Herzblatt (Parnassia)
Weiße Blüten der Flachmoore und Nasswiesen. Das Sumpf-Herzblatt steht unter Naturschutz – und warum es im normalen Garten nicht gedeiht.
Herzblatt: weiße Blüten der Flachmoore und Nasswiesen

(Parnassia)
Herzblatt (Parnassia) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae), die rund 50 Arten umfasst. Bekannt ist sie für ihre reinweißen Blüten und gilt vielen als Sinnbild für Schönheit und Reinheit.
Wie das Herzblatt aussieht
- Das Herzblatt bildet einen mittelhohen Stängel, der an der Spitze eine – selten mehrere – Blüten trägt.
- Die Blüten sind weiß und haben fünf Kronblätter. Auf den Kronblättern zeichnen sich meist deutliche grüne oder gelbliche Adern ab.
- Die Blüten stehen in der Regel einzeln, nur selten zu mehreren.
- Die Laubblätter stehen in einer grundständigen Rosette, sind lang gestielt und herzförmig. Am Blütenstängel sitzt zusätzlich ein einzelnes, stängelumfassendes Blatt.
Wo das Herzblatt wächst
- Das Herzblatt kommt in weiten Teilen der Nordhalbkugel vor, unter anderem in Europa, Asien und Nordamerika.
- Es wächst auf feuchten, nährstoffarmen Standorten wie Kalkflachmooren, Quellfluren, Bergwiesen und Bachrändern.
- Die Gattung ist an kühle und feuchte Lebensräume gebunden und deshalb vor allem im Gebirge und in nördlichen Breiten zu Hause.
Herzblatt-Arten haben einen hohen Zierwert und sind bei Botanikern wie bei Gärtnern beliebt. Ihre natürlichen Lebensräume zu erhalten ist allerdings entscheidend, denn viele Arten sind gefährdet, einzelne sogar vom Aussterben bedroht. Das Sumpf-Herzblatt ist in Deutschland besonders geschützt – mehr dazu weiter unten.
Sumpf-Herzblatt

Das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) ist die bei uns bekannteste Art der Gattung. Es fällt durch seine auffälligen Blüten auf und wächst auf feuchten Standorten – in Flachmooren, Quellfluren und auf Nasswiesen.
So sieht das Sumpf-Herzblatt aus:
- Das Sumpf-Herzblatt bildet einen 10 bis 30 cm hohen Stängel, der an der Spitze eine einzelne Blüte trägt.
- Die Blätter sind herzförmig und stehen in einer grundständigen Rosette.
- Die Blüten sind weiß und haben fünf Kronblätter. Auf jedem Kronblatt sind grüne bis gelbliche Adern deutlich zu erkennen.
- Die Blüten sind groß und auffällig, die Blütezeit reicht von Juli bis September.
Wie man das Sumpf-Herzblatt kultiviert
- Das Sumpf-Herzblatt ist von Natur aus an nasse Standorte gebunden, etwa an Flachmoore, Nasswiesen und Bachufer.
- Wer es im Garten kultivieren möchte, muss ihm einen durchlässigen, dauerhaft feuchten Boden bieten. Am besten legt man dafür ein künstliches Moorbeet an, in dem der Boden nie austrocknet.
- Das Sumpf-Herzblatt bevorzugt einen halbschattigen bis schattigen Standort und eignet sich damit für Gärten, die nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne liegen.
- Die Pflanze ist recht heikel, deshalb kommt es auf den richtigen Standort an – der Boden darf nie durchtrocknen. Ideal ist ein Platz am Gartenteich oder an einem Bachlauf.
Für Gartenbesitzer, die eine feuchtigkeitsliebende Staude suchen, ist das Sumpf-Herzblatt eine schöne und ungewöhnliche Wahl.
Sumpf-Herzblatt: Vorkommen
Das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) kommt natürlicherweise in weiten Teilen der Welt vor, vor allem auf der Nordhalbkugel. Die Art ist an feuchte und moorige Standorte gebunden. Nachfolgend einige Regionen, in denen das Sumpf-Herzblatt regelmäßig zu finden ist:
Nordeuropa: In Nordeuropa – etwa in Skandinavien, Russland und Schottland – ist das Sumpf-Herzblatt verbreitet. Es wächst dort in Mooren, auf Nasswiesen und entlang von Wasserläufen.
Nordamerika: Die Art kommt auch in Teilen Nordamerikas vor, vor allem in Kanada und Alaska. Dort findet man das Sumpf-Herzblatt in Mooren und auf Feuchtwiesen.
Asien: In Asien wächst das Sumpf-Herzblatt in Teilen Sibiriens, im Fernen Osten und in anderen feuchten Regionen.
Das Sumpf-Herzblatt ist eine Charakterart feuchter und mooriger Lebensräume – umso wichtiger ist es, genau diese Standorte zu schützen und ihre Artenvielfalt zu erhalten. Botaniker und Naturfreunde schätzen die Art besonders: Man kann sie in der Natur beobachten oder sie kultivieren – nicht nur in botanischen Gärten, sondern auch im eigenen Garten oder Steingarten, sofern man ihr den passenden Standort und die nötige Pflege bieten kann.
Sumpf-Herzblatt: Schutz

Der Gefährdungsstatus des Sumpf-Herzblatts kann je nach Region unterschiedlich ausfallen. Das hängt vor allem von den örtlichen Verhältnissen ab: davon, wie groß die Vorkommen sind, wie gut die Lebensräume geschützt werden und welche Maßnahmen zu ihrem Erhalt getroffen wurden.
In manchen Teilen der Welt gilt das Sumpf-Herzblatt als gefährdet, weil ihm der Mensch die Lebensräume nimmt – durch die Entwässerung von Mooren, veränderte Landnutzung und die Belastung der Gewässer. In solchen Fällen greifen Schutzmaßnahmen wie die Ausweisung von Schutzgebieten oder Programme zur Wiederherstellung der Lebensräume.
Der Schutz des Sumpf-Herzblatts richtet sich deshalb immer nach dem jeweils geltenden Recht. In vielen Ländern gibt es Behörden und Verbände, die den Zustand gefährdeter Tier- und Pflanzenarten beobachten und Schutzmaßnahmen umsetzen.
In Deutschland gehört das Sumpf-Herzblatt zu den geschützten Arten. Bundesweit wird es in der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen als gefährdet geführt. Die Rote Liste wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit Fachleuten erarbeitet und dient dazu, Arten zu erfassen und zu schützen, die in einer Region zu verschwinden drohen.
Zum Schutz des Sumpf-Herzblatts werden in Deutschland Maßnahmen ergriffen, darunter die Ausweisung von Schutzgebieten, in denen die Art wächst, sowie ein Monitoring ihrer Bestände.
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🚨 Das Sumpf-Herzblatt ist gesetzlich geschützt
Das ist beim Herzblatt die wichtigste Information. Das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) ist in Deutschland eine besonders geschützte Art nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) in Verbindung mit § 44 Bundesnaturschutzgesetz.
Praktisch heißt das: Sie dürfen die Pflanze in der Natur weder ausgraben noch pflücken oder ihre Samen sammeln – auch nicht „die eine fürs Beet“. Geschützt sind zudem die Standorte, an denen sie wächst.
Das ist keine Formalie: Das Sumpf-Herzblatt ist bei uns dramatisch zurückgegangen. Es ist an Kalkflachmoore, Quellfluren und ungedüngte Nasswiesen gebunden – also genau an die Lebensräume, die durch Entwässerung, Düngung und das Ende der Mahd verschwunden sind. An vielen Stellen, an denen es vor hundert Jahren noch häufig war, ist es heute völlig erloschen.
- Kaufen Sie das Herzblatt für den Garten – Spezialgärtnereien für Steingarten- und Moorbeetpflanzen bieten es an, teils auch als Saatgut.
- Holen Sie es nicht von der Wiese. Neben dem Gesetz spricht die Praxis dagegen: Das Herzblatt hängt an einem sehr speziellen Wasserhaushalt und geht nach dem Umsetzen aus der Natur so gut wie immer ein.
- Wenn Sie es in der Natur finden, ist das eine gute Nachricht – fotografieren Sie es und lassen Sie es stehen. Den Fundort der zuständigen Naturschutzbehörde zu melden ist mehr wert als eine Pflanze im Beet.
- Betreten Sie den Standort nicht. Flachmoore reagieren äußerst empfindlich auf Tritt, und die Schäden bleiben jahrelang sichtbar.
Warum das Herzblatt im normalen Garten nicht gedeiht
Das Herzblatt wird oft als Steingartenpflanze angeboten – und genau daher rühren die meisten Misserfolge. Im gewöhnlichen, trockenen Steingarten geht das Herzblatt schon in der ersten Saison ein – es braucht eine Kombination von Bedingungen, die im Garten selten zusammenkommt.
- Dauerhaft feuchtes, aber nicht staunasses Substrat. In der Natur wächst es in Quellfluren, wo das Wasser ständig durchsickert. Am nächsten kommt dem im Garten der Teichrand oder ein künstliches Moorbeet mit konstantem Wasserstand.
- Nährstoffarmes Substrat – Torf mit Sand, gern mit etwas kalkhaltigem Splitt. Düngen Sie es nicht. In nährstoffreichem Boden wird es von kräftigeren Nachbarn überwachsen und bleibt zurück; in der Natur wächst es gerade dort, wo starke Gräser nichts zu holen haben.
- Kalkhaltiger Untergrund ist beim Herzblatt der Unterschied zu den meisten Moorpflanzen – es ist eine Art der Kalkflachmoore, nicht der sauren Hochmoore, und verträgt eine basische Reaktion oder bevorzugt sie sogar.
- Volles Licht bis Halbschatten. Im Schatten hoher Stauden bleibt es zurück.
- Keine Konkurrenz. Das Herzblatt ist klein und niedrig; sobald Seggen oder Gräser darüberwachsen, verschwindet es. Im Garten braucht es einen Platz, an dem ihm nichts über den Kopf wächst.
- Kälte macht ihm nichts aus – es ist eine Gebirgs- und Nordlandpflanze und überwintert problemlos.
Realistisch betrachtet: Das Herzblatt gehört zu den Pflanzen, die eher erfahrenen Gärtnern mit angelegtem Moorbeet oder Teich zu empfehlen sind. Wer keinen solchen Platz hat, fährt mit einer anderen feuchtigkeitsliebenden Staude besser – und schaut sich das Herzblatt in der Natur oder im botanischen Garten an.
Häufige Fragen
Darf ich das Herzblatt aus der Natur mitnehmen?
Nein. Das Sumpf-Herzblatt ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt; es darf weder ausgegraben noch gepflückt werden, und auch das Sammeln seiner Samen ist nicht erlaubt. Geschützt ist zudem sein Standort. Praktisch hätte es ohnehin keinen Sinn – das Herzblatt hängt an einem speziellen Wasserhaushalt und geht nach dem Umsetzen aus der Natur ein.
Eignet sich das Herzblatt für den Steingarten?
Nur für einen sehr feuchten oder für den Teichrand. Das Herzblatt ist eine Pflanze der Kalkflachmoore, Quellfluren und Nasswiesen – im gewöhnlichen trockenen Steingarten geht es in der ersten Saison ein. Am besten ist ein künstliches Moorbeet mit konstantem Wasserstand, idealerweise mit kalkhaltigem Splitt.
Wann blüht das Herzblatt?
Von Juli bis September. Die Blüte steht einzeln am Stängel, ist weiß und grünlich geadert. Auffällig sind die umgewandelten Staubfäden mit kleinen gelben Köpfchen, die wie Nektartropfen aussehen und Bestäuber anlocken, obwohl sie keinen Nektar enthalten.
Muss ich das Herzblatt düngen?
Nein – und Sie sollten es auch nicht. Das Herzblatt wächst in der Natur gerade deshalb auf nährstoffarmen Flachmooren, weil es dort keine Konkurrenz kräftiger Gräser gibt. Wer im Garten düngt, fördert die Nachbarpflanzen, die es überwachsen und beschatten – und das Herzblatt verschwindet.
Zu welcher Familie gehört das Herzblatt?
Nach heutiger Einordnung zu den Spindelbaumgewächsen (Celastraceae), also in dieselbe Familie wie das Pfaffenhütchen. Ältere Literatur stellt es in eine eigene Familie Parnassiaceae oder sogar zu den Steinbrechgewächsen – darauf stößt man bei der Recherche recht häufig.
Warum geht das Herzblatt zurück?
Weil seine Lebensräume verschwinden. Es ist an Kalkflachmoore, Quellfluren und ungedüngte Nasswiesen gebunden, und die sind durch Entwässerung, Düngung und das Ende der Mahd aus der Landschaft verschwunden. Der Rückgang des Herzblatts zeigt deshalb an, wie in der Landschaft mit Wasser umgegangen wird.
