Lein (Linum): Saat-Lein, Stauden-Lein und Rauer Lein
Wie Lein aussieht, wann er gesät wird und wie man ihn auf dem Feld, im Garten und im Steingarten anbaut
Lein – Nutzpflanze und Steingartenstaude: wie die Leinpflanze aussieht

Lein (Linum) ist eine Pflanze mit dünnen Stängeln und zarten Blüten, bekannt vor allem für ihre Samen, die Leinsamen genannt werden. Sie sind reich an Ölen und Ballaststoffen und werden in der Ernährung sowie zur Herstellung von Leinöl und Leinenfasern verwendet.
Das Aussehen der Leinpflanze kann je nach Art und Sorte variieren, im Allgemeinen hat Lein aber bis etwa 1 Meter hohe Stängel, die aufrecht und wenig verzweigt sind. Die Blüten des Leins sind meist blau, sie können aber auch andere Farben haben, zum Beispiel weiß oder rosa. Die Blätter des Leins sind schmal und wechselständig. Die Pflanze wächst am besten an sonnigen und gut durchlässigen Standorten.
Lein wird wegen seiner Samen angebaut, die eine reiche Quelle von Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffen und weiteren Nährstoffen sind. Die Leinpflanze wird in mehreren Teilen der Welt angebaut, darunter Europa, Asien und Nordamerika. Die größten Leinproduzenten sind Länder wie Kanada, China, Russland und Kasachstan.
Die aus Lein gewonnene Leinenfaser wird außerdem zur Herstellung von Leinenstoffen verwendet, die für ihre Festigkeit und Haltbarkeit geschätzt werden.
Viele weitere Leinarten werden als Zierpflanzen angebaut – Stauden-Lein, Roter Lein (Großblütiger Lein), Gelber Lein oder Glocken-Lein.
Saat-Lein oder Flachs (Linum usitatissimum): Aussehen und Anbau

Der Saat-Lein (Linum usitatissimum, Syn. Linum sativum) ist eine Pflanze, die für ihre Samen und Fasern angebaut wird.
Wie der Saat-Lein aussieht
- Stängel: Die Pflanze des Saat-Leins hat Stängel, die meist aufrecht sind und eine Höhe von etwa 30 bis 90 cm erreichen, unter optimalen Bedingungen können sie auch höher werden. Die Stängel sind meist dünn und zart und können sich im oberen Teil verzweigen.
- Blätter: Die Blätter des Saat-Leins sind wechselständig und schmal. Sie haben die charakteristische Form länglicher, schmaler Blätter mit blaugrüner Farbe.
- Blüten: Die Blüten des Saat-Leins sind meist blau, sie können aber auch weiß oder rosa sein. Die Blüten sind verhältnismäßig klein und haben fünf Kronblätter.
- Samen: Die Samen des Saat-Leins sind klein, flach, glänzend und braun oder goldgelb.
Wie der Saat-Lein angebaut wird
- Klima: Der Saat-Lein ist eine kühleliebende Pflanze und bevorzugt gemäßigtes bis kühles Klima. Am besten gedeiht er bei Temperaturen zwischen 15 °C und 20 °C. Er verträgt leichte Fröste, ungünstiges Wetter während der Blüte kann jedoch den Ertrag beeinträchtigen.
- Boden: Der Saat-Lein bevorzugt sandigen oder lehmigen Boden mit guter Drainage. Saurer Boden wird für seinen Anbau nicht empfohlen.
- Aussaat: Die Samen des Saat-Leins werden meist im Frühjahr direkt in den Boden gesät, wenn die Temperaturen hoch genug sind. Die Pflanzen brauchen zum Wachsen viel Licht, deshalb sollte man sonnige Standorte wählen.
- Gießen: Der Saat-Lein braucht regelmäßige Wassergaben, vor allem in Trockenperioden. Der Boden sollte feucht gehalten, die Pflanzen aber nicht überschwemmt werden.
- Düngung: Der Saat-Lein kann je nach Bodenqualität eine Düngung mit Stickstoff und Phosphor benötigen.
Der Saat-Lein wird wegen seiner Samen angebaut, die eine reiche Quelle von Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffen und weiteren Nährstoffen sind. Er wird außerdem zur Herstellung von Leinöl verwendet und die Leinenfasern dann zur Herstellung von Leinenstoffen.
Stauden-Lein (Linum perenne) als Steingartenpflanze
Der Stauden-Lein (Linum perenne) ist eine ausdauernde Pflanze mit wunderschönen Blüten. Da es sich um einen niedrigeren Lein mit polsterartigem Wuchs und verhältnismäßig großen Blüten handelt, wird er oft als Steingartenpflanze angebaut.
Wie der Stauden-Lein aussieht
- Stängel: Linum perenne hat dünne Stängel, die etwa 30 Zentimeter hoch werden können. Die Stängel sind meist aufrecht, manchmal niederliegend und überwiegend einfach, ohne Verzweigung.
- Blätter: Die Blätter sind wechselständig, schmal und hellgrün. Sie sind ganzrandig und können behaart sein.
- Blüten: Die Blüten des Stauden-Leins sind meist blau oder blauviolett, sie sind einfach, fünfzählig, mit auffälligen gelben oder orangefarbenen Staubblättern. Die Blüten haben einen Durchmesser von etwa 2 bis 3 Zentimetern.
- Wurzelsystem: Linum perenne hat ein kräftiges Wurzelsystem, dank dem es auch unter ungünstigen Bedingungen überlebt und lange wächst.
Wie man den Stauden-Lein anbaut
Linum perenne ist eine widerstandsfähige Art, die unter verschiedenen klimatischen Bedingungen wachsen kann. Er eignet sich für gemäßigtes bis kühles Klima. Diese Pflanze bevorzugt gut durchlässigen Boden mit ausreichend Humus. Sie mag sonnige bis halbschattige Standorte.
Linum perenne wird meist aus Saatgut oder Setzlingen gezogen. Die Samen können im Frühjahr oder im Herbst direkt in den Boden gesät werden. Wird die Pflanze über Setzlinge vermehrt, ist dafür das Frühjahr geeignet. In den ersten Wochen nach dem Pflanzen oder Säen ist es wichtig, den Boden feucht zu halten. Sobald die Pflanze gut eingewurzelt ist, verträgt sie gelegentliche Trockenheit.
Der Stauden-Lein ist wegen seiner schönen Blüten und des anspruchslosen Anbaus eine beliebte Pflanze in Ziergärten. Er eignet sich für Steingärten, Zierkästen und Beetränder und Ähnliches. Geschätzt wird er auch für seine Fähigkeit, Bestäuber anzulocken, vor allem Bienen und Schmetterlinge.
Rauer Lein (Linum hirsutum) in freier Natur

Der Raue Lein (Linum hirsutum) ist eine Leinart, die wild in der Natur wächst. Seine Fasern werden industriell nicht genutzt wie beim Saat-Lein, er braucht vor allem trockene Standorte, und vor allem: in der Natur ist er eine seltene Art wärmeliebender Trockenrasen.
Wie der Raue Lein aussieht
- Stängel: Der Raue Lein hat einfache oder nur wenig verzweigte Stängel. Die Stängel sind mit Haaren bedeckt (sie sind flaumig behaart), was eine der charakteristischen Eigenschaften dieser Leinart ist.
- Blätter: Die Blätter des Rauen Leins sind wechselständig und mit feinen Haaren bedeckt (manchmal dichter, manchmal eher spärlich), was der Pflanze ebenfalls ein behaartes Aussehen verleiht. Die Blätter sind meist schmal und grün.
- Blüten: Die Blüten des Rauen Leins sind meist blau bis rosaviolett. Es sind einfache, fünfzählige Blüten mit auffälligen gelben oder orangefarbenen Staubblättern.
Wo diese Leinart wächst
- Der Raue Lein ist eine ursprünglich in Europa und Asien heimische Art. Er wächst an verschiedenen Standorten, darunter trockene Wiesen, Hänge, Wald- und Wegränder. Es ist eine Pflanze, die sonnige bis halbschattige Plätze mag.
- Diese Leinart kommt auch in Grassteppen und auf sandigen Böden vor.
Der Raue Lein ist nicht so bekannt wie der Saat-Lein, der für seine Samen und Fasern angebaut wird, und wird deshalb in der kommerziellen Landwirtschaft nicht üblicherweise kultiviert. Er ist jedoch eine interessante Leinart, dank seiner Blüten und des behaarten Aussehens, das man in freier Natur an verschiedenen Orten der Welt finden kann. Bei uns gehört er zu den selteneren Pflanzen trockener Magerrasen, sammeln Sie ihn deshalb niemals direkt in der Natur. Wenn Sie ihn im Steingarten oder im Garten anbauen möchten, kaufen Sie Samen bei geprüften Anbietern.
Wann sät man Lein und wann blüht er
Saat-Lein (einjährig, Öl- und Faserlein) wird im zeitigen Frühjahr von Ende März bis Mitte April gesät, sobald der Boden abgetrocknet und auf 5–8 °C erwärmt ist – er verträgt leichte Fröste, eine späte Aussaat im Mai ergibt aber niedrige, wenig verzweigte Pflanzen. Er wird direkt an Ort und Stelle in Reihen von 10–15 cm oder breitwürfig 1,5–2 cm tief gesät, im Garten etwa 3–4 g Samen je m². Er läuft in 7–14 Tagen auf. Für den Zierlein (z. B. Prachtlein, Linum grandiflorum ‚Rubrum‘) gilt derselbe Termin; er kann für eine spätere Blüte bis Juni nachgesät werden.
Stauden-Lein (Linum perenne) wird im Frühjahr oder September in Schalen oder direkt in den Steingarten gesät; er blüht erst im zweiten Jahr, dann aber jedes Jahr.
Wann blüht Lein: Saat-Lein etwa 8–10 Wochen nach der Aussaat, also im Juni/Juli, und nur kurz – etwa 2–3 Wochen. Jede himmelblaue Blüte öffnet sich morgens und fällt bis zum Nachmittag ab, die Pflanze öffnet aber täglich neue Blüten. Stauden-Lein blüht von Mai bis Juli, der einjährige Prachtlein bei gestaffelter Aussaat von Juni bis September. Die Samen des Saat-Leins reifen im August; geerntet wird, wenn die Kapseln braun sind und rascheln.
Lein düngen und den Boden pflegen
Lein ist bei den Nährstoffen genügsam und eine Überdüngung schadet ihm eher, als dass sie hilft. Auf dem Feld wie im Garten gilt deshalb: besser als eine starke Gabe Mineraldünger ist ein langsam wirkender universeller organischer Dünger, der vor der Aussaat in den Boden eingearbeitet wird.
- Saat-Lein für Samen und Faser: eine schwache Gabe vor der Aussaat, nach dem Auflaufen nichts mehr. Starke Stickstoffdüngung verlängert den Stängel und die Pflanzen lagern sich.
- Stauden-Lein im Steingarten: einmal im Frühjahr nachdüngen, sonst verliert er den polsterartigen Wuchs und fällt auseinander.
- Auf sauren Böden hilft dem Lein Kalzium; sandigen Boden mit guter Drainage mag der Lein am liebsten.
Häufige Fragen: Lein
Wann sät man Lein?
Saat-Lein im zeitigen Frühjahr von Ende März bis Mitte April direkt an Ort und Stelle 1,5–2 cm tief. Stauden-Lein im Frühjahr oder September, er blüht ab dem zweiten Jahr.
Wann blüht Lein?
Saat-Lein im Juni/Juli, etwa 8–10 Wochen nach der Aussaat, Stauden-Lein von Mai bis Juli. Eine einzelne Blüte hält nur einen Tag, die Pflanze blüht aber 2–3 Wochen.
Wie lange blüht Lein?
Saat-Lein etwa 2–3 Wochen, Stauden-Lein im Steingarten 6–8 Wochen. Einjähriger Prachtlein blüht bei gestaffelter Aussaat von Juni bis September.
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