Lilien (Lilium)
Arten, Hybriden und Sorten der Lilien — Übersicht mit Standortansprüchen
Zwiebelpflanze mit einem großen Sortiment, geeignet für Staudenbeete, für Steingärten und als Schnittblume.
- Standort: halbschattig bis sonnig; sandig-lehmige, durchlässige und nährstoffreiche Böden
- Höhe: je nach Art und Sorte 40 cm–2,4 m
- Blütezeit: je nach Art zwischen Mai und Oktober
- Vermehrung: durch Aussaat, Teilung oder Brutzwiebeln
Lilien gehören zur gleichnamigen Familie der Liliengewächse (Liliaceae) und sind mit etwa 100 Arten auf der gesamten Nordhalbkugel vertreten. Die botanischen Arten werden in Kultur nach und nach durch Gartenhybriden ersetzt, weil diese besser blühen, günstigere Wuchseigenschaften haben und weniger anspruchsvoll sind.
Die auffälligen Lilienblüten sind entweder röhrenförmigoder trichterförmig gebaut, schalenförmig geöffnet oder haben zurückgebogene Blütenblätter wie unsere heimische Türkenbundlilie. Die Frucht ist eine charakteristische trockene Kapsel.
Lilien pflanzen und düngen — wann die Lilienzwiebeln in die Erde kommen

Lilien sind seit jeher geschätzte Schnittblumen, darüber hinaus machen sie sich gut in Staudenbeeten und im Steingarten. In Beeten kommen vor allem höhere Arten und Sorten zum Einsatz. Reizvoll ist auch die Kombination von Lilien mit Gehölzen, etwa mit Rhododendren. Von den Blumenzwiebeln des Gartens passen späte Tulpen oder Gladiolengut dazu.
Lilien mögen durchlässige Böden mit einem größeren Nährstoffvorrat, die vor dem Setzen der Zwiebeln tief gelockert wurden. Der Boden sollte keine größeren Mengen wenig zersetzten organischen Materials (Kompost und Ähnliches) enthalten.
Die Ansprüche an den pH-Wert des Bodens sind je nach Art und Sorte verschieden. Bei schweren und flachgründigen Böden bewährt es sich, den Untergrund mit Kies oder Sand zu verbessern, denn Lilien reagieren empfindlich auf Staunässe und brauchen eine ausreichend durchlüftete untere Schicht.
Gedüngt wird vor allem mineralisch, eine leichte Laubdecke im Herbst schadet jedoch nicht und bietet im Gegenteil den nötigen Winterschutz. Eine Übersicht der Mengen für Zierpflanzen finden Sie auf der Seite Dosierung, die Zusammenhänge rund um die Ernährung dann im Beitrag über den Universaldünger.
Lilienzwiebeln werden in der Regel früh im Herbst gesetzt, mit Ausnahme der Zwiebeln der Madonnenlilie (Lilium candidum), die schon im August gepflanzt werden. Einige Arten (etwa Lilium auratum und L. speciosum) ziehen sehr spät im Herbst ein, daher ist bei ihnen die Frühjahrspflanzung günstiger.
Die Pflanztiefe richtet sich nach der Höhe der Zwiebeln. Grundsätzlich gilt, dass die Pflanztiefe dem Zwei- bis Dreifachen der Zwiebelhöhe entsprechen soll. In leichtem Boden tiefer, in schwerem Boden flacher.
Bereits eingewurzelte Zwiebeln sind empfindlich gegen Verletzungen, deshalb muss der Boden vorsichtig bearbeitet werden.
Gezüchtete Lilien (Hybriden)
Durch Kreuzung ist eine große Zahl von Sorten entstanden, die sich in einzelne Sortengruppen gliedern. Die meisten Sorten züchtete der berühmte Lilienzüchter Jan de Graaf in den USA.
Die Namen mancher Sorten sind um das Wort „Strain“ ergänzt – die Bezeichnung für über Samen vermehrte Sorten, die nicht völlig einheitlich sind. Vegetativ vermehrte Klone sind dagegen ganz ausgeglichen. Den Hybriden sagt meist ein vollsonniger Standortzu.
Asiatische Hybriden
Sie entstanden überwiegend aus den Elternarten Lilium bulbiferum, L. davidii und L. pumilum. In der Blütenform ähneln sie der Feuerlilie.




Maculatum-Hybriden
- Höhe: 50–60 cm
- Blütezeit: Juni–August
| Sorte | Farbe |
|---|---|
| ‘Alice Wilson’ | hellgelb |
| ‘Bicolor’ | feuerrot |
| ‘Mahagony’ | mahagonirot |
Lilium × hollandicum
- Höhe: 50–80 cm
- Blütezeit: Juni–August
| Sorte | Farbe |
|---|---|
| ‘Apricot’ | aprikosenorange |
| ‘Erectum’ | karminscharlach mit Orange |
| ‘Golden Fleece’ | leuchtend aprikosengelb |
| ‘Vermillon Brillant’ | kräftig rot |
Auratum-Hybriden
Neben anderen Arten waren Lilium auratum und L. speciosum an ihrer Entstehung beteiligt. Sie blühen im August und ihre bis zu 30 cm großen Blüten sind flach bis leicht trichterförmig. Die Wuchshöhe liegt zwischen 1,4 und 1,8 m.
| Sorte | Farbe |
|---|---|
| ‘American Eagle’ | weiß mit roten Flecken |
| ‘Imperial Crimson’ | weiß mit kirschrotem Band |
| ‘Imperial Silver’ | weiß mit roten Punkten |
| ‘Jamboree Strain’ | weiß mit rosa Hauch |
| ‘Red Band Strain’ | weiß mit rotem Band |
Aurelianense-Hybriden
Sie entstanden durch Kreuzung der Elternarten der Imperiale-Hybriden mit Lilium henryi. Die Pflanzen wachsen kräftig (bis 2,4 m hoch) und blühen im Juli und August; sie haben offene, sternförmige Blüten.
| Sorte | Farbe |
|---|---|
| ‘Bright Star’ | weiß mit orangefarbener Mitte |
| ‘Golden Sunburst Strain’ | goldgelb mit grünlicher Mitte |
| ‘Silver Sunburst’ | gebrochen weiß mit orangefarbener Mitte |
| ‘Thunderbolt’ | dunkelgelb |



Candidum-Hybriden
Mit diesem Namen werden vor allem Kreuzungen von Lilium candidum und L. chalcedonicum bezeichnet. Die Blüten sind turbanförmig und erscheinen im Juli. Die Pflanzen werden 1–1,5 m hoch.
| Sorte | Farbe |
|---|---|
| ‘Ares’ | rotorange |
| ‘Artemis’ | rosa |
| ‘Zeus’ | ziegelrot |
Imperiale-Hybriden
Von den Elternarten ist Lilium regale die wichtigste. Die Blüten sind röhrenförmig und erscheinen im Juli. Die Wuchshöhe beträgt 1–1,2 m.
Hansonii-Hybriden
Zu den wichtigsten Elternarten zählen unter anderem Lilium hansonii und L. martagon. Die Sorten wachsen sehr kräftig und brauchen einen halbschattigen bis schattigen Standort. Die Farbskala reicht von gebrochenem Weiß über Gelb und Orange bis zu Dunkelrot. Die Wuchshöhe liegt zwischen 80 und 110 cm.
| Sorte | Farbe |
|---|---|
| L. × dalhansonii | leuchtend braun mit orangefarbener Mitte |
| ‘Album’ | weiß mit dunklerer Mitte |
| ‘Grandiflorum’ | orangegelb, große Blüte |
| ‘Marhan’ | gelb und orange |
| ‘Mrs. R. O. Backhouse’ | orangegelb mit braunen Flecken |
| ‘Rubrum’ | weiß mit karminroter Zeichnung |
Lilienarten im Überblick – Ansprüche und Eigenschaften
| Arten/Sorten und Herkunft | Höhe (cm) | Standort | Blütezeit | Blütenfarbe/-form | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Lilium amabile (Korea) | 60 | sonnig | VII | orangerot mit schwarzen Punkten | |
| L. auratum – Goldbandlilie (Japan) | 120 | sonnig bis halbschattig | VIII–IX | weiß mit roten Punkten, flach schalenförmig | |
| L. bulbiferum – Feuerlilie (Mitteleuropa) | 50–100 | sonnig | VI–VII | orangegelb, schalenförmig | Brutzwiebeln in den Blattachseln |
| L. canadense (Kanada) | 150 | sonnig | VI–VIII | orangegelb, glockenförmig in lockerer Traube | |
| L. cernuum (Ferner Osten) | 50 | sonnig | VI–VII | rosa mit dunkleren Punkten, Blüten in lockeren Trauben | Blätter schmal |
| L. chalcedonicum (Griechenland) | 60–120 | sonnig bis halbschattig | VII–VIII | leuchtend scharlachrot | lange haltbar |
| L. davidii var. wilmottiae (Sichuan) | 150 | sonnig bis halbschattig | VI–VII | leuchtend orangerot mit schwarzen Punkten, bis zu 30 Blüten in pyramidaler Traube | Blätter grasartig |
| L. formosanum (Taiwan) | 120–150 | sonnig | VII–IX | reinweiß, außen rot | |
| L. hansonii (Korea) | 150 | halbschattig bis schattig | VI–VII | goldgelb mit rotbraunen Punkten | Blätter lanzettlich bis elliptisch |
| L. humisanum (Kalifornien) | 150–180 | sonnig | VII | orangerot mit karminroten Spitzen | |
| L. henryi (Zentralchina) | 180–240 | sonnig | VIII | orangegelb mit braunen Punkten, große Blüte | Blätter breit |
| L. leichtlinii var. maximowiczii | 150 | sonnig | VIII | orangerot mit braunen Flecken, turbanförmig | |
| L. martagon – Türkenbundlilie (Mittel- und Südeuropa) | 80 | halbschattig bis schattig | VI–VII | weinrot mit braunen Flecken | |
| Lilium martagon – Sorte ‚Album‘, reinweiß | |||||
| Lilium pumilum, syn. L. tenuifolium (Sibirien, China) | 40 | sonnig | VI–VII | leuchtend scharlachrot, turbanförmig | Blätter sehr schmal |
| L. pyrenaicum (Pyrenäen) | 60–120 | sonnig | V–VI | gelb mit dunklen Flecken | Blätter dicht stehend |
| L. regale – Königslilie (China) | 100 | sonnig | VII–VIII | weiß, außen zart rosa, trichterförmig | stark duftend |
| L. speciosum – Prachtlilie (Japan) | 80–100 | halbschattig bis schattig | VIII–IX | weiß mit zurückgebogenen Spitzen | Blätter dunkelgrün, derb |
| Lilium speciosum – Sorten: ‚Album‘, ‚Rubrum‘, ‚Marveleur‘, ‚Uchida Kanoko‘ | |||||
| L. tigrinum – Tigerlilie (Japan, Korea, China) | 60–150 | sonnig | VIII–IX | orangerot mit braunen Flecken | |
| Lilium tigrinum – Sorten: ‚Flaviflorum‘, ‚Splendens‘ |
Häufige Fragen zu Lilien
Wann pflanzt man Lilien?
Lilienzwiebeln werden früh im Herbst gesetzt. Eine Ausnahme ist die Madonnenlilie (Lilium candidum), die schon im August gepflanzt wird. Arten, die sehr spät im Herbst einziehen — zum Beispiel Lilium auratum und L. speciosum — pflanzt man besser erst im Frühjahr.
Wie tief pflanzt man Lilienzwiebeln?
Die Pflanztiefe soll dem Zwei- bis Dreifachen der Zwiebelhöhe entsprechen. In leichtem, sandigem Boden pflanzt man tiefer, in schwerem flacher. Bereits eingewurzelte Zwiebeln sind empfindlich gegen Verletzungen, deshalb wird der Boden um sie herum vorsichtig bearbeitet.
Welchen Standort brauchen Lilien?
Lilien möchten einen halbschattigen bis sonnigen Platz und einen durchlässigen, sandig-lehmigen und nährstoffreichen Boden, der schon vor der Pflanzung tief gelockert wurde. Gartenhybriden vertragen volle Sonne, während Hansonii-Hybriden und die Türkenbundlilie Halbschatten bis Schatten bevorzugen. Staunässe vertragen Lilien nicht — bei schweren Böden hilft es, den Untergrund mit Kies oder Sand zu verbessern.
Womit düngt man Lilien?
Lilien werden vor allem mineralisch gedüngt und der Boden unter ihnen sollte keine größeren Mengen wenig zersetzten organischen Materials enthalten, etwa frischen Kompost. Wenn Sie die Nährstoffe schonend zuführen möchten, eignet sich der perfekte Naturdünger DÜNGEE, der mit dem Messbecher dosiert wird — die Mengen finden Sie auf der Seite Dosierung. Im Herbst hilft zusätzlich eine leichte Laubdecke als Winterschutz.
