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Kolbenhirse (Setaria italica)

Ein einjähriges Gras mit seidig glänzenden Ähren, die im Trockenstrauß jahrelang halten. Wie Sie es aussäen – und warum ein Überwintern keinen Sinn ergibt.

Reife, rotbraune Ähren der Kolbenhirse (Setaria italica) im Bestand

Einjähriges Ziergras mit seidig glänzenden Ähren

  • Standort: hell und warm
  • Höhe: bis 1 m
  • Blütezeit: Juli bis August
  • Vermehrung: durch Aussaat — die Kolbenhirse ist einjährig und lässt sich nicht teilen

Im Sommer schmückt sich dieses Gras aus der Familie der Süßgräser (Poaceae) mit einem kolbenförmigen, 30 cm langen und 7 cm dicken, seidig rosa bis grün glänzenden Blütenstand aus Borsten. Die festen Halme tragen bis zu 45 cm lange Blätter. Die Kolbenhirse, auch Italienische Borstenhirse genannt, bevorzugt warme Plätze und frischen Boden. Ein Überwintern lohnt sich nicht — sie ist einjährig, schließt ihren Zyklus nach der Samenreife ab und stirbt ab; jedes Jahr wird neu ausgesät.

Kolbenhirse als Ziergras und Nutzpflanze

Die Kolbenhirse (Setaria italica) wird nicht nur als Ziergras angebaut, sondern in wärmeren Regionen der Welt auch als Futter- und Getreidepflanze. Im Garten kommt sie vor allem in Sommerblumenbeeten, Trockensträußen und als Blickfang im sommerlichen Beet zur Geltung. Sie braucht einen sonnigen Standort, einen nährstoffreichen Boden und während der Vegetationszeit ausreichend Feuchtigkeit.

Die Pflanze ist frostempfindlich, deshalb wird sie bei uns meist als einjährige Sommerblume kultiviert, und übrig bleiben nur die Samen für das nächste Jahr. Im Herbst lohnt es sich, die ganze Pflanze zurückzuschneiden und die Blütenstände zu trocknen und sie als Dekoration zu verwenden. Die Vermehrung ist einfach: Aussaat im Frühjahr unter Glas oder Direktsaat nach den letzten Frösten.

Kolbenhirse säen und pflanzen

Die Kolbenhirse gehört zu den einfachsten Ziergräsern, denn sie wird einjährig kultiviert — von der Aussaat bis zur vollen Ähre schafft sie es in einer Saison, und Sie müssen sich weder um die Überwinterung noch um das Teilen der Horste kümmern.

  • Aussaat unter Glas ab Mitte März, nach dem Pikieren kommen die Jungpflanzen nach den letzten Frösten ins Freie, meist ab Mitte Mai.
  • Direktsaat an Ort und Stelle funktioniert ebenfalls, ab Ende April. Die Ähren kommen dann zwei bis drei Wochen später.
  • Pflanzabstand 25–30 cm. Die Kolbenhirse bildet recht voluminöse Horste; bei zu dichter Saat vergeilen die Halme und legen sich um.
  • Volle Sonne und Wärme. Im Halbschatten wächst sie zwar, die Ähren bleiben aber kleiner und weniger glänzend.
  • Gießen beim Auflaufen und beim Ährenschieben — bei Trockenheit stellt sie das Wachstum ein und die Ähren bleiben kurz.
  • Eine Stütze braucht sie meist nicht, an einer windigen Stelle legen sich die meterhohen Horste nach Regen aber um. Eine Pflanzung in der Gruppe hilft, weil sich die Halme gegenseitig stützen.

Kolbenhirse düngen

Die Kolbenhirse ist ein Getreide, und das merkt man an ihren Ansprüchen: In einer Saison muss sie einen Meter hoch werden und eine schwere Ähre bilden, auf magerem Boden bleibt sie also klein. Zugleich hat sie die typische Schwäche der Gräser — bei einem Stickstoffüberschuss lagert sie.

  • Eine Gabe nach dem Pflanzen, sobald die Pflanzen angewachsen sind, und eine zweite beim Ährenschieben. Das ist alles.
  • Ein organischer Dünger ist die bessere Wahl als eine starke Mineraldüngerlösung — er gibt die Nährstoffe nach und nach frei, sodass die Kolbenhirse keinen einmaligen Stickstoffüberschuss bekommt, nach dem sie sich legen würde.
  • Übertreiben Sie es nicht. Eine überdüngte Kolbenhirse hat üppige Halme, eine weiche Ähre und liegt nach dem ersten kräftigen Regen am Boden.
  • Im Kübel düngen Sie regelmäßiger, dafür schwächer — das Substratvolumen ist klein und die Pflanze zehrt es schnell aus.

Ähren ernten und für Trockensträuße trocknen

Die seidig glänzenden Ähren der Kolbenhirse gehören zu den dankbarsten Materialien für Trockenblumen und halten jahrelang. Entscheidend ist allerdings der richtige Erntezeitpunkt.

  • Ernten Sie, sobald die Ähre voll ausgefärbt ist, das Korn aber noch nicht reif ist. Eine reife Ähre zerfällt beim Trocknen und die Samen fallen heraus.
  • Schneiden Sie an einem trockenen Tag, am besten vormittags, wenn der Tau abgetrocknet ist.
  • Trocknen Sie kopfüber in Bündeln an einem luftigen, schattigen Ort. Im Licht bleichen die Ähren aus.
  • Trocknen Sie sie nicht aufrecht in der Vase — die Halme würden in der gebogenen Form austrocknen, in der sie standen.
  • Wer die Ähren als Vogelfutter nutzen möchte, erntet sie umgekehrt voll reif und lässt sie als ganze Rispen; die feinen Samen der Kolbenhirse sind ein üblicher Bestandteil von Körnerfutter für Ziervögel.

Häufige Fragen

Ist die Kolbenhirse mehrjährig oder einjährig?

Einjährig. Setaria italica ist ein einjähriges Gras, das in einer Saison heranwächst, Ähren bildet, aussamt und abstirbt. Ein Überwintern lohnt sich auch mit Abdeckung nicht — jedes Jahr wird neu aus Samen ausgesät.

Wann sät man Kolbenhirse aus?

Unter Glas ab Mitte März und die Jungpflanzen nach den letzten Frösten ins Freie, also ab Mitte Mai. Eine Direktsaat an Ort und Stelle ist ab Ende April möglich, die Ähren kommen dann zwei bis drei Wochen später.

Wann erntet man die Ähren zum Trocknen?

Wenn die Ähre voll ausgefärbt ist, das Korn aber noch nicht reif. Eine reife Ähre zerfällt beim Trocknen. Schneiden Sie an einem trockenen Tag und trocknen Sie kopfüber in Bündeln an einem schattigen, luftigen Ort, damit die Ähren ihre Farbe behalten.

Ist die Kolbenhirse essbar?

Ja — weltweit ist sie ein wichtiges Getreide, im Handel auch als Italienische Hirse oder Foxtail Millet bekannt. Das Korn wird vor allem in Asien zu Brei und Mehl verarbeitet und ist glutenfrei. In mitteleuropäischen Gärten wird die Kolbenhirse allerdings als Ziergras und als Vogelfutter angebaut, nicht für die Kornernte.

Verwildert sie mir im Garten?

Die Kolbenhirse selbst ist nicht aggressiv und ihre Sämlinge lassen sich leicht ausziehen. Verwechseln Sie sie aber nicht mit ihren unkrautigen Verwandten — die Grüne Borstenhirse (Setaria viridis) und die Graugrüne Borstenhirse sind verbreitete Unkräuter auf Äckern und in Gärten und haben viel kleinere Ähren. Wenn Sie eine Selbstaussaat ausschließen wollen, ernten Sie die Ähren, bevor sie ausreifen.

Lässt sich Kolbenhirse im Kübel ziehen?

Ja, und im Balkonkasten macht sie sich gut. Das Gefäß sollte mindestens zehn Liter fassen, denn die Kolbenhirse bildet ein voluminöses Wurzelsystem und leidet in einem kleinen Topf unter Trockenheit. Im Kübel düngen Sie regelmäßiger, dafür schwächer.