Kiwi - Chinesische Stachelbeere (Actinidia chinensis)
Üppige subtropische Kletterpflanze mit köstlichen Früchten
- Standort: in Weinbaugebieten, windgeschützt, saure Böden
- Höhe: bei Spalieren 1,8–2 m
- Blütezeit: Ende Mai–Juni
- Vermehrung: durch Hartholzstecklinge oder Veredelung auf Sämlinge
Diese Kletterpflanze bildet 5–8 m lange, behaarte Triebe und runde bis herzförmige Blätter mit einem Durchmesser von 12–18 cm. Die Pflanze ist zweihäusig – die Einzelpflanzen tragen entweder nur weibliche oder nur männliche Blüten. Der Austrieb erfolgt Ende März; ab Ende Mai trägt sie an der Basis junger Triebe schöne Blüten in Büscheln oder in Trugdolden. Die Blüten sind weiß, bis zu 5 cm groß, die weiblichen mit einem strahligen Kranz um die Griffel, die männlichen Blüten mit zahlreichen gelben Staubbeuteln. Die Fruchtentwicklung dauert etwa 5 Monate; vor Anfang November reifen die Früchte selten aus. Die länglich-eiförmigen Früchte wiegen 60–90 g, wobei die Unterschiede in Form und Größe der Früchte erheblich sind.
Standort und Anbaubedingungen
Ausgereiftes Holz verträgt Frost bis -10 °C, jedoch werden junge Triebe bereits durch leichten Spätfrost geschädigt. Aus ruhenden Augen bilden sich dann neue Triebe, aber die Blüte verzögert sich um drei Wochen, was zu geringeren Erträgen, kleineren Früchten und schlechter Ausreifung führt. Frühe Herbstfröste schädigen Blätter und Früchte vor der Ernte. In der Zeit zwischen Blüte und Reife sind 2200–2500 Sonnenstunden erforderlich. Daher ist der Anbau in Mitteleuropa nur in Gebieten mit langer Vegetationsperiode möglich. Windschutz ist ebenfalls unerlässlich, da die Blätter leicht beschädigt werden. Der Wasserbedarf ist hoch und der Boden muss stets feucht gehalten werden. Bei übermäßiger Feuchtigkeit kommt es jedoch zu Wurzelfäule. Der Boden sollte leicht bis deutlich sauer sein (pH-Wert 4–6). Bei erhöhtem Kalkgehalt vergilben die Blätter (Chlorose) und die Erträge sinken.
Vermehrung
Eine Vermehrung durch Aussaat ist zwar möglich, jedoch sind Sämlinge mit nur männlichen Blüten, die bis zur Hälfte ausmachen können, unfruchtbar, und auch Pflanzen mit weiblichen Blüten bringen meist keine qualitativ hochwertigen Früchte. Daher ist die Vermehrung durch Hartholzstecklinge vorzuziehen.
Pflanzen, die vom parasitischen Pilz Verticillium befallen sind, welken während der Wachstumsperiode plötzlich und können nicht gerettet werden. Mit Ausnahme dieses Pilzwelkens leidet die Aktinidie bei uns weder unter anderen Krankheiten noch unter Schädlingen.
Anbau und Anbautipps:
Die Pflanzen werden an einer stabilen Spalieranlage aufgestellt, die 2 m hoch ist und drei gespannte Drähte übereinander hat (unterer Draht in einer Höhe von 0,8 m). In der Reihe werden die Pflanzen in einem Abstand von 3–5 m gepflanzt, der Abstand zwischen den Spalieren soll 3 m betragen.
Vor der Pflanzung wird der Boden tief gelockert und mit Torf und Kompost angereichert. Für eine gute Bestäubung wird eine männliche Pflanze auf 7 weibliche gesetzt. Durch den Rückschnitt der Triebe wird die Bildung von Seitentrieben gefördert, mit denen das Spalier aufgefüllt wird. In den ersten Jahren werden die Triebe um die Drähte geführt, in den folgenden Jahren wickeln sie sich selbst.
Die Früchte bilden sich an der Basis der Triebe und erscheinen ab dem dritten Jahr. An jedem Trieb sollten nicht mehr als 3–4 junge Früchte belassen werden, damit sie die entsprechende Größe erreichen und rechtzeitig reifen. Im Winter werden überschüssige Triebe bis auf den Astring entfernt, aber auch im Sommer sollte die Pflanze regelmäßig geschnitten werden. Wenn die Triebe über dem Fruchtansatz 1 m lang sind, werden sie hinter dem fünften Blatt eingekürzt, um die Entwicklung der Früchte zu fördern.
Durch das Einkürzen der Triebe (während der Wachstumsperiode bilden sie Zuwächse von 3–5 m) wird die Verzweigung und die Bildung von Fruchtholz gefördert. Dieses Holz veraltet nach 3–5 Jahren und wird dann bis auf den Astring entfernt. Jedes Jahr sollen neue kräftige Triebe nachwachsen, die nach und nach das alte Fruchtholz ersetzen. Die regelmäßige organische Düngung besteht darin, den Boden mit einer Schicht verrotteten Stallmists oder Kompost abzudecken. Wenn eine mineralische Düngung erforderlich ist, werden nur säurebildende Düngemittel verwendet und eine Kalkung wird ausgeschlossen. Die beste Variante ist die natürliche Düngung mit dem Dünger Hnojík.
Für Mitteleuropa werden folgende Sorten empfohlen:
- ‚Hayward‘ wächst stark, benötigt 15 m² Standraum pro Pflanze. Blüht und reift spät. Hat große, dicht behaarte und olivfarbene Früchte. Bei der reifen Frucht lässt sich die Schale leicht abziehen, der Geschmack ist süß-sauer, fein aromatisch – qualitativ die beste Sorte.
- ‚Bruno‘ wächst mittelstark, bei voller Ertragsleistung nur schwach. Die Früchte sind länglich-zylindrisch, dunkelgelb, sehr zahlreich (müssen meist ausgedünnt werden). Der Geschmack ist säuerlich, weniger aromatisch als bei der vorherigen Sorte. Die Erträge sind hoch.
- ‚Monty‘ und ‚Abbot‘ haben deutlich kleinere Früchte und sind weniger ertragreich.
