Miltonia (Miltonien)
Dankbare Zimmer- und Gewächshausorchideen mit stiefmütterchenähnlichen Blüten: Arten, Standort, Gießen, Orchideendünger und Umtopfen – so gelingt die Pflege.
Dankbare Zimmer- und Gewächshausorchideen
Standort: kühl bis temperiert und halbschattig
Höhe: 20–60 cm
Blütezeit: verschieden, je nach Art
Vermehrung: durch Teilung und aus Samen
Die Gattung Miltonia (Miltonien) aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae) umfasst etwa 20 epiphytisch wachsende Arten, die von Costa Rica, Panama, Kolumbien und Ecuador bis nach Brasilien in unterschiedlichen Höhenlagen und Temperaturbereichen verbreitet sind. Die länglich-eiförmigen, abgeflachten Pseudobulben werden von mehreren hellgrünen, langen und schmalen Blättern umgeben. Seitlich erscheinen aus den Niederblättern an der Basis der Pseudobulben zu verschiedenen Jahreszeiten 15–50 cm lange Blütenstiele. Die Blüten erinnern etwas an Stiefmütterchen, halten lange und sind sehr attraktiv. Die kolumbianischen Arten mit besonders stiefmütterchenartigen Blüten werden botanisch heute in der Gattung Miltoniopsis geführt.
Arten
Miltonia roezlii

Stammt aus Kolumbien bis Panama. Die bis zu 10 cm hohen, länglich abgeflachten Pseudobulben stehen dicht gedrängt und tragen 2 riemenförmige, spitze, hellgrüne, bis zu 50 cm lange Blätter. Der etwa 40 cm lange Blütenstiel erscheint oft zweimal im Jahr, im Winter und im Frühjahr, und trägt 2–4 flache, duftende, etwa 10 cm breite Blüten. Die Sepalen sind weiß, die Petalen tragen purpurne, maskenartige Flecken. Die große, zweilappige Lippe ist weiß, oft rosa überhaucht und an der Basis gelb.
Miltonia spectabilis

Stammt aus Brasilien. Die etwa 3 cm voneinander entfernt stehenden Pseudobulben sind 7 cm hoch, oval abgeflacht und tragen 2 hellgrüne, riemenförmige, bis zu 16 cm lange Blätter. Im Herbst öffnen sich etwa 8 cm große, einzeln stehende Blüten. An einer kräftigen Pflanze erscheinen oft bis zu fünfzig davon. Die Blüten sind weiß bis cremefarben; die große, tropfenförmige, am Rand leicht gewellte Lippe ist hell purpurrosa mit dunkleren Adern.
Pflege
Arten aus Kolumbien und Panama brauchen im Sommer einen schattigen Platz, Arten aus Brasilien müssen nur bei heißer Mittagssonne schattiert werden. Die Tagestemperaturen sollten bei 18–24 °C liegen, die Nachttemperaturen bei etwa 16 °C und die Luftfeuchtigkeit bei 50–60 %. Arten aus höheren Gebirgslagen hält man etwas kühler. Im Winter sollten die Nachttemperaturen auf 13 °C sinken. Während der winterlichen Ruhezeit wird deutlich sparsamer gegossen.
Da die Pseudobulben fäulnisanfällig sind, dürfen sie nicht besprüht werden, aber auch nicht austrocknen. Sobald grüne Wurzelspitzen eine neue Wachstumsperiode ankündigen, wird wieder reichlich gegossen. Bei jedem dritten Gießen gibt man verdünnten Orchideendünger dazu. In dieser Zeit lassen sich die Pflanzen auch umtopfen, wenn sie den Topf durchwurzelt haben oder wenn das Substrat zu zerfallen beginnt.
Bewährt hat sich eine Mischung aus zerkleinerter Rinde, Buchenlaub, Osmundafasern (Osmunda), etwas Holzkohle, Torfmoos und Styroporflocken. Arten mit kriechendem Rhizom bindet man am besten auf eine Baumfarnplatte (Dicksonia) auf.
Große Exemplare lassen sich beim Umtopfen auch in Gruppen mit mehreren Pseudobulben teilen. Sie gedeihen und blühen jedoch deutlich besser, wenn man sie zu stattlichen Pflanzen heranwachsen lässt.
