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Hungerblümchen

Hungerblümchen (Draba), auch Felsenblümchen – Überblick über Arten wie Draba aizoides, das Mauer- und das Hain-Hungerblümchen sowie Tipps für den Steingarten und den Topf.

Inhalt

Hungerblümchen – ein Blümchen, das keineswegs arm ist

(Draba)

Die Gattung Hungerblümchen (Draba), botanisch auch Felsenblümchen genannt, umfasst eine Gruppe von Pflanzen, die zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) gehören. Es handelt sich überwiegend um niedrige Polsterpflanzen, die häufig in Gebirgs- und arktischen Regionen vorkommen. Die Hochgebirgsarten sind ausdauernd, die Tief- und Hügellandarten meist einjährig. In der Gattung Draba sind viele Arten beschrieben (etwa 360), wobei die genaue Zahl je nach taxonomischer Revision variieren kann.

Im Erscheinungsbild können sich die Pflanzen der Gattung Hungerblümchen zwischen den Arten unterscheiden, jedoch nennen wir hier allgemeine Merkmale:

  • Blätter: Sie haben in der Regel kleine, schmale Blätter, die in einer grundständigen Rosette angeordnet sind und eine Art Kissen bilden. Die Blätter können behaart oder glatt sein und sind zur Wasserspeicherung angepasst.

  • Blüten: Die Blüten sind klein und haben häufig eine weiße, gelbe oder rosafarbene Farbe. Die Blüten stehen in Blütenständen, bei Kreuzblütlern typischerweise in Trauben.

  • Früchte: Nach der Blüte bilden sich Früchte in Form kurzer Schötchen, die die Samen enthalten.

Hungerblümchen sind typisch alpine oder arktische Pflanzen, und viele Arten sind an das Wachstum unter extremen Bedingungen angepasst. Sie kommen natürlicherweise an felsigen Hängen, Bergwiesen, nährstoffarmen Böden und anderen anspruchsvollen Standorten vor. Sie sind in den nördlichen Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas verbreitet.

Gelb blühender Kreuzblütler auf Kalkschutt
Beleuchtetes Steinbeet mit Kies und Steinstufen im abendlichen Garten

Mauer-Hungerblümchen

Mauer-Hungerblümchen (Draba muralis) mit weißen Blüten und flachen Schötchen

Mauer-Hungerblümchen (Draba muralis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hungerblümchen (Draba) und gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Es handelt sich um ein niedriges einjähriges Kraut, das häufig in felsigen und schuttreichen Gebieten vorkommt und daher auch für Steingärten und besonders für Trockenmauern geeignet ist.

Wie das Mauer-Hungerblümchen aussieht

  • Das Mauer-Hungerblümchen treibt aus einer grundständigen Blattrosette einen aufrechten, beblätterten Stängel von etwa 10–30 cm Höhe.
  • Die Blätter sind klein, schmal, meist wechselständig angeordnet und häufig mit feinen Härchen bedeckt. Die Blätter können grün oder graugrün gefärbt sein.
  • Die Blüten sind klein und haben häufig eine weiße, seltener eine rosa Farbe. Die Blüten stehen in einer lockeren endständigen Traube, aus der später die flachen Schötchen hervorgehen.

Wie man das Mauer-Hungerblümchen kultiviert

Diese Pflanze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Am besten gedeiht sie an felsigen Hängen, in sandigen Böden oder zwischen kleinen Steinen. Das Mauer-Hungerblümchen bevorzugt gut durchlässigen Boden mit geringem Nährstoffgehalt. Der Boden sollte leicht sauer bis neutral sein.

Die Pflanze ist verhältnismäßig widerstandsfähig gegenüber trockeneren Bedingungen und benötigt daher keine häufige Bewässerung. Beachten Sie jedoch, dass der Boden trotzdem nicht zu stark austrocknen sollte.

Das Mauer-Hungerblümchen lässt sich ausschließlich über Samen vermehren. Die Samen können Sie im Frühjahr in ein gut durchlässiges Substrat aussäen oder die Pflanze an Ort und Stelle aussamen lassen. Als Einjährige hält sie sich im Garten durch Selbstaussaat. Diese Pflanze benötigt keine starke Düngung. Ein zu nährstoffreicher Boden könnte zu übermäßigem Wachstum oder zur Verringerung des kompakten Habitus führen. Eine gelegentliche Düngung mit Düngee ist völlig ausreichend.

In Regionen mit strengen Wintern empfiehlt es sich, die Pflanze vor übermäßigem Frost und Feuchtigkeit zu schützen, beispielsweise durch eine Abdeckung mit trockenem Buchenlaub oder Reisig. An einer Mauer können Sie das Hungerblümchen mit weißem Vliesstoff abdecken.

Das Mauer-Hungerblümchen ist eine Pflanze, die an das Wachstum unter anspruchsvollen Bedingungen angepasst ist, was es zu einer hervorragenden Wahl für Steingärten, Trockenmauern oder entlang von Treppen macht, die Sie in Ihrem Garten zur Geländeausgleichung angelegt haben. Achten Sie beim Kultivieren auf die örtlichen Gegebenheiten und richten Sie sich nach den Bedürfnissen dieser Pflanze.

Hain-Hungerblümchen

Hain-Hungerblümchen (Draba nemorosa) mit gelben Blüten auf kiesigem Boden

Hain-Hungerblümchen (Draba nemorosa) ist eine weitere Pflanzenart aus der Gattung Hungerblümchen (Draba) und gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Es handelt sich um ein einjähriges Kraut, das häufig an lichten Waldrändern und an Berghängen vorkommt und daher auch für die Kultur in Steingärten geeignet ist.

Wie sieht das Hain-Hungerblümchen aus

  • Das Hain-Hungerblümchen treibt aus einer grundständigen Rosette einen verzweigten Stängel von 10–30 cm Höhe und wächst locker aufrecht.
  • Die Blätter sind klein, wechselständig angeordnet und haben eine elliptische oder verkehrt-lanzettliche Form. Die Blätter können mit feinen Härchen bedeckt sein.
  • Die Blüten sind klein und gelb, beim Verblühen bleichen sie cremeweiß aus. Sie stehen in Trauben an den Enden der Zweige.
  • Die Frucht ist ein längliches Schötchen, das kleine eiförmige Samen enthält. Die Pflanze vermehrt sich ausschließlich durch Aussaat reifer Samen – in der Natur wie auch im Garten.

Wie man diese Pflanze kultiviert

Diese Pflanze bevorzugt sonnige Standorte. In der Natur wächst sie häufig auf Böschungen, Waldrändern und Wegrändern. Das Hain-Hungerblümchen kommt üblicherweise auf humusarmen Böden vor, die gut durchlässig sind. Der Boden sollte leicht feucht sein, aber kein Wasser stauen. Die Pflanze bevorzugt mäßig feuchten Boden, verträgt jedoch Trockenperioden gut.

Das Hain-Hungerblümchen können Sie durch Samen vermehren, die Sie im Frühjahr oder Herbst aussäen können. Die Samen sollten in gut vorbereiteten Boden gesät werden. Wenn Sie junge Pflanzen kaufen, achten Sie darauf, dass sie dem Standort entsprechend angepasst sind. Bei der Auspflanzung in den Garten ist es wichtig, einen geeigneten Platz mit entsprechenden Lichtverhältnissen zu wählen.

Das Hain-Hungerblümchen ist in der Regel nicht anspruchsvoll im Hinblick auf Winterschutz. Wenn Sie jedoch einen Garten in einem Gebiet mit strengen Wintern haben, sollten Sie die Pflanze mit Laub oder Reisig abdecken.

Immergrünes Hungerblümchen

Immergrünes Hungerblümchen (Draba aizoides) mit gelben Blüten an einem Felsen

Immergrünes Hungerblümchen (Draba aizoides) ist eine weitere Art der Pflanzengattung Hungerblümchen (Draba) aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Es handelt sich um eine interessante und schöne Steingartenstaude mit einem charakteristischen Erscheinungsbild.

Wie sieht diese Steingartenstaude aus

  • Das Immergrüne Hungerblümchen ist eine niedrige Staude, die polsterartige Horste bildet.
  • Die Blätter sind steif, fleischig und haben eine blaugrüne Farbe. Sie ähneln den Blättern mancher Sukkulenten.
  • Die Blüten sind klein und haben häufig eine gelbe Farbe. Die Blüten sind in dichten Blütenständen an den Stängelenden angeordnet.

Diese Art verdankt ihren Namen „immergrün“ den Blättern, die das ganze Jahr über grün bleiben, auch wenn sie sich in Gebieten mit strengen Wintern befindet.

Anbau: Das Immergrüne Hungerblümchen eignet sich für den Anbau in Steingärten oder an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Sie sollten dabei jedoch folgende Hinweise beachten:

  1. Standort: Diese Pflanze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Geeignet ist ein gut durchlässiger, sandiger oder felsiger Boden.

  2. Bewässerung: Das Immergrüne Hungerblümchen ist trockenheitstolerant, profitiert jedoch besonders in der aktiven Wachstumsphase von regelmäßiger Bewässerung.

  3. Boden: Der Boden sollte gut drainiert sein und wenig Nährstoffe enthalten. Vermeiden Sie Staunässe an den Wurzeln.

  4. Vermehrung: Sie können die Pflanze durch Aussaat oder durch Teilung der Horste im Frühling oder Herbst vermehren.

  5. Winterschutz: Das Immergrüne Hungerblümchen ist in der Regel frostbeständig, doch wenn Sie in Ihrer Region strenge Winter haben, können Sie die Pflanze durch Abdecken mit trockenem Laub oder speziellen Schutzmaterialien vor Frost schützen.

Das Immergrüne Hungerblümchen ist eine ausgezeichnete Wahl zur Gestaltung interessanter Texturen und Farbkontraste in Steingärten, Trockenmauern und Staudenbeeten, die direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Seine fleischigen Blätter und Blüten können Ihrem Garten einen einzigartigen visuellen Effekt verleihen, und zudem lässt es sich gut mit anderen Blumen kombinieren.

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