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Krankheiten am Pflaumenbaum

Gummifluss, Schrotschüsse im Blatt, Monilia-Fäule und Scharka. Woran Sie sie erkennen und was dagegen hilft.

Pflaumenbaum düngen

Die Pflaume

Hellgelbe Pflaumen, die in einer Traube am Zweig reifen

 Die Pflaume oder Zwetschge ( Prunus domestica ) ist ein Laubbaum aus der Gattung  Prunus. Sie verträgt Winterkälte und späte Frühjahrsfröste recht gut , deshalb wird sie auch in kühleren Lagen gern angebaut   Ihre Früchte, die Pflaumen,  gehören zum beliebten Steinobst, das viele von uns im eigenen Garten oder in Obstanlagen anbauen. Sie schmecken hervorragend: Man isst sie roh, verarbeitet sie in der Küche zu allerlei Köstlichkeiten, kocht sie ein, friert sie ein, macht Pflaumenmus und Marmelade daraus, brennt Sliwowitz oder trocknet sie zu Dörrpflaumen. Pflaumen enthalten Ballaststoffe, Kalium, Sorbit und Farbstoffe aus der Gruppe der Anthocyane. 

Dunkelblaue Pflaumen in einer dichten Traube zwischen grünen Blättern

Als Hausmittel bei Verstopfung nutzen Menschen sie seit Jahrtausenden. Der erste kultivierte Pflaumenbaum wurde in Damaskus gezogen. Von dort aus verbreitete sich der Pflaumenanbau bis zu uns nach Europa. Schon die alten Römer kannten die Früchte. Heute sind Pflaumen fester Bestandteil vieler Landesküchen und gehören zu den beliebtesten Obstarten.

Krankheiten am Pflaumenbaum

Blaue Pflaumen, die am Zweig des Pflaumenbaums reifen

Pflaumen – die Freude am Anbau und am Ertrag können uns Krankheiten am Pflaumenbaum verderben. Sie schwächen den Baum, mindern oder vernichten die Ernte und lassen im schlimmsten Fall einzelne Äste oder den ganzen Baum absterben. Das sind unerfreuliche Aussichten. Welche Pflaumenkrankheiten kennen wir also? Es sind nicht wenige. Bei uns treten die folgenden auf: Scharka-Krankheit, Monilia an Steinobst, Schrotschusskrankheit, Pflaumen-Zwergwuchs-Virus, Nekrotische Ringfleckenkrankheit, Kleine Blattfleckenkrankheit, Bleiglanzkrankheit, Pflaumenrost sowie Bakterienbrand und die Trockene Blattfleckenkrankheit.Viele dieser Krankheiten ähneln einander – im Namen wie in den Symptomen. Es lohnt sich, hier den Überblick zu behalten und ihnen am besten vorzubeugen.

Scharka-Krankheit

Die Scharka-Krankheit  ( Plum pox virus ) ist eine sehr ernste Viruskrankheit des Steinobstes; ihr Erreger gehört zur Gattung Potyvirus. Übertragen wird er vor allem von Blattlausarten, die an Steinobst saugen, sowie durch infiziertes Pflanzmaterial, das in neue Gebiete gelangt. Für den Verbraucher ist das Scharka-Virus ungefährlich, es kann die Obsternte aber zunichtemachen: Die Früchte fallen vorzeitig ab, werden sauer und verformen sich. Die Symptome zeigen sich an Blättern, Früchten und ausnahmsweise auch an den Steinen.  

Die Scharka-Krankheit verursacht an den Blättern hellgrüne bis gelbgrüne Flecken von unregelmäßiger Form und unterschiedlicher Größe ohne scharfe Abgrenzung. Sichtbar sind sie ab Mai. An den Früchten zeigen sich die Symptome zu Beginn der Reife: Es bilden sich fleckige Zeichnungen, die allmählich einsinken. Das Fruchtfleisch an diesen Einsenkungen ist rotbraun, nekrotisch und haftet fest am Stein. Befallene Früchte enthalten weniger Zucker und Säuren, sind damit wertlos und fallen vorzeitig ab.

Wirte der Scharka können alle Pflaumenarten sein, Aprikose, Pfirsich, Mandel, Schlehe, Filzkirsche. Die Symptome dieser Viruskrankheit sind deshalb sehr variabel und hängen von der Wirtsart, ihrer Sorte und vom Virusstamm ab. Derzeit sind neun Stämme des Scharka-Virus beschrieben, die sich sowohl in der Aggressivität als auch in den Symptomen unterscheiden. Generell gilt: Am empfindlichsten sind junge Pflanzungen von Obstarten. 

Die Anwesenheit des Scharka-Virus kann die Wirkung anderer endemischer Viren verstärken, die verschiedene Arten der Gattung Prunus infizieren. Das Virus bremst das Wachstum der Obstgehölze deutlich und senkt ihre Frosthärte.

Scharka – Infektionssymptome an Pflaumenfrüchten
Scharka – Infektionssymptome an Pflaumenfrüchten

Bildquelle: www.uksup.sk

Scharka – Symptome an Früchten der Japanischen Pflaume, Sorte ‚Červená krásavica‘. Die kranke Frucht im Vergleich mit zwei gesunden Früchten links

Scharka – Symptome an Früchten der Japanischen Pflaume, Sorte ‚Červená krásavica‘. Die kranke Frucht im Vergleich mit zwei gesunden Früchten links

Bildquelle: www.uksup.sk

Scharka – Symptome an Früchten und Blättern von Pflaumen
Scharka – Symptome an Früchten und Blättern von Pflaumen

Bildquelle: www.uksup.sk

Scharka – Infektionssymptome an Blättern der Pflaume, Sorte ‚Brompton‘: gelbliche Ringe auf der Blattspreite

Scharka – Infektionssymptome an Blättern der Pflaume, Sorte ‚Brompton‘, mit gelblichen Ringen

Bildquelle: www.uksup.sk

Scharka – Blattsymptome der Infektion an der Pflaumenunterlage ‚St Julien‘
Scharka – Blattsymptome der Infektion an der Pflaumenunterlage ‚St Julien‘

Bildquelle: www.uksup.sk

Monilia an Steinobst

Monilia an Steinobst ( Monilinia laxa / Monilinia fructigena ) ist bei uns eine häufig auftretende Krankheit, die einen Großteil der Blüten und Zweige vernichten kann. Noch verheerender ist der Befall reifender und reifer Früchte – solche Früchte sind völlig entwertet. Befallene Blüten und junge Früchte werden braun und vertrocknen. Blätter, junge Triebe und Zweige welken und trocknen ein, an den betroffenen Stellen tritt häufig Gummifluss aus. Befallene Früchte fallen entweder ab oder mumifizieren und bleiben in der Baumkrone hängen. Der Befall erfolgt meist über Verletzungen der Frucht.

Der Monilia-Pilz überwintert als Myzel im Gewebe befallener Pflanzenteile – in befallenen Zweigen oder in mumifizierten Früchten, die am Baum geblieben sind. Zur Infektion kommt es meist bei kühler und feuchter Witterung.

Mumifizierte, von Monilia befallene Pflaumenfrüchte neben einer gesunden Frucht
Monilia an Steinobst – mumifizierte Pflaumenfrüchte neben einer gesunden Frucht

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Vergleich zweier Monilia-Arten: Monilinia laxa links, Monilinia fructigena rechts

Monilia an Steinobst – Monilinia laxa links und Monilinia fructigena rechts

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Monilia an einem jungen Zweig, braune Läsion mit kugeligen Sporenlagern
Monilia an Steinobst – an einem jungen Zweig

Quelle: Shuhrataxmedov – eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19462852

Von Monilia befallene Pflaumenfrüchte mit brauner Fäule
Monilia an Steinobst – mumifizierte Früchte an einem jungen Zweig

Quelle: http://web2.mendelu.cz

Von Monilia befallenes Obst: mikroskopisches Detail der Pilzinfektion an einer Steinfrucht
Monilia an Steinobst – Mikroaufnahme

Quelle: http://web2.mendelu.cz

Kulturen verschiedener Monilinia-Arten in Petrischalen
Monilia an Steinobst – in der Petrischale

Quelle: www.researchgate.net

Schrotschusskrankheit (Blattlöcher und Fruchtflecken)

Die Schrotschusskrankheit ( Clasterosporium carpophilum) – ist eine Pilzkrankheit. An den Blättern zeigen sich die Symptome früh im Frühjahr, sobald die Blätter austreiben: als runde, wenige Millimeter große (etwa 5 mm) orangefarbene Flecken. Diese sind später scharf abgegrenzt und färben sich braun. Als Abwehrreaktion bildet der Wirt an der Infektionsstelle ein Trenngewebe, damit keine Giftstoffe in gesundes Gewebe gelangen; die so abgetrennten Flecken fallen anschließend aus der Blattspreite heraus. Davon leitet sich der Name Schrotschusskrankheit ab.

Das zweite Symptom der Schrotschusskrankheit sind kleine Flecken auf den Früchten – oft begleitet von Gummifluss. Die dunklen, braunschwarzen Flecken gehen in eine Verkorkung des Fruchtfleischs über.

An Jungtrieben und jungen Zweigen treten Höcker, Einsenkungen und verschiedene braunrote Verdickungen auf. Ihre Oberfläche ist meist rissig, runzelig und von saprophytischen Pilzen besiedelt. Folge des Befalls sind eine geringere Photosyntheseleistung sowie weniger Blütenknospen und damit weniger Früchte. Triebe und Zweige bleiben im Wachstum zurück. Die Früchte werden entwertet, faulen bei Nässe und schrumpfen bei Trockenheit. Die entstandenen Wunden werden zur Eintrittspforte für andere Krankheiten. Junge Bäumchen können daran absterben.

Pflaumenblätter mit braunen Flecken und Ringmuster der Schrotschusskrankheit
Schrotschusskrankheit – an den Blättern

Quelle: www.chromos-agro.hr

Schrotschusskrankheit an Blatt und Frucht – braune Flecken auf der Frucht und Löcher in der Blattspreite
Schrotschusskrankheit – an Blatt und Frucht

Quelle: http://2.bp.blogspot.com

Detail eines Pflaumenblattes mit dunklen Flecken der Schrotschusskrankheit
Schrotschusskrankheit – am Pflaumenblatt

Quelle: www.chromos-agro.hr

Detail der Schrotschusskrankheit am Blatt mit dunklen Flecken
Schrotschusskrankheit – Detail am Pflaumenblatt

Quelle: zastitasljive.blogspot.com

Blatt mit braunen Flecken der Schrotschusskrankheit
Schrotschusskrankheit – Detail am Pflaumenblatt

Quelle: zastitasljive.blogspot.com

Pflaumen-Zwergwuchs-Virus

Das Pflaumen-Zwergwuchs-Virus (Prune dwarf virus; PDV) – verursacht das Absterben von Knospen und Anwuchs, hemmt das Wachstum und mindert dadurch den Ertrag. Auf den Blattspreiten erscheinen hellgrüne Ringe, Flecken, Streifen oder Zeichnungen unterschiedlicher Größe. Solche Stellen nekrotisieren von der Mitte her, die Blätter verformen sich. Auffällig ist die Verkümmerung der Blätter. Intensität und Ausprägung dieser Krankheit hängen vom Wirt, vom Virusstamm und vom Wetter ab. Bei niedrigeren Temperaturen sind die Symptome deutlicher. Das Virus befällt sowohl Pflaumen als auch Süßkirschen, Sauerkirschen, Aprikosen, Pfirsiche und weitere verwandte Gehölze. Übertragen wird es vegetativ durch Veredeln, Okulieren und vegetative Ableger, bei einigen Arten auch durch Pollen und Samen – vor allem bei Sauer- und Süßkirsche. 

Pflaumenblatt mit hellgrünen Ringen und Zeichnung – Symptom des Pflaumen-Zwergwuchs-Virus
Pflaumen-Zwergwuchs-Virus – befallenes Blatt

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Nekrotische Ringfleckenkrankheit des Steinobstes

Drei abgepflückte Pflaumenblätter mit gelben Flächen und dunkler Eichenlaubzeichnung
Nekrotische Ringfleckenkrankheit des Steinobstes – befallene Blätter

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice



Die Nekrotische Ringfleckenkrankheit der Pflaume  (Prunus necrotic ringspot virus; PNRSV, Apple mosaic virus; ApMV) – ruft typische Symptome an Blättern hervor, die sich im Frühjahr und Frühsommer bei niedrigeren Temperaturen entwickelt haben. Auf den Blattspreiten zeigen sich hellgrüne bis leuchtend gelbe, scharf abgegrenzte Flecken, Streifen und Zeichnungen. Die Streifen bilden meist die sogenannte Eichenlaubzeichnung. Bei starkem Befall haben die Bäume deutlich kleinere Blätter, kürzere Zuwächse und liefern weniger Ertrag. Übertragen wird dieses Virus durch Pollen und Samen sowie durch vegetative Vermehrung – Okulieren, Veredeln und vegetative Ableger.

Kleine Blattfleckenkrankheit

Die Kleine Blattfleckenkrankheit (Phyllosticta prunicola)– breitet sich vor allem bei feuchtem, regnerischem Wetter aus. Meist befällt sie die Blätter, kann aber auch Früchte und ausnahmsweise Jungtriebe befallen. Auf den Blättern erscheinen kleine, runde, rotviolette bis violettgraue Flecken von 1 bis 2 mm Durchmesser, oft von einem dunkleren Rand gesäumt. In der Mitte der Flecken bilden sich Fruchtkörper als dunkle Punkte. Die Flecken trocknen von der Mitte her ein und fallen heraus. Stark befallene Blätter fallen vorzeitig ab. An den Früchten entstehen bei Befall regelmäßige kleine graugrüne Flecken, häufig mit rotviolettem Rand, und die betroffenen Fruchtteile verkorken allmählich. Die Flecken der Kleinen Blattfleckenkrankheit ähneln stark denen der Trockenen Blattfleckenkrankheit, eine sichere Diagnose erfordert eine mikroskopische Untersuchung.

Pflaumenblätter mit kleinen dunklen Flecken und braunen Rändern
Kleine Blattfleckenkrankheit an Pflaumenblättern

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Bleiglanzkrankheit (Chondrostereum purpureum)

Baumkrone mit silbrig glänzenden Blättern – Symptom des Befalls durch den Violetten Knorpelschichtpilz
Der Violette Knorpelschichtpilz verursacht den Bleiglanz der Blätter

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Der Violette Knorpelschichtpilz (Chondrostereum purpureum) – ist ein sogenannter holzzerstörender Pilz, der ganzjährig wächst, am stärksten aber von Herbst bis Frühjahr. Neben Nadelbäumen befällt er auch Obstbäume und Sträucher, vor allem Pflaumen. Er verursacht Weißfäule des Holzes, wobei nur ein Teil des Baumes oder auch der ganze Baum betroffen sein kann. Der Stamm des befallenen Gehölzes verfärbt sich braunrot, die Blätter glänzen silbrig. Befallene Äste oder Bäume kümmern und können absterben. Auf dem abgestorbenen Holz wachsen rote bis violette, später braune Fruchtkörper dieses Pilzes. Infektionen entstehen an frischen Wunden von Bäumen und Sträuchern, meist innerhalb einer Woche nach der Verletzung. Am häufigsten geschieht das im Frühjahr oder im Herbst. Die in die Blätter abgegebenen Giftstoffe verursachen deren silbrige Färbung.

Wellige violettbraune Fruchtkörper des Violetten Knorpelschichtpilzes am Baumstamm

Violetter Knorpelschichtpilz in einem französischen Garten in Massy. Dieser Pilz verursacht den ‚Bleiglanz‘.

Quelle: https://en.wikipedia.org Autor: Strobilomyces

Pflaumenrost

Der Pflaumenrost (Tranzschelia pruni-spinosae, Tranzschelia discolor)– ist eine Krankheit, deren auffälligstes Merkmal der plötzliche Abfall befallener Blätter ist. Neben der Pflaume sind Aprikose, Schlehe, Mandel, Traubenkirsche sowie das Gelbe Windröschen Wirtspflanzen. Auf dem Zwischenwirt (Gelbes Windröschen) überwintert der Pilz im Myzelstadium. In Regionen mit wärmerem Klima kann der Pflaumenrost auch auf nicht abgefallenen Blättern überwintern und bis in die Zweige der Bäume vordringen, wo er überdauert. Typische Symptome eines Rostbefalls an Pflaumen sind violettliche oder gelbliche Flecken auf der Blattoberseite, oft in Richtung der Blattadern gestreckt. Die Flecken sind unregelmäßig verteilt und unterschiedlich geformt; auf der Blattunterseite finden sich an denselben Stellen kleine, runde, staubige Häufchen zimtbrauner Urediosporen. Bei starker Infektion fallen die Blätter allmählich vorzeitig ab. Ab Ende August sind auf den Blattunterseiten schwarzbraune Lager im Teleutosporenstadium zu beobachten.

Blattoberseite einer Pflaume mit kleinen gelben, unregelmäßigen Rostflecken

Pflaumenrost – Blattoberseite – kleine, gelbe, unregelmäßige Flecken auf der Blattoberseite

Quelle: www.ecophyta.sk

Blattunterseite einer Pflaume mit kleinen staubigen Sporenhäufchen des Rostpilzes

Pflaumenrost – Blattunterseite – kleine, runde, staubige Sporenhäufchen des Pilzes

Quelle: www.ecophyta.sk

Pflaumenblätter mit rostbraunen Flecken des Pflaumenrostes
Pflaumenrost an den Blättern

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Narrentaschen (Taphrina pruni)

Die Narrentaschenkrankheit (Taphrina pruni) – tritt bei uns meist in höheren, kühleren Lagen auf. Neben der Pflaume befällt sie auch Aprikosen und Kirschen. Befallene Früchte sind geschmacklos, reifen nicht aus und haben eine geringe Qualität. Im Vergleich zu gesunden Früchten werden die befallenen nach der Blüte größer und länger. Die Pflaumenfrüchte sind grün bis gelbgrün, das Fruchtfleisch ist hart, saft- und geschmacklos, die Früchte sind von einem weißlichen Belag überzogen. Ab Juli fallen sie ab. Es bildet sich kein Stein, sie sind weder verwendbar noch weiterzuverarbeiten. Typisch für die Narrentaschen ist die Verformung der Früchte: abnorme Vergrößerung, Verlängerung und Krümmung. Häufig ist nur ein Teil der Frucht befallen, sodass unregelmäßige Auswüchse entstehen. Die verformten Früchte schrumpfen allmählich und werden braun. 

Ein Befall mit Taphrina pruni kann auch an Jungtrieben auftreten, die daraufhin verdicken, verkümmern und sich verdrehen. Bei starkem Befall trocknen die Triebe nach und nach ein. Der Pilz überwintert als Myzel oder als Blastosporen in befallenen Ästen und wächst von dort in Blätter und Knospen. Bei feuchtem und kühlem Wetter im zeitigen Frühjahr dringt er in die jungen Früchte ein und infiziert sie. Von den infizierten Früchten aus verbreitet er sich in der zweiten Julihälfte mit dem Wind.

Verlängerte, deformierte Narrentaschen-Früchte zwischen grünen Pflaumenblättern
Pflaumenkrankheiten – Narrentaschen an der Pflaume

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Narrentaschen an der Schlehe – deformierte Früchte
Pflaumenkrankheiten – Narrentaschen an der Schlehe

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Verlängerte, hellgrüne, deformierte Pflaumenfrucht mit Narrentaschenbefall
Narrentaschen – befallene, deformierte Frucht

Quelle: www.agromanual.cz

Schnitt durch eine deformierte, befallene Pflaumenfrucht mit sichtbarem Hohlraum ohne Stein
Narrentaschen – befallene, deformierte Frucht – Querschnitt

Quelle: www.agromanual.cz

Europäische Steinobstvergilbung

Die Europäische Steinobstvergilbung (Apricot chlorotic leafroll phytoplasma, syn. European stone fruit phytoplasma – ESFY) – zählt zu den Phytoplasmen. Diese sind dafür bekannt, dass sie keine Zellwand besitzen und sich nicht auf Nährmedien kultivieren lassen, wie es bei gewöhnlichen Bakterien möglich ist. 

Der Wirtskreis ist verhältnismäßig eng, denn das Phytoplasma befällt vor allem Arten der Gattung Prunus. Für die Übertragung ohne menschliches Zutun braucht es stechend-saugende Überträger, in denen es überdauern und sich vermehren kann. Bei der Nahrungsaufnahme gelangt es in die nächste Wirtspflanze. Die bislang einzigen bekannten Vektoren sind der Pflaumenblattsauger (Cacopsylla pruni), der Pflanzen der Gattung Prunus bevorzugt, und die Zwergzikade Fieberiella florii. Am besten lassen sich die Symptome vor der Blüte der Wirte und am Ende des Sommers beobachten. Die Ausprägung der Infektion hängt von der befallenen Wirtsart ab.

An der Pflaume zeigt sich der Befall durch Verzweigungsproliferation, wenige Blätter, leichte Chlorose und ein Auslichten der Krone. Meist folgt das allmähliche Absterben einzelner Äste oder des ganzen befallenen Baumes, und zwar im Winter oder im Frühjahr. Die Krankheit verläuft charakteristisch schnell. Pfirsiche, Pflaumen und Kirschen sterben allerdings nicht so rasch ab wie Aprikosen.

Quelle: www.uksup.sk

Pflaumenblattsauger (Cacopsylla pruni) – Überträger der Europäischen Steinobstvergilbung
Überträger der Europäischen Steinobstvergilbung: Pflaumenblattsauger (Cacopsylla pruni)

Quelle: www.biolib.cz

Zwergzikade Fieberiella florii – zweiter bekannter Überträger der Europäischen Steinobstvergilbung
Überträger der Europäischen Steinobstvergilbung: Fieberiella florii

Quelle: www.biolib.cz

Rote Blattfleckenkrankheit

Pflaumenblatt mit Roter Blattfleckenkrankheit – ziegelrote, gewölbte Flecken
Rote Blattfleckenkrankheit an der Pflaume

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Die Rote Blattfleckenkrankheit der Pflaume (Polystigma rubrum) – ist eine Pilzkrankheit, die Pflaumen und Schlehen befällt. Die Ausprägung hängt bei Pflaumen von der Sorte ab. Die Rote Blattfleckenkrankheit beginnt mit gelbgrünen, später ziegelroten, runden, scharf abgegrenzten und gewölbten, lederartigen Flecken von 0,5 bis 1 cm Größe. Gegen Ende der Vegetation dunkeln sie nach und werden von der Mitte her schwarz. Bei starkem Befall verformen sich die Blätter, vertrocknen und fallen vorzeitig ab. Auf den abgefallenen Blättern überwintert der Pilz, und kurz nach der Blüte der Wirtspflanzen werden die Askosporen mit der Luftströmung auf junge Blätter übertragen. Vermehrung und Übertragung der Askosporen finden bei warmem und regnerischem Wetter statt. Diese Infektionsperiode dauert meist 3 bis 5 Wochen.

Stark befallenes Pflaumenblatt mit zahlreichen roten Flecken
Rote Blattfleckenkrankheit – stark befallene Pflaume

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Abiotische Blattnekrose

Die Abiotische Blattnekrose der Pflaume – zeigt sich durch plötzliches Vertrocknen der Blattränder, einzelner Blattteile oder ganzer Blätter. Die betroffenen Bereiche sind hellbraun und scharf von den gesunden grünen Blattteilen abgegrenzt. Am häufigsten betroffen sind die Kronenteile, die anhaltendem Wind ausgesetzt sind. In Ausnahmefällen kann die gesamte Krone geschädigt werden. Dieser Zustand geht weder auf eine Pilz- oder Bakterienkrankheit noch auf einen Schädlingsbefall zurück. Ursache ist ein plötzlicher übermäßiger Wasserverlust aus dem Blattgewebe: Nach einer langen Trockenperiode folgt ergiebiger Regen, die Blätter nehmen viel Wasser auf, und ein anschließender warmer Wind trocknet sie zu stark aus. Vorbeugen lässt sich die abiotische Blattnekrose daher durch einen optimalen physiologischen Zustand der Pflanze mit regelmäßiger, maßvoller Bewässerung.

Pflaumenblätter mit hellbraun vertrockneten Rändern abiotischen Ursprungs
Abiotische Blattnekrose an der Pflaume

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Bakterienbrand

Der Bakterienbrand (Pseudomonas syringae pv. syringae, Valsa cincta und Valsa leucostoma) – befällt alle angebauten Steinobstarten. An Ästen und Stämmen entstehen dunkel verfärbte Stellen, die leicht einsinken und allmählich nekrotisieren. Sie treten am häufigsten an Astgabeln oder in der Umgebung abgestorbener Zweige und von Schnittwunden auf. Die Baumteile oberhalb einer solchen nekrotisierenden Stelle welken und trocknen ein. Bei chronischem Verlauf bildet der Baum kleinere, gelbgrüne Blätter und kürzere Zuwächse. An den betroffenen Stellen tritt oft starker Gummifluss aus. Der Bakterienbrand kann zum Absterben des ganzen Baumes führen. Infektionen erfolgen im Herbst (beim Blattfall) und im Frühjahr (vor und während des Austriebs), besonders bei regnerischem Wetter.

Bernsteinfarbener Gummifluss an einem Pflaumenzweig – Symptom des Bakterienbrandes
Pflaumenkrankheiten – Bakterienbrand

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Trockene Blattfleckenkrankheit

Die Trockene Blattfleckenkrankheit (Stigmina carpophila) – geht auf denselben Pilz zurück wie die Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila ist ein Synonym von Clasterosporium carpophilum), hier stehen jedoch die Blatt- und Knospensymptome im Vordergrund. Auf den Blättern sind runde, unterschiedlich große gelbgrüne oder rotviolette Flecken zu sehen, die oft deutlich umrandet sind. Treten sie zahlreich auf, fließen sie zu einer Fläche zusammen. Später dunkeln sie nach, und zwischen gesundem und befallenem Blattgewebe bildet sich ein Trenngewebe, sodass das vertrocknete Gewebe herausfällt. Sind die Leitbündel im Blatt befallen, vergilben und röten sich die Blätter und fallen vorzeitig ab. 

Die Trockene Blattfleckenkrankheit führt auch dazu, dass im Frühjahr die Augen an einjährigen Fruchtzweigen nicht austreiben und rund um die Augen 3 bis 10 mm große nekrotische, ovale Flecken entstehen. An den abgestorbenen Stellen tritt anschließend Gummi aus. Bei starkem Befall trocknen die Zweige ein. Werden junge Früchte befallen, zeigen sich zunächst kleine rotviolette Flecken, die allmählich größer werden und von der Mitte her ergrauen. Ihr Rand bleibt rotviolett gesäumt. Später erscheinen an den Früchten Flecken unterschiedlicher Größe mit dunklem oder hellem Saum. Bei größerer Zahl fließen sie zusammen, die Früchte verformen sich und platzen auf.

Die Ausprägung des Befalls unterscheidet sich je nach Sorte. Der Pilz überwintert in befallenen Knospen und Zweigen. Bei feuchtem Wetter kann er sich während der gesamten Vegetationszeit ausbreiten.

Trockene Blattfleckenkrankheit – Detailaufnahme brauner Flecken auf dem Blatt
Trockene Blattfleckenkrankheit – Detail am Blatt

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Blätter mit braunen, trockenen Flecken und nekrotischen Läsionen
Trockene Blattfleckenkrankheit

Quelle: www.biolib.cz Autor: Pavel Šinkyřík

Blätter mit braunen, trockenen Flecken und Schäden
Trockene Blattfleckenkrankheit

Quelle: zahradaweb.cz  Autor: Jílek Arnošt

Blattflecken der Trockenen Blattfleckenkrankheit auf grünen Blättern
Trockene Blattfleckenkrankheit

Quelle: www.biolib.cz Autor: Pavel Šinkyřík

Blattkrankheiten: trockene Flecken, Nekrosen und verbrannte Ränder an Pflaumenblättern
Trockene Blattfleckenkrankheit

Quelle: M. Hluchý, P. Ackermann, M. Zacharda, Z. Laštůvka, M. Bagar, E. Jetmarová, G. Vanek: Ochrana ovocných dřevin a révy vinné v ekologické produkci. Biocont Laboratory, Modřice

Was gegen Pflaumenkrankheiten hilft

Was hilft gegen Krankheiten am Pflaumenbaum? Zur Wahl stehen natürliche wie chemische Lösungen. Einfacher und zugleich günstiger ist es, einem Befall vorzubeugen – mit einer gesunden, kräftigen Widerstandsfähigkeit der Pflanzen und optimalen Anbaubedingungen. Gegen die Krankheit selbst greifen Sie zu einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel; ein Dünger heilt keine Krankheit, ein gut versorgter Baum wächst aber leichter darüber hinweg. 

DÜNGEE lässt sich als Streugabe, als Gießwasser und als Blattspritzung anwenden. Gießen und Spritzen wirken schneller, die Streugabe wirkt länger. Ideal ist die Kombination. Wie geht das? Wie verwendet man den perfekten Naturdünger DÜNGEE? Anwendungsarten und Dosierung erfahren Sie unter folgendem Link.

Screenshot eines Facebook-Kommentars einer Kundin über den Anbau von Pflaumen