Kiwi – Chinesischer Strahlengriffel (Actinidia chinensis)
Wo die Kiwi wächst, was sie braucht und wie der Anbau im eigenen Garten gelingt
Üppige subtropische Kletterpflanze mit köstlichen Früchten
- Standort: in Weinbaugebieten, windgeschützt, saure Böden
- Höhe: am Spalier 1,8–2 m
- Blütezeit: Ende Mai bis Juni
- Vermehrung: durch verholzte Stecklinge oder Veredlung auf Sämlinge
Die Kiwi stammt aus China, wo sie schon vor 1200 Jahren als Nutzpflanze angebaut wurde. Vor 100 Jahren kam sie nach Europa und vor 90 Jahren nach Neuseeland, wo sie seit 1910 kultiviert wird. Dort erhielt die Pflanze den Namen „Kiwi“, weil ihre Früchte in Form und Farbe an den gleichnamigen Vogel erinnern, das Wahrzeichen Neuseelands. Der Anbau hat sich dort in den letzten Jahrzehnten stark ausgeweitet, ebenso in den Vereinigten Staaten, in Frankreich, Italien und weiteren Mittelmeerländern.
Wie die Kiwi wächst und wann sie blüht: männliche und weibliche Pflanzen

Diese Kletterpflanze bildet 5–8 m lange, behaarte Jungtriebe und runde bis herzförmige Blätter mit einem Durchmesser von 12–18 cm. Die Pflanze ist zweihäusig – ein Exemplar trägt entweder nur weibliche oder nur männliche Blüten. Sie treibt Ende März aus und trägt ab Ende Mai an der Basis der jungen Triebe hübsche Blüten in Büscheln oder Trugdolden. Die Blüten sind weiß und bis zu 5 cm groß, die weiblichen mit einem strahlenförmigen Kranz um die Griffel, die männlichen mit zahlreichen gelben Staubbeuteln. Die Fruchtentwicklung dauert etwa 5 Monate, vor Anfang November reifen die Früchte nur selten. Die länglich eiförmigen Früchte wiegen 60–90 g, wobei die Unterschiede in Form und Größe beträchtlich sind.
Standort und Bedingungen: wo die Kiwi wächst und ob sie winterhart ist
Ausgereiftes Holz verträgt Fröste bis -10 °C, die jungen Triebe schädigt jedoch schon ein leichter Spätfrost. Aus den schlafenden Augen bilden sich dann neue Triebe, doch die Blüte verzögert sich um drei Wochen, was geringere Erträge, kleinere Früchte und eine schlechte Ausreifung zur Folge hat. Frühe Herbstfröste schädigen Blätter und Früchte vor der Ernte. Zwischen Blüte und Reife werden 2200–2500 Sonnenstunden benötigt. Deshalb ist der Anbau in Mitteleuropa nur in Lagen mit langer Vegetationszeit möglich. Nötig ist auch ein Schutz vor Wind, weil die Blätter leicht beschädigt werden. Der Wasserbedarf ist hoch und der Boden muss ständig feucht gehalten werden. Bei übermäßiger Nässe kommt es allerdings zu Wurzelfäule. Der Boden soll mäßig bis deutlich sauer sein (pH-Wert 4–6). Bei erhöhtem Gehalt an Kalk vergilben die Blätter (Chlorose) und die Erträge sinken.
Kiwi vermehren: Stecklinge statt Aussaat
Die Vermehrung durch Aussaat ist zwar möglich, doch Sämlinge mit ausschließlich männlichen Blüten – das kann die Hälfte sein – bleiben unfruchtbar, und auch Pflanzen mit weiblichen Blüten bringen meist keine hochwertigen Früchte. Besser ist deshalb die Vermehrung durch verholzte Stecklinge.
Pflanzen, die vom parasitischen Pilz Verticillium befallen sind, vertrocknen während des Wachstums plötzlich und lassen sich nicht mehr retten. Abgesehen von dieser Pilzwelke leidet der Strahlengriffel bei uns weder unter anderen Krankheiten noch unter Schädlingen.
Kiwi pflanzen und pflegen: Schnitt, Rankhilfe und Düngen
Die Pflanzen werden an einem stabilen Spalier gesetzt, das 2 m hoch ist und drei gespannte Drähte übereinander trägt (der untere Draht in 0,8 m Höhe). In der Reihe pflanzt man im Abstand von 3–5 m, der Abstand zwischen den Spalieren soll 3 m betragen.
Vor dem Pflanzen wird der Boden tief gelockert und mit Torf und Kompost angereichert. Für eine gute Bestäubung rechnet man eine männliche Pflanze auf 7 weibliche. Durch Rückschnitt der Triebe wird die Bildung von Seitentrieben gefördert, mit denen sich das Spalier füllt. In den ersten Jahren werden die Triebe um die Drähte geführt, in den folgenden Jahren winden sie sich von selbst.
Die Früchte bilden sich an der Basis der Triebe und erscheinen ab dem dritten Jahr. An jedem Trieb sollten nicht mehr als 3–4 junge Früchte verbleiben, damit sie die richtige Größe erreichen und rechtzeitig ausreifen. Im Winter werden überzählige Triebe bis auf den Astring entfernt, aber auch im Sommer soll die Pflanze regelmäßig geschnitten werden. Sind die Triebe über dem Fruchtansatz 1 m lang, schneidet man sie hinter dem fünften Blatt zurück, um die Fruchtentwicklung zu fördern.
Das Einkürzen der Triebe (in der Wachstumsperiode legen sie 3–5 m zu) fördert die Verzweigung und die Bildung von Fruchtholz. Dieses Holz altert in 3–5 Jahren und wird dann bis auf den Astring entfernt. Jedes Jahr sollen neue kräftige Triebe nachwachsen, die das alte Fruchtholz nach und nach ersetzen. Die regelmäßige organische Düngung besteht darin, den Boden mit einer Schicht verrottetem Stallmist oder Kompost abzudecken. Ist eine mineralische Düngung nötig, verwendet man nur sauer wirkende Dünger und verzichtet auf Kalkung. Die beste Variante ist die natürliche Düngung mit dem Dünger DÜNGEE. Die Aufwandmengen für Obstgehölze finden Sie in der Dosierungstabelle.
Für Mitteleuropa empfohlene Kiwi-Sorten: Hayward, Bruno, Monty und Abbot
- ‚Hayward‘ wächst stark und braucht 15 m² Standfläche je Pflanze. Sie blüht und reift spät. Die Früchte sind groß, dicht behaart und olivfarben. Bei reifen Früchten lässt sich die Schale leicht abziehen, der Geschmack ist süßsauer und fein aromatisch – qualitativ die beste Sorte.
- ‚Bruno‘ wächst mittelstark, bei voller Fruchtbarkeit nur noch schwach. Die Früchte sind länglich zylindrisch, dunkelgelb und sehr zahlreich (meist muss ausgedünnt werden). Der Geschmack ist säuerlich und weniger aromatisch als bei der vorigen Sorte. Die Erträge sind hoch.
- ‚Monty‘ und ‚Abbot‘ haben deutlich kleinere Früchte und sind weniger ertragreich.



