Trompetenbaum (Catalpa)
Arten, Standort, Schnitt und Düngung des Baums mit den großen Blättern
Sommergrüne, mittelgroße Bäume mit großen und meist aromatischen Blättern.
- Standort: sonnig; jeder normale Gartenboden
- Höhe: 15–20 m
- Blütezeit: Juni–Juli
- Vermehrung: durch Aussaat
In Nordamerika und Ostasien kommen 13 Arten dieser Gattung vor, die zur Familie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae) gehören. Alle Trompetenbäume sind schnellwüchsige Bäume mit recht dicken Trieben.
Der Baum im Porträt: Blätter, Blüten und Früchte

- Blätter: groß, lang gestielt, gegenständig oder zu dritt angeordnet, auf der Unterseite mit violetten Drüsen in den Aderwinkeln.
- Blüten: in endständigen Rispen, mit schief glockenförmiger, fünflappiger Krone und gewelltem Rand.
- Früchte: 10–40 cm lange, schmale Kapseln, die oft bis weit in den Winter am Baum hängen.
Trompetenbäume sind prächtig blühende Solitärbäume mit breit ausladender Krone. Sie eignen sich für Parks und größere Gärten. Am besten gedeihen sie in wärmeren Lagen, auf frischen und nährstoffreichen Böden. Junge Bäume müssen vor strengem Frost geschützt werden, später sind Trompetenbäume aber ausreichend winterhart und brauchen keine besondere Pflege.
Gerade die langen, schotenähnlichen Kapseln haben dem Baum den volkstümlichen Namen „Zigarrenbaum“ eingebracht; wegen seines späten Austriebs heißt er mancherorts auch Beamtenbaum. Die Kapseln bleiben auch nach dem Laubfall an den Zweigen, sodass der Baum im Winter noch etwas zu bieten hat.
Arten des Trompetenbaums
In Gärten und Parks begegnen Ihnen vor allem drei Formen: der Gewöhnliche Trompetenbaum, der Prächtige Trompetenbaum und die veredelte kugelförmige Sorte Nana. Sie unterscheiden sich vor allem in Größe, Kronenform und darin, ob sie überhaupt blühen.
Gewöhnlicher Trompetenbaum (Catalpa bignonioides)

- Höhe: 15–20 m
- Krone: niedrig, breit gewölbt
- Blätter: bis 25 cm lang, schwach herzförmig, zerrieben unangenehm riechend.
- Blüten: glockenförmig, etwa 5 cm breit, mit gefranstem Rand. Im Inneren der weißen Krone sitzen purpurne Punkte und zwei gelbe Längsstreifen.
Er ist die häufigste Art und zugleich die Unterlage, auf die kugelförmige Formen veredelt werden. Im Deutschen sind für ihn beide Namen üblich – Gewöhnlicher Trompetenbaum und Gemeiner Trompetenbaum.
Prächtiger Trompetenbaum (Catalpa speciosa): blüht drei Wochen früher

- Höhe: bis 15–20 m
- Krone: schlank kegelförmig
- Blätter: meist herzförmig, lang zugespitzt, 10–20 cm lang, glatt und glänzend dunkelgrün, zerrieben geruchlos.
- Blüten: in lockeren, bis 15 cm langen Rispen, die Krone ist 4–6 cm breit, weiß und innen undeutlich gepunktet. Er blüht drei Wochen früher als der Gewöhnliche Trompetenbaum.
Kugeltrompetenbaum – Catalpa ‚Nana‘
Der Kugeltrompetenbaum (Catalpa bignonioides ‚Nana‘) ist die meistverkaufte Form für kleinere Gärten und Vorgärten. Er ist keine eigene Art, sondern eine auf einen Stamm veredelte Sorte des Gewöhnlichen Trompetenbaums – üblich sind Stammhöhen von 180 bis 250 cm.
- Höhe: von der Stammhöhe bestimmt, meist 2–3 m
- Krone: dicht, regelmäßig kugelig, 2–3 m im Durchmesser
- Blüte: blüht praktisch nicht und setzt keine Kapseln an
- Wuchs: langsam, die Krone legt nur wenige Zentimeter im Jahr zu
Weil der Kugeltrompetenbaum nicht blüht, zieht man ihn allein wegen der Kronenform und der großen Blätter. Die Veredelungsstelle und die jungen Triebe sind frostempfindlicher als bei der Art, pflanzen Sie ihn deshalb an einen geschützten Platz.
Trompetenbaum pflanzen: Standort und Boden

Der Trompetenbaum ist anspruchslos, ein paar Grundregeln dankt er Ihnen aber:
- Sonne. In voller Sonne blüht er am besten und die Krone wird dichter. Im Halbschatten wächst er zwar, blüht aber weniger.
- Windschutz. Die großen weichen Blätter reißen im Wind ein, deshalb tut ihm ein vor Zugluft geschützter Platz gut.
- Tiefgründiger, nährstoffreicher Boden. Ihm behagt ein frischer, humoser und durchlässiger Boden. Er verträgt auch normale Gartenerde und Stadtklima.
- Genug Platz. Die Art ist ein Solitär – rechnen Sie mit über 8 Metern Kronendurchmesser. In den kleinen Garten passt eher der Kugeltrompetenbaum.
- Wassergaben in den ersten Jahren. Ein junger Baum braucht regelmäßiges Gießen, bis er eingewurzelt ist; ein ausgewachsener Trompetenbaum verträgt Trockenheit dann gut.
Wie Sie einen Baum Schritt für Schritt pflanzen, beschreiben wir im Artikel Pflanzung von Bäumen. Weitere Gehölze für den Garten finden Sie in den Ratgebern Sträucher, Ahorn, Esche oder Robinie.
Wie schnell wächst der Trompetenbaum
Der Trompetenbaum zählt zu den schnellwüchsigen Gehölzen. Ein junger Baum legt an gutem Standort rund 40 bis 60 cm im Jahr zu, sodass er nach zehn Jahren sechs bis acht Meter misst. Das Wachstum verlangsamt sich allmählich, die Endhöhe von 15 bis 20 Metern erreicht er erst im Alter.
Eine Ausnahme ist der Kugeltrompetenbaum – er wächst überhaupt nicht in die Höhe, denn seine Höhe bestimmt der Stamm, auf den er veredelt ist. Nur die Krone legt zu, und das sehr langsam.
Der Trompetenbaum hat noch eine Eigenschaft, die überrascht: Er treibt sehr spät aus, oft erst Ende Mai. Im Frühjahr wirkt er deshalb lange wie ein abgestorbener Baum, obwohl er völlig gesund ist.
Trompetenbaum schneiden: wann Sie zur Schere greifen
Der Trompetenbaum verträgt den Schnitt gut. Der Haupttermin ist das Vorfrühjahr, etwa Februar bis März – also in der Vegetationsruhe, bevor der Baum austreibt. Weil er spät austreibt, haben Sie dafür reichlich Zeit.
- Die Art braucht keinen besonderen Schnitt. Es genügt, trockene, beschädigte und zurückgefrorene Triebe sowie sich kreuzende Äste zu entfernen.
- Der Kugeltrompetenbaum wird dagegen jedes Frühjahr regelmäßig geschnitten. Die vorjährigen Triebe werden auf wenige Knospen eingekürzt, damit die Krone dicht und gleichmäßig rund bleibt. Ohne Schnitt läuft die Kugel mit der Zeit auseinander.
- Ein junger Baum wird auf die gewünschte Stammhöhe erzogen, starke Äste sollten Sie aber so wenig wie möglich schneiden – Wunden überwallen beim Trompetenbaum nur langsam.
Im Sommer greifen Sie nur ausnahmsweise ein, etwa wenn ein abgebrochener Ast entfernt werden muss.
Trompetenbaum im Winter
Ein ausgewachsener Trompetenbaum ist bei uns ausreichend winterhart und überwintert ohne Schutz. Empfindlich sind vor allem die ersten zwei bis drei Winter nach der Pflanzung und beim Kugeltrompetenbaum zusätzlich die Veredelungsstelle.
- Häufeln Sie jungen Bäumchen vor dem Winter Mulch um den Stamm an – der Boden um die Wurzeln friert dann nicht so tief durch.
- Den Stamm veredelter Formen können Sie mit Jute oder Reisig umwickeln.
- Die Enden einjähriger Triebe können auch bei älteren Bäumen zurückfrieren; schneiden Sie sie im Frühjahr einfach bis ins gesunde Holz zurück.
- Kapseln, die den Winter über am Baum bleiben, lassen Sie hängen – das sind Früchte, kein Schaden.
Trompetenbaum düngen: womit Sie ihn versorgen
Der Trompetenbaum bildet eine gewaltige Menge Blattmasse, im Frühjahr freut er sich deshalb vor allem über Stickstoff für den Start ins Wachstum und daneben über Phosphor und Kalium für den Blütenansatz und das Ausreifen des Holzes. Ideal sind natürliche Dünger wie Kompost oder DÜNGEE – sie liefern die Nährstoffe ausgewogen und nach und nach, sodass sie sich regelmäßig anwenden lassen, ohne den Baum zu belasten.
Gedüngt wird vom Vorfrühjahr bis zum Frühsommer, rund um den Stamm in Kronenbreite. Ab Mitte Juli düngen Sie nicht mehr nach – die Triebe würden bis zum Winter nicht mehr ausreifen.
Wie Sie einen Dünger für den ganzen Garten auf einmal auswählen, behandeln wir im Artikel Universaldünger; die Nährstoffverhältnisse erklärt der Artikel NPK-Dünger.
Häufige Fragen zum Trompetenbaum
Wann schneidet man den Trompetenbaum?
Im Vorfrühjahr, etwa von Februar bis März, solange der Baum noch nicht austreibt. Der Trompetenbaum treibt spät aus, das Zeitfenster ist also recht lang. Der Kugeltrompetenbaum wird jedes Frühjahr geschnitten, die Art nur nach Bedarf.
Wie schnell wächst der Trompetenbaum?
Ein junger Baum legt rund 40 bis 60 cm im Jahr zu und misst nach zehn Jahren etwa 6 bis 8 Meter. Ausgewachsen erreicht der Trompetenbaum 15 bis 20 Meter. Der Kugeltrompetenbaum wächst nicht in die Höhe, bei ihm legt nur die Krone zu.
Was ist der Unterschied zwischen dem Trompetenbaum und der Sorte ‚Nana‘?
Der Gewöhnliche Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) ist ein 15 bis 20 Meter hoher Baum, der blüht und lange Kapseln ansetzt. ‚Nana‘ ist seine auf einen Stamm veredelte Sorte: Sie hat eine dichte kugelige Krone von 2 bis 3 Metern Durchmesser, wächst langsam und blüht praktisch nicht.
Wann blüht der Trompetenbaum?
Im Juni und Juli. Der Prächtige Trompetenbaum (Catalpa speciosa) blüht etwa drei Wochen früher als der Gewöhnliche Trompetenbaum. Junge Bäume beginnen erst nach einigen Jahren zu blühen, und der Kugeltrompetenbaum blüht meist überhaupt nicht.
Womit düngt man den Trompetenbaum?
Mit einem ausgewogenen natürlichen Dünger – Kompost oder DÜNGEE. Im Frühjahr nutzt der Baum vor allem Stickstoff für die Blattbildung, daneben braucht er Phosphor und Kalium. Gedüngt wird vom Vorfrühjahr bis Mitte Juli, danach nicht mehr, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen.
Warum hat der Trompetenbaum im Frühjahr so lange keine Blätter?
Weil er sehr spät austreibt, oft erst Ende Mai. Ein kahler Baum im April bedeutet also nicht, dass der Trompetenbaum eingegangen ist. Ob ein Trieb lebt, erkennen Sie daran, dass die mit dem Fingernagel angekratzte Rinde darunter grün ist.
