünger zu verzichten.

Da die Hundszunge von Mai bis Juli blüht, sollten Sie in dieser Zeit regelmäßig den Unkrautbesatz im Blick behalten. Die Pflanze verströmt einen charakteristischen Geruch, der an Mäuse erinnert. Zu Beginn des Wachstums braucht sie regelmäßige Wassergaben, danach ist sie robust und kommt mit wenig Pflege aus.

Ernten Sie die Hundszunge nicht für den Eigengebrauch. Die Alkaloide, die ältere Literatur als Heilstoffe beschreibt, sind Pyrrolizidinalkaloide — Verbindungen, die bei wiederholter Aufnahme das Lebergewebe schädigen und ein krebserzeugendes Potenzial haben. Gerade die Hundszunge enthält davon außergewöhnlich viel, deutlich mehr als andere Raublattgewächse. Die Europäische Union hat für diese Alkaloide in Tees und Nahrungsergänzungsmitteln daher sehr niedrige Grenzwerte festgelegt und lässt sie in Kosmetika gar nicht zu.

Praktisch heißt das: Bereiten Sie aus der Hundszunge weder Tee noch Absud, weder Tinktur noch selbstgemachte Salbe zu. Pflanzen Sie sie für das, was sie ausmacht — eine heimische zweijährige Pflanze mit ungewöhnlich dunklen Blüten, die auch in trockenen, unwirtlichen Ecken des Gartens gedeiht, wo andere Pflanzen kümmern.

Hundszunge – Düngung

Die Hundszunge stammt von trockenen, mageren Standorten und braucht deshalb keine starke Düngung — auf Schuttplätzen und an Feldrainen kommt sie allein zurecht. Im Garten hilft ihr eine Gabe organischen Düngers zu Vegetationsbeginn allerdings, im ersten Jahr eine kräftigere Blattrosette und im zweiten eine reichere Blüte zu bilden.

Die Düngermenge richtet sich nach der Größe der Pflanze. Für Pflanzen bis 30 cm Höhe genügen 50 g Düngee. Für größere Pflanzen, die bis zu 1 Meter hoch werden, sind 100 g Dünger sinnvoll.

Vorteile von Düngee:

  • Liefert alle notwendigen Nährstoffe
  • Setzt die Nährstoffe langsam frei
  • Wirtschaftlich vorteilhaft

Verteilen Sie den Dünger gleichmäßig rund um die Basis der Pflanze. Nach der Gabe empfiehlt es sich, den Boden leicht zu befeuchten, damit die Nährstoffe gut aufgenommen werden.

Verwendung in der Volksheilkunde

Zwei Blüten der Deutschen Hundszunge (Cynoglossum germanicum) mit rosaviolettem Saum und hellem Schlund

Die Gewöhnliche Hundszunge taucht in der traditionellen Volksmedizin und in der frühen Pharmakologie auf. Dieser Abschnitt beschreibt, wofür die Pflanze verwendet wurde und warum man davon abgekommen ist.

Traditionelle Volksmedizin

In der Volksheilkunde wurde die Gewöhnliche Hundszunge fast ausschließlich äußerlich genutzt. Umschläge aus dem Kraut legte man auf schmerzende Knie, Ellbogen und weitere von Rheuma betroffene Gelenke. Bei Ekzemen und anderen Hautbeschwerden wurden neben Umschlägen auch Bäder empfohlen.

Früher wurde die Pflanze auch als Aufguss wegen einer vermuteten entzündungshemmenden Wirkung verabreicht. Ältere medizinische Texte berichten, dass die Hundszunge zur Wundbehandlung und Schmerzlinderung verwendet wurde. Das sind historische Aufzeichnungen, keine belegten Wirkungen — wegen des Gehalts an toxischen Alkaloiden ist man von der innerlichen Anwendung endgültig abgekommen.

Moderne pharmakologische Nutzung

In der modernen Medizin hat die Gewöhnliche Hundszunge keine anerkannte Anwendung. Der Grund sind die Pyrrolizidinalkaloide in der ganzen Pflanze und ihre Lebertoxizität. Äußerliche Anwendungen sind auch in der Kosmetik nicht zu empfehlen — die Europäische Union lässt diese Alkaloide in kosmetischen Mitteln nicht zu.

Ältere Zubereitungen wie Cremes und Salben mit Hundszungen-Extrakt werden heute nicht mehr hergestellt. Veröffentlicht sind lediglich Laborstudien zu den Inhaltsstoffen der Pflanze. Dieses Kraut aus der Familie der Raublattgewächse spielt in der Phytotherapie deshalb keine Rolle.

Schutz und Bedrohungen

Die Gewöhnliche Hundszunge ist verschiedenen Umwelteinflüssen ausgesetzt – ein Grund, ihren Bestand im Blick zu behalten. Dieser Abschnitt widmet sich den Faktoren, die ihr Überleben beeinflussen, sowie den notwendigen Schutzmaßnahmen.

Umwelteinflüsse

Die Gewöhnliche Hundszunge wächst in den wärmeren Teilen Mitteleuropas. In Deutschland finden wir sie vor allem in den Tieflagen und in wärmebegünstigten Hügelländern; in kälteren Regionen ist sie deutlich seltener.

Die Bodenbeschaffenheit spielt eine entscheidende Rolle. Die Hundszunge bevorzugt lehmigen, eher trockenen Boden und wächst häufig auf Schuttflächen. Klimaveränderungen und Temperaturschwankungen können ihr Wachstum und ihre Verbreitung negativ beeinflussen.

Ein weiterer negativer Einfluss ist die Landwirtschaft, die ihre natürlichen Standorte zerstört. Chemische Pflanzenschutzmittel und intensive Düngung verändern den Boden, und die Pflanze zieht sich von solchen Flächen zurück.

Artenschutz

Die Gewöhnliche Hundszunge steht bundesweit nicht unter besonderem Schutz, in einigen Bundesländern gilt sie jedoch als gefährdet und steht dort auf der Roten Liste. Ihr Bestand verdient deshalb Aufmerksamkeit.

Der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und die Einschränkung landwirtschaftlicher Eingriffe können helfen, ihre Standorte zu erhalten. In Gebieten, in denen die Hundszunge von Natur aus selten ist, sind Schutzmaßnahmen zum Erhalt der natürlichen Population sinnvoll.

Häufig gestellte Fragen

Welche Wirkungen wurden der Hundszunge (Cynoglossum officinale) zugeschrieben?

Die Volksheilkunde schrieb ihr entzündungshemmende und wundheilende Wirkungen zu und legte sie äußerlich auf Wunden und Hautbeschwerden. Belegt sind diese Wirkungen nicht, und wegen des Gehalts an Pyrrolizidinalkaloiden wird die Pflanze heute nicht mehr zu Heilzwecken genutzt.

Wie sieht die Hundszunge aus?

Sie ist eine zweijährige Pflanze mit aufrechtem Stängel und dunkelroten Blüten. Je nach Standort erreicht sie eine Höhe von etwa einem halben bis einem Meter.

Wie wird die Hundszunge verwendet?

Heute gar nicht mehr — sie wird nur noch als Zier- und Bienenweidepflanze angebaut. Früher nutzte man Kraut und Wurzel; von der innerlichen Anwendung ist man wegen des Alkaloidgehalts abgekommen.

Wo wächst die Hundszunge?

Sie wächst in der Natur Mitteleuropas, auch in Deutschland, und ist eine von zwei heimischen Arten der Gattung Hundszunge.

Ist die Hundszunge für die tägliche Anwendung sicher?

Nein. Die Hundszunge enthält Pyrrolizidinalkaloide, die auch über die Haut aufgenommen werden — genau deshalb lässt die Europäische Union sie in kosmetischen Mitteln nicht zu. Für den Eigengebrauch ist sie weder innerlich noch äußerlich geeignet. Pflanzen Sie sie als Zier- und Bienenweidepflanze.