Ölweide
Strauch mit silbrigen Blättern, der Trockenheit, Wind und Streusalz am Straßenrand verträgt. Einige Arten tragen sogar essbare Früchte.
Was ist die Ölweide (Elaeagnus)

Die Ölweide (Elaeagnus) ist eine Gattung blühender Pflanzen aus der Familie der Ölweidengewächse (Elaeagnaceae). Diese Pflanzen sind in Asien, Europa und Nordamerika heimisch. Die Gattung umfasst sowohl laubabwerfende als auch immergrüne Sträucher und einige kleine Bäume.
Ölweiden sind für ihr attraktives Laub bekannt und wirken oft silbrig oder graugrün, weil die Blätter mit feinen Schuppen oder Härchen besetzt sind. Die Blätter stehen meist wechselständig, sind einfach und elliptisch bis eiförmig. Einige Arten haben außerdem dornige Zweige.
Eine der am weitesten verbreiteten Arten der Gattung ist Elaeagnus angustifolia. Es handelt sich um einen laubabwerfenden Strauch oder kleinen Baum mit silbrig grauen Blättern und duftenden gelben Blüten. Die Pflanze bringt kleine, olivenähnliche Früchte hervor, die essbar sind und süß schmecken.
Ölweiden sind robust und anpassungsfähig, wachsen auf sehr unterschiedlichen Böden und vertragen ganz verschiedene Standortbedingungen. In der Gartengestaltung werden sie häufig wegen ihres Zierwerts eingesetzt, weil sie attraktives Laub bieten.
Ölweide pflanzen und pflegen

Die Ölweide gilt allgemein als anspruchslose Pflanze und ist recht einfach zu kultivieren. Diese Punkte sind beim Anbau wichtig:
Standort: Ölweiden bevorzugen sonnige oder halbschattige Standorte. Sie vertragen unterschiedliche Bodenarten, wachsen aber am besten auf gut durchlässigem Boden mit leicht saurem bis neutralem pH-Wert.
Gießen: Junge Pflanzen müssen regelmäßig gegossen werden, damit sie gut anwachsen. Ausgewachsene Sträucher kommen mit trockeneren Phasen zurecht und vertragen mäßige Trockenheit.
Düngen: Ölweiden brauchen in der Regel keine regelmäßige Düngung. Wenn Sie eine Ölweide auf einem nährstoffarmen Boden kultivieren, können Sie im Frühjahr einen natürlichen Dünger für Sträucher oder Kompost geben.
Schnitt: Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht nötig. Wenn Sie die Pflanze in Form halten oder ihr Wachstum begrenzen wollen, können Sie sie nach der Blüte einkürzen oder alte und unansehnliche Triebe herausnehmen.
Vermehrung: Ölweiden lassen sich über Samen, Stecklinge oder Absenker vermehren. Die Samen sät man im Herbst oder im Frühjahr aus. Stecklinge schneidet man am Ende des Winters oder im Frühjahr aus ausgereiftem Holz. Beim Absenken wird ein Trieb zum Boden gebogen und dort fixiert, bis er Wurzeln gebildet hat.
Ausbreitung im Blick behalten: Wenn Sie ausbreitungsfreudige Ölweiden wie die Korallen-Ölweide (Elaeagnus umbellata) oder die Vielblütige Ölweide (Elaeagnus multiflora) pflanzen, sollten Sie die Selbstaussaat kontrollieren und den Anbau dort einschränken, wo die Arten in heimische Lebensräume eindringen können.
Die einzelnen Arten stellen unterschiedliche Ansprüche — sehen Sie sich deshalb auch die Beschreibung der jeweiligen Art weiter unten an.
Korallen-Ölweide (Elaeagnus umbellata)
Die Korallen-Ölweide (Elaeagnus umbellata) ist eine Art aus der Gattung Elaeagnus (Ölweide) und der Familie der Ölweidengewächse. Sie ist in Asien heimisch, vor allem im Himalaja-Raum und in China, und wurde als Zierpflanze in andere Teile der Welt eingeführt.
Die Korallen-Ölweide ist ein laubabwerfender Strauch, der bis zu 4 Meter hoch wird. Die wechselständigen Blätter sind elliptisch geformt und silbrig gefärbt. Charakteristisch ist ihr leicht welliger Blattrand. Die Blüten sind klein, gelb und duftend und stehen zu mehreren in den Blattachseln. Die Frucht ist eine kleine rote bis orange Steinfrucht; sie ist essbar, gilt aber meist als wenig schmackhaft.
Geschätzt wird die Korallen-Ölweide vor allem für ihre Robustheit und dafür, dass sie auch auf armen und trockenen Böden wächst. Sie wird häufig als Zierstrauch in ländlichen Gärten und Grünanlagen gepflanzt. Bekannt ist sie außerdem dafür, Luftstickstoff zu binden und die Bodenqualität zu verbessern.
Zu beachten ist allerdings, dass die Korallen-Ölweide in manchen Regionen — vor allem in Nordamerika — als invasive Art gilt. Sie breitet sich schnell aus und konkurriert mit heimischen Arten, was sich negativ auf lokale Ökosysteme auswirken kann. Deshalb sollte man ihren Anbau dort sorgfältig abwägen und einschränken, wo sie sich invasiv verhalten kann.


Wintergrüne Ölweide (Elaeagnus × ebbingei)

Die Wintergrüne Ölweide (Elaeagnus x ebbingei) ist eine Hybride aus der Kreuzung von Elaeagnus macrophylla und Elaeagnus pungens. Diese Hybride ist ein beliebter Zierstrauch für ländliche Gärten und Grünanlagen.
Die Wintergrüne Ölweide ist ein immergrüner Strauch, der bis zu 4 Meter hoch wird. Die Blätter sind dunkelgrün und glänzend, meist elliptisch bis eiförmig; verbreitet sind auch panaschierte Sorten mit cremegelbem Blattrand. Die Blattunterseite wirkt silbrig, die Blattadern treten deutlich hervor. Die Blüten sind klein, cremeweiß und duftend. Sie öffnen sich im Spätsommer oder Frühherbst. Die Pflanze bildet außerdem kleine rote Früchte, die im Frühjahr reifen und essbar, aber wenig ergiebig sind.
Die Wintergrüne Ölweide wird für ihre Toleranz gegenüber unterschiedlichen Bodenverhältnissen und für ihre Trockenheitsverträglichkeit geschätzt. Sie kommt auch mit belasteter Stadtluft zurecht, was sie für innerstädtische Lagen geeignet macht. Häufig wird sie als immergrüne Hecke, Solitär oder Teil gemischter Pflanzungen verwendet.
Vielblütige Ölweide (Elaeagnus multiflora)
Die Vielblütige Ölweide (Elaeagnus multiflora) ist eine Art aus der Gattung Elaeagnus (Ölweide) und der Familie der Ölweidengewächse. Sie ist in Asien heimisch, vor allem in China, Japan und Korea.
Die Vielblütige Ölweide ist ein laubabwerfender Strauch mit einer Wuchshöhe von 2 bis 3 Metern. Die elliptischen Blätter haben eine glatte Oberfläche und stehen wechselständig an den Zweigen. Sie sind dunkelgrün und zeigen auf der Unterseite einen silbrigen Schimmer. Die Pflanze blüht im Frühjahr oder im Frühsommer und bringt kleine, duftende Blüten in großer Zahl hervor — daher der Name „vielblütig“. Die Frucht ist eine orange bis rote Steinfrucht, die essbar ist und süß schmeckt.
Die Vielblütige Ölweide wird sowohl als Zierstrauch als auch wegen ihrer Früchte kultiviert. Die Früchte sind reich an Vitamin C und weiteren Nährstoffen und werden deshalb frisch gegessen oder zu Marmelade, Sirup und Getränken verarbeitet. In der asiatischen Volksmedizin wurden die Früchte traditionell als Stärkungsmittel verwendet. Heute wird die Art vor allem wegen der Früchte und als Zierstrauch gepflanzt.
Die Vielblütige Ölweide gilt als anspruchslos und verträgt unterschiedliche Bodenarten und Standortbedingungen. Sie ist trockenheitsverträglich und kommt an sonnigen Standorten gut zurecht. Sie wächst langsam und bildet einen dichten Strauch, der sich als Hecke, Solitär oder Teil gemischter Pflanzungen eignet.

Silber-Ölweide (Elaeagnus commutata)

Die Silber-Ölweide (Elaeagnus commutata) ist eine Art aus der Gattung Elaeagnus (Ölweide) und der Familie der Ölweidengewächse. Sie ist in Nordamerika heimisch, vor allem in höheren Lagen im Nordwesten der USA und in Kanada.
Die Silber-Ölweide ist ein laubabwerfender Strauch, der meist zwischen 1 und 3 Metern hoch wird. Die schmalen Blätter haben eine grausilbrige bis graugrüne Oberfläche und stehen wechselständig an den Zweigen. Oberseits sind sie oft glatt, unterseits silbrig beschuppt — das gibt ihnen ihr typisches Aussehen. Die Pflanze blüht im Frühjahr bis Frühsommer, ihre kleinen, duftenden Blüten sind gelb bis silbrigweiß. Die Früchte sind kleine orange Steinfrüchte.
Geschätzt wird die Silber-Ölweide vor allem für ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber rauen Bedingungen. Sie ist anpassungsfähig und verträgt unterschiedliche Bodenarten und pH-Werte. Außerdem ist sie trockenheits- und frostverträglich. Wegen ihres silbrigen Laubs wird sie in der Landschaftsgestaltung gern als Blickfang eingesetzt. Die Pflanze eignet sich für windige und felsige Lagen oder als Hecke zum Wind- und Sichtschutz.
Die Silber-Ölweide ist außerdem ökologisch wertvoll. Wie die übrigen Ölweiden bindet sie über symbiotische Bakterien an den Wurzeln Luftstickstoff und reichert damit den Boden an. Sie lässt sich zur Rekultivierung degradierter Böden oder in Pflanzungen zum Schutz vor Bodenerosion einsetzen.
Schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia)

Die Schmalblättrige Ölweide (Elaeagnus angustifolia), volkstümlich auch Russische Olive oder Böhmischer Ölbaum genannt, ist ein laubabwerfender Strauch oder Baum aus Zentral- und Vorderasien. Diese Pflanze wird häufig wegen ihres Zierwerts, ihrer Robustheit und ihres praktischen Nutzens angepflanzt.
Die Schmalblättrige Ölweide ist ein mittelgroßer Strauch oder kleiner Baum, der bis zu 10 Meter hoch werden kann. Ihre schmalen, wechselständigen Blätter sind graugrün und glänzend. Sie werden bis zu 10 cm lang und nur 1–2 cm breit — daher der Name „schmalblättrig“. Die Schmalblättrige Ölweide bringt außerdem kleine, duftende, gelbe Blüten hervor, die im Frühjahr erscheinen. Die Früchte sind kleine Steinfrüchte, die orange oder rot sein können.
Freiland- und Zierpflanzen düngen
- Sie können DÜNGEE in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen ausstreuen.
- Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.
Schmalblättrige Ölweide: invasives Potenzial
🚨 Überlegen Sie sich gut, wo Sie die Schmalblättrige Ölweide pflanzen. In Deutschland gilt sie als eingebürgerter Neophyt und wird naturschutzfachlich kritisch gesehen. Sie breitet sich leicht über Samen aus, die Vögel verschleppen, treibt kräftig aus den Wurzeln wieder aus und verändert durch die Bindung von Luftstickstoff die Bodenchemie so, dass magere Standorte ihren typischen heimischen Bewuchs verlieren.
Problematisch ist das vor allem in wärmebegünstigten, trockenen Lagen und entlang von Flussläufen, von wo aus sie in Trockenrasen und Auwälder vordringt. Im normalen Hausgarten können Sie sie pflanzen, aber setzen Sie sie nicht in die Nähe von Schutzgebieten und lassen Sie die Früchte nicht in die freie Landschaft verschleppen. Dasselbe gilt für die Korallen-Ölweide.
Häufig gestellte Fragen
Sind die Früchte der Ölweide essbar?
Ja. Am besten schmecken die Früchte der Vielblütigen Ölweide — süßsäuerlich, reich an Vitamin C, gut frisch und für Marmelade oder Sirup. Die Früchte der Korallen-Ölweide und der Schmalblättrigen Ölweide sind ebenfalls essbar, aber trocken und mehlig.
Wann trägt die Ölweide Früchte?
Die Vielblütige Ölweide reift schon im Juni und Juli, also früher als das meiste Beerenobst. Die übrigen Arten tragen im Spätsommer und im Herbst.
Braucht die Ölweide einen Befruchter?
Bei der Vielblütigen Ölweide lohnt es sich, zwei Pflanzen zu setzen — Fremdbestäubung erhöht den Fruchtansatz deutlich. Die übrigen Arten werden vor allem als Zierstrauch gepflanzt, da spielt das keine Rolle.
Verträgt die Ölweide Trockenheit und Salz?
Ja, sie gehört zu den robustesten Sträuchern überhaupt. Sie kommt mit trockenem, magerem Boden, Wind, Stadtluft und Streusalz an Straßen zurecht — deshalb wird sie oft in Grünstreifen entlang von Straßen gepflanzt.
Wann schneidet man die Ölweide?
Einen regelmäßigen Schnitt braucht sie nicht. Wenn Sie sie in Form bringen oder verjüngen wollen, schneiden Sie nach der Blüte — bei der immergrünen Wintergrünen Ölweide am besten im Mai, damit sie vor dem Winter noch austreiben kann.
Womit düngt man die Ölweide?
Praktisch gar nicht. Sie bindet Luftstickstoff selbst und wächst auf magerem Boden am besten. Nach dem Pflanzen tut eine schwache Gabe organischen Düngers gut, damit die Pflanze schneller anwächst.
